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Straßen in Ibbenbüren
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Grafik - Straßen in Ibbenbüren
Ursprung und Bedeutung Ibbenbürener Straßennamen
von den Autoren Helene Hörstebrock, August Altemöller, Anton Rosen und August Plake


   


Liste der Straßen nach Namen
 
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z
 


Straßennamen - Die Straße zeigt uns den Weg in die Vergangenheit  

Ursprung und Bedeutung Ibbenbürener Straßennamen - IVZ vom 3.8.1949

"Ach, Verzeihung, wissen Sie vielleicht, wie ich zum Bergteich komme?" Der Fremde staunt, am besagten Ort absolut nichts vorzufinden, was diesem bezeichnenden Namen Rechnung trägt. Aber so wie ihm wird es auch manchem Einheimischen ergehen. Er führt allenthalben Straßennamen im Mund, die durch ihre besondere Prägung Beachtung hinsichtlich ihres Ursprungs erheischen. Sie wollen und können gewissermaßen als vielgestaltige Deuter der Vergangenheit unseres Städtchens angesehen werden und es bereitet uns große Freude,immer wieder feststellen zu können, dass sich unsere Vorfahren offensichtlich von diesem schönen Ziel haben leiten lassen.
Auch alte Flurbezeichnungen, deren geschichtlicher Ursprung oft nicht mehr zu ergründen ist, haben bei der Namensgebung gelegentlich Pate gestanden. Besonders freudige Anerkennung verdient die Feststellung, dass der Heimatverein bemüht ist, diesen zerrissenen Faden wieder anzuknüpfen und die Fehler der jüngsten Vergangenheit zu bereinigen. Auf dem Weg zum Bergteich lassen wir die Gegenwart hinter uns, um am Herdfeuer der Vergangenheit Platz zu nehmen. Leise tönt das Schnurren der Spinnräder und das muntere Geplauder der Mägde zu uns herüber. Wir stoßen kräftig in die flackernden Buchenscheite, damit ihre Flamme leuchte bis in unsere Tage. Dann haben wir Ohr und Herz am ewigen Quell aller Kraft. Derweil spiegeln sich am Bergteich, in der heute noch vorhandenen kleinen Bergsenke, die Bäume im klaren Wasser eines Sees. Von hier nahm die Plane, ein kleines Flüsschen, das der Planestraße den Namen gab, seinen Weg ins Tal. Lustig hüpft und springt es bergab. Einem Trupp Bergleute, die mit genagelten Waschraum) dem Tal zustrebten, klingt sein fröhliches "Glück auf" entgegen. Gleich ihnen war das Wasser der dunklen Erde entstiegen, allerdings nicht nach getaner Arbeit, sondern, um sie erst zu beginnen.


Bei "Welps Schliepmühlken", gegenüber der Leugermannschen Besitzung, galt es zunächst, das Wasserrad als Kraftquell der kleinen Maschinenfabrik zu treiben. Hurtig ging es dann weiter, den Berg hinab. Am Eingang der Brunnenstraße stehen schon die Waschweiber an der Brunne, einem langen Steintrog, um mit dem Waschholz unter Assistenz der Plane dem Linnen wieder das blütenweiße Aussehen zu geben. Von der Brunnenstraße biegt links die Klosterstraße ab, mutmaßlich die älteste Straße Ibbenbürens. "Aber er soll zahlen" - aha, da nimmt sich der Klostervogt der Äbtissin von Herford, der die Bauern unserer Gegend hörig waren, im alten Klosterhof, dem früheren Krummacherschen Haus, wieder mal ein Bäuerlein vor. Durch die Bachstraße geht es rechts in den Merschweg hinein (Mersch: von Marsch, aufgeschütteter Boden des Aatals). Hier und in der Planestraße, vorbei an der alten Hyddenburg (das Haus des Berginvaliden Pott) gilt es noch einige Wiesen zu bewässern und dann vereinigt sich die Plane mit der Aa. Heute steht hier die Neustadt, und die Ubostraße hält die Erinnerung an den Begründer unseres Städtchens wach, die Arenbergstraße ruft uns die soziale Tat des Herzogs von Arenberg ins Gedächtnis zurück, der dieses Gelände nach dem ersten Weltkrieg den Kriegsbeschädigten schenkte. Die weiter zurückliegende Hüttenstraße (Ringstraße) erinnert uns an die Arbeiterkolonie der alten Wolf'schen Glashütte. Westwärts folgen wir dem Lauf der Aa. "Trara - trara" - hell klingt das Horn des Postillions vom Riesenbecker Postweg über das Bruch oder den "Brook" in den die Brockwiesenstraße, die wie ein Finger hineinragt bis hinüber nach "Rohmanns Echo". Die Flurbezeichnung "Carnove" (Garnaustr.) dürfte vom "Korn heben" herrühren, Wahrscheinlich war hier in früheren Zeiten eine Korn-Abgabestelle eingerichtet. Dafür spricht auch das große und alte Gebäude des sog. "Viehstalls". Die Gravenhorster Straße, die uns zur Stadt zurückführt, hat wie alle anderen Ausfallstraßen wie die Rheiner-, Osnabrücker-, Münsterstraße, einen richtungweisenden Namen.


Am alten Posthof hält gerade wieder die Postkutsche. Hier ist Pferdewechsel und Umsteigestation für die Post nach Osnabrück und Lingen. Etwas weiter kommt links die Küörddelbiäke, die Kanalstraße hinunter geflossen. Dieser Graben nimmt die Abwässer der Brauerei und Wirtschaft Meese auf. Am Roggenkamp erstreckten sich dort, wo heute Friedhof und Schule angelegt sind, weite Ackerfelder. Herrlich ist der Sonnenaufgang am Sonnenhügel zu beobachten, während der Winterhügel seinen Namen auch - weiß Gott - nicht zu Unrecht trägt. Der Osterberg erinnert uns an das traditionelle Abbrennen des Osterfeuers. In einigen Namen wurden die früheren Abhängig-keitsverhältnisse festgehalten. So besagt die Flurbezeichnung Uphof, dass der hier gelegene Bauer dem Upmeier, heute Heldermann, unterstellt war. Wehme bedeutet immer Kirchengrund, so auch Wehmeyer, dessen Hof früher Eigentum der Kirche war.
Leider müssen wir anfügen, dass sich in der Zeit, in der der eingangs besprochene Faden gerissen war, einige nichtssagende Namen eingeschlichen haben, so z. B. Kurze Straße, Breite Straße und einige andere. Die Bezeichnung Zum Mühlensteinbruch hält die Erinnerung an Ibbenbürens Mühlstein-Industrie fest. Der Heimatverein wird auch weiter wachen, dass neue Straßen auch ortsgebundene und geschichtlich begründete Namen erhalten,

Quelle: IVZ vom 3.8.1949 - August Plake



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Von alten Wegen und Straßen - Von Friedrich Ernst Hunsche  
  Auszug aus dem Buch - Die bunte Truhe - Schätze aus dem Tecklenburger Land  

Es ist eine altbekannte Tatsache: Viele Wege und Straßen, kreuz und quer durch unsere westfälische Heimat, haben eine uralte Geschichte, eine ältere meist als die der Dörfer und Städte, die von ihnen berührt werden. Nicht nur in Babylon und Persien oder im alten Römischen Reich gab es "Königsstraßen", die dem öffentlichen Verkehr, dem Handel, der Nachrichtenübermittlung, dem Krieg und kultischen Zwecken dienten. Auch in unserem Vaterland, in der engeren westfälischen Heimat, gibt es solche uralten Wege und Straßen, deren Spuren in der Landschaft heute noch festzustellen sind. In Westfalen scheinen es vor allem zwei Wege zu sein, die schon vor Jahrtausenden eine besondere Bedeutung hatten. Da ist zunächst der Hellweg, der vom Rhein her südlich der Lippe, an den Höhen des Haarstranges entlang, über Bochum, Dortmund, Unna, Soest in die Paderborner Gegend und noch weiter nach Osten führte. Die Bedeutung dieses Weges als uralte Königs- und Heeresstraße ist allgemein bekannt.


Der Deetweg am Teutoburger Wald

Nicht so bekannt, aber in früheren Zeiten kaum weniger wichtig, war jener Weg, der an den Höhen des Teutoburger Waldes von Westen nach Osten sich entlang zog, hier und da an den über den Berg führenden Pässen gekreuzt wurde von Wegen, die in Nordsüdrichtung verliefen. Auch dieser alte Weg führte von Westen nach Osten, wie der Hellweg in das Kerngebiet des altsächsischen Landes, in die Gegend von Detmold und über die Externsteine. Im Kreis Tecklenburg ist dieser Weg an mehreren Stellen noch bekannt unter dem Namen "Deetweg", z. B. in den Gemeinden Lengerich und Lienen. Manche Flurnamen "in 'n Deetweg", "in 'n Deetwecken" deuten hier noch auf den Verlauf des alten Überlandweges hin. Man findet das Wort "deet" auch an Ackerstücke südlich des Teutoburger Waldes gebunden. Gehen wir der etymologischen Bedeutung des Wortes nach, so stoßen wir auf das alt-hochdeutsche "diot" (Volk), von dem auch das Wort "deutsch" - "diutisk", plattdeutsch "dütsk" - stammt. Es war also der "deutsche" Weg, der Volksweg, der hier eine überörtliche Bedeutung hatte.


Hell- oder Hiälwege gab es an vielen Orten

Außer diesem "Deetweg" gibt es an mehreren Orten noch "Hellwege" oder "Hiälwege". Hier finden wir also dasselbe Wort wie in dem Gebiet südlich der Lippe. Auch diese Wege sind überall, wo wir sie noch feststellen können, als uralte Wege anzusehen. Sie als "Hohlwege" zu erklären, ist falsch. Dass sie meist tiefer als andere Wege im Gelände liegen, deutet auf ihr hohes Alter hin. Auch hier kann uns die Etymologie ein Stückchen weiterhelfen. Das "hell" geht auf ein altes "hei" zurück, das "laut" bedeutet. Althochdeutsch "hellan" bedeutet ebenfalls "laut", "tönend" und erhielt erst in späterer Zeit die Bedeutung "hell", wie wir es jetzt im Hochdeutschen für "klar, glänzend" anwenden. Im Niederdeutschen dagegen hat das alte "hei" seine ursprüngliche Bedeutung erhalten; ein "heller Hals" ist ein "lauter Hals". "Dat is mi to helle" heißt im Hochdeutschen: "Das ist mir zu laut." Aber auch hochdeutsch ist eine "helle Stimme" noch eine "laute Stimme". So müssen die alten "Hell-" oder "Hiälwege" laute Wege gewesen sein, also offene oder öffentliche Wege, auf denen mehr lautes, fremdes Volk sich bewegte als auf den Wegen, die nur eine kleinräumliche Bedeutung hatten. Es mag auch sein, dass die meist mit Knüppeln befestigten Fahrbahnen ein lauteres Dröhnen beim Reiten und Fahren verursachten als einfache Sandwege. Einen Teil solch einer Wegbefestigung, einen so genannten Knüppeldamm, konnte man in Lienen 1910 ausgraben, als das Dorfpflaster aufgerissen und neu verlegt wurde. Offenbar handelt es sich dabei um einen sehr alten Weg, wahrscheinlich um einen Teil des Deetweges; denn man fand darin eine alte steinerne Handmühle, die wohl noch aus frühgeschichtlicher Zeit stammt.


Als die Postwagen fuhren

Später fuhren auf diesen alten Überlandwegen die Postwagen. Auf dem "Deetwege" klapperten die Wagen der "Berliner Post", die von Berlin nach Holland führte. In Lienen kennt man noch den alten Postweg; er folgte dem Laufe des Deetweges und heißt von Lienen bis Iburg heute noch "Postdamm". In Lengerich wurde dieser Weg der "Berliner" oder der "Preußischen Post" von der "Kaiserlichen Post" gekreuzt, die von Hamburg über Osnabrück, Lengerich, Münster weiter nach Süden fuhr. Mit dieser Post reiste im Jahre 1654 die abgedankte Königin Christine von Schweden nach Italien; sie übernachtete sogar im Haus des Bürgers Coccejus (Koch) in Lengerich. Wenige Jahre zuvor, von 1643 bis 1648, während der Friedensverhandlungen am Ende des Dreißigjährigen Krieges, rollten auf diesem Weg die Kutschen der Friedensunterhändler zwischen Münster und Osnabrück hin und her. Man traf sich in der Lengericher Kirche zu einer Beredung. Als man bei dieser Gelegenheit dem päpstlichen Nuntius Fabio Chigi, dem späteren Papst Alexander VII., das Lengericher Bier, den bitteren "Gräsing" anbot, soll er nicht sehr von dem Tecklenburgischen Nationalgetränk erbaut gewesen sein. Man solle noch etwas Schwefel hinzufügen, dann sei es ein Trank für die Hölle - soll der hohe Gast gesagt haben. Andere Reisende haben es vielleicht lieber und ohne Murren getrunken. Im Jahre 1646 - so heißt es in alten Berichten - soll auch der Große Kurfürst über den alten Deetweg gefahren sein und in Lengerich eine Reisepause gemacht haben. Hundert Jahre später rollte die Kutsche Friedrichs des Großen über den uralten Weg durch Lienen, Lengerich, Brochterbeck - vorbei an Tecklenburg, dessen verfallendes Schloss ihn nicht mehr reizte. Er war auf dem Weg nach Ostfriesland, um seine dort erworbenen neuen Ländereien sich anzusehen.


Markenwege und Napoleon-Dämme

Ein prüfender Blick auf alte Landkarten und Messtischblätter lässt uns erkennen, dass es außer den Hell- und Deetwegen auch noch andere alte Wege und Straßen gibt, die aber mehr dem örtlichen Verkehr von Dorf zu Dorf dienten. Sie waren meist an den Grenzen der Gemarkungen oder an den Landwehren mit einem Querbaum oder einem "Heck" verschlossen, damit nicht das Vieh entweichen und ungebetene Gäste mit Wagen nicht sich einschleichen konnten. An den Gemarkungs-Durchfahrten dieser Wege lagen die Höfe Bäumer, Bäumker, Landwehr, Snatbaum, Schlüter, Schläutker, Heckmann usw.; sie hatten die Sperrbäume zu öffnen, wenn ein Gefährt den Weg benutzte. Die offenen Überlandwege hatten derartige Sperren nur an den Landesgrenzen. Nach dem Bau befestigter Landstraßen aber wurden auch die Postwege mit "Chausseebäumen" oder "Parfee - Bäumen" versehen, die nur geöffnet wurden, wenn der Fuhrmann einen Pfennig in die Straßen-Baukasse gezahlt hatte. Aus der Franzosenzeit (1806 bis 1813) stammen die meist sehr breiten, oft schnurgerade angelegten Napoleondämme oder -straßen. Die Napoleonstraße von Wesel über Münster, Iburg, Osnabrück nach Hamburg dürfte allgemein bekannt sein. Die jetzige Bundesstraße 51 ist ein Teil dieser Napoleonstraße, die nach 1810 im Frondienst von der einheimischen Bevölkerung gebaut werden musste. Einen anderen Napoleondamm finden wir im nördlichen Teil des Kreises Tecklenburg, bei Recke, Halverde, Hopsten, Schale; er führt in das Emsland. Die erste befestigte Landstraße im Kreis Tecklenburg wurde im Jahre 1818 zwischen Ibbenbüren und Lotte angelegt. Sie folgte dem Lauf der "Norddeutschen Post", die von Osnabrück nach den Niederlanden fuhr. Diese Straße ist jetzt ein Teil der Bundesstraße 65.


Postwagen fielen um

Wie beschwerlich das Reisen auf den alten öffentlichen Straßen und Postwegen einst war, wird in einem Bericht geschildert, der aus der Zeit von 1806 bis 1810 stammt. Darin heißt es u. a.: "Es lässt sich wirklich für einen Reisenden nichts Gefährlicheres denken als ein schwer bepackter, engspuriger, kurzer, mit einem elenden Verdeck versehener Postwagen, der durch die schlechtesten Wege von den gröbsten Postknechten bei stockfinsterer Nacht fortgebracht und auf so mancher Tour teils ohne Verschulden des Postillions umgeworfen wird. Aber nicht allein bei Nacht, sondern auch bei Tage fällt dieses elende Fuhrwerk oft um. Ich fuhr mit diesem Wagen aus Lengerich und wir waren bei finsterer Nacht kaum eine Stunde gefahren, so fiel der Wagen um. Wir wurden diesmal ganz sanft in den dicksten Kot gelegt und der Wagen hatte verschiedenen Reisenden einige Quetschungen gemacht. Es war im Winter und kalt, und wir mussten fast zwei Stunden im Kote stehen, ehe der Wagen wieder in seine fahrbare Lage kam. Im vorigen Sommer fuhr ich mit Extrapost nach Münster. Unterwegs begegnete uns diese famose ordinäre Post. Der Postillion setzte die Pferde in raschen Trott, und der ganze Wagen fiel am hellen Tage vor unseren Augen auf die elendste Weise, fast auf ebener Erde, um. Die Unglücklichen kamen auch diesmal mit dem Schrecken und blutigen Köpfen davon ab. Weiter sah ich, um von vielen anderen ähnlichen Fällen zu schweigen, erst vor einigen Tagen einen reisenden Franzosen mit verbundenem Kopfe vor meinem Hause vorbeifahren, der ebenfalls mit jenem Wagen umgeworfen und beschädigt worden war." Soweit der "Straßen-Zustandsbericht" aus der Zeit vor 160 Jahren. Anscheinend war es auch damals nicht ungefährlich, auf Reisen zu gehen. Nach dem obigen Bericht zu urteilen, muss es um die alte "Postkutschen-romantik" gar nicht so großartig bestellt gewesen sein, wie man allgemein annimmt. Wie unsicher es überhaupt auf den alten Überlandwegen in noch früheren Zeiten war, kann man sich kaum vorstellen. Da bedrohten Wegelagerer und "Schnapphähne", Räuber und diebische Reisende Fuhrwerk samt Insassen und Fracht und mancher Reisende kam nicht an sein Ziel, wie auch heute oft nicht, wenn Menschen und technische Mittel im ständig rasender werdenden Verkehr auch auf den besten Straßen versagen.



Quelle: Auszug aus - Die bunte Truhe - Schätze aus dem Tecklenburger Land - Von Friedrich Ernst Hunsche



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Straßen in Ibbenbüren  

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Alpenstraße
 

Alpenstraße - Zeche Friedrich Wilhelm - Von A. Altemöller
Eisenerzbergbau gab es in Ibbenbüren schon um 1600. Friedrich der Große ordnete, um sich genaure Kenntnis vom Umfang des Eisenerzvorkommens in Ibbenbüren zu machen 1779 weitere Schürfversuche zur Eisenerzgewinnung an. Die von dem Besitzer der Minerva-Eisenhütte zu Isselburg am Niederrhein, Leopold Wilhelm Schmölder, gegründete Gewerkschaft wurde vom Obergergamt in Dortmund am 6. Mai 1806 mit einem im Kreis Tecklenburg belegenen Distriktfeld zur Errichtung einer Eisenhütte belohnt, die den Namen "Friedrich Wilhelm" erhielt. Im Auf und Ab der Geschichte dieses Bergbaues kam es u. a. zur Gründung der Zechen Hector, Zeche Perm und der Zeche Friedrich Wilhelm. 1862 eröffnete die Gewerkschaft Perm in Alstedde das Bergwerk Perm zur Gewinnung von Eisenerz und Blei. Für die Werksangehörigen wurde eine Kolonie mit 300 Arbeiter- und 6 Beamtenwohnungen gebaut. Im Frühjahr 1876 kam die Zeche Perm zum Erliegen, weil die dort vorhandenen Pumpen die Wasserzuflüsse (ca. 15 cbm/min) nicht bewältigen konnten. Bereits im Jahre 1871 wurde der 1856 gegründete Georgsmarien-Bergwerks- und Hüttenverein bei Osnabrück auf das reiche Eisenerzvorkommen am Ibbenbürener Schafberg aufmerksam.
Mit Kaufvertrag vom 24. April 1880 gingen die gesamten Bergwerksberechtigungen der Gesellschaft Perm, mit Vertrag vom 13. Okt. 1883 die Zeche Hector mit allem Zubehör und am 24. Nov. 1883 das Grubenfeld Friedrich Wilhelm in das Eigentum der Georgsmarienhütte über. Nach der Übernahme wurden die Anlagen aller drei Zechen auf einen leistungsfähigen Stand gebracht. Der Betrieb der Zeche Perm konnte 4 Jahre nach deren Übernahme wieder aufgenommen werden. Den Transport der Erze übernahmen neugebaute eigene Schienenwege, zunächst die Schleppbahn am Südhang des Schafberges und eine weitere Bahn zur Station Laggenbeck. Der Betrieb der Grube Friedrich Wilhelm wurde im Mai 1894 einstweilen eingestellt, wodurch die Schleppbahn überflüssig und daher abgeworfen wurde. Die Erze wurden nunmehr wieder mit der Eisenbahn von Ibbenbüren aus über Osnabrück nach Hasbergen verfrachtet. Die sieben Gruben im heimischen Raum beschäftigten im Jahre 1889 454 Arbeiter mit einer Förderung von 70.000 t. Die Grubenanlagen zur Erzgewinnung gingen 1919 an die Klöcknerwerke über, die sie 2 Jahre später wegen Unrentabilität still legte. Damit hatte der Erzbergbau in Ibbenbüren sein Ende gefunden.
Quelle: Von A. Altemöller


Siehe auch - Industriegeschichte auf schmaler Spur > > >


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Am Forsthaus
 

Am Forsthaus Langewiese - Das Forsthaus Langewiese ist die letzte Erinnerung an das ehemalige adelige Gut Langewiese am Westrand von Ibbenbüren. Es war nacheinander im Besitz der Herren von Langen, von Gogreve, von Schmitzbergen, von Benting, von Elmendorf und von Arenberg. Um 1810 betrieb Johann Ignatz ten Brink auf dem Gut vorübergehend eine Tabakfabrik. Um 1910 wurde Haus Langewiese zusammen mit dem adeligen Gut Grone von den Familien Crespel und Deiters erworben.
Quelle: Von A. Altemöller

Kopie Ansichtskarte, Graben und Brücke
  Foto: Kampelmann - Ansichtskarte
Forsthaus Langewiese
 

  Siehe auch "Heimat und Leben" - Eine Beilage der IVZ - Nr. 20 vom Oktober 1954 mit dem Thema
Das alte Forsthaus "Langewiese" - Ein Stück Ibbenbürener Geschichte / Neuer Stadtteil wächst.
 


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Am Gaswerk
Siehe Uferallee - (Die Straße "Am Gaswerk" wurde 2016 in "Uferallee" umbenannt)


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Auf der Lienenburg
 

Auf der Lienenburg. Ibbenbüren - Die ältesten Straßen Ibbenbürens
Im Jahre 1684 wohnte ein Herr von Dankelmann auf der Lienenburg.
Diese Wasserburg lag dort, wo sich heute der Hof Bäumer befindet,
also zwischen dem Püsselbürener Damm und der Großen Straße.
Der Blick geht hier nach Osten zum NIKE Schornstein am Bahnhof.
Quelle: Anton Rosen - Ibbenbüren. Einst und jetzt - Ab Seite 260
Auf der Lienenburg
  Foto: Altemöller - 1950er Jahre
Auf der Lienenburg
 


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Bachstraße
 

Bachstraße Ibbenbüren - Die ältesten Straßen Ibbenbürens
Die Bachstraße, in deren breitem Straßengraben ehedem die Plane plätscherte, lag zwischen Kaufhaus Brüggen und Cafe Meyring. Die Plane floß aber nicht durch die Groner Straße zur Planestraße hin, sondern sie wählte ihren Weg gleich hinter der Schreinerei Konermann durch die feuchten Gärten zur Arenbergstraße und mündete am Sportplatz in der Aa. Es ist zu bedauern, daß man diesen alten Straßennamen Bachstraße in Groner Straße umnannte.
Quelle: Buch "Ibbenbüren: Einst und jetzt" von Anton Rosen

Bachstraße 14 - Autohaus VW Deitert - 1955
 
Foto: Bachstraße 1955 - Sammlung Dreverhoff
Bachstraße 14 - Autohaus VW Deitert - 1955
 


Pfeil Bachstraße - Sweering

Textil Sweering - Betrieb: Mechanische Baumwollweberei, mit Vorbereitung, Spulerei, Zettelerei, Zwirnerei, Schlichterei, Färberei, Rauherei, Appretur Hauptartikel: Baumwollene Hemdenflanelle, Zephire, Wanderflanelle, blaue Haustuche, Köper, Fischgrat.
Die Fa. wurde im Jahre 1818 v. H. Johann Heinrich Sweering als Engros-Handlung gegründet. Rauherei, Appretur Hauptartikel: Baumwollene Hemdenflanelle, Zephire, Wanderflanelle, blaue Haustuche, Köper, Fischgrat. Sie befaßte sich hauptsächlich mit Leinenweberei im Handbetrieb. Sein Sohn ging im Jahre 1857 zum mechanischen Betrieb über, zunächst mit 100 Webstühlen. Nach seinem Tod wurde die Fa. für 10 Jahre verpachtet. Am 1.7.1873 übernahm H.Clemens Bispinck die Leitung der Fa. unter der Bezeichnung Sweering und Co. Am 1.4.1912 wurde die Fa. in eine AG umgewandelt. Zur Zeit seines Todes am 30.9.1918 beschäftigte die Fa. 300 Arbeiter mit 500 Webstühlen. Danach wurde die Fa. geleitet von H. Köllner. 1962 wurde die Fa. still gelegt. Die Bundeswehr erwarb das gesamte Gelände und verkaufte es wieder 1976 an die Stadt Ibb. Am 11.6.77 wurde der Schornstein der Sweeringschen Fabrik gesprengt, kurze Zeit später folgt der Abbruch der Fabrikgebäude
Von A. Altemöller


Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Bachstraße > > >


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Bahnhof - TWE
 

Am 06.05.1899 wurde die Konzession für den Bau der Teutoburger Wald-Eisenbahn erteilt. Obgleich erhebliche Grundstücksschwierigkeiten zu überwinden waren, wurde mit dem Bau baldigst begonnen. Die Königliche Eisenbahndirektion Münster erlaubt nicht, daß die Zuge der TWE in den Staatsbahnhof Ibbenbüren eingeführt werden. Die TWE sah sich gezwungen, einen eigenen kleinen Güterbahnhof mit Güterschuppen und Ladegleis zu bauen, desgleichen einen provisorischen Bahnhof mit Gleis und einem wenig ansehnlichen Holzhaus als Abfertigungsstätte. TWE Bahnhof 1903 > > >

TWE Abfertigungsstätte

Von hier aus fuhr zur Eröffnung der neuen Bahnstrecke am 18.07.1901 der Fest Sonderzug in Richtung Tecklenburg ab. Der provisorische Bahnhof, mehrere hundert Meter vom Staatsbahnhof entfernt, lag auf dem Gelände, auf dem jetzt das Lager der Firma Meese-Schäfer befindet. Trotz heftiger Einwände der königlichen Eisenbahndirektion Münster und auch des Webereibesitzers Bernhard Többen wurde nach Eingreifen durch Kaiser Wilhelm II das Gleis der TWE bis in die Nähe des Postgebäudes vorgezogen, ein kleines Abfertigungshaus gegenüber dem Empfangsgebäude der Staatsbahn errichtet. Die Eröffnung erfolgte im Juni 1905.

Die Staatsbahn gab im Jahre 1911 grünes Licht für die Einfahrt der Güterzüge der TWE. - Zehn Jähre später Die Personenzüge endeten nach wie vor am Prellbock nahe der Post. Gegen Mitte der zwanziger Jahre zog die TWE aus nicht bekannten Gründen zum provisorischen Bahnhof von 1901 zurück. Dank des damaligen Vorstehers des Ibbenbürener Bahnhofs, Walter Borgmann, entstand 1964 (nach 63 Jahren) ein eigener Bahnsteig für die TWE. Am 31 .Mai 1964 fuhr der erste Triebwagen der TWE in den Bundesbahnhof ein. Vier Jahre später wurde der gesamte Personenverkehr der TWE eingestellt und von den Bussen der VKT übernommen.


Siehe auch unsere Webseite - Als die Eisenbahn nach Ibbenbüren kam > > >


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Bahnhofsplatz
 


Bahnhofsplatz
Bahnhofsplatz
Bahnhofsplatz
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Blick aus der Straße "Bahnhofsplatz"
auf die Bahnhofstraße mit Bahnüber-
gang und Kiosk.
Blick in die Straße "Bahnhofsplatz"
Im Hintergrund die n Ladenstraße mit
Bus an der Haltestelle.
Straße "Bahnhofsplatz" Rechts die
Post. Blick nach Osten.
 

Fotos - 1960er Jahre : 1: Dreverhoff - 2: Dreverhoff - 3. IVZ Kunkemöller


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Bahnhofstraße
 

Osnabrücker Straße - Bahnhofstraße Die Straße vom Oberen Markt zum Bahnhof hieß um 1840 noch Osnabrücker Straße. Erst nach dem Bau der Eisenbahn 1856 (Hannoversche Westbahn) erhielt die Straße vom Oberen Markt bis zu dem Bahnübergang den Namen "Bahnhofstraße".

Die erste fahrende Post die Ibbenbüren berührte, war die im Jahre 1664 eingerichtete "Holländische Privatpost", die Naerden'sche Post Bentheim-Rheine-Ibbenbüren. Die Post verkehrte wöchentlich 2 mal. Der Postdienst war von 1781 bis 1856 im Hause des Posthalters Kerstein (das jetzt noch unter dem Namen "Alter Posthof' bekannt ist) untergebracht. Im Jahre 1856 wurden die Räumlichkeit in das Eisenbahnstationsgebäude verlegt, wo sie bis zum Jahre 1887 verblieben. Am 1.4.1887 fand die Üersiedlung in das neu errichtete Haus an der Bahnhofstraße statt. Das Grundstück ging am 1.4.1920 in den Besitz der Deutschen Reichspost über. 1981 musste das Gebäude für die Anlegung der Bahnunterführung weichen. An etwa gleicher Stelle wurde das neue Postgebäude errichtet. Während der Bauzeit war die Post in Baracken auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Fa. Sweering an der Bachstraße untergebracht.


Bahnhofsplatz - Bf Ibbenbüren um 1910
Bahnhof Ibbenbüren
Postamt an der Bahnhofstraße.
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AK - Bahnhofsplatz - Bf Ibbenbüren
Blick nach Osten - Um 1910
AK - Bahnhof Ibbenbüren. Blick nach Westen. Bahnhofsplatz - Um 1910
AK - Postamt - Bahnhofstraße 3
Um 1930
 

Siehe auch unsere Webseite - Postgeschichte(n) aus der Stadt Ibbenbüren.> > >


Pfeil Bahnhofstraße

Das Haus Denecke (hinter der Kaisereiche) zeigt sich noch mit dem alten Dielentor. Die Räume der Giebelseite wurden jahrzehntelang als Filiale der Bäckerei Joseph Meyer genutzt. Im Vordergrund sieht man die Kaisereiche, gesichert durch ein eisernes Gitter. Sie wurde am 22.3.1897 gepflanzt aus Anlass des 100. Geburtstages des ersten deutschen Kaisers Wilhelm I. Aus Verkehrsgründen wurde die Eiche nach ungefähr 70 Jahren gefällt.

Kaisereiche

Die Kastanienbäume vor dem früheren Lebensmittel-Geschäft Schumann sind längst verschwunden. Die Lücke in der rechten Straßenfront ist heute durch das Geschäftshaus Driemeier geschlossen. Davor lag das Haus des ehemaligen Bahnspediteurs Glosemeyer. Im Hintergrund auf der linken Straßenseite das Gasthaus "Deutscher Kaiser", später Hotel Nolte (jetzt Keller), auf der rechten Straßenseite das Geschäft Schwinn (jetzt Dillhoff)



Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Bahnhofstraße > > >
Siehe auch unsere Webseite - Als die Eisenbahn nach Ibbenbüren kam > > >  


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Breite Straße
("Hermann-Göring-Straße", hieß die Breite Straße von 1933 - 1946)

Diese Straße war früher zu beiden Seiten mit Linden bestanden. Wie am Oberen Markt kennzeichnen auch hier die Häuser die Bauweise der Neuzeit, die zumeist den in den heimischen Steinbrüchen gebrochenen Sandstein als Baumaterial verwendeten. Schon in der Franzosenzeit 1809 befand sich in der Breiten Straße das Amt von Ibbenbüren. Im Jahre 1891 wurde ein neues Amtshaus erbaut, in dem sich außer den Amtsräumen und einem Sitzungssaal auch die Wohnung des Amtmannes befand.
AK - Sammlung Suer - Breite Straße um 1910 >>>

Breite Straße

Das Hotel Quaritsch lag an der Breiten Straße, Radfahrer waren damals vornehme Leute. Für sie empfahl sich Hotel Quaritsch als "Bundeshotel für Radfahrer" (später Hotel Hesse)



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Umbenennung von Straßen und Plätzen in Ibbenbüren während des Nationalsozialismus
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Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrates zur Namensänderung von Straßen vom 13.05.1946
 
 
Rückbenennung/Umbenennung der "Hermann-Göring-Straße", so hieß die Breite Straße von 1933 - 1946
 
  Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


Pfeil Link LWL - Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus  
   
  http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/nstopo/strnam/Kommune_110.html  
Pfeil Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


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Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Breite Straße > > >
  Siehe auch unsere Webseite - Gasthöfe und Brauereien in Ibbenbüren um 1900 > > >  


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Brunnenstraße
 

Brunnenstraße. Ibbenbüren
Die ältesten Straßen Ibbenbürens

Von unserem heimischen "Brünnele" (Quelle) gegenüber der Besitzung Glosemeyer führte dieser Weg an den Ufern der Plane zur Unterstadt.

Quelle: Buch "Ibbenbüren: Einst und jetzt" von Anton Rosen - Seite 260

Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Brunnenstraße
Brunnenstraße im Frühjahr 1928
Foto: Sammlung Suer

Brunnenstraße im Frühjahr


Pfeil Brunnenstraße um 1928

Die Brunnenstraße war früher die wichtigste Verkehrsader der Stadt. Am Anfang der Brunnenstraße befand sich die "Brunne". Das war eine von kristallklarem Wasser einer Quelle gespeiste öffentliche Waschanlage. In unmittelbarer Nähe des Hauses Konermann standen große bruchsteinerne Bottiche. Die Frauen hatten hier Gelegenheit in vier überdachten und zwei offenen Trögen die Wäsche nachzuwaschen.
Das abfließende Wasser vereinigte sich etwa 30 Meter weiter mit dem der Plane. Nach der Verlegung der Brennerei Bergschneider an die Brunnenstraße versiegte die Brunne mehr und mehr. Die Plane, Brunne oder Bache- alle Namen wurden angewandt, floss offen zur Bergschneider - Brennerei. Hier tauchte sie unter, dann wieder ein kleines Stück offen, traf sie sich auf dem Unteren Markt mit dem durch die Kanalstraße fließenden Kützelbach. An der Stelle, wo die Kurze Straße in die Brunnenstraße mündet stand ein unscheinbares Fachwerkhaus, das als Wohnhaus diente und in dem auch das Heimatmuseum untergebracht war. Dieses Haus wurde im Krieg zerstört. An der Brunnenstraße befand sich auch der "Jannink", wo die Übeltäter untergebracht wurden. In diesem Haus befand sich auch das Schlachtergeschäft Lause. An dieser Stelle steht heute der Erweiterungsbau der Fa. Scholten.



Pfeil Brunnenstraße - Die älteste Straße von Ibbenbüren

Die Brunne gab ihr den Namen / Geschlechter kamen und gingen von Helene Hörstebrock
Aus "Heimat und Leben", eine Beilage der IVZ vom 4. Sept. 1953

Wer den Weg kennt, der am Haus Konermann von der Bahnhofstraße abzweigt zum Unteren Markt, fragt sich: "Wie kommt dieser schmale Weg zu dem Namen Brunnenstraße?" 1910 war er bis zu Braunschweigs Garten nur halb so breit wie heute, denn an seiner linken Seite floss ein Bach, dessen eisernes Geländer bis mitten in den Weg ragte. Das in dem ziemlich tief liegenden, auszementierten Bachbett schnell dahin fließende Wasser hieß "die Brunne", die vor Konermanns Schuppen in eine Pumpe gefasst war. Die Brunnenstraße ist die älteste Straße von Ibbenbüren und war in früherer Zeit die Hauptverkehrsstraße. Vom jetzigen Geschäft Braunschweig ab führte sie am Kirchhof entlang, der sich nach dieser Seite hin ausdehnte. Die ältesten Häuser von Ibbenbüren lagen hier dem Kirchhof gegenüber. Auch wurde in früheren Zeiten die Straße vom Bach durchflossen, der sich bei Leidigs Anna mit dem Kürdelbach vereinigte und mit ihm den Weg über die damalige Bach- bzw. Planestraße nahm, um in der Aa zu münden. Von oben kommend am Ende der langen Mauer, links der Brunnenstraße stand das älteste Haus von Ibbenbüren (Bromley-Effertz). Die Jahreszahl 1619 stand über dem Dielentor und an seinem Spruchbalken folgender Spruch:


Lowet Godt bowen alle Jesus mit Maria,
O Mensche, Du most sterven, Dine. Guder behalten
dine Erven. Wann se dir haben tom Grave gebragt,
so gedachten se Dach und Nacht, wu se dine Gude
mögen delen, se denken wenig nach Deiner Sehle."
Brüggen, Anno 1619.

Hier wohnte früher ein Küfer oder Fassbinder Bossemeyer, nach diesem eine Familie Efferts 30 Jahre lang. Effertz kam darin 1944 durch einen Bombentreffer zu Tode; das Haus brach zusammen. Seine Frau, die sich während des Angriffs im Keller befand, blieb unverletzt. Seit 1917 war ein Teil des alten Hauses als Heimatmuseum eingerichtet. Alles, was mühsam und liebevoll zusammengetragen war, ging verloren. Links von diesem Haus, ein Meter höher als die Straße gelegen, wurde 1898 die Brennerei Bergschneider erbaut, die. Kornbranntwein und französischen Branntwein herstellte. Das große, massive Bruchsteingebäude wurde vom Ibbenbürener Turnverein erworben und zu einer Turnhalle eingerichtet. Aber 1944 erlitt sie das gleiche Schicksal wie das Heimatmuseum und wurde das Opfer desselben Bombenangriffs.
Gegenüber diesen Häusern war das Polizeigewahrsam, der "Janning" genannt wurde. In ihm wohnte auch ein Rechts-konsulent L e r c h. Als alter Mann war er eine typische Erscheinung der Brunnenstraße. Er hatte einen langen grauen Bart und trug einen großen schwarzen Schlapphut. Er ging an zwei Stöcken die Straße auf und ab mit einigen watschelnden Gänsen hinter sich. Anfang des Jahrhunderts bekam der Janning eine interessante Einquartierung, drei Herren, darunter ein Amtsgerichtsrat, ein Rechtsanwalt und ein Dr. H. aus Osnabrück. Sie hatten sich einen vergnügten Tag in Tecklenburg gemacht. In zwei Kutschen fuhren sie gegen Abend in sehr angeheiterter Stimmung nach Ibbenbüren, um von hier aus mit der Bahn heimzufahren. Es wurde höchste Zeit, den Zug zu erreichen. Das Verhängnis wollte es, dass die Straße zum Bahnhof vor dem heutigen Geschäft Dillhoff durch Pflasterarbeiten gesperrt war. Die Zeit drängte, die Straße über den Neumarkt existierte noch nicht und so fuhren sie frisch drauflos. Der Polizeidiener Blom trat ihnen entgegen, aber sie nahmen keine Notiz von ihm. Es gab einen erregten Wortwechsel, in dessen Verlauf Blom den Säbel zog, zuschlug und alle drei arretierte. Sie wurden in den Janning eingeliefert und Dr. Krummacher musste geholt werden, um die Verwundung zu verbinden. Groß war die Überraschung als die Namen der Arrestanten bekannt wurden.

Am Janning entlang führte zur Marktstraße ein schmaler Gang. Er war so breit, dass man mit einer Schiebkarre hindurch fahren konnte Hinter dem Janning lag ein altes Haus, in dem die jüdische Familie Rosenthal lebte Hieran grenzte das Armenhaus, das nachdem seine Insassen 1898 vom evangelischen Gemeindehaus übernommen wurden, in den Besitz des Metzgers Lause kam. Diese drei Häuser stehen heute nicht mehr. An ihrer Stelle kam die Garage von Scholten und der Eingang zu dem schmalen Weg wurde durch eine Mauer abgeschlossen. Das Haus Hövel ist heute das älteste Haus der Brunnenstraße. Es ist ein Fachwerkbau mit einer seitlichen Dielentür, über der die Jahreszahl 1690 steht. Für damalige Zeit war es ein sehr stattliches Haus. Das sich anschließende Haus von Amtsbaumeister G e b i g k e hatten die Eltern Hövel für ihre Kinder erbaut. Es liegt inmitten seiner Blumen wie ein Schmuckkästchen. Diesen Häusern gegenüber, jetzt Brickwedde, befand sich eine Schmiede, die früher (Christoph) Brüggen vom Posthof gehörte und später durch Erbschaft in Hövels Besitz kam. Ein winziges Gärtchen, immer reichlich und liebevoll mit blühenden Blumen bepflanzt, führt an der Mauer von Willenbrinks Garten entlang zu Lehrters Schuppen, worin Kortlücken Willem wohnte. Diesem gegenüber stand das hohe alte Giebelhaus von Bode, das vor ihm von einer Witwe Beckmann mit ihrer blinden Tochter bewohnt wurde. Leider musste dieses alte Haus wegen Baufälligkeit 1952 abgebrochen werden. An seiner Stelle entsteht ein Geschäftshaus. Der hohe Giebel des alten Hauses sprang etwas vor und war mit schwarz geteerten Holzschindeln verkleidet. Es wurde von verzierten Stützbalken getragen. Die Dielentür, die an der Brunnenstraße lag, war nur noch am abgerundeten Balken zu erkennen, unter dem sich die Haustür und ein Fenster befanden. Am Spruchbalken war folgende Inschrift:


"Wenn Gott mit uns ist, wer mag wider uns sein. Anno 1746."

Man hat ihn aufbewahrt und er soll zu einem Anbau des neuen Hauses wieder mitverwandt werden. Der jetzige Besitzer B o d e stammt aus Recke und erwarb das Haus vor 40 Jahren. Sein Nachbar zur Rechten war der Kürschner Böggemann, dessen Haus früher dem Schreinermeister Niehues gehörte. Dieser bewohnte das stattliche Giebelhaus, das sich mit Werkstatt als die letzten Häuser der Straße anschloss. Zwischen Niehues Wohnhaus und seiner Werkstatt war ein Weg, der steil zur Marktstraße empor führte. An seiner rechten Seite, gegenüber von Niehues, befand sich ein winziges Häuschen, das mehr einem Schuppen oder Stall glich, aber nicht nur Ziege und Schwein beherbergte, sondern auch noch Bossemeyers Liesken. Dem winzigen Gebäude zum Trotz war sie groß von Gestalt. Es wirkte beinahe grotesk, wenn sie aus der niedrigen Tür kroch und sich zu voller Größe empor reckte. Viele Jahre hat sie mit Rieke Wendt, die viele Jahre beim Hauptlehrer Schächter in Stellung war, die Glocken der evangelischen Kirche geläutet. Rechts wurde die Brunnenstraße nur noch begrenzt durch die Rückseite des Schächterschen Hauses, zu dessen Hintertür ein steinernes Treppchen, von Weinlaub umrankt, empor führte. Oberhalb der Treppe, links vom Eingang, lag ein Ziegenstall. Es sah drollig aus, wenn die neugierige Ziege ihren Kopf durch das Fensterchen über der Kellertür streckte und die Vorübergehenden anmeckerte. Drei hohe Steinhäuser mit hohen, spitzen Giebeln, deren Fronten zur Marktstraße lagen, bildeten den Abschluss der Brunnenstraße.

Quelle: Aus "Heimat und Leben", Eine Beilage der IVZ vom 4. September 1953 - Von Helene Hörstebrock



Pfeil Brunnenstraße
Die "Brunnen-Nymphen"- die Waschfrauen an der Brunne führten ein strenges Regiment

Dechant Konermann erlebte die Waschfrauen an der öffentlichen Waschstelle, genannt "die Brunne"
Aus "Heimat und Leben". Eine Beilage der IVZ vom 4.9.1953


Zu Beginn der Brunnenstraße, zwischen dem Haus Konermann und der Kaisereiche, die 1897 zum 100. Geburtstag des alten Kaisers Wilhelm I. gepflanzt wurde, befand sich eine Waschanlage, wo die Hausfrauen von Ibbenbüren ihre große Wäsche abhielten. Hier sprudelte die Quelle der Brunne, die sehr ergiebig war. Gerne holten sich die Haushaltungen das wohlschmeckende Wasser in Krügen und Flaschen. In einem hohen, steinernen Quell-Kump, der mit einem Holzdeckel zugedeckt war, war die Quelle gefasst. Das Wasser wurde gestaut und man konnte es aus einem Hahn zapfen, der sich an der Nordseite vom Kump befand. An der anderen Seite des Kumpes waren sechs zusammenhängende viereckige steinerne Waschtröge, die jeder nur in halber Breite des großen Behälters ausgeführt waren. Sie waren nicht gemauert, sondern bestanden aus ganzen Bruchsteinbecken. In diese floss das Wasser durch Rillen auf den Zwischenwänden aus dem großen Kump. Die Wasserbecken hatten unten Spundlöcher und sie wurden durch Herausziehen der Zapfen wieder entleert. Dieses Wasser floss dann in das Bachbett in der Brunnenstraße hinab.



Brunnenstraße - Öffentliche Waschanstalt "Brunne"
Große Wäsche an der Brunne bis zum Jahr 1907 - Grafik aus der IVZ "Heimat und Leben" - Nr. 14 vom 4.9.1953

  Mehr zur öffentlichen Waschanstalt "Brunne" auf unserer Website - Öffentliche Stadtpumpen> > >  

Über den Trögen war ein Ziegeldach angebracht, unter dem eine Petroleumlaterne hing. Zum Nordosten befand sich eine Bretterwand, um die kalten Winde abzuhalten, ebenso nach Südwesten gegen die Regenböen. Als ältester Überlebender jener Generation, die an der Brunne groß geworden ist, hat Dechant Konermann, der als Junge den damaligen Waschbetrieb aus nächster Nähe miterlebte, eine anschauliche Beschreibung in seiner humorvollen Art verfasst. Dienstags, mittwochs und donnerstags herrschte hier Hochbetrieb. Das waren die Tage, an denen die Wäsche der ganzen Stadt und nicht nur Stoffwäsche mit der Hand und mit der Wäschezange gewaschen, bzw. in blau gefärbtem Wasser durchgespült wurde. An diesen Tagen roch und rauschte die Brunne von scharfer Lauge und beißender Seife, woran es den "plätschernden Damen" nie fehlte. Was die Hallen-Waschweiber in Paris sind, das waren die Wäscherinnen vor 60 bis 70 Jahren in unserer Vaterstadt.
Eine Großmacht, vielleicht sogar die einzige, vor der sich alles beugte. Wehe dem, der es mit der "Partei an der Brunne" verscherzt hatte. Bis zu seinen Ahnen und Urahnen wurden alle Fehler seines Geschlechts in beißenden Geruch verwandelt. Diese "Brunnen-Nymphen" verstanden glänzend ihr Geschäft. Da mochte einer noch so bescheiden, noch so still, noch so demütig an dieser "Spülhalle" versuchen, vorbei zu schlüpfen,er zahlte seinen Tribut der Unterhaltung der nimmermüden Wäscherinnen. Sie waren stolz auf ihre Zangen, stolz auf ihre Großmacht, stolz wie ein Mensch nur sein kann, der in der Welt etwas gilt. Mit jenem römischen Kaiser Caligula stellten sie sich auf den Standpunkt:


"Mögen sie uns hassen, wenn sie uns nur fürchten."

Und gefürchtet waren sie, aber auf Liebe verzichteten sie. Ihre Führerinnen lebten ehelos, fast wie die Vestalinnen Roms, wohl weil sie glaubten, so am besten die Wache über das heimische Wasser durchhalten zu können. Und so fürchteten sogar wir Jungens sie, was viel heißen will, und ließen uns an den drei Tagen an der Brunne nicht sehen. Oftmals hab ich auf unserm Hof gestanden und auf das gellende Lachen, Keifen und Schimpfen gelauscht. Das Wetzen der nimmer ruhenden Zangen, das Plätschern in den Spülbecken und das Rauschen des Wassers, wenn wieder aus dem Abflussrohr der Zapfen herausgezogen wurde, war mir ein angenehmer Ohrenschmaus. Da ich auch mal von der Mutter das "Stipp-Becken" mit dem heißem Wasser an die Brunne bringen musste, damit sich die Nymphen die klammen Hände aufwärmen konnten, ließen sie mich, wie auch meine Eltern und Geschwister im allgemeinen ungeschoren. Königin unter ihnen war "Jansings Therese", zu Hause am Gravenhorster Damm bei Wesselmanns, eine große, stattliche Person mit starkem, knochigem Gesicht und einer Stimme, gegen die der ganze Chor nicht aufzukommen vermochte. Sie war unverheiratet und sie war nicht nur wegen ihres Äußeren die Königin an der "Brunne". Ihre Waschfrauenqualitäten waren ganz abnormer Natur. Therese wusste um die Güte des Wassers in den ersten Becken und um das Gesetz: "Wer zuerst kommt, wäscht zuerst." Um ganz sicher zu gehen, brachte sie es fertig, die Nacht vor dem Waschtag auf einer Schütte Stroh in unserem Schuppen zu verbringen und die Morgenröte abzuwarten. So war ihr der beste Platz, der ihr auch gebührte, immer sicher.
Die zweite im Bund war "Vörkels Ilse", die sich Polizeirechte über die Brunne anmaßte, weil sie in unserem Hinterhaus wohnte, die aber vor Jansings Threse, obwohl auch sie über ein scharfes Organ verfügte, regelmäßig die Segel streichen musste, sie war ebenfalls unvermählt. Aus der Oberstadt kam Lückings Betty,die eine schlichte, einfache Frau und Freundin unserer Mutter war.Von der Nordstraße her kam Philipps Malchen (Mariechen), die bei uns Katzenmali hieß, weil sie nie eine junge Katze aus dem Hause gab und nur für ihre Katzen arbeitete. Dann gab es noch die drei "Jennen" (die Johannas) Menken Jenne, Terhaers Jenne und Kittens Jenne, die für das Hotel Reese, jetzt Silling, allwöchentlich die Wäsche an der Brunne besorgten, und nach denen das Hotel Reese bei uns das Hotel "Zu den drei Jennen" genannt wurde. Dann war da noch Hellermanns Sophie aus der Laumühle, (Lohmühle bei Scholmeyer) die jeden Morgen, auch im strengsten Winter, mit nackten Füßen in den Holzschuhen zur Brunne kam, um das Kaffeewasser zu holen und uns jedes Mal weckte mit dem Ruf: "Oh jesse Gott, watt is't doch kaalt!"
Fast jeden Tag und zur selben Spätnachmittagsstunde ging der Postbeamte Gottfried Trapp an der Brunne vorbei. Er spielte, so oft er konnte, ich habe ihn deswegen mehrfach abgewartet, den Brunnendamen einen Schabernack. Wenn er es unbemerkt tun konnte, schlich er sich hinter den "Plätschernden" vorbei und brüllte ihnen zu: "Jiä Drügewösskers!" in die Ohren, Dann hörte man das Krijöölen, das Geschimpfe, das Drohen. Das alles quittierte der wackere Postbote, wenn er schon außerhalb der Brunnenhalle war, mit einem meckernden "Hä, Hä, Hä!" Bisweilen lief es bei dem Schelm nicht so glatt ab. Hatte Jansings Therese ihn mit ihrem scharfen Auge kommen sehen, dann machte sie sich fertig und im gegebenen Augenblick klatschte sie ihm ein Stück Nasswäsche um die Ohren, dass er sich nur so schüttelte. Das Triumph-Gelächter des Schwarmes hörte sich an, als ob sich die ganzen Elstern und Eichelhäher der Gemeinde an der Brunne ein Stelldichein gegeben hätten. Menken Jenne hatte das Wort geprägt:


"Usse Jungs meent, datt sei jede Wiärke en rainet
Hiämd antrecken müött, ick lott mien Hiämd drai
Wierken an, dann iss et noch just so rain äs iähret."

Hellermanns Sophie, die in der Laumühle (Lohgerber-Mühle) zwischen Scholmeyers und Glosemeyers wohnte, rief den Jungen bei gewissen Anlässen gern nach: "Jiä verfluchtte Rekktoratsschöalers!" Auch ihr markanter Ausspruch: "Wenn ick doch bloß männ wüsste, wo de verfluchten Blagen datt verdammte Flöäken (Ärgern) her häbbt?" das als geflügeltes Wort landläufig wurde. Jeden Montagnachmittag hatte der "Graute Wolters" aus dem Armenhaus seinen Spültag. Er war ein übermäßig großer grauer, am Stock humpelnder Knochenkerl, der jedes Mal je ein Hemd, graue Socken und hin und wieder auch eine geflickte Unterhose aus Baumwollbiberstoff in einem Steintopf zur Brunne schleifte. Der Steintopf, bei uns sind solche Geräte zum Einmachen von Sauerkraut in Gebrauch, benutzte er als Spülgefäß unter dem Wasserhahn des großen Quell-Kumps. Die dafür vorgesehenen Spültröge ignorierte er. Mit einem Stock schlug er meistens auf seine "große Wäsche'' ein. Ihm folgte regelmäßig Bröskamps Bähndken aus dem Armenhaus, ein dicker Mann, der mit den Händen in Taschen und mit giftigen Blicken den "grauten Wolters" bei seiner Arbeit beobachtete, "Pat und Patachon "! Wenn kein Waschtag war, dann waren wir, die "Höckers Jungens" die Herren der Brunne. Nach einem Herrenessen im "Klub" (Wichernhaus) hatten die Herren D. und R. sich den Spaß gemacht, zur Belustigung der Anwesenden auch eine große Wäsche an der Brunne zu veranstalten. Ein Waschhäuschen aus Pappe war auf der Bühne aufgebaut. Die beiden hatten sich als Waschfrauen verkleidet und nun begann das Durchhecheln der Teilnehmer. Als Jansings Therese davon erfuhr, stieß sie beleidigt die Drohung aus:


"De R., de soll miä mal in de Meute kommen, da
slagg ick em een nattet Laken rechts unn links um de Ohren".

Als 1898 die Bergschneidersche Brennerei an der Brunnenstraße erbaut wurde, bohrte man dort einen sehr tiefen Brunnen. Dadurch wurde die Brunne in Mitleidenschaft gezogen und das Quellwasser ließ nach. Man errichtete nun eine Pumpe, an der Seite der Waschtröge nach der Eiche zu, um den Zufluss der Quelle mit ihrer Hilfe wieder zu steigern. Nachdem die Waschanstalt Brunne 1906 bis 1907 abgebrochen wurde, kam diese Pumpe an die Mauer von Konermanns Garten (siehe Foto Hörstebrock). Die Steintröge wurden an den Bauer Wiesmann in Lehen verkauft, der sie auf der Weide als Viehtränke verwendete. Noch heute befindet sich gegenüber dem hinteren Eingang des Hauses Konermann unter der Straßendecke ein Wasserbecken von der ehemaligen Brunne.

Aus "Heimat und Leben" - Eine Beilage der IVZ vom 4.9.1953



Pfeil Brunnenstraße

Aus "Heimat und Leben", Beilage der IVZ vom 4. September 1953
Geschichtlicher Gang durch Alt-Ibbenbüren
Von der Klosterstraße zur alten Werthmühle/ Brunnenstraße früher Hauptverkehrsstraße / Besuch an der Brunne von Helene Hörstebrock


Außer der alten Schmiede besitzt die Klosterstraße nur noch zwei alte Fachwerkhäuser. Das Haus des Schuhmachermeisters Beckmann, das sich links an den Garten der Schmiede anschließt, war früher mitsamt der Schmiede im Besitz des Hollandgängers (Tödden) Stockmann. Es wurde 1824 erbaut. Der jetzige Besitzer erbte es von seinem Vater, der in der Brunnenstraße im alten Haus von Bode geboren war. Es hat heute noch die schönen alten Schiebefenster. Das nächste Haus, in dem früher die Familie des Schreinermeisters Ignaz Maaß wohnte, ist ein langgestrecktes Bauernhaus. Die drei unverheirateten Geschwister Maaß, ein Sohn und zwei Töchter, starben vor einigen Jahren. Ein schöner Garten umgab das Haus, der tief in die Straße hineinreichte. Das kleine Fachwerkhaus des Schneidermeisters Bruns ist durch den stattlichen Neubau ersetzt worden. Der Flur im alten Haus war so schmal, dass man bei der Beerdigung des alten Bruns den Sarg durch das Fenster auf die Straße heben musste.
Das gegenüberliegende Haus heißt noch heute das Sundersche Haus. Es war ein stattlicher, überputzter Steinbau in ungefähr denselben Ausmaßen wie das Haus Krummacher, mit abgeflachtem Giebel und hohen Fenstern. Es lag mit der Längsseite zur Straße. Hoch ragte neben ihm der prachtvolle alte Lindenbaum. Nach alten Urkunden war es 1811 im Besitz des Bernhard Schrakamp und seiner Frau Anna Maria geb. Schröder. Schrakamp war Kaufmann und Besitzer spanischer Schiffe, durch deren Verlust er in geschäftliche Schwierigkeiten geriet und nach damaliger Sitte keinen gelben oder blauen Frack mehr tragen durfte. Seine Tochter heiratete 1832 einen Sunder, in dessen Besitz das Haus 1840 kam. Er starb 1886 im Alter von 92 Jahren. Eine Tochter lebte bis 1909 in den oberen Räumen des Hauses. Sie hat in ihren letzten Jahren alte Ibbenbürener Sagen und Erlebnisse in plattdeutscher Sprache geschrieben, die in einem Osnabrücker Monatsblatt erschienen sind. Damals war dem Haus eine Freitreppe vorgelagert.

Der steingeplattete Vorraum gehörte früher zu der großen Küche, die die ganze Breite des Hauses einnahm. Durch eine Wand wird jetzt der alte Herdbosen verkleidet, der sich ehemals an der rechten Seitenwand befand. Von der Küche aus führten die Türen rechts und links in geräumige, behagliche Zimmer, die holzvertäfelt waren. Links in der Küche ist noch die Nische des alten Durks zu sehen, in dem Maria Sunder (1840) mit ihrem Schwesterchen Lieseken schlief. In ihren Erinnerungen beschreibt sie den Waschtag, der in der Frühe um 3 Uhr begann. Vom Durk aus konnten die Kinder Küche und Diele übersehen. Die Waschfrauen saßen gemütlich am Tisch und tranken ihr Schälchen und stippten Beschüte ein. Die gute, alte Gertrud brachte auch den Kindern ein Schälchen an das Bett mit den Worten: "Süß blöt er dat Hiärt" .Von der Küche aus gelangte man in den schönen großen Garten, der sich bis zur jetzigen Kurzen Straße erstreckte. Anfang 1880 befand sich die neu gegründete evangelische Höhere Töchterschule in diesem Haus, die 1905 ausgebaut und in das evangelische Gemeindehaus verlegt wurde. Zuerst waren Frau Nolde mit Tochter sehr tüchtige Lehrkräfte, die später in Dresden an einer, höheren Schule angestellt wurden. Die zweite Tochter von Frau Nolde erteilte Klavierunterricht. Von 1905 bis 1909 bewohnte Gustav Deiters das Haus, dessen Frau Luise eine geborene Sunder und Enkelin des letzten Besitzers war. Nachdem später die Familie des Rechtsanwalts Schlichter einige Jahre das Haus bewohnte, leben nun die Töchter der Familie Jeffre dort. Auf dem angrenzenden Grundstück erbaute Gustav Deiters 1905 das Klubhaus. Es hatte ein sehr gefälliges Aussehen und außer einem großen Herrenzimmer ein Damenzimmer und einen Tanzsaal mit Bühne. An das Haus war zum Garten hin eine Terrasse angebaut. Im Garten waren eine Kegelbahn und ein Tennisplatz. Früher hatte die Klubgesellschaft "Eintracht" bei Hantelmanns in der Poststraße ihre Geselligkeiten abgehalten.
Im ersten Weltkrieg wurde der Saal vom Klubhaus als Nähstube eingerichtet. Viele Frauen fanden sich dort ein, um für die Feldgrauen zu nähen und zu stricken. Auch die vielen Liebesgabenpakete wurden dort gepackt. 1933 entstand dort ein Frauenschafts-Haus, das mit Kindergarten und Kochschule verbunden war. Durch die Kampftage in Ibbenbüren. 1945 hatte das Gebäude sehr gelitten und wurde völlig ausgeplündert. Es kam in den Besitz der evangelischen Gemeinde und dient der Jugendarbeit. Gegenüber dem Sunderschen Haus standen früher zwei hohe Fachwerkbauten, die mit ihren spitzen Giebeln zur Straße schauten. An Bruns Hof schloss sich die Besitzung der Familie Vorsthove an, deren alter Vater auch Leichenbitter war. Das Leichenbitten war eine alte Sitte, die sich bis 1920 erhalten hat. Zum Leichenbegräbnis wurde trotz Zeitung und gedruckter Karten besonders eingeladen. Wer vermögend war, schickte den Leichenbitter zweimal von Haus zu Haus. Zu diesem Gang trug er über seinem schwarzen Anzug eine schwarze Pelerine, die oben einen runden Schulterkragen hatte. Auf dem Kopf trug er einen Zylinder mit langem Trauerflor und schwarze Handschuhe. Die zwei Wolffschen Häuser und die frühere Dampfmühle bilden den Abschluss der Klosterstraße.


Während das kleinere Haus, im Besitz von Hübner, mit seinem Giebel zur Straße blickt, steht das große zweistöckige Haus (jetzt Finanzamt) mit der Längsseite zum Klemensplatz. Im Jahr 1784 stand an seiner Stelle ein alter Fachwerkbau, der in den Besitz des Berginspektors Sporleder überging. Man bezeichnete die Lage dieses Hauses damals als die äußerste Ecke der Stadt. Auch Kasse und Registratur des Bergamtes waren hier untergebracht. In der unruhigen Franzosenzeit von 1806 bis 1814, als alle Waffen abgegeben werden mussten, war die Kasse häufigen Einbruchsversuchen ausgesetzt. Trotz der Bürgerwehr war ein größeres Loch in die Fachwerkmauer gebrochen worden. Da erst erhielten die Bergbedienten ihre Waffen wieder. Somit wurde das Haus bis zum Jahr 1820 das erste Ibbenbürener Bergamt. Als es baufällig wurde, brach man es 1910 ab und errichtete an seine Stelle einen massiven Steinbau, den Unternehmer Heinrich Wolf erwarb und bis zu seinem Tode 1918 bewohnte. Der Klemensplatz gehörte zu seinem Garten und er war zur Münsterstraße hin mit einer mittelhohen Bruchsteinmauer abgegrenzt. Ein breiter Fahrweg überquerte ihn und führte direkt zur Haustür, der eine breite Freitreppe vorgelagert war.
Die Firma Gebrüder Heinrich und Friedrich Wolf waren bis zur Jahrhundertwende das größte Unternehmen im ganzen Kreis Tecklenburg. Sie beschäftigten tausend Arbeiter (weit mehr als damals das hiesige Bergwerk). Wolfs stammten vom Dickenberg, wo der Vater einen Pferdehandel betrieb und die ersten Steinbrüche anlegte. Die Dampfmühle, der ein Sägewerk angeschlossen war, brannte 1888 ab. Noch heute erzählen die Leute von diesem furchtbaren Brand, der acht Tage gewütet habe. Die Mühle wurde wieder aufgebaut und das Sägewerk wurde auf dem Gelände der Glashütte wieder errichtet. Sein einziger hoffnungsvoller Sohn Heinrich, der als Erbe dieses großen Besitzes in Frage kam, starb plötzlich an galoppierender Schwindsucht. Kurz darauf starb sein Bruder, der sich das jetzige Bergschneidersche Haus an der Ecke Münsterstraße erbaut hatte. Dessen einziger Sohn Wilhelm eignete sich nicht, das Erbe anzutreten. Die drei Töchter hatten sich alle gut verheiratet. Die eine starb sehr jung als Frau des Bergrats Althuiser, der dann mit der Schwester der Verstorbenen eine zweite Ehe einging. Die dritte Tochter verheiratete sich mit Pfarrer Nuyken. Der alte Heinrich Wolf machte einen ernsten, schlichten Eindruck. Auch als alter Mann war er mit seinem hohen Wuchs eine gute Erscheinung. Er lebte allein in dem großen, wohl gepflegten Haus. Nur wenn die Töchter mit ihren Familien zu Besuch kamen oder die Enkel-kinder in den Ferien hierher geschickt wurden, füllte sich das stille Haus mit Leben und frohem Lachen. Jeden Nachmittag fuhr der alte Herr in seiner Halb-Chaise allein spazieren.

Quelle: Heimat und Leben, Eine Beilage der IVZ vom 4. September 1953 - Von Helene Hörstebrock


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Groner Allee
 


Groner Allee - Allee mit Eichen - Straßenbelag Blaubasalt


Baudenkmal - Groner Allee - Flurstück - 131 - 21, 61 - Inventar-Nr. A 73 Eingetragen am 03.03.1987 Datierung - Allee 1745 erstmalig urkundlich erwähnt Schutzumfang - komplett Bauwerksklassen - Technisches Denkmal
Aufnahme - 2009 - Brigitte Striehn

Groner Allee

Straßendecke aus Blaubassaltpflaster, beitseitig der Straße stehen Deutsche Eichen, die teilweise ca. 250 Jahre alt sind. Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1749. Schnurgerade Wegeverbindung zwischen dem ehem. Haus Grone (Wasserburg) und der Innenstadt.


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Große Straße
"Adolf-Hitler-Straße", hieß die Große Straße von 1933 - 1946

Große Straße - Elisabeth-Hospital
Das Elisabeth-Hospital entstand im Jahre 1857 in dem Haus einer Schönfärberei, das von der Katholischen Kirchengemeinde erworben worden war. Besonderer Anlaß zur Inanspruchnahme der Sache ist wohl, wie aus dem wohl ältesten Gründungsdokument, von Herrn Vicarus Theodor Wößmann am 3. Aug. 1857 vorgetragen, ein testamentarisches Vermächtnis einer 2 Jahre zuvor verstorbenen Jungfrau Juliane Schrakamp zur Gründung einer katholischen barmherzigen Krankenanstalt. Das Hospital konnte am 10. August 1858 eröffnet werden. Es wurde 1877 vergrößert, 1897 durch ein Nebenhaus und 1909 durch einen Neubau erweitert. Der Begründer des Hospitals, der Kaplan Wößmann, war 60 Jahre mit unermüdlichem Eifer und der größten Opferwilligkeit tätig. Er starb am 01.04.1901.



Pfeil Große Straße

Das Gebäude an der linken Seite ist die Sparkasse des Amtes Ibbenbüren (jetzt Textilhaus Bitter) im folgenden Haus Enck wurde 1755 die erste Apotheke eingerichtet, rechts der Fachwerkbau der damaligen Bäckerei Kabbes (heute Cafe Meyer), Buchhandlung Rieping vor dem 1904 erfolgten Umbau, anschließend die Häuser Grage (jetzt Bitter) dahinter die Häuser Vieg und Berger. An der Einmündung der Kanalstraße befand sich ein Haus mit einem Uhren- und Goldwarengeschäft, später Bäckerei Maug, danach von Möllmann übernommen (Tabakwaren, Zeitschriften, Spielwaren, Konditorei und Cafe). Das Gebäude wurde 1962 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Zunächst wurde das Cafe in der oberen Etage betrieben (bis 1970).





Blick in die Große Straße zur Christuskirche
Um 1915


Pfeil Große Straße

Der Viehmarkt in der Großen Straße hielt sich solange, bis sich die Anwohner mit Erfolg gegen die Verunreinigung durch die Tiere wehrten. Es wurde um 1925 ein Verbindungsweg vom Oberen Markt zur Breiten Straße geschaffen (Neumarktstraße), so daß der westlich dieser Straße gelegene Platz - der Neumarkt - fortan als Viehmarkt genutzt wurde. Neben dem ab August 1927 je 2x monatlich stattfindenden Viehmarkt wurde ab Oktober 1928 an jedem Freitag auf dem "neuen Marktplatz" ein Wochenmarkt abgehalten.




Pfeil Große Straße

Alte Häuser, alte Namen - Damals und heute von Helene Hörstebrock
Aus "Heimat und Leben", Eine Beilage der IVZ - Ostern 1954

Eine der bedeutendsten und längsten Straßen in lbbenbüren ist die Große Straße. Vom Oberen Markt führt sie herauf bis zum Manufaktur-Warengeschäft Beermann. Hier macht sie eine rechtwinklige Wendung nach links und verbreitert sich sehr wesentlich bis zur katholischen Kirche. Von dort geht sie links weiter an der Weststraße und dem Püsselbürener Damm vorbei bis zum Eisenbahnübergang. Nach Rheine, Hopsten und Lingen führend, ist sie neben der Münsterstraße wohl eine der Hauptverkehrsstraßen der Stadt. Im alten Ibbenbüren erstreckte sie sich nur bis zur Abzweigung der Weststraße. Hier begann damals die Westfeldmark. In alter Zeit führte sie den Namen Püsselbürener Damm und während des Naziregimes hieß sie Adolf-Hitler-Straße. Betritt man die Straße vom Oberen Markt aus, so liegt an der rechten Seite die Drogerie Nitsche.Dieses Haus gehörte früher Johann Brüggen und nach ihm war dort ein Hutgeschäft von Schröder und Fritz Schmiemann. Hieran reihten sich zwei Häuser von Johann Friedrich K r ö n e r, heute Althaus und Fuchs gehörend. Das letztere war ein ehemaliges Heuerhaus von Kröner. Bis zum Jahr 1930 lebten dort vier alte Schwestern namens Augustin zusammen, die ein kleines Handarbeits-geschäft unterhielten und Wäscheaussteuern nähten.
Das nächste Haus von Christian Lange war früher das Delikatessengeschäft von Gauert. Wo jetzt der Modesalon von Frau Reimann ist, erstreckte sich bis zur Bäckerei Frye (Große Str. 18, Fleischerei Bose, Hotfilter) früher der Besitz der Familie Johann Gerhard Bergmeyer (Haus Große Str. 12, Schönlein). Hier stand das schönste Haus der Großen Straße, in einem großen Garten gelegen. Eine Trauerweide ragte weit über die Gartenmauer in die Straße hinein. Die Familie Bergmeyer besaß eine Fabrik, die an der Osnabrücker Straße lag und abgebrannt ist. Später wurde dieses Gelände von der Firma Többen erworben, die ihre erste Fabrik dort errichtete. Die. Familie Bergmeyer zog später nach Holland und ein Anton Bergmeyer wurde 1855 Kaplan in Harsewinkel. An Stelle des stattlichen Hauses und Gartens entstanden die heutigen Geschäftshäuser, deren letztes vom Bäcker Frye noch heute mit seinem alten Giebel in die Straße hineinragt. Dieses Haus Frye wurde im Volksmund das "Junggesellenhaus" genannt. Hier wohnten viele Jahre fünf unverheiratete Geschwister fleißig, achtbar und bescheiden. Vor keiner Arbeit scheuten sie zurück und betrieben auch eine kleine Landwirtschaft am Berg. Ihr Bäckerhandwerk verstanden sie ausgezeichnet; ihre Backwaren, wie Eierplätzchen, die so genannten Fryen-Essken sowie Sandtorte und der Kuchen mit gebackenen Pflaumen waren berühmt. Sie durften bei keiner Geburtstagsfeier oder Hochzeit fehlen.
Nun folgt die "Glück-auf-Apotheke, die 1831 im Besitz des Apothekers Georg Wilhelm Albers war und immer im Besitz des jeweiligen Apothekers blieb. Der Vorgänger von Albers hieß Courett und war der erste Apotheker von Ibbenbüren. Nach ihm folgten Vahle, Rock und Enck. Tritt man ein in den Verkaufsraum, so fällt der Blick auf die schönen, alten Kupferstiche, die rings an den Wänden über den Regalen hängen. Sie geben dem Raum ein ehrwürdiges, vornehmes Aussehen und sollen sich von jeher dort befunden haben. Sie stellen die Fürsten dar, die an den Friedensverhandlungen in Münster 1648 teilnahmen. Heute ist der kleine Vorgarten, der sich rechts und links von der schönen breiten Treppe befindet, das einzige Grün der Straße, die bis vor kurzem noch eine Reihe Bäume vor der Amtssparkasse, jetzt Arbeitsamt, aufzuweisen hatte. Dieses stattliche Haus, in dessen Keller die Kürdelbierke entspringt, (Große Str. 22, Sparkasse, Textil Bitter) gehörte ehemals einem Christian Rump der auch noch das Haus von Pölking besaß, das etwas zurück von der Straße liegt.
. In diesem Pölkingschen Haus wurde der Professor Julius Schwering geboren. Dass dieser Rump mit dem alten Pfarrersgeschlecht Rump verwandt war, von welchem zwei, Vater und Sohn, von 1733 bis 1816 hier in Ibbenbüren als Pfarrer tätig waren, liegt nahe. Es gab hier 1808 auch noch einen Amtsrat Rump, der mit dem katholischen Kaplan Vahlmann eine Armenkasse einrichtete. Es wurde aber auch Plaggen Haus genannt. Dr. phil. und med. Plagge unterhielt neben seiner Praxis als Arzt ein Internat. Gegründet im Jahr 1865 wurden in ihm die Jungen aus der ganzen Umgebung unterrichtet und zum Besuch der Lateinschule in Rheine vorbereitet. Die Bürger von Ibbenbüren hatten sich zusammengetan, um eine Lateinschule ins Leben zu rufen. Der erste Unterricht soll in Kröners Tempel stattgefunden haben. Apotheker Rock unterrichtete in Physik und Chemie, der Organist und Kaufmann Josef Rohmann in Buchführung, der Tischlermeister Brandt und später der Kaufmann Dunker im Zeichnen. 1905 wurde in diesem Hause die Amts-Sparkasse gegründet, die 1943 in die Kreissparkasse überging. Im Haus Rüschenschmidt, das nun folgt, ganz früher Johann Heinrich Dreeß gehörend, befand sich die Schlachterei Averbeck.
Der Schlachter Averbeck soll drei Zentner gewogen haben. So prägte sich das Wort: "Dick und fett wie Averbeck." Seine erste Frau soll im Gegensatz zum ihm siebzig Pfund gewogen haben. Man erzählte von ihr, dass sie eines Tages aus der Kirche kommend, in einem Wirbelwind geraten sei, der unter ihre Krinoline fassend, sie auf das Dach von Blekers (Große Str. 38) gehoben habe. Sie starb jung und ihre Nachfolgerin war, wie ihr Mann, auch eine gewichtige Persönlichkeit. Wenn damals geschlachtet wurde, hing ein frischer Kalbs- oder Schweinekopf über die Haustür. Das folgende Eckhaus und letzte Haus in dieser Reihe (Breite Str. 13) gehörte früher dem Kaufmann Georg Rohmann, dessen Tochter den Kaufmann Kaufmann Dorfmüller heiratete. Doch kehren wir nun zurück zum Beginn der Großen Straße zur gegenüber liegenden Häuserreihe, die mit dem Haus Möhlmann ihren Anfang nimmt. Früher gehörte dieses Haus Johann Heinrich Schlichter. 1929 ist es die Konditorei Maug (Maug, Adolf, Bäcker mit Ehefrau Friederike, verw. Erpenbeck, Große Str. 1). Hieran grenzte früher der Besitz der Witwe Gerhard Mettingh.
Es war ein sehr großes Haus und wurde Mettinghs Kaserne genannt (Große Str. 3). Es war ein uraltes Haus und viele Menschen sind darin aus- und eingegangen. Mettinghs gehörten zu den reichen, alteingesessenen Familien von Ibbenbüren. Früher war in diesem Haus auch die Vogtei untergebracht. Eine Tochter dieser alten Familie war mit dem Vogt Dankelmann verheiratet und ihre Gedenksteine befinden sich in der evangelischen Kirche, Anna Margaretha Mettingh, gestorben 1679 am 15. Märtz. In ihrem Wappen befanden sich Lineal und Winkel, die auf den bautechnischen Steinbruchbetrieb hindeuten. Menco Mettingh war Pächter der Königlichen Mühlstein- und Werksteinbrüche.


Gerhard Dominicus Mettingh pachtete 1714 die Kohlengewinnung. Bis 1820 findet sich oft der Name Mettingh. Der Kaufmann Dorfmüller erwarb 1925 einen alten, sechseckigen, mit Gold verzierten Becher dieser angesehenen Familie. Neben dem Familienwappen ist das Datum der Goldhochzeit, der 14. Mai 1710, mit Gold eingelegt und die übrigen Felder tragen gute Wünsche und Ermahnungen an ihre sieben Kinder in lateinischer Sprache. Jedes Kind erhielt zum Gedenken an diesen Tag einen solchen vergoldeten Becher. Später hatte sich ein Schmied in diesem Haus niedergelassen, dessen Amboss im Freien stand. Im Jahr 1888 kaufte Familie Bruno das Gelände und baute ein schönes, steinernes Haus dort, das auch heute noch steht (Hill). Das daran grenzende Wichmannsche Haus gehörte früher Christian Lange. Hier befand sich eine Goldschmiede. Die Familie Wichmann hatte sehr begabte Kinder, unter ihnen Prof. Karl Wichmann, der viele Jahre in Oxford tätig war. Ein Bruder von ihm war Dentist, ebenso dessen Frau. Er war damals der erste und einzige, der den Ibbenbüren in Zahnnöten helfen konnte. Auch wurde ihre Kunst des schmerzlosen Zahnziehens gerühmt. Nun folgen die Häuser von Schröder, Grage und Wirtschaft Herbring, die früher als Fachwerkbauten mit vorgelagerten Treppen der Straße ihr altes Gepräge gaben. Herbrings, in deren Saal früher Konzerte und Theateraufführungen stattfanden, bauten den Saal zum Central-theater aus. Das Haus von R i e p i n g wurde 1869 bis 1870 erbaut und befindet sich heute noch in ihrem Besitz. Die Familie Rieping stammt aus Everswinkel, der Erbauer des jetzigen Hauses war verheiratet mit einer Tochter von Dolle.

Wo heute das schöne Cafe Meyer steht, war früher ein bescheidener Fachwerkbau der Familie Kabbes. Auch zu seiner Haustür führte eine Treppe mit Beischlägen empor, auf denen gern die Besitzer nach des Tages Arbeit ausruhten oder ein Schwätzchen mit den Nachbarn hielten. Hier bei Kappes wurden die beliebten Fastnachtsbrötchen gebacken. Nach Hartmanns wurde das Haus die Mehlniederlage von Crespel & Deiters und kam dann in den Besitz des Bäckers Meyer. Dieser erbaute es neu im Jahre 1934 mit der schönen, abgerundeten Front zur Straße, die hier die rechtwinklige Kurve nach links macht. An der Ecke folgt nun das Haus von Georg Rohmann, heute Rüschenschmidt (Große Str. 27). An dieser Ecke tut sich die Straße breit auf und der Blick fällt auf die katholische Kirche, die diesen Abschnitt der Straße beherrscht. Wie schön war der Anblick dieses Straßenteiles in früheren Jahren. Trauliche Fachwerkhäuser mit roten Dächern und grünen Blendläden lagen friedlich aneinander gereiht und vor ihnen grünten und dufteten die Lindenbäume. Ein Stadtbrunnen, auf nachts die Laterne angezündet wurde, stand vor dem Haus von Barlag und hier hielt auch die Postkutsche, hier blies der Postillon sein Lied, um die Reisenden herbeizurufen. Jeden Monat einmal fand hier der Großviehmarkt statt, wo Pferde und Rinder, Kühe und Bullen aufgetrieben wurden.
An manchen Häusern sieht man noch heute die eisernen Ringe, an denen die Tiere angebunden wurden. Es war schon ratsam, an solchen Tagen die Straße mit Überschuhen zu passieren. Fast jedes Haus hatte damals Vieh, fast jedes Haus hatte eine Konzession. Siebenundvierzig Ausschänke (Gasthäuser) hatte die Große Straße in dieser Zeit. Die Familie Rohmann war eine alteingesessene, begüterte Familie. Sie hatte Häuser und Landbesitz am Berg, wo sich heute Rohmanns Anlagen und Rohmanns Echo befinden. Auch der sogenannte "Weinberg" am Treppkesberg bis hinauf zu Sandherm (Bergeshöhe 107) gehörte ihnen. Schon früh findet man in den alten Einwohnerlisten aus dem Jahre 1731 ihren Namen. 1804 lag die Leitung der Werthmühle in den Händen des Kaufmanns Gerhard Rohmann. Der Organist und Kaufmann Josef Rohmann erteilte 1840 Unterricht in der Lateinschule. Großvater Rohmann ging nach Holland, erlernte dort die Glasschneiderei und kehrte wieder in die Große Straße zurück. Es war Sitte geworden, dass bei größeren Einkäufen im Kontor bezahlt wurde, wo dann den Käufern,die zum Teil weite Wege bis zur Stadt hatten, ein Schnäpschen und den Käuferinnen eine Tasse Kaffee gereicht wurde. Natürlich brauchten sie dafür nichts zu bezahlen, das war der damalige Kundendienst.


Im Kontor von Rohmann wurde die Volksbank gegründet und sie hatte hier ihren ersten Geschäftsraum. In der vorigen Generation lebten vier Geschwister Rohmann auf der Großen Straße in nächster Nähe bei einander. Die eine Schwester hatte sich mit dem Kaufmann Dorfmüller verheiratet, die zweite wohnte als Frau Dunker gegenüber im Beermannschen Haus. Ein Sohn hatte eine Wirtschaft, dort wo jetzt das Musikhaus Bleker ist (Große Str. 40). Er hieß Johannes und wurde der "Janewerth" genannt, während die Rohmanns im Stammhaus die "Orgelissen" hießen, denn sie spielten die Orgel in der Kirche zum Gottesdienst. Fräulein Marie Rohmann, die Mitbegründerin des Heimatvereins ist, hat sich um seine Pflege sehr verdient gemacht. Auch das Ibbenbürener Musikleben wurde durch sie sehr gefördert. Sie war Mitbegründerin des Gemischten Chores des Musikvereins, der unter Lehrer Rodenkirchens Leitung und Hinzuziehung des Osnabrücker Orchesters verschiedene Oratorien aufführte, deren Alt-Partien von ihrer klangvollen, schönen Stimme zu Gehör gebracht wurden. Viele Jahre wirkte sie als Gesangspädagogin. Neben dem Rohmannschen Haus wohnte früher Anton Bröver, "sive Bräuer" genannt. Heute wohnt dort der Friseur Smutny und hier zweigt links die Roggenkampstraße ab. Das folgende Haus (Große Str. 33) von Mohrmann gehörte früher Heinrich Plagge. Ein Garten verbindet es mit dem Haus von Ignaz Mohrmann, der in der Franzosenzeit 1805 das Tabakmonopol innehatte. Die Wirtschaft Mohrmann war "die Börse" von Ibbenbüren. Hier trafen sich die Besucher der Märkte und sonntäglich die Kirchgänger. Später haben hier der alte Krummacher und Brüggemanns Anton gern gesessen. Die Familie Mohrmann stammt aus Mettingen. Im Jahr 1721 ließ sich hier ein Sohn nieder, während sein Bruder nach Werne ging.

Wo heute der neue (Zentral-) Friedhof ist, war früher Mohrmanns Kamp. Das Hauswappen, der "Mohrenmann", ist heute eingetragenes Warenzeichen. Es ist schon sehr alt und deutet darauf hin, dass einige Mohrmanns früher Indien, Afrika und Holland bereisten. 1801 hatte der Urahn den Mohr über der Ladentür anbringen lassen, der Malermeister Bayer hatte ihn angefertigt. Mohrmann hatte eine Tabakfabrikation im Hause. Die Maschinen befanden sich noch bis vor kurzem auf dem Hausboden. Die alten Blendläden aus der Franzosenzeit trugen noch die Aufschrift: "Tabakmonopol Mohrmann". Sie befanden sich im Heimatmuseum und sind leider vernichtet worden. Im letzten Weltkrieg wurde das Haus Mohrmann und die schöne alte Tür beschädigt und das Mohrchen war herabgestürzt, aber heute thront es wieder in neuer Frische auf seinem alten Platz. Rechts neben dem Haus befand sich eine Ausspanne, woran wieder ein Garten grenzte. Nun kam die Wirtschaft Lehmann-Pötter. Auch sie hatte einen "Utspann" und die Kirchgänger kamen zu kurzer Rast dort hin. Vor dem Gottesdienst bestellten sie einen Schnaps für fünf Pfennig, von dem sie einmal tranken, um nach dem Kirchgang das Glas zu leeren. So bescheiden und sparsam waren die Menschen zu jener Zeit. Bei Lehmann-Pötter mündet die Nordstraße und die Bockradener Straße in die Große Straße. Hier beginnt nun der dritte Teil der Großen Straße, im Volksmund "datt Römske Veerdel" genannt. Die Zierde des "Römsken Veerdels" war das Wattendorfsche Haus, genannt "der Vatikan". Ehemals gehörte es Heinrich Schwering.
Beim großen Brand von Ibbenbüren, 1846 ging es in Flammen auf, und das herrliche, neu erbaute Haus Wattendorf brannte im zweiten Weltkrieg völlig aus. Ein herrlicher Garten mit Treibhaus und schönen alten Bäumen umgab den Besitz. Eine hohe alte Trauerweide stand links neben der großen Freitreppe, die zum Eingang führte. Viele große Fenster blickten zur Straße. Herr Wattendorf war Reichstags-Abgeordneter der Zentrumspartei. Ein zahmes Reh, das in seinem Garten herumlief, war das Entzücken aller Nachbarskinder. Mit dem Amtmann Dietrich hatte er sich überworfen, weil er oft drei Mark Strafe zahlen musste, wenn seine Dienstboten die Straße schlecht gefegt hatten. Als 1894 das hiesige Bergwerk "absoff" machte Wattendorf seinen Einfluss in Berlin geltend. Er erreichte, dass der Staat eineinhalb Millionen Mark dem Bergwerk zur Verfügung stellte. Auch lebt es noch in der Erinnerung der älteren Anwohner der Großen Straße, wenn vor siebzig Jahren an schönen Sommernachmittagen die alten Familien von Ibbenbüren ihre Landpartien machten. Da trafen sich viele Wagen vor Wattendorfs Haus: Deiters, Többens, Bispincks, Wolffs und Meeses, die Damen mit Spitzen und Rüschen und Schleifen mit hellen, bunten Sonnenschirmen. Man weiß sogar noch die Namen der Kutscher, die die Pferde lenkten. Dann ging es hinaus nach Gravenhorst. Auch hatten diese Damen ein plattdeutsches Kränzchen, das regelmäßig stattfand, und es durfte dann nur Platt gekürt werden. Die alte Frau Wattendorf, die noch den letzten Weltkrieg miterlebte, starb 1945 am Tag nach dem furchtbaren Brand, der ihr stolzes Haus völlig zerstörte. Dr. Stadler, ihr Bruder, mit dem sie zusammenlebte, starb am gleichen Tag wie sie und beide wurden zusammen begraben. An das Wattendorfsche Haus grenzt das Haus von Essing, (Große Str. 45) früher im Besitz von Käsekamp. Auch dieses Haus hatte das gleiche Schicksal. 1846 fiel es der großen Feuersbrunst zum Opfer, und ebenso brannte es 1945 nieder. Auch gegenüber das große Haus des Architekten Hövel wurde im letzten Krieg vernichtet. Neben Essings liegt das Haus der Bäckerei und Wirtschaft Herbring, früher im Besitz von Heinrich Kitten.


Fachwerkhaus der Familie Louis Löwenstein,
 
Fachwerkhaus der Familie Louis Löwenstein, (Große Straße 55, sechs Stolpersteine)
 
 
Quelle: Ansichtskarte 1910 - Oliver Gäbel
 

Nun folgte das Haus der Familie Löwenstein, deren Sohn Emanuel Vorbeter in der Synagoge war. Es fiel am 9. November 1938 dem Judenpogrom zum Opfer und brannte nieder. Der Platz wird nun als Parkplatz benutzt. Im Jahr 1831 war es das letzte Haus der Großen Straße, das noch zum Stadtgebiet gehörte. Hier bog die Ringstraße links ab. Heute trägt sie den Namen Weststraße. Hier begann die West-feldmark. Einige Häuser weiter steht noch ein altes Haus, "der rote Tempel" genannt Große Str. 69). "Tempel" wurden in Ibbenbüren die Häuser genannt, die stattlich gebaut waren, aber langsam verfielen. In diesem Haus, auch der Brandtsche Tempel genannt, wohnte die so genannte Karten-Karline (eine Wahrsagerin, später wohnte hier Schitt-Hacken-Tresken, Theresia Moring). Karline rühmte sich, dass auch Akademiker bei ihr vorsprächen. Haus um Haus hatten die Bewohner Vieh und Kühe und betrieben etwas Landwirtschaft. Jetzt erstreckt sich die Große Straße bis zum Bahnübergang.
Gegenüber der Gärtnerei Bayer zweigt der Püsselbürener Damm ab. Hier steht ein Prozessions-Kapellchen am Garten des Bauernhauses Bäumer. Die Familie Bäumer stammt aus der Osnabrücker Gegend, sie kam 1811 nach Ibbenbüren und erwarb dieses alte Haus und das dazu gehörige Land. Zuletzt waren es vier Brüder und mehrere Schwestern, die treu zusammen-hielten und hier nahe beieinander wohnten. Die Annahme, dass auf dem Fundament des ersten Hauses früher die Lienenburg erbaut war, ist unwahrscheinlich. Nach einer alten Karte von Ibbenbüren aus dem Jahre 1737 muss die Lienenburg oberhalb der Bäumerschen Mühle gelegen haben, wo heute der Oberpostschaffner Gustav Westmeier sein Haus (Auf der Lienenburg 1) gebaut hat. Als im Jahr 1894 mächtige Pumpenanlagen zur Sümpfung des Bergwerks aufgestellt wurden, flossen die großen Wassermengen in den großen Mühlenteich oberhalb der Bäumerschen Mühle. Im Jahr 1902 wurde die Mühle errichtet und das Wasser floss aus dem Teich durch ein Zementrohr, um eine Turbine anzutreiben. Neben der Mahlmühle wurde auch eine Sägemühle eingerichtet, die von der Turbine angetrieben wurde. Nach zwanzig Jahren wurde die abgenutzte Turbine durch ein großes Mühlrad ersetzt, das auch heute noch in Gebrauch ist. Viel hat die Große Straße im Jahr 1846 im großen Brand gelitten und auch wieder im zweiten Weltkrieg durch Granatbeschuss und die englischen Flammenwerfer. So brannte auch das schöne massive Bruchsteinhaus der Familie Heinrich Beermann ab, (Schönhoff, Küster, Aldi) ehemals im Besitz von Kaufmann Theodor Dunker. Bei seiner Neuerrichtung musste es weit von der Straße zurückgesetzt werden, um die Übersicht zur Breiten Straße freizulegen.

Der schöne große Neubau mit seiner gerundeten Straßenfront trägt in hohem Maße zur Verschönerung der Stadt bei. Nebenan, beim Gärtner Barlag (früher Wiesener), fand vor dem Haus der Weihnachtsmarkt statt, da konnte man sich Tannenbäume kaufen. Im Nachbarhaus, früher Friedrich Schneider gehörend, jetzt Ludwig Eßmann, (Große Str. 32) wohnte seinerzeit die Familie P o k o r n y. Hier errichtete Pokorny 1836 die erste Druckerei von Ibbenbüren, das Blättchen erschien einmal wöchentlich. Hieran grenzte das Maugsche Haus, in dem die Witwe Schulze ein Geschäft hatte, in dem die so genannten Nebelkappen angefertigt wurden. Dieselben gehören zur hiesigen Bauerntracht. Sie waren mit Gold- und Silber-Blumenmustern reich bestickt. Die jungen Mädchen trugen silberne und die Frauen goldgezierte Kappen. Als sie aus der Mode kamen, wurden sie zu schönen Handtaschen umgearbeitet. Im Jahr 1846 baute Schulz das jetzige Haus mit dem Treppengiebel aus massiven Bruchsteinen. Seither war diese Häuserreihe aus niedrigen Fachwerkhäusern mit roten Ziegeldächern und grünen Blendläden ein harmonischer malerischer Anblick gewesen, überragt vom hohen stattlichen Kirchturm, duckten sich die Häuser unter die Reihe schöner Lindenbäume und führten ihr beschauliches Dasein. Das Haus von Bernhard Grote nebenan wurde 1900 neu erbaut. Es ragte in seiner modernen Bauart hoch über die Nachbarn empor. Das letzte Haus (heute Musikhaus Bleker, Große Str. 40) war früher im Besitz der Familie Rohmann genannt "Janewerth". Rechts zweigt die Bockradener Straße ab und der große stattliche Bau der Mauritiuskirche erhebt sich. Der erste Bau der Kirche befand sich an derselben Stelle. Der Turm war aus massiven Bruchsteinen errichtet, während das lange Kirchenschiff in Fachwerk ausgeführt war. Im Jahr 1719 begann man mit dem Bau und 1722 wurde er vollendet. 1784 bekam der kleine Turm zwei Glocken und das Kircheninnere eine Orgel. Am 5. Mai 1829 wurde der Grundstein zur jetzigen Kirche gelegt, die 1831 eingeweiht werden konnte. Der Turm wurde 1833 vollendet. Am 31. Oktober 1833 wurde das Kreuz aufgesetzt und mit dem Hahn des alten Turmes bekrönt. Der Geselle Busjan hielt bei dieser Arbeit folgende Ansprache:


"Donnerschluck, wat sitt ik hier hauge!"

Im nächsten Jahr begann der Abbruch des alten Turmes. Die Steine waren nur noch lose miteinander verbunden und er war ohne Fundament erbaut. Das Innere der neuen Kirche macht in seiner schlichten Bauart einen erhabenen Eindruck. Es ist eine große Hallenkirche mit mächtigen Säulen und hat eine vorzügliche Akustik. Direkt neben der Kirche liegt das Pastorat. Vormals war es ein sehr altes Fachwerkhaus, dessen Alter bei seinem Abbruch auf dreihundert Jahre geschätzt wurde. Es lag in einem Garten, der von einem Wassergraben umgeben war. Eine kleine Brücke führte zum Eingang des Hauses. Der alte langjährige Seelsorger Pastor Bartmann hatte auch eine Kuh, wie alle Nachbarn. 1890 wurde ein neues Pastorat für seinen Nachfolger Pastor Cremann erbaut und konnte 1891 von ihm bezogen werden. Es ist so geräumig und dauerhaft aus glatt behauenem Sandstein gebaut, dass es wohl jahrhundertelang seinem Zweck dienen kann. Die großen Prozessionen am Fronleichnamstag finden, von und zur Kirche führend, über die Große Straße statt und im schönen Schmuck der Birken und Girlanden sowie großer Ehrenbögen mit Fahnen und Wimpeln macht sie einen überaus festlichen Eindruck. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde im ihr 1949 wieder ein schönes, volltönendes Glockengeläute von vier Glocken erworben und die hellgrüne Patina des Turmhelms gibt der Kirche ein ehrwürdiges Aussehen. Eine besonders schöne alte Sitte war und ist es, wenn zur Christmette der Kirchturm mit Kerzen beleuchtet wurde. Die Uffelner, die bis zur Kirche einen fast zweistündigen Weg zurück-zulegen hatten und sich in der Nacht zum Kirchgang rüsteten, sahen dann schon von weitem den hell erleuchteten Turm und wanderten durch die Dunkelheit auf das Licht zu.

Quelle: Aus "Heimat und Leben" Eine Beilage der IVZ von Ostern 1954
Alte Häuser, alte Namen - Damals und heute von Helene Hörstebrock


Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Große Straße > > >


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Umbenennung von Straßen und Plätzen in Ibbenbüren während des Nationalsozialismus
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Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrates zur Namensänderung von Straßen vom 13.05.1946
 
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Rückbenennung/Umbenennung der "Adolf-Hitler-Straße", so hieß die Große Straße von 1933 - 1946
 
  Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


Pfeil Link LWL - Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus  
   
  http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/nstopo/strnam/Kommune_110.html  
Pfeil Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


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Hyddenburg
 

Die ältesten Straßen Ibbenbürens
Es ist vielleicht der älteste Flurname in hiesiger Gegend. Die ehemalige Hyddenburg war sicherlich älter
als die Wasserburg Grone. Sie diente als "Altenteil" für die Edelherren von Ibbenbüren.
Aus dem Buch von Anton Rosen - Ibbenbüren. Einst und jetzt - Ab Seite 260



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Kanalstraße
"Straße der SA" hieß die Kanalstraße in den Jahren 1933 - 1946

"Kröners Tempel" lag in der Kanalstraße (1930), wahrscheinlich, weil dort zwischen 1672 - 1674 evangelischer Gottesdienst abgehalten wurde. Er diente lange Zeit als Vogtei für die Verwaltung der Obergrafschaft Lingen, später für verschiedene gewerbliche und Wohnzwecke eingerichtet. Im Jahre 1929 wurde er an die katholische Kirchengemeinde verkauft für die Erweiterung des St. Josef-Stiftes.

Rechts Kröners Tempel (Später Josefstift) 1928 > > >
Foto: Sammlung Suer (A. Plake)
Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Kanalstraße > > >

Rechts Kröners Tempel (Später Josefstift) 1928


Pfeil Kanalstraße

Aus "Heimat und Leben" Eine Beilage der IVZ vom 21.12.1953 - Von Helene Hörstebrock

Rund um die alte Kanalstraße. Als die "Kürdelbierke" noch über die Straße plätscherte / Kröners Tempel - altes Wahrzeichen unserer Stadt / Von "Kladden-Nückel" bis "Zum alten Kumpel"


Eine alte Kirchenchronik, die den großen Brand von Ibbenbüren im Jahr 1846 beschreibt, nennt die heutige Kanalstraße noch Bachstraße, die von dem Kürdelbach durchflossen wurde, dessen Quelle sich im Keller der früheren Amts-Sparkasse in der Großen Straße (jetzt Arbeitsamt) befindet. Die "Kürdebierke" floss an Kröners Tempel entlang und vereinte sich auf dem Unteren Markt mit der Plane, die durch die Brunnenstraße herabfloss. Kam man damals von der Großen Straße in die Kanalstraße, so stand rechts, wo heute das Josefstift seinen Vorgarten hat, das Haus der Witwe Hantelmann, die Wirtschaft von Louis Essens. Gleich daneben war Kröners Tempel, ein hohes, altes, stattliches Haus. Früher war es das Salzhaus gewesen und sein Besitzer besaß das Salzmonopol, das der Kaufmann Johann Heinrich Wilhelm Kröner, geb. 1776 in Lengerich, 1822 erhielt. Die Sellerie versorgte Ibbenbüren, Mettingen, Recke und Brochterbeck. Auch Cappeln, Lotte, Wersen, Schale und Halverde mußten mit Salz beliefert werden, das von der Saline Gottesgabe bei Rheine bezogen wurde, im Sommer je Monat 100 Zentner und in den Wintermonaten je 200 Zentner. Der Schenkwirt und Bergmann Wolff vom Dickenberg holte das Salz mit Pferd und Wagen von der Saline. Je Tonne bekam Wolff 15 Silbergroschen. Johann Heinrich Wilhelm Kröner musste eine Kaution von 1000 Talern hinterlegen, um die Verwaltung des Salzmonopols für den Kreis Tecklenburg zu erhalten. Auch wurde ihm die staatliche Stempelhaltung anvertraut. Beide Ämter verwaltete er bis zu seinem Tode 1852. Nach ihm wurde seinem jüngsten Sohn, Friedrich Hermann Arnold Kröner dieses Amt verliehen. Die Sellerie blieb in der Familie Kröner bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Noch heute ist der Name ,,Solt-Kröner" im Kreis bekannt.



Das ist die alte Kanalstraße in Ibbenbüren - 1928
Ein gutes Stück Alt-Ibbenbüren ist das Haus Kröner
       
 
Das ist die alte Kanalstraße in Ibbenbüren
bis 1928, rechts Kröners Tempel
Zeichnungen: Helene Hörstebrock
Ein gutes Stück Alt-Ibbenbüren ist das Haus Kröner
mit der gemächlichen Tür und der farbigen Balken-
inschrift, die Romantik und Gemütlichkeit atmen.
 


1847 erhielt der Zeichenlehrer und Tischler Johannes Brandt von der Regierung die Erlaubnis, eine chemische Farbenfabrik in Ibbenbüren zu eröffnen. Die Fabrik wurde in Kröners Tempel unter-gebracht und stellte Grün und Chromgelb her. Aber im Jahr 1884 wurde sie durch die in Laggenbeck eingerichtete Ocker-Schlämmerei, das spätere Farbwerk Oranien, in den Hintergrund gedrängt, so dass Brandt den Betrieb aufgeben musste. Früher muss der Tempel ein schönes, vornehmes Haus mit großem Garten gewesen sein. Im ersten Stockwerk befand sich ein Saal mit alten Deckengemälden. Ein Amtsrichter bewohnte damals das Haus. Anfang des 20. Jahr-hunderts machte es einen verwohnten, baufälligen Eindruck. Unten im Hause war ein kleiner Gemüseladen von Frau Ernst, später Lange, eingerichtet, während die übrigen Räume von armen, teils arbeitslosen Leuten bewohnt waren. Der blinde Blömker, der von seinem Jungen durch die Straßen geführt wurde, war eine typische Erscheinung, die dort ein- und ausging. Dort wohnte auch eine alte Kartenlegerin, die sich rühmte, viel vornehmen Besuch von auswärts zu bekommen, dem sie die Zukunft deutete (siehe Brandts Tempel, Karline). Sie hat auch ihren eigenen Tod vorausgesagt.
Jedes Jahr zu Weihnachten bekam sie vom Frauenverein einen Korb mit Lebensmitteln und ein neues, im Nähverein gearbeitetes Hemd. 1895 erwarb Pastor Cremann das Haus der Witwe Hantelmann zum Preis von 16. 000 Mark für die katholische Gemeinde zum Bau des Josef-Stifts. Es wurde eingerichtet und nach feierlicher Einweihung im Jahr 1898 wurde ein Kinderhort eröffnet. Bald darauf folgte eine Handarbeitsschule. Beide Einrichtungen wurden gut besucht. Nach dem 1. Weltkrieg, im Jahre 1918, trat das Josef-Stift auch mit karitativer Hilfe hervor. Für Arme wurde genäht und täglich fand eine Kinderspeisung statt. Zur Erweiterung wurde 1929 Kröners Tempel für 35. 000 Mark erworben. Die Bewohner des Tempels wurden im Armenhaus "Wilhelmshöhe" (Wiesenerskamp) untergebracht. Das Richtfest des schönen Erweiterungsbaus konnte 1931 gefeiert werden. Im Jahr 1939 musste ein Lazarett für hundert Verwundete darin eingerichtet werden. Von Mai 1945 bis Februar 1946 besetzten Engländer die Räume des Neubaus. Speisungen für Schulen und Ostflüchtlinge wurden durchgeführt, Armen und Notleidenden nach Kräften geholfen. Der schöne Bruchstein-Bau mit seinem gepflegten Garten ist eine Zierde der Stadt. Gegenüber dem Tempel lag das Haus des Schlachters Bayer. An ihm führt der Weg vom Oberen Markt zur Ringstraße (jetzt Schulstraße) vorbei. Da das Haus räumlich sehr beengt war, musste die Metzgerei 1933 aufgegeben werden. Nun kam Meesen Höffken an der Kanalstr. mit einem alten Fachwerkbau, der früher zum Brauen von Bier benutzt wurde. Dann folgten 4 nebeneinander liegende Häuser, über deren spitze Giebel der Kirchturm herüberschaut. Sie gehören zur Kanalstraße, aber ihre Fronten sind dem Kirchplatz zugekehrt.


1 - zunächst das ehemals Eschmann gehörende, dann Meese gehörende Haus, es fiel dem Brand der Meesenburg 1923 zum Opfer. Heute werden auf seinem Platz Eisenwaren und T-Träger gelagert.

2 - Daneben das Haus der Familie Niemöller war bis 1861 von Lehrer Ernst August Meyer bewohnt und gehörte vorher Johann Friedrich Stern.

3 - Nun folgt die Wirtschaft Glüsenkamp, der Lindenhof", mit einem geschwungenen Renaissancegiebel zum Kirchplatz. Hier war das Stammlokal des Männergesangvereins, der noch heute seine regelmäßigen Übungsabende dort abhält. Als 1920 in Ibbenbüren ein gemischter Chor unter Leitung des Lehrers Rodenkirchen gegründet wurde, fanden auch in den letzten Jahren seines Bestehens hier die Chorproben statt. Glüsenkamp besaß zwei nebeneinander liegende Häuser an der Kanalstraße, das eine war ehemals im Besitz von Wilhelm Kröner.
4 - Das andere Haus gehörte der Witwe Joh. Bernh. Timpe.




 
Meesen Höfkens Fachwerkbau.
Blick auf die stilvolle Dielentür
1895 erwarb Pastor Cremann das Grundstück
der Witwe Hantelmann zum Bau des Josef-Stifts
So bauten unsere
Voreltern damals
 

Die evangelische Stadtschule, die zugleich Küsterwohnung war, wurde 1800 erbaut. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts herrschten simultane Schulverhältnisse. Im Jahr 1831 wurden die Schulkinder nach Konfessionen getrennt. Die ersten Lehrkräfte waren 1810 Lehrer Eschmann und Fräulein Zurmühlen, Das Lehrergehalt war damals sehr bescheiden und betrug 100 Taler im Jahr. Als evangelischer Lehrer blieb Stephan Heinrich Schächter 1831 an der Schule. 1846, als der große Brand in Ibbenbüren wütete, waren es die Häuser von Dierkes bis Goldbeck, die als die erste erfasst wurden. Auch das Schulhaus brannte vollständig nieder und wurde dann aus Bruchsteinen neu aufgebaut. Seine Eingangstür befand sich an der südlichen Giebelseite des Hauses. Über ihr war der Spruch in Stein eingemeißelt:


"Muss ich nicht sein in dem das meines Vaters ist?"

Als erste Lehrerin wird 1856 Fräulein John genannt. In steter Aufwärtsentwicklung wurden nach und nach vier Lehrstellen geschaffen. 1868 wurde ein Stockwerk für ein zweites Klassen-zimmer aufgebaut. Die Schule gehörte von jeher zum kirchlichen Besitz. 1883 wurde sie von der Stadt übernommen mit der Bestimmung, dass sie evangelische Schule bleiben müsste. Falls sie zu einem anderen Zweck verwendet werden würde, sollte das Gebäude an die evangelische Kirchengemeinde zurückfallen gegen Zahlung von etwa 7000 Mark. 1884 und 1896 wurden vier weitere Klassenräume durch Umbauten und Fortfall der Küster-wohnung geschaffen. Nach Einrichtung der fünften Stelle 1898 wurde Lehrer August Schächter, Sohn des Stephan Heinrich Schächter, zum Hauptlehrer ernannt. Als er 1909 nach fast 47jähriger Tätigkeit aus dem Amt schied, wurde die Hauptlehrerstelle in eine Rektorstelle umgewandelt, in die Rektor Peters aus Münster berufen wurde. Während der Nazizeit nahm man auf die Bestimmungen des Jahres 1883 keine Rücksicht und richtete die Schule wieder als Simultanschule ein. Aber nach dem Zusammenbruch 1945 wurde sie wieder in eine konfessionelle Schule umgewandelt. Ein Meter breit war die Treppe, die von der Kanalstraße aus zum Eingang der Schule heraufführte. Rechts von der Schule befand sich der Determeyersche Garten, der den Platz vor dem Kirchturm einnahm. Ein schmaler Weg führte an ihm entlang zu den Kirchtüren.
Der Garten war umgeben von einer niedrigen Bruchsteinmauer, auf der am Sonntagmorgen die jungen Burschen saßen und die Kirchgänger musterten. Erst beim zweiten Lied bequemten sie sich, in die Kirche einzutreten. Das Determeyersche Haus kam später in den Besitz des Viehhändlers Topp aus Soest, der darin einen Fleischerladen einrichtete. Später erwarb Topp einen Bauernhof in Osterledde, wo noch heute seine Nachkommen leben. Nach dem Tod von Topp im Jahr 1911 ging der größte Teil des Gartens in den Besitz der Kirchengemeinde über. Man tauschte für ihn einen Streifen des Kirchplatzes nahe dem Haus aus. So wurde der Zugang zur Kirche und zum Kirchplatz erweitert und verschönt. Jetzt ist das Toppsche Haus im Besitz der Familie Telljohann. Während des letzten Weltkrieges unternahm Telljohann eine Reise nach Dortmund, von der er nicht wieder zurückkehrte. An das Haus von Telljohann reiht sich ein alter Fachwerkbau aus dem Jahr 1624. Er gehört heute zur Marktstraße, aber seine Dielentür zeigt zur Kanalstraße. Bis 1851 war das Haus im Besitz der Familie Theodor Josephi, heute gehört es dem Korbmacher Schneidewind. Hier stand früher das alte Pastorat, das im Dreißig-jährigen Krieg von den Scharen des tollen Christian von Braunschweig geplündert und niedergebrannt wurde. Über seiner rundbogigen Dielentür befindet sich die lateinische Inschrift:


Friede dem Eintretenden, Heil dem Austretenden in diesem neu wiederhergestellten Hause - 1624.

Eng und traulich liegen hier die alten Fachwerkbauten beieinander. Nur schmale Pättkes führten zwischen ihnen hindurch. Ein besonders schöner alter Bau ist noch heute das Kaufhaus Overmeyer, vormals Kladden-Nückel, gegenüber dem alten Pfarrhaus. Früher war es im Besitz der Witwe Georg Meyknecht, die darin eine Wirtschaft unterhielt. Zwei Lindenbäume standen rechts und links des Eingangstors. Unweit des Hauses war die Stadtpumpe. Besonders in regenarmer Zeit herrschte hier reges Kommen und Gehen. Durch einen kleinen Hof von Overmeyers getrennt, liegt das Haus des Ofensetzers Krüger, das ehemals im Besitz von Heinrich Niemeyer war und sich in seinem Aussehen in den letzten 50 Jahren kaum veränderte. Die alte Frau Krüger verbrachte die Sommer- und Herbstzeit mit Vorliebe im Wald zum Beeren- und Pilze sammeln. Ihr Mann war nicht nur Ofensetzer, er hatte auch viel Geschick zum Aufhängen von Gardinen. Sein Nachbar Pelster erwarb sein Haus von Gerhard Meyer. Daran lehnte sich ein alter Fachwerkbau, der ehemals Gerhard Wöstmann und danach Determeyer gehörte. Die Witwe Rietbrock ist die älteste Einwohnerin von Ibbenbüren und konnte den 101. Geburtstag feiern. Früher grenzte an Rietbrocks Besitz eine Scheune des evangelischen Pastorats, die weit zurück von der Straße liegt. In den alten Chroniken wird sie als das Pastorat auf dem Wehmehof bezeichnet. Ehemals war sie ein alter Fachwerkbau mit Strohdach und Stallungen, deren Dielentür zur Eichenallee in die Wehme führte.



Stammhaus des Kaufhauses   Overmeyer - Kladden-Nückel





Verträumte Giebel blickten auf die alte   Kanalstraße
       
 
Das Stammhaus des heutigen Kaufhauses
Overmeyer - Kladden-Nückel
Verträumte Giebel blickten auf die alte
Kanalstraße - Zeichnungen: Helene Hörstebrock
 


Bei dem großen Brand ist das alte Haus verschont geblieben. 1853 wurde für Pastor Giese ein neues (Pfarr-) Haus gebaut. Es war mit Stallungen versehen, da die Pfarrer zu ihrem Lebensunterhalt Landwirtschaft betreiben mussten. Mit Pferd und Wagen fuhren sie über Land, um die zerstreut wohnenden Gemeindeglieder zu besuchen. Zur Zeit des Pastor Trockels (1888) wurde das Pfarrhaus durch den Ausbau des Mitteldaches erweitert. Als 1899 das neue Pfarrbesoldungsgesetz in Kraft trat, wurden Diele und Stallungen zu Wohnräumen umgebaut. Hinter dem Wohnhaus befand sich ein Brandteich, in dem zwei Pfarrers-Kinder beim Spiel den Tod fanden. Man begrub sie unter der alten Esche hinter dem Altersheim an der Gartenmauer des Kolpinghauses. Der Teich wurde in den fünfziger Jahren zugeschüttet. Neben dem Pfarrgarten rechts stand bis vor einigen Jahren die alte Schulpumpe. Dicht dabei liegt das Haus von Kornelius Saatjohann, früher Konrad Schräder. Seine Schwestern besorgten viele Jahre hindurch das Küsteramt in der evangelischen Kirche. Das Eckhaus von Goldbeck-Meese, die Wirtschaft "Zum alten Kumpel", gehört zur Schulstraße. Ein letzter Blick fällt noch auf die malerische Rückseite des alten Krönerschen Hauses. Die drei aneinander geschachtelten Häuser machen einen originellen Eindruck, als wäre eins aus dem anderen herausgewachsen. Über der großen Dielentür steht am Spruchbalken das Psalmwort:


"Habe deine Lust an dem Herrn, er wird dir geben, was dein Herz wünscht. Befiehl dem
Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen. Kröner 1734."

In frischem Anstrich macht das Haus einen behaglichen Eindruck, auch sein Inneres hat interessante Winkel. Die Front des Hauses liegt am Oberen Markt. Hier hat in alter Zeit der Pranger von Ibbenbüren gestanden.

Quelle: Aus "Heimat und Leben" Eine Beilage der IVZ vom 21.12.1953
Text und Zeichnungen: von Helene Hörstebrock



Pfeil Kanalstraße Ibbenbüren - Die ältesten Straßen Ibbenbürens -
Pfeil Kanalstraße / An der Kürtelbecke.

Unter der früheren Amtskasse, gegenüber von Rieping, (Große Str. 28) entsprang die Kürtelbecke, die ihren Lauf durch die Große Straße, an Kröners Tempel vorbei (Kanalstr.) zum abgezweigten Arm der Plane nahm. An beiden Seiten dieses Baches standen früher alte Fachwerkhäuser.

Quelle: Aus dem Buch von Anton Rosen - Ibbenbüren einst und jetzt - Ab Seite 260


Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Kanalstraße > > >


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Umbenennung von Straßen und Plätzen in Ibbenbüren während des Nationalsozialismus
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Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrates zur Namensänderung von Straßen vom 13.05.1946
 
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Rückbenennung/Umbenennung der "Straße der SA", so hieß die Kanalstraße in den Jahren 1933 - 1946
 
  Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


Pfeil Link LWL - Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus  
   
  http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/nstopo/strnam/Kommune_110.html  
Pfeil Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


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Klosterstraße
"Hans-Rickmers-Straße" hieß die Klosterstraße von 1933 - 1946

Gang durch die Klosterstraße in Ibbenbüren - Aus "Heimat und Leben", Beilage der IVZ, Nr. 12 von 1953


Bei Doktor Krummacher zu Besuch - Edler Kern in rauer Hülle. Das Krummacher-Haus ist ein schmucker, alter Bau aus verputztem Bruchstein mit abgeflachten Giebeln und hohen Fenstern. Durch die malerische Gartenpforte sind im Lauf der Jahre viele Menschen, gegangen. Die Räume in dem alten Haus sind groß und hoch. Die alten Messing-Türklinken stammen aus alter Zeit und die kleinen Barockgitterfenster in den Türen gemahnen an das achtzehnte Jahrhundert. Im Bogen der gewölbten Steineinfassung der Dielentür steht die Jahreszahl 1824, was aber nur besagen will, dass diese Seite am Südgiebel des Hauses in diesem Jahr erneuert wurde. Die Diele ist nicht sehr groß, da die linke Hälfte zu Zimmern ausgebaut war. Aber für Pferde, Schweine, Ziegen und Hühner war genügend Platz vorhanden. In halber Höhe neben dem Pferdestall befindet sich ein Hängeboden, auf dem sicher früher der Pferdeknecht geschlafen hat. Eine alte Steinbank lehnt am Haus an der Seite zum ausgedehnten Gemüsegarten, dessen Mittelgang mit Buchsbaum eingefasste Rabatten begleiten. Ein alter Weinstock rankt am Giebel und an der Grenzmauer im hinteren Gartenteil. Sehenswert war früher der Ziergarten mit seiner dunklen Rotbuche, der schönen Kastanie und den alten Kirschbäumen. Die bunten Blumenbeete wurden mit Liebe gepflegt, hier hielt sich Dr. Krummacher sehr gern auf. Außer dem früheren Besitzer Kerstein gab es noch eine Familie gleichen Namens, der der alte Posthof gehörte.
Die Tochter aus dieser Familie heiratete Krummachers Bruder, der in Münster als Medizinalrat tätig war. Auch Pfarrer Kerstein, der von 1894 bis 1895 als Vikar den Superintendenten Trockels in der Seelsorge unterstützte, war ein Vetter des Doktors. Krummacher entstammte der berühmten alten Pfarrersfamilie aus Tecklenburg. Sein Großvater war der Dichter und Pfarrer Krummacher, an dessen Geburtshaus gegenüber dem gewölbten Toreingang der Meesenburg in Tecklenburg eine Gedenktafel angebracht ist. Zur Zeit des Rationalismus trat er mutig für das Christentum ein. Einer seiner Söhne mit Namen Eduard wurde Arzt. Dieser war der Vater von Dr. Krummacher. Ehe Dr. Krummacher in die Klosterstraße zog, verkehrte er häufig in der Familie E. und er hätte sich auch gern mit der Tochter des Hauses verheiratet, aber die Ungunst der Verhält-nisse ließ es nicht zu. Alle, denen er in Krankheitszeiten helfend zur Seite stand, sprechen noch heute mit größter Hochachtung und Dankbarkeit von ihm. Er genoss das absolute Vertrauen seiner Patienten, denn er hatte die seltene Gabe, eine richtige Diagnose zu stellen. Er war sehr klug und gewissenhaft, aber hatte eine raue Schale mit gutem Kern. Er lebte ganz in seinem Beruf und liebte es, sich mit den Leuten auf Platt zu unterhalten. Mit Kindern, zu denen er sehr freundlich war, sprach er hochdeutsch, aber kam ein Erwachsener in die Sprechstunde und fragte auf Hochdeutsch, den behandelte er nicht.
Leichte Erkrankungen und eingebildete Krankheiten tat er kurz ab. War aber die Krankheit ernst, kam er zwei- bis dreimal in der Nacht. Er schnitt nicht gern und versuchte es zunächst durch andere Mittel, die Sache zu beheben. Bei Blutvergiftungen ließ er immer nur spülen und kühlen, wenn auch schon der blaue Streifen vom Finger bis zur Achselhöhle ging. "Ich schneide nicht gern in Weiberfleisch", sagte er einmal zu einer Patientin, die mit einem Nagelring zu ihm kam. Bedürftige behandelte er umsonst. Er schrieb nur Rechnungen, wenn Patienten einen anderen Arzt hinzuziehen wollten. Dann sollen diese Rechnungen ziemlich gepfeffert gewesen sein. Der buckelige Kutscher Dölfken fuhr ihn in die Praxis, während die halblahme Julie den Hausstand bestens in Ordnung hielt. In seinem Äußeren bewahrte er, auch noch als alter Mann, peinlichste Sauberkeit. Wie in Münster die Geschichten vom tollen Bomberg und Professor Landois kursierten, so waren es in Ibbenbüren die Dönekes von Krummacher. Wenn Landois zur Finanzierung des Zoos "Bärentatzen-Essen" ver-anstaltete, in Wirklichkeit war es Kalbsfrikassee, so bot Krummacher seinen Gästen statt Rehrücken Ziegenlammfleisch, das auch recht gut schmecken soll. Eines Tages war er in Holzschuhen auf der Diele beschäftigt Da kam ein Bauer aus Hopsten, um sich einen Zahn ziehen zu lassen. Als er den alten Doktor in Holsken sah, dachte er, es sei der Kutscher und fragte:


,Is de Doktor in Huse?': .,
Wat hä's de denn?" fragte Krummacher,
"O, ik hä'wwe so fürchterlike Tantpine!"
"Na, dann kumm es rin, da kann ik di
wohl helpen, aber datt et bloß
de Doktor nich gewahr wött!"

Der Mann sah den vermeintlichen Kutscher misstrauisch an, aber da der Schmerz zu groß war, ließ er sich den Zahn ausziehen. Nachher hat der Mann erzählt:


"De Krummaker, de hefft en Kutsker, de is woll
just so gaud, ässs de Doktor sülwenst."

Gern ging Krummacher zum Frühschoppen nach Mohrmann oder Reese (jetzt Sillings). Letztere hatten eine sehr hübsche Serviermamsell, die sich in den Kopf gesetzt hatte, sich mit dem Doktor zu verloben. Sie war sehr schlank mit großen schwarzen Augen und dunklen Haaren. Als es ihr eines Tages zu viel wurde mit dem neugierigen Gefrage, wann endlich ihre Verlobung steigen würde, lief sie kurzerhand zum Doktor, um sich Gewissheit zu holen, in damaliger Zeit ein beinahe unglaubliches Unterfangen. Doktor Krummacher sagte ihr:


"Liebes Kind, ich habe 52 Hühner, 5 Hunde und 2 Bracken,
2 Pferde, 2 Ziegen, 2 Schweine und wohl 100 Spatzen auf
dem Dach. Dazu kommen noch Dölfken und Julie.
Wovon sollte ich noch eine Frau ernähren können?"

Schwer enttäuscht und weinend kam sie zurück nach Resse. Eines Tages, als zwei junge Damen nach Rheine fahren wollten, beobachteten sie Krummacher, als er auf dem Bahnsteig eine Schauspielerin vom Osnabrücker Theater abholte. Sie hatten wohl etwas auffällig nach ihm hingeblickt und gekichert, denn als er mit seinem Besuch in ihre Nähe kam, blieb er stehen und sagte ganz laut zu seiner Begleiterin: ..Hast du schon mal Ziegen gesehen? - Da stehen zwei!" Ein treuer Patient lag im Sterben. Er hatte nachts große Herzbeschwerden und die Angehörigen waren noch spät zum Doktor gekommen, ob er etwas Beruhigendes für die Nacht verschreiben könne. Krummacher kam gerade abgespannt von einem Kranken-besuch zurück und sagte brummend:


"Nein, nein, das hat alles keinen Zweck, bestellen Sie nur,
ich könnte Ihrem Vater doch kein neues Herz mehr einsetzen."

Traurig kehrte die Tochter nach Hause. Aber als sie mit ihren Angehörigen zu Bett gehen wollte, klopfte es. Der alte Doktor stand draußen und polterte: "Erst ruft ihr einen und dann kommt man vor verschlossene Türen und kann im Dunkeln nicht mal die Treppe finden!" Als Krummacher 1918 starb und in aller Stille in Tecklenburg begraben wurde, konnte man es beim Ordnen des Nachlasses nicht begreifen, dass er seinen Getreuen, Dölfken und Julie nichts hinterlassen hatte. Sie hatten eifrig gespart und ein ansehnliches Sparkassenkonto, aber durch die Inflation gerieten sie in eine Notlage. Man ließ sie bis zu ihrem Tod im alten Haus wohnen und die Nachbarn taten viel Gutes an ihnen. Die Frau seines Bruders in Münster, die ihren Mann überlebte, kam öfter hierher zu Besuch. Dölfken starb 1931, ihm folgte Fräulein Klara, die Schwester von Julie. Die treue Haushälterin verschied 1936. Mit ihrem Tod wurde Ibbenbüren um unvergessliche Originale ärmer, Originale, die heute kaum mehr anzutreffen sind. Der eifrigen Fürsprache der treuen Nachbarschaft ist es zu danken, dass die geplante Straße von der Klosterstraße zur Oststraße den Namen des beliebten Doktors Krummacher tragen wird.

Quelle: "Heimat und Leben", Beilage der IVZ, Nr. 12 von 1953
Text und Zeichnungen: Helene Hörstebrock




Pfeil Klosterstraße
"Heimat und Leben", Beilage der IVZ, Nr. 10 von 1953
Gang durch die Klosterstraße in Ibbenbüren, eine der ältesten und interessantesten Straßen der Stadt


In Stockmanns Schmiede

Die Klosterstraße gehört zu den ältesten und interessantesten Straßen Ibbenbürens, Warum gab man ihr den Namen Klosterstraße ? Es gibt keine Urkunde darüber, dass früher dort ein Kloster gestanden hat. War es, weil die Straße wie ein Hohlweg zwischen hohen, alten Mauern entlangführte? Nur zwei Meter breit, war sie den alten Nebenstraßen von Soest zu vergleichen, deren Häuser hinter den hohen Mauern aus grünem Sandstein sich verbergen und heute noch der Stadt ihr eigenartiges, befestigtes Gepräge geben. Man ging sie hinauf und hinab wie zwischen Klostermauern. Verträumt lagen die alten Giebelhäuser da, und die herrliche, alte Linde in ihrer Mitte breitete ihre mächtigen Äste schützend über sie hinaus. Abseits vom Verkehr atmete sie Frieden und Behaglichkeit. Sie war der Verbindungsweg zwischen der Brunnen- und der Münsterstraße.
Die alte, idyllische Schmiede lag breit und behäbig rechts am Eingang der Straße mit ihrem weißblühenden Kastanienbaum. Noch heute ist sie das schönste alte Fachwerkhaus von Ibbenbüren. Links von der runden Dielentür stand früher eine mächtige Pappel. Hohe Lindenbäume wuchsen vor den Häusern von Dachdecker Hanfland und der Bäckerei Witte, die links der Straße standen. Gleich rechts von Wittes Haus zweigte ein Heckenweg (Witten Gängesken) ab, der an ausgedehnten Gärten entlang zur Ostfeldmark führte. Nach der Klosterstraße hin begrenzte ihn die hohe Mauer des damals Dr. Krummacher gehörenden Besitzes, über die eine große Blutbuche ihre stolze Krone wölbte.
Ein riesiger alter Kirschbaum, im Frühling über und über mit Blütenschnee bedeckt, deckte die Front des großen Hauses zu. Neben der Buche stand eine rotblühende Kastanie, deren Äste und Blüten über der Eingangspforte hingen, durch die man zur Wohnung des alten Doktors gelangte. Wenn diese Pforte, der drei hohe, ausgetretene Steinstufen vorgelagert waren, offen stand und man einen Blick in den Garten erhaschte, blieb man überrascht stehen. Alte, ausgetretene Stufen führten empor zu dem Haus, das jetzt eineinhalb Meter höher als die Straße liegt. Breite, schöne Steinplatten bedeckten den Weg. Links von ihnen war der Garten durch runde Steinpfeiler abgetrennt, die untereinander mit schweren Ketten verbunden waren. Der lang hingezogene Bau der alten Schmiede mit etwa 25 Meter Länge hatte an seinem Ende noch einen kleinen Anbau, der in 1 Meter Breite in die enge Straße hineinragte. Daran grenzte ein Garten, von einer Steinmauer umgeben, der bis zum Hause des Schuhmachers Beckmann reichte, wo eine kleine Eingangstür war.
Vor den Häusern von Beckmann und dem Schreiner Maaß, die ihr altes Aussehen bewahrten, war ein gepflasterter Platz, mit mehreren Kugel-Akazien bestanden. Das große Tor, an hohen, aus breiten Steinquadern errichteten Säulen befestigt, mit seinen schweren, eisernen Riegeln machte den Eindruck der gewaltigen Mauer mit ihren vielen, niedrigen, vorgebauten Stützpfeilern noch mächtiger. Sie erstreckte sich bis zum Sunderschen Haus, das von der herrlichen, alten Linde beschirmt wurde. Es lag etwa eineinhalb Meter von der Straße zurück. Ein erhöhter Steig führte an ihm entlang, in der Mitte durch eine Freitreppe unterbrochen. Es hatte eine Bauart wie das Krummachersche Haus, mit zwei abgeflachten Giebeln, stand aber mit der Längsseite zur Straße. Links und rechts der Eingangstür befanden sich je drei große Fenster, die mit Holzläden versehen waren. Ihm gegenüber lag das Haus des Schneiders Bruns, ein kleiner Fachwerkbau mit zwei breiten Treppenstufen vor der Eingangstür. Es ragte ebenso wie sein Garten weit in die Straße hinein. Der Garten, mit Büschen und Bäumen bepflanzt, von einer Mauer umgeben, grenzte an den Garten von Maaß. Zwei hohe, alte Fachwerk-Giebelhäuser schlossen sich dem Haus Bruns an, zunächst das von Schreinermeister Kurrelmeyer und das letzte, mit einer Pumpe auf der Straße, gehörte Vorsthove. Beide lagen etwas zurück, vielleicht bedingt durch die Einfahrt von Sunders Garten. Nun folgten die langen, hohen Mauern der anschließenden Gärten, die sich bis zum Klemensplatz erstreckten, sie waren nur mit kleinen Schlupftüren versehen. Sie waren von Efeu und wildem Wein überwuchert und überragt von vielen Obstbäumen. Neben und hinter dem Sunderschen Haus befand sich ein großer Garten. Schaute man von hier aus noch einmal den Weg zurück, so erblickte man ein schönes Bild.
Der alte Kirchturm ragte wuchtig und beschützend über die alten Giebelhäuser empor, umrahmt von den breiten Zweigen der alten Linde, die die gegenüberliegenden Giebel zu berühren schienen. Das jetzige Haus von Nierenz (Wippermann, Klosterstr. 13) war noch nicht gebaut. So lag der Garten zwischen dem Krummacherchen Besitz und dem Garten des Klubhauses, (Wichernhaus), das um die Jahrhundertwende erstand. Vom alten Lindenbaum aus führte die Mauer bis zum jetzigen Haus des Polsterers Hübner, das damals von der Familie Heinrich Drees bewohnt war und zum Besitz des Heinrich Wolf gehörte. Wehe, wenn einem zwischen den hohen Mauern ein Gefährt entgegenkam. Nur ganz dicht an die Mauer gepresst, konnte man Pferd und Wagen an sich vorbeipassieren lassen. Das Klubhaus (jetzt Wichernhaus) lag zehn Meter von der Straße zurück. Es hatte rundbogige Fenster und war im italienischen Stil erbaut. Dagegen schaute das jetzige Hübnersche Haus mit seinem abgeflachten Giebel zur Straße. Sein altes Dach umgab es wie eine warme Haube. Rechts von ihm lag sein Garten, an den sich der Wolffsche Garten anschloss. Dieser hatte inmitten seinen mit Buchsbaum eingefassten Blumenrabatten eine steinerne Flora stehen und umgab von drei Seiten das stattliche zweistöckige Patrizierhaus (heute Finanzamt). Es hatte wie das Sundersche Haus neben seiner Eingangstür, zu der eine breite Freitreppe führte, je drei große Fenster, die zum Klemensplatz blickten. Eine Reihe verschnittener Lindenbäume gab den oberen Räumen einigen Schatten, wenn die Sonne zu heiß brannte. Als letztes Haus beschloss die Wolffsche Dampfmühle die Klosterstraße.
Ihr Gelände wurde begrenzt durch die hohe, alte Mauer bis hin zur "Blauen Ecke". Die Mühle (später Edeka-Lager), ein Bruchsteinbau, hat bis heute ihr altes Aussehen nicht verändert, nur der mäßig hohe Schornstein wurde abgetragen. So führte die Klosterstraße ihr beschauliches Dasein bis zum Jahr 1928. Man hatte schon länger geplant, sie zu verbreitern, und nun ging es daran, die Mauern abzureißen. Die Gärten von Konermann, vom Pfarrhaus (Hörstebrock) und Meyer (Maug) mussten drei Meter Breite abgeben und die gegenüberliegenden Mauern wurden den zurückliegenden Häusern angeglichen. Witten Gängesken wurde verlegt und die herrliche Blutbuche musste fallen. Auch die Gärten von B r u n s und Stockmann wurden zurückverlegt und der Anbau der alten Schmiede verschwand. Man baute wieder neue Mauern auf aus den alten Steinen, auch die Pforte zum alten Krummacherschen Haus (nach dem Tode des alten Doktors im Besitz von Witte) wurde wieder ergänzt. Die Straße wurde tiefer gelegt, wie man noch genau an den Häusern Maaß und Beckmann sehen kann, das Kopfsteinpflaster wurde durch glatten Asphalt ersetzt. Aber mit all diesen Veränderungen ging auch der alte Zauber dieser so harmonischen Straße verloren, diese Idylle der stillen Versonnenheit, ein Wahrzeichen alter Zeit. Bald darauf wurde das Brunssche Haus abgerissen. An seine Stelle trat ein modernes zweistöckiges Haus.

Später passten sich die beiden hohen benachbarten Giebelhäuser dem neuen Stil an. Die herrliche Linde, deren Wurzel durch die neue Mauer überbaut wurde, siechte dahin. Heute steht nur noch ein trauriger Rest ihrer einstigen Schönheit. Vor einigen Tagen ist auch die malerische Mauerpforte verschwunden und das alte Krummachersche Haus liegt ganz frei da. Einige Wochen vorher entfernte man die Mauer am Edeka-Lager, um dort einen Parkplatz anzulegen. Bei dieser Gelegenheit stellte man fest, dass die Decksteinplatten der Mauer in ihrer Beschaffenheit mit denen der Klosterstraße übereinstimmten. So ist anzunehmen, dass die Mauer von Witte bis zur Blauen Ecke gestanden hat und sie die Liegenschaften des Klosters Herford begrenzte, dem Ibbenbüren lehenspflichtig war. Damit hängt es wohl auch zusammen, dass noch viele alteingesessene Ibbenbürener vom alten Kloster sprechen. Die alte Schmiede hat keinen Spruchbalken und weder Namen noch Jahreszahl aufzuweisen. Doch steht fest, dass sie weit über zweihundert Jahre alt ist. Der ebenmäßige Bau, mit tief heruntergehendem Dach, hat an der Giebelseite wohl eine Breite von zehn bis zwölf Meter. In seiner stattlichen und doch schlichten Bauweise macht dieses Haus auf jeden Beschauer einen nachhaltigen Eindruck, ein Denkmal alt-väterischer Bauart in seiner Harmonie, Schönheit, Ruhe und Behaglichkeit. Schön sah es aus, wenn man an der offenen Tür vorbeikam und das helle Feuer zu hoher Flamme emporloderte. Dazu erklang der Amboss und die Funken sprühten. Der Vater des noch rüstigen und geistig frischen 80jährigen Besitzers Stockmann erwarb das Haus 1874 von einem Tödden namens Stockmann. Er hatte sechs Kinder, seine Söhne gingen wieder nach Holland. Eine Tochter verheiratete sich mit dem Kanzleirat Theodor Waldau, dieser baute sich das schöne Sandsteinhaus neben der alten Többenschen Fabrik (1905 Bahnhofstr. 13 verzeichnet,später das Steigerhaus Flemming). Bis vor kurzem lebte noch ein Pfarrer aus dieser Familie in Holland. Das Haus Stockmann war damals ein Bauernhaus mit Diele und Ställen, worin Kühe, Pferde und Schweine gehalten wurden. Auch gehörte Land dazu, wie Stockmanns Tannenkamp.
Auf der Tenne wurde die Schmiede eingerichtet mit ihrer Esse, dem Blasebalg und Amboss. Neben #der Esse ist noch ein alter Durk oder Duttich zu sehen, der damals gern zum Schlafen benutzt wurde. An der Stelle von Sandmanns Haus stand ein Schuppen mit Stall, der als Ausspanne diente, wenn zu den Markttagen oder sonntags die Bauern aus Schierloh kamen. Neben dem Haus war ein kleiner Hof, der in den Garten führte. Vor dem Einfahrtstor unter der schattigen Kastanie wurden die Pferde beschlagen. Sonntags standen dort die Kaleschen und Chaise-Wagen der Kirchgänger. Betrat man das Haus von der Klosterstraße aus, wo es durch die vorspringende Schlafstube einen erhöhten Gehsteig hatte, so führte die Tür mit der schön geformten alten Türklinke direkt in die große Küche. Sie nahm die ganze Breite des Hauses ein. Links vom offenen Herd, der die Mitte der Wand einnahm mit Bosen und Rauchfang, ging eine Tür zur Schlafstube. Rechts von ihr lag die Upkammer. An der Herdwand waren alte Delfter Kacheln angebracht mit Bildern aus der Heiligen Schrift. Als der Bosen später entfernt wurde und an seine Stelle eine Treppe nach oben führte, hat ein Adeliger diese Kacheln erworben. Er gab 300 Mark dafür, auch die zerbrochenen Kacheln hat er noch mitgenommen. 1906 wurde die große Küche umgebaut und durch Kontor und Schlafkammer verändert. Aber die prächtigen Deckenbalken sind noch zu sehen und der alte, große Schornstein steht auch noch. Heimelig und gemütlich sind die Räume im alten Haus. Das große Wohnzimmer ist voll Behaglichkeit, hell und freundlich durch die großen alten Schiebefenster, die abends mit den schweren Blendläden geschützt werden.

Quelle:Aus "Heimat und Leben", Eine Beilage der IVZ, Nr. 10 von 1953




Pfeil Klosterstraße
Heimat und Leben Nr. 11 vom 2.4.1953
Gang durch die Klosterstraße, eine der ältesten und interessantesten Straßen
Haus von Dr. Krummacher von Helene Hörstebrock

Das Eckhaus der Klosterstraße zur Brunnenstraße, im Besitz des Dachdeckermeisters Hanfland, wurde 1860 bis 1870 erbaut. Es ist ein schlichter, massiver Steinbau. Dagegen war sein Nachbar, das Witten-Haus, früher ein Bauernhaus aus Fachwerk, das auf über zweihundert Jahre zurückblicken konnte. Witten Brötchen und die großen verzierten "Hochtieds-Weggen" erfreuen sich\ heute noch größter Beliebtheit. Das Haus stand schräg zur heutigen Straße. 1933 wurde der stattliche Neubau aus Klinkern errichtet. Leider gingen die alten Lindenbäume ein. Das Gängesken wurde an dieser Stelle schon bedeutend erweitert. An die hohe Steinmauer des alten Gartens hatte man ein neues Schild befestigt mit dem Namen Hans-Rickmers-Straße. 1945 wurde das Schild entfernt und sie hieß wieder Klosterstraße. Das Haus Krummacher, das 1926 durch Kauf in den Besitz des Bäckermeisters Witte überging, lag bedeutend höher als die Schmiede und die Häuser von Witte und Hanfland. Es wird angenommen, dass dieses Haus der alte Klosterhof war. Ein Weg führte vom Klosterbesitz, der sich hinter der hohen Mauer bis zur "Blauen Ecke" erstreckte, direkt zur Kirche, und zwar zwischen dem Möbelgeschäft (Hartwig, Klosterstr. 21) und der Werkstatt von Niehues hindurch über eine Zugbrücke, unter der das Wasser der Brunnenstraße als breiter Graben talwärts floss. Bis vor kurzem führte noch ein schmaler Fußweg hinter der Bäckerei vorbei zu den Gärten, die sich am Gängesken entlang erstrecken.

Viele alte Ibbenbürener vermuten, dass in den Klostergebäuden adelige Damen untergebracht waren wie im Kloster Gravenhorst. Freiherr vom Stein, der von 1757 bis 1831 lebte, und dessen Wirken auch von großer Bedeutung für Ibbenbüren war, erwähnte in seinen Lebenserinnerungen, dass er in der Klosterstraße gewohnt habe, und zwar in dem Haus, das später Dr. Krummacher gehörte. Er hatte in den Jahren 1784 bis 1798 von Wetter an der Ruhr aus die Leitung des Ibbenbürener Steinkohlenbergwerks und 1798 bis 1802 die Verwaltung der alten Grafschaften Minden-Ravensberg sowie Tecklenburg und Überlingen. Am 13. Mai 1785 war er zum ersten Mal in Ibbenbüren und trat für die Anlage einer eigenen Holzkultur für das Bergwerk zur Gewinnung von Grubenholz ein. Das erste Bergamtshaus war auch in der Klosterstraße an der Stelle, wo jetzt das Finanzamt steht. 1784 hatte es der damalige Bergrat Sporleder in Besitz. Der alte Klosterhof in Ibbenbüren kam wahrscheinlich in den Besitz der Familie Kerstein, deren Sohn und Tochter dort ein sehr zurückgezogenes Leben führten. Nach dem Tode der Schwester verfiel der Bruder in Trübsinn. Nun erwarb Dr. Krummacher das Haus und bewohnte es bis zu seinem Tode im Jahr 1918.

Quelle: Aus "Heimat und Leben" - Beilage der IVZ - Nr. 11 vom 2.4.1953



Pfeil Klosterstraße. Ibbenbüren

Die ältesten Straßen Ibbenbürens
Dieser Name ist irreführend, da sich in dieser Gegend niemals ein Kloster befunden hat. Nachweislich war der Ibbenbürener Pfarrer ursprünglich gleichzeitig Capitular - Herr in Herford, so daß er mit der Wahrnehmung der Pflichten als Kirchherr einen Curator (Mönch) betraute, der von ihm aus seinen Einkünften besoldet wurde. Der Kurator wohnte im Klosterhof, der wahrscheinlich dort, wo sich das alte Krummachersche Haus befindet, gelegen hat. Vom Kirchplatz muß über den tief ausgebauten Wassergraben der Plane eine Zugbrücke geführt haben, die eine Zugangsverbindung zwischen Kirche und Klosterhof herstellte. Der Straßenname Klosterstraße erinnert an die damalige klösterliche Besitzung. Sie gehört also zu den ältesten Straßen unserer Stadt.

Quelle: Aus dem Buch "Ibbenbüren - Einst und jetzt" von Anton Rosen - Ab Seite 260




Pfeil Klosterstraße - Dr. Krummacher.

Das Wohnhaus von Dr. Krummacher lag an der Klosterstraße (heute Arbeitsamt). Sein Besitzer ist Josef Witte. Am 04.12.1916 starb der allseits geschätzte Arzt Dr. Krummacher. Die Stadt benannte nach ihm die Krummacherstraße. (Zwischen Ost- und Klosterstraße)
Haus des Dr. Krummacher an der Klosterstraße 5 - 1950er Jahre > > >
Foto: Sammlung Suer

Haus des Dr. Krummacher an der Klosterstraße 5 - 1950er Jahre



Pfeil Klosterstraße - Stockmanns Schmiede

1874 wurde das Ackerbürgerhaus Stockmann mit Tenne und Ställen zur Schmiede umgestaltet. Die Schmiede Stockmann wurde 1962 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.
Die Alte Schmiede - (Stockmanns Schmiede) - Klosterstraße 2 > > >
AK / Foto: Sammlung Suer

Stockmanns Schmiede



Pfeil Klosterstraße - Heinrich Wolff

Unternehmer Heinrich Wolff kaufte 1840 das Haus in der Klosterstraße 19, ehemal. Haus des Bürgermeisters Sporleder. Das Finanzamt kaufte das Haus von H. Wolff 1922. Das Haus Klosterstraße 19 (Finanzamt) wurde 1977 an die Caritas verkauft. Seit 1974 ist das Finanzamt in einem eigenen Neubau am Uphof 10 - Wohnhaus des Heinrich Wolff - Klosterstr. 19 um 1900 > > >
Foto. Sammlung Suer

Wohnhaus Heinrich Wolff an der Klosterstraße um 1900


Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Klosterstraße > > >


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Umbenennung von Straßen und Plätzen in Ibbenbüren während des Nationalsozialismus
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Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrates zur Namensänderung von Straßen vom 13.05.1946
 
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Rückbenennung/Umbenennung der "Hans-Rickmers-Straße", so hieß die Klosterstraße von 1933 - 1946
 
  Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


Pfeil Link LWL - Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus  
   
  http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/nstopo/strnam/Kommune_110.html  
Pfeil Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


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Laggenbecker Straße
 

Die Niedersächsischen Kraftwerke Akt.-Ges. Osnabrück wurden im Jahre 1912 gegründet als Rechtsnachfolgerin der Hannoverschen Kolonisation- und Moor- Verwertungs - GmbH in Schwege. Den Bau des Kraftwerks verdankt Ibbenbüren seiner Kohle, da die Niedersächsische Kraftwerks-AG in der hier gewonnenen Kohle einen ausreichenden und brauchbaren Brennstoff sah. Das Kraftwerk wurde neben der staatlichen Steinkohlezeche erbaut und versorgte mit einer Maschinenleistung von 35.000 KW über Draht acht hannoversche Landkreise, einschließlich der Stadt und drei westfälische Landkreise. 1914 wurden die ersten Wohnungen in Ibbenbüren mit elektrischer Energie versorgt.


Bis zum Jahre 1917 konnte der innere Stadtkern ausgebaut werden. Die Feldmarken der Stadt wurden in den Nachkriegsjahren angeschlossen. Die Nike wurde im Jahre 1959 stillgelegt und in den Folgejahren demontiert.

An der Reichsbahn (K39) beginnt die Laggenbecker Straße. Sie führt zwischen dem ehem. Nike-Gelände und dem Bahnhof richtung Osten. Die Laggenbecker Straße in Ibbenbüren ist Teil der K 19 und hat eine Länge von rund 2752 Metern.

. Nike Kraftwerk und Bahnhof

Pfeil Verlauf der Laggenbecker Straße
 
Verlauf der Laggenbecker Straße
 
  Stadtplan - © Amt Ibbenbüren 1950 - Maßstab 1:25000  

Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Laggenbecker Straße > > >
Siehe auch unsere Webseite - 100 Jahre Strom aus Ibbenbürener Kohle > > >  


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Ledder Straße
 

Die Gastwirtschaft "Blaue Ecke" von Besitzers Leni und Mimi Schlichter. Der Baustoffhändler Walter Bergschneider erwarb die ehemalige Gastwirtschaft 1954 und richtete dort 1960 seine Verwaltung ein. 1983 ist er umgezogen zum neuen Betriebsgelände "An der Diekwiese".


Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Ledder Straße

Gastwirtschaft "Blaue Ecke"
   
Gastwirtschaft "Blaue Ecke" 1915
 


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Marktstraße
 

Marktstraße / Friedhofstraße. Ibbenbüren
Die ältesten Straßen Ibbenbürens - Buch von Anton Rosen - Ab Seite 260

Friedhofstraße, so hieß früher die jetzige Marktstraße am evangelischen Kirchplatz, die nun eine Geschäftsstraße geworden ist. Auf der Friedhofstraße wurden früher alle Toten des Amtes Ibbenbüren zu ihrer letzten Ruhestätte getragen oder gefahren. Jahrhunderte lang, also bis 1838, befand sich der hiesige Friedhof auf dem Platz um die evangelische Kirche. Die ehemalige Friedhofstraße war ein 2 Meter breiter Fußpfad, der in das abschüssige Burggelände eingetreten war. Die Häuser an der Marktstraße sind erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstanden. Bei den Ausschachtungsarbeiten für das jetzige Geschäftshaus Brüggen stieß man auf einige nach unten zugespitzte dicke Eichenpfähle, die ehedem in den Sumpf eingerammt waren.
Quelle: Buch "Ibbenbüren: Einst und jetzt" von Anton Rosen - Ab Seite 260



Pfeil Marktstraße - Neumarkt um 1890

Blick in die Marktstraße vom Neumarkt aus um 1890: Rechts die Gaststätte Bernhard, links das Wohn-und Geschäftshaus Jörgens (heute Braunschweig) von 1902 bis 1909 (bis 2 Jahre nach dem Tode des damaligen Geschäftsführers Jörgens) Domizil der Ibbenbürener Volksbank
Foto: Suer / Altemöller > > >



Pfeil Marktstraße - Kirchplatz

Die älteste Kirche in Ibbenbüren ist die evangelische Christuskirche, sie war ursprünglich eine Mauritiuskirche. Ihre jetzige spätgotische Hallenform erhielt die Kirche durch einen Neubau in den Jahren von 1523 bis 1533. Durch einen schweren Sturm wurde am 8. Dez. 1703 der in früheren Zeiten viel höhere Hahn des Turmes herabgerissen und danach, auch nach einem Brand im Jahre 1846 - nur bis etwa zur halben Höhe wieder aufgebaut. Die Kirche wurde 1674 von den in der Grafschaft Lingen regierenden Oraniern der reformierten Gemeinde Ibbenbüren überlassen. Der Kirchplatz der Christuskirche dienten bis 1837 als Begräbnisplatz. Nach 1870 errichtete hier die Gemeinde ein Denkmal zur Erinnerung an die gefallenen Krieger.



Pfeil Marktstraße - Neuausbau der Kanalisation

Ausbau der Marktstraße durch die Bauunternehmung Schäfer, rechts die Christuskirche. Im Zuge des Neuausbaus der Kanalisation in der Innenstadt wurde auch die Marktstraße verbreitert und die Kirchplatzmauer versetzt. Der alte Baumbestand an der Marktstraße musste gefällt werden. Beim Ausbau der Marktstraße wurden viele Gräber freigelegt. - Blick durch die Marktstraße zum Unteren Markt (Süden) Foto: Dreverhoff 1956 > > >

Ausbau der Marktstraße


Pfeil Marktstraße

Häuser und Familien an der Marktstraße in Ibbenbüren
Heimat und Leben Nr. 16 vom 6.10.1953 - Text und Zeichnungen von Helene Hörstebrock,
(Orginal im Museum, nicht im IVZ-Archiv erfasst).

Die Marktstraße ist die verkehrsreichste Straße in Ibbenbüren. Sie verbindet den Oberen Marklt mit dem Unteren Markt; auf ihr flutet das Leben auf und ab. Kommt man vom Oberen Markt, erblickt man rechts der Straße den Kirchplatz, der ihrer Häuserreihe gegenüber liegt. Dieser war wohl der schönste Platz innerhalb der Stadt mit seinen herrlichen alten Linden und Kastanien.
Es ist schwer zu sagen, wann er einem am schönsten dünkte. Im Frühjahr im lichten, jungen Grün und der Blütenpracht oder im Herbst, wenn die Blätter der Bäume sich golden färbten und von der untergehenden Sonne durchleuchtet wurden.
Seit Bestehen der alten Kirche bis zum Jahr 183 8wurden hier und in der Kirche die Toten der Gemeinde bestattet. Der alte Kirchhof erstreckte sich bis zur Brunnenstraße. Die Häuser an der Marktstraße wurden erst Mitte des neunzehnten Jahrhunderts erbaut. Die jetzige Marktstraße war der alte, zwei Meter breite Friedhofsweg, über den sich die Leichenzüge bewegten. Die Straße hieß darum zuerst Kirchhofstraße. Dieser Name wurde auf Wunsch der Anwohner in Marktstraße umgeändert.
Marktstraße 1. Hugo Braunschweig, der "Kaufhaus der Mitte" gehörte ursprünglich der Familie Staggemeier und kam dann in den Besitz des Kaufmanns Jörgens. Es war ein einstöckiges Haus mit seitlich abgeflachten Giebeln. Ueber dem Eingang zum Laden, zu dem eine Treppe führte, sprang noch, ein kleinerer Giebel aus dem Dach hervor.
Links von dem Haus lag ein kleiner Garten zum Marktplatz, während rechts ein schöner Kastanienbaum noch heute grünt. Außer einem Delikatessen-Geschäft befand sich auch die im Jahr 1881 gegründete Volksbank in dem Haus.
1910 wurde das Anwesen vom Kaufmann Hugo Braunschweig erworben. Die Geschäftsräume der Volksbank wurden in das Sieringsche Haus an der Bahnhofstraße verlegt. 1932 wurde das Geschäft von Braunschweig vergrößert. In dem kleinen Garten wurde ein Anbau errichtet, die Treppe vor dem Laden wurde verlegt und das Haus erhielt sein jetziges Aussehen.
Der angrenzende Lagerraum gehörte früher Herrn Pokorny, dem Vater von Frau Anna Jörgens, der 1836 darin eine Buchdruckerei einrichtete. Hier wurden auch die ersten Tecklenburger Zeitungen gedruckt. Vom 1. Januar 1837 ab erschien das Wochenblatt regelmäßig für den Kreis Tecklenburg. Das Format war klein und umfaßte zwei bis vier Druckseiten. 1872 trug die Zeitung außer ihrem Titel noch die Bezeichnung "Amtliches Kreisblatt".
Als Herr Pokorny 1883 starb, übernahm dessen Schwiegersohn Jörgens die Leitung des Betriebes, der 1887 die Druckerei und Zeitung an Bernhard Schölten aus Osnabrück verkaufte. Einige Jahre später erwarb Scholten das alte Staggemeiersche Haus, das neben seiner Druckerei lag. An der Haustür befand sich ein schwerer Türklopfer aus Messing. Kein Junge konnte vorübergehen, ohne einmal kräftig anzuklopfen. 1892 erbaute Herr Schölten ein neues Haus mit Druckerei. Vom Oktober 1896 an erschien die Zeitung zweimal wöchentlich, vom Jahr 1901 ab viermal wöchentlich und seit 1905 erscheint das "Tecklenburger Kreisblatt" jeden Wochentag. Der hübsche Garten an der rechten Seite des Hauses wurde im letzten Jahr mit dem Schuhgeschäft Handtke zugebaut.
Das Geschäftshaus Willenbrink wurde vom Kaufmann Ludwig Schmiemann errichtet. Das Grundstück war früher Meeses Garten. Beim Bau des Hauses stieß man auf eingerammte, nach unten zugespitzte Eichenpfähle, die wahrscheinlich gegen das Wasser, das die Brunnenstraße durchfloss, schützen sollten. Auch fanden sich dort "viele Toten-gebeine". Dieses Grundstück gehörte ehemals zum Kirchhof. Es hatte an der rechten Seite einen großen Garten, der zum Anbau der Schaufenster verwendet wurde.
Das Geschäftshaus Lehrter musste nach dem großen Brand von 1847 wieder neu aufgebaut werden, während das Nachbarhaus, die Wirtschaft Thalmann, wie durch ein Wunder verschont blieb. Auch das alte Haus von Lehrer Schächter (jetzt Dreker) sowie die Wirtschaft von Georg Schröder und die Bäckerei Frese, jetzt Lammert, und Hirschapotheke wurden ein Raub der Flammen.
Die Hirschapotheke, die 1934 von Herrn Glade eingerichtet wurde, gehörte früher dem Klempner und Gelbgießer Herwig, der in dem Doppelhaus ein Haushaltungs-Geschäft führte. Als letztes Haus auf dieser Straßenseite kommt die Wirtschaft "Leidigs Anna", die bis auf den kleinen Garten, der dem Verkehr weichen musste und Parkplatz wurde, wie früher geblieben ist.
Als 1912 die Niedersächsischen Kraftwerke gebaut wurden, musste für eine Wasserleitung zur Nike das Wasser aus Wechte bei Brochterbeck geholt werden. Die Rohre zur Nike wurden durch die Marktstraße gelegt. Bei den Ausschachtungsarbeiten fanden sich alte Särge, die in drei Schichten übereinander standen. Sie waren sehr flach und schmal wie viereckige Kisten. Die ältesten Särge waren noch ganz erhalten, während die oberen zum großen Teil zerfallen waren.


Gegenüber den Häusern erstreckt sich der Kirchplatz mit der alten Kirche. An seinem oberen Ende lag früher breit und behäbig "das alte Haus Meese mit den sieben Giebeln", im Volksmund "die Meesenburg" genannt. Es war eines der schönsten und interessantesten alten Fachwerkbauten in Ibbenbüren. Ein breiter Giebel mit vorgelagertem Anbau, der einen kleinen Giebel trug, sah zur Marktstraße. Der dritte Giebel blickte breit zum Kirchplatz. Der vierte Giebel lag zur Nordseite im engen Gängesken. Da das Haus zur Kanalstraße hin noch zwei Vorbauten hatte, befanden sich hier ein breiter und zwei kleinere Giebel. Da das Nebenhaus sehr dicht an dem Hauptbau lag, sprach man von neun Giebeln. Ein kleiner Garten mit Laube umgab das Haus zur Straße und zum Kirchplatz hin.

Chor der evangelischen Kirche zur Marktstraße
     
Chor der evangelischen Kirche zur Marktstraße
mit Friedshofs-Laterne
 

In diesem Haus, das 1577 erbaut wurde, befand sich bis 1844 die "Legge". Es war eine amtliche Einrichtung, in der das selbst gewebte Leinen gemessen, begutachtet und kalkuliert wurde. In Ibbenbüren wurde fleißig gesponnen und gewebt. Das hier hergestellte "Löwenlinnen" hatte einen guten Ruf und wurde für gutes Geld nach Holland verkauft. In Ibbenbüren wurde so viel Flachs und Hanf angebaut, dass man das fehlende Getreide aus dem Münsterland besorgen musste. Am 1. Oktober war in Ibbenbüren ein Hanf- und Flachsmarkt, der bis 1890 stattfand.

1807, in der Franzosenzeit, wurde die Legge aufgehoben und die Anfertigung der Leinwand ging sehr zurück. In einer Bekanntmachung des Amtes vom 0. Mai 1823, als die Legge wieder eröffnet wurde, heißt es: "Den Eingesessenen der Obergrafschaft Lingen möge dieses eine Veranlassung sein, die seit Jahren sehr vernachlässigte Fabrikation des weißen "Löwentlinnen" mit erneutem Eifer zu beginnen." Um die Weber anzuspornen, wurden Prämien auf das beste "Kronenlinnen" ausgesetzt. Der damalige Landrat von Bodelschwingh setzte für das Jahr 1824 auf jedes Stück zu 75 Ellen Kronenband eine ssl825 dieser Preis auf zwanzig bzw. fünfzehn Silbergroschen herabgesetzt wurde.
Da sich überall die mechanischen Webereien auftaten, erlosch das Interesse der Regierung am Weiterbestehen der Heimarbeit. Der alte Weg zur Legge von der Brunnenstraße aus führte durch das Gängesken zwischen Braunschweig und Schölten und er war so breit, dass man mit der Schiebkarre durchkam. An Meeses Haus lief es weiter bis zur Kanalstraße und Ringstraße (jetzt Schulstraße).


Die Eisenhandlung Meese wurde 1723 gegründet von Konrad Henrich Meese, der 1688 geboren war. Sechs Generationen folgten nacheinander in demselben Geschäft. Das alte Haus war berühmt durch seine vielen Hängeböden, auf denen Eisen und Material gelagert wurden. Zweihundert Jahre lang hatte sich die Eisenhandlung in dem alten Haus entfaltet, da kam der Schicksalstag, der 28. November 1923. Die Familie Meese war nicht zu Hause.
Die zwei Hausgehilfinnen waren beim Waschen, als ein Brand ausbrach. Im Wohnzimmer, das links vom Privateingang am Kirchplatz lag, war durch glimmende Kohlen aus dem Dauerbrandofen eine Chaiselongue- Decke erfasst worden, die das Zimmer in Brand setzte.

Haus mit den sieben Giebeln. Die "Meesenburg"
   
Haus mit den sieben Giebeln. Die "Meesenburg"
genannt (erbaut im Jahr 1577)
 

Das Feuer wurde erst bemerkt, als das Feuer in den Zimmern, die an das Geschäft grenzten, aufloderte. Die Mädchen konnten nur unter Lebensgefahr ihre Habseligkeiten aus dem zweiten Stockwerk in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr stand dem furchtbaren Brand machtlos gegenüber und musste sich darauf beschränken, die Nachbarhäuser zu schützen.

Der große, kostspielige Neubau fiel in die unglückliche Zeit der Geldentwertung. Kaum war der Bau vollendet und das Geschäft wieder eröffnet, wurde der wertvolle Besitz ein Opfer des verlorenen Weltkrieges.

In der Mitte des Kirchplatzes wurde 1872 das Kriegerdenkmal errichtet. Nach dem ersten Weltkrieg wurde seine Gittereinfassung durch Sandsteinsäulen, an denen Kugelketten angebracht sind, ersetzt. Es besteht aus einer 16 Fuß hohen Säule aus Ibbenbürener Sandstein, gekrönt mit einem steigenden Bronze-Adler, der in diesem Jahr (1953) durch einen Blitzschlag herabfiel.
1925 wurden zwei weitere Tafeln zur Erinnerung an die im ersten Weltkrieg gefallenen Krieger angebracht.
An Kriegerfesten und Gedenktagen werden hier Kränze niedergelegt.
Als das älteste Bauwerk von Ibbenbüren muss man wohl die evangelische Kirche bezeichnen, die unter Denkmalschutz steht. Ihr Turm, der älteste Teil der Kirche, ist im romanischen Stil, wahrscheinlich im elften Jahrhundert erbaut. Es ist ein typischer Wehrturm mit Schießscharten und Plattform. Er wurde auf erhöhtem Gelände erbaut, das von Wasser umgeben war. Durch die Kanalstraße floss der Kürdelbach, während die Plane den Platz zur Brunnenstraße hin abgrenzte. Beide Bäche trafen sich am Ausgang der Brunnenstraße.
Der Turm mit seinen zwei Meter starken Außenwänden hatte über dem steinernen Gewölbe große Räume in seinen drei Stockwerken, die durch schwere Eichenbohlen voneinander getrennt waren.
Eine Wehrkirche war in Kriegszeiten der Zufluchtsort der Bevölkerung. Auf den Kirchenböden befanden sich Waffen und Lebensmittel. Vom Turm aus erblickte man den herannahenden Feind und wehrte ihn ab.
Dieser Kirchturm scheint auf einem trigono-metrischen Punkt errichtet zu sein, denn von seiner Plattform aus hat man einen umfassenden Rundblick. Auch ragt der Turm in auffallender Weise nach allen Himmelsrichtungen hervor. Er taucht auf, wenn man sich mit der Bahn von Bocketal aus Ibbenbüren nähert und von allen Straßen nach Ibbenbüren erblickt man diesen Turm. Früher war sein Helm noch einmal so hoch wie der jetzige. Im Dezember 1703 wurde Ibbenbüren von einem orkanartigen Wirbelsturm heimgesucht, der den hohen, spitz zulaufenden Kirchturm zertrümmerte. Sein Wiederaufbau zog sich bis 1710 hin.
Das Schiff der Kirche ist in gotischem Stil ausgeführt und es wurde erst in den Jahren 1525 bis 1531 erbaut. Die Überreste der alten Burg am Heidenturm wurden als Steinbruch benutzt. Die Kirche ist eine dreischiffige, drei-jochige Hallenkirche. Die Fenster sind spitzbogig und mit Maßwerk verziert im spätgotischen Stil. Durch die neue schlichte Ausmalung der Kirche treten die schönen Bruchsteinsäulen, die Kreuzgewölbe mit seinen Rippen, die spitz-bogigen Gurtbögen und die Fenster hervor. Die ganze Harmonie der gotischen Architektur tritt einem hier entgegen. Die Kanzel ist aus einem Stein gehauen und trägt alte Steinmetzzeichen. Gedenktafeln der gefallenen Gemeindeglieder aus den Jahren 1864, 1866 und 1870/71 sowie vom ersten Weltkrieg sind in die Wände eingelassen, ebenso ein Grabstein aus dem 17. Jahrhundert mit dem Wappen des Vogtes von Ibbenbüren von Dankelmann und seiner Frau geb. Mettingh.

Die Strebepfeiler an den Außenwänden der Kirche sind schlicht. Am südöstlichen Pfeiler des Chores befand sich ehemals die Friedhofs -Laterne, die einzige städtische Beleuchtung in alter Zeit. An der Südseite der Kirche ist eine alte Sonnenuhr mit Inschrift.
1488 erbaute die adelige Familie von Gogreve das erste Wohlfahrtshaus auf dem Kirchhof. Für die Armen und Bedürftigen wurden Karfreitag neun Scheffel Brot ausgegeben. Diese Stiftung hat sich viele Jahrhunderte erhalten.

Als im Dreißigjährigen Krieg der tolle Christian von Braunschweig mit seinen Brandscharen in Westfalen hauste, wurde die Kirche ausgeplündert. 1621 fiel ihrem Sengen und Brennen das alte Pfarrhaus, das südlich des Kirchturms lag (jetzt Schneidewind), zum Opfer. Die Inschrift auf dem Spruchbalken über der Dielentür zeugt noch heute davon. Man staunt, dass trotz der schweren Zeiten das Haus schon im Jahr 1622 wieder neu errichtet werden konnte. Als 1625 die Scharen die ganze Unterstadt durch eine Feuersbrunst verheerten, gerieten auch einige Häuser auf dem Kirchhof in Brand. Bischof Rovenius erließ ein Verbot, diese Häuser wieder aufzubauen, die Grundstücke wurden wieder kirchliches Eigentum.


Von 1548 bis 1702 hat Ibbenbüren siebenmal den Landesherrn gewechselt. Der Westfälische Friede wurde nur für Deutschland geschlossen, während Überlingen noch zu Holland gehörte. Durch eine Kabinettordre von Moritz von Oranien wurden 1651 Kirchen und Kirchenbesitz der Oberlingischen Geistlichen der Güterkasse zugesprochen.

In der Franzosenzeit 1809 hatte die französische Regierung befohlen, den Kirchhof zu planieren, der als Friedhof zu klein geworden war. Eine Verordnung hob alle Erbbegräbnisse auf. Die Leichensteine mussten abgeräumt werden und alle Verstorbenen wurden in Reihengräbern beerdigt. Zum Vorteil für die Armen wurde erlaubt, ein frisches Grab mit einem schwarzen Tuch über einem Gerüst sechs Wochen lang zu bedecken. Die Jahrmärkte und der Viehmarkt wurden nun dort abgehalten.
Die Durchführung dieser Verordnung erregte später bei der Regierung in Münster großen Anstoß. Sie erließ am 5. November 1822 ein Schreiben an den Landrat von Bodelschwingh mit einem scharfen Protest gegen diese Zustände. Aber es blieb alles beim Alten, bis 1838, als der neue Kommunalfriedhof an der Schulstraße eingesegnet wurde.
Es war am 24. September 1846, zwei Tage vor der Kirmes, nachmittags 4 Uhr, als das Haus des Bäckers und Schankwirts Frese (Hilckmann) am Unteren Kirchhof in hellen Flammen stand.
Während man die Feuerspritze holte, war infolge des heftigen Südwindes auch das daneben stehende Haus des Schenkwirts Georg Schröder vom Feuer ergriffen. Gegen die sich entwickelnde Glut war die Wehr machtlos. Da im August und September eine große Hitze geherrscht hatte, war nicht genügend Wasser vorhanden.
Es währte nicht lange, bis auch das Haus des Lehrers Schächter dem Feuer zur Beute fiel, das gegenüber der Kirchen-Sakristei lag. Plötzlich ergriff das Feuer auch die Sparren des östlichen Kirchendaches. Über die Strohdocken wurden auch die Schindeln des unteren Turmes erfasst. Diese entzündeten mit unbegreiflicher Schnelligkeit die inneren Holzmassen und so stand der Turm in Flammen. Nur mit knapper Not entgingen die mit dem Läuten der Brandglocke Beschäftigten, unter ihnen auch Lehrer Schächter, dem sicheren Tod.
Gegen 8 Uhr abends standen die Häuser der Kanalstraße, die damals den Namen Bachstraße führte, in Flammen. Von hier aus sprang das Feuer über auf das Wattendorfsche Haus, dem die katholische Schule, Hofrogge, Käsekamp, Herbring und andere benachbarte Häuser (Große Str.) folgten. Mit großer Mühe gelang es, die katholische Kirche und das Pfarrhaus zu beschützen. Der Turm der evangelischen Kirche, dessen Balken vom Feuer zerstört waren, fiel mit den Glocken in das ausgebrannte Gemäuer.

Erst gegen 4 Uhr morgens war die Gewalt des Feuers bekämpft. Das große Feldstück von Upmeier, das sich hinter der katholischen Kirche bis zur Chaussee ausdehnte, glich einem Feldlager. Die Familien hatten sich mit ihrer Habe hierher geflüchtet.
Den traurigsten Anblick gewährte inmitten der Brandstätten die ihres Schmuckes beraubte Kirche. Mit bangem Herzen wagte man, die Tür zu öffnen. Doch das Innere war unversehrt geblieben. Selbst die Orgel gab noch ihre vollen Töne. Die Glocken wären unter Schutt vergraben.
Noch vor dem Winter erhielt das Gewölbe der Kirche ein niedriges Strohdach und der Turm erhielt ein Notdach aus Ziegeln. Noch ehe der Herbst kam, war das Dach errichtet und mit prächtigem Schiefer belegt. Die Glocken wurden zum Umguss nach Gescher geschickt und am 21. Februar 1849 feierlich dem kirchlichen Gebrauch übergeben.
Diese Glocken mussten im ersten Weltkrieg abgegeben werden. Ihnen folgte 1921 ein neues Geläut von zwei Glocken e und g. 1935 kam eine dritte c-Glocke dazu. Aber auch dieses herrliche Geläut fiel dem zweiten Weltkrieg 1940 zum Opfer und erst im Jahr 1949 konnte ein neues Geläut von vier Glocken c, e. g und a erworben werden. Bei den Ausschachtungsarbeiten im Jahre 1950 für den Heizungskeller der Kirche stieß man auf 15 Findlinge. Sie dienten zum Abstützen der schweren Bruchsteinsäulen, die das Gewölbe des Kirchenschiffes tragen.
Auch zwei uralte Grabsteine fand man. Der am besten erhaltene Stein ist neben dem Taufstein in die Kirchenwand eingelassen. Er trägt ein eingemeißeltes altes Sonnenrad und ein Kreuz. Der Provinzial-Konservator aus Münster hat den Stein mit zwei Sachverständigen begutachtet. Sie stellten fest, dass er weit über tausend Jahre alt sein müsse. Es stammt wahrscheinlich aus der Zeit der Merowinger.
Das letzte Haus an der rechten Seite der Marktstraße (Radio Brüggen) ist erst im Jahr 1910 erbaut worden. Vorher stand an dieser Stelle ein altes Fachwerkhaus, (Metzgerei Agnischock) aus dessen einen Fenster ein Pferd auf die Straße blickte. Leider bildet der jetzige Bau mit seiner hohen, kahlen Brandmauer keine Verschönerung der Straße. Als er errichtet wurde, konnte man kaum des Wassers Herr werden, das immer wieder in seinen Kellerräumen hochstieg.
Alle Festzüge und die Fronleichnamsprozession bewegen sich über die Straße. Auch fast alle Hochzeiten und Beerdigungen aus der Unterstadt nehmen diesen Weg. Zur alten Sitte gehörte es, dass die Kinder am Eingang des Kirchplatzes auf die Hochzeitskutsche warteten. Kam das Brautpaar von der Trauung zurück, spannten sie ein Seil und der Brautwagen musste halten. Erst wenn der Bräutigam sich mit ein paar Groschen losgekauft hatte, konnte der Wagen weiter fahren.
Schön war es anzuhören, wenn in der Silvesternacht vom Turm die Choräle geblasen wurden. Besonders zur Kirmeszeit bietet die Marktstraße ein buntes Bild, Bude reiht sich an Bude. Unvergessen ist auch noch das Orgeldreher-Pärchen, das früher auf Thalmanns Ecke stand. Mit durchdringenden Stimmen sangen sie die zünftigen Schlager und Moritaten.

Quelle: Aus "Heimat und Leben" - Eine Beilage der IVZ vom 6.10.1953
Text und Zeichnungen von Helene Hörstebrock,


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Münsterstraße
"Horst-Wessel-Straße" hieß die Münsterstraße von 1933 - 1946

Pfeil Münsterstraße

Gang durch Alt-Ibbenbüren - Die Münsterstraße im Wandel der letzten vierzig Jahre
Unsere Großeltern waren arbeitsam und wussten zu leben/ Sie legten den Grundstock zur Weiterentwicklung / Alte Häuser und bekannte Namen

Unser schnelllebiges Heute hat kaum Zeit sich an das Gestern zu erinnern, an die guten Menschen, die damals lebten und durch Fleiß und Sparsamkeit den Grundstock legten zu unserem Wohlergeben. Vor allem unserer Jugend, die durch das oft hohle Beiwerk Gefahr läuft, die wertvolle Bindung zu verlieren, kann es nur dienlich sein, einen dankbaren Blick zurückzuwerfen. Wir baten Frau Helene Hörstebrock, die uns das Heimatlied schenkte in Wort und Bild, einen Gang durch Alt-Ibbenbüren zu machen. Dürfen wie Sie dazu einladen?
Wohl keine Straße in Ibbenbüren hat sich in ihrem Aussehen so verändert wie die Münsterstraße. Kam man von der Marktstraße her, war links, zu Ledigs Anna Haus gehörend, ein kleines dreieckiges Gärtchen, das sich bis zur Brunnenstraße erstreckte. Jetzt parken Autos an seiner Stelle und man kann seine Grenzen noch an der Pflasterung erkennen. Gegenüber von Dreker (jetzt Feldmann) war das Haushaltungsgeschäft von Hoffschulte. Es lag breit und behäbig da mit seinem abgeflachten Giebel und der abgerundeten Treppe, die in den Laden führte. Da, wo jetzt der Anbau mit den vielen Schaufenstern ist, war ein Gärtchen, von einer niedrigen Steinmauer und Eisengitter umgeben, dessen Steinpfeiler mit steinernen Urnen geziert waren, in denen im Sommer Geranien, Fuchsien und Lobelien blühten. Es nahm den größten Teil des jetzigen Bürgersteigs ein und ließ nur einen schmalen Weg übrig. Dieses Gärtchen hatte sich aus der Biedermeierzeit herübergerettet. Es bestand aus lauter Blumenbeeten, die mit Buchsbaum säuberlich eingefasst waren. Jeder, der vorüberging, warf einen Blick hinein und freute sich an der Blumenpracht. Da dufteten im Vorfrühling die schönen Hyazinthen und leuchteten die bunten Tulpen, gefolgt von Vergissmeinnicht und Goldlack, Stiefmütterchen, vielfarbigen Begonien und hochstämmige Rosen, Goldblumen und Astern lösten einander im Blühen ab. Ziersträucher wuchsen am weinberankten Haus mit seiner offenen Veranda und den breiten hohen Fenstern, deren gewölbte kleine Scheiben im Sonnenlicht funkelten.
Drekers hatten ihr Haus, das einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen war, in dem jetzigen stattlichen Neubau wieder errichtet. Das kleine Haus Schlömann daneben hatte die Feuerwehr vor dem Brand gerettet. Bescheiden musste es sich neben den stolzen Bau ducken. Sein Giebel sah nicht zur Straße hin wie heute, es glich in seiner Art dem Fachwerkbau von Temme. Links hatte es ein kleines Schaufenster, daneben die Haustür mit vorgelagerten Stufen, rechts davon war das Fenster der guten Stube. Das nächste Haus war die damalige Synagoge mil einem hohen spitzen Giebel. Aber es hieß, sie sei wegen Baufälligkeit geschlossen und sie machte einen öden vergessenen Eindruck. Ihr Gegenüber, die Metzgerei Winckler (jetzt Börgel) hat ihr Aussehen nicht verändert. Nur die Mauer von Höffken wurde etwa zurückgebaut, da ein Lastwagen hinein gerast war. Hier begann die Bachstraße, an beiden Seiten mit hohen Ulmen eingefasst, die leider später die Ulmenkrankheit zum Opfer fielen. Die Synagoge erwarb Georg Deitert.


Das heutige Geschäftshaus wurde an ihrer Stelle errichtet. Nun gelangte man an der lang gestreckten Fachwerkbaus von Albermans. Es war ein typisches westfälisches Bauernhaus mit der Längsseite zur Straße hin. Man musste vom Bürgersteig herunter treten, da eine Reihe verschnittener Lindenbäume den Weg sehr beengten. Von hier aus war der Blick besonders schön. Geradeaus erschienen die hohen Bäume von Sweereings, Bispincks und Schüttes Gärten wie ein großes, grünes Tor. Die Gärten der beiden letzteren Besitzungen traten weit in die Straße hinein, so dass sich die Wipfel der herrlichen Bäume zu berühren schienen. Albermanns hatte eine Mehl-, Futter- und Holzschuh-Handlung. Man trat in das Haus, eine Bauernküche mit Kamin und Rauchfang. Auf dem Steinboden lagen die Holzschuhe nach Größen sortiert. Schon für zweijährige Kinder gab es Schühchen, leicht und zierlich gefertigt. Rechts von diesem Raum befand sich die Schlafstube. An der Giebelwand war ein Einfahrtstor. Da die Straße an dieser Ecke eine Kurve und dazu Gefälle hatte und das Haus, sowie die Linden in die Straße hineinragten, ist es im März 1935 passiert, dass ein Lastauto in die Schlafstube hinein raste und beinahe das Haus zum Einsturz brachte. Glücklicherweise geschah es am Tage, so dass niemand zu Schaden kam. Bald wurde der Neubau errichtet, der 3,50 Meter von der Straße zurückgebaut werden musste, mit vielen Schaufenstern. Die nächsten beiden Häuser gehörten dem Kaufmann H. H. Meyer, dessen Manu-fakturwarengeschäft einige Häuser weiter auch neu errichtet war. Es war vorübergehend von Dreker gemietet, die durch den Brand ihr Geschäftshaus verloren hatten.
Das alte Meyersche Haus ist bis heute in seinem Aussehen unverändert geblieben. Im rechten Winkel zu ihm, mit der Giebelseite der Straße zugekehrt, stand ein alter Bruchsteinbau mit einem großen Dielentor in der Mitte, bewohnt von der Familie Winter. Durch den Granatbeschuss des letzten Krieges hatte es sehr gelitten und ist jetzt durch den Neubau von Karrenbrock ersetzt worden. Da dieser sehr weit vorrückte, mussten auch Temmes das Schaufenster angleichen, da es sonst völlig zugedeckt worden wäre. Außer Temme bewohnten früher noch Konermann und Pinkepank den bis heute wenig veränderten Fachwerkbau. Ihm gegenüber lag die Bäckerei Meyering, deren Eckhaus sich nur durch seitlichen Ausbau des Dachs und der hübschen Ladenfenster verändert hat. Wo jetzt das Cafe ist, war damals ein Pferdestall, der einen spitzen Giebel zur Straße hatte. Jeden Tag zur bestimmten Stunde kamen Pferdchen und Wagen heraus, und dann ging es mit Brot, Stuten und Pumpernickel über Land. Daran grenzte die Drogerie (jetzt Dreverhoff), ein Bruchsteinbau mit schlichtem Giebel zur Straße. Ihr Besitzer, der Apotheker Bergmann, bewohnte sie mit Familie und Geschwistern. Trat man ein, so führte links eine Tür in das Geschäft, während sich rechts die Wohnräume befanden. Nun folgte das Haus der Firma Ignatz Schütte, ein behäbiger Fachwerkbau mit zwei breiten Giebeln, der Münster- und Neustraße zugekehrt, vormals noch wie alle Fachwerkbauten mit weißen Feldern und schwarzen Balken, die jedes Jahr zu Pfingsten neu gekalkt und geteert wurden.
Von dem schönen Garten ist heute vielleicht noch die Hälfte erhalten, denn hier wurde die Straße sehr verbreitet. Im Frühjahr blühte hier der schöne Tulpenbaum, die Narzissen und Ziersträucher. Die alte Lindenlaube duftete zur Blütezeit und die Fenster umrankte ein Weinstock. Das weit vorspringende Dach des Nebenhauses wurde von wildem Wein überwuchert, der im Herbst glutrot leuchtete. Schüttes Kinder erfüllten den Garten mit ihrem Leben. Sie spielten und machten dort gemeinsam ihre Schularbeiten. Vor der Eingangstür zum Geschäft war der Bürgersteig sehr breit. Hier standen die Steintöpfe zum Einmachen, die Korbsessel und Waschkörbe zur Auswahl bereit. Trat man ein, so ging es rechts in den Laden, links lagen die Wohnräume. Ein langer Flur mit breiten Steinfliesen führte tief in das Haus hinein bis zur Küche. Dem Schütte-Haus gegenüber lag das Geschäft von H. H. Meyer (jetzt Meyer-Maug), ein stattlicher Bau mit Einfahrtstor zur Hof und Garten. Es ist heute noch unverändert und grenzte an die Einfahrt und den schönen Garten des Hauses Sweering, (Villa Hörstebrock, Spadaka) das vor seinem Wiederaufbau mit spitzen Giebel dicht an der Straße gelegen haben soll. 1870 wurde es mit etwa fünf Meter Abstand von der Straße erbaut. Ein Verwandter der Familie, ein Dombaumeister, führte den Bau aus. Aus grauen Schlackensteinen erbaut, mit hellen Sandstein-rahmungen der Fenster und Türen und seinem beinahe flachen Dach steht es einsam und fremd da, von Bäumen und Buschwerk umgeben. Eine riesige Platane warf ihren Schatten auf seine Front, und dichter alter Efeu, vermischt mit Glyzinien und Clematis wucherten neben und über der schweren Eingangstür empor bis zum Dach, während die Südseite des Hauses mit einem dichten Weinstock berankt war. Im Volksmund wurde das Haus "die Wartburg" genannt. 1910 gehörte das Haus Dr. Otte, der aber in der Breiten Straße wohnte und es 1928 der evangelischen Kirchengemeinde verkaufte.


Eine lange, graue Mauer mit hohem Eisengitter fasste den Garten zur Straße hin ein und über sie hinweg ragten die Flieder- und Ziersträucher, darunter war eine japanische Kirsche, im Frühjahr über und über mit Blüten bedeckt. Stechpalmen, Akazien, eine Linde und Rotbuche standen die Mauer entlang, dahinter eine hohe, weißblühende Kastanie. Hier war die Stelle, wo sich die Wipfel mit den herrlichen Bäumen in Bispincks Garten beinahe berührten und ein riesiges, grünes Tor über die Straße bildeten. Auch das nächste Haus, ganz aus Bruchsteinen erbaut und im gleichen Abstand zur Straße (jetzt Mühlenhoff) hatte eine wundervolle Trauerbuche und Lärche in seinem Vorgarten und grenzte an den Klemensplatz. Eingefasst von rotblühenden Kastanien wurde der Platz damals von Kirmes-Schaustellern, Karussells und einem kleinen Wanderzirkus benutzt. Er war der Stadt vom Fabrikbesitzer Clemens Bispinck gestiftet worden mit der Bedingung, nicht bebaut zu werden. Neben Schuttes Haus zweigte die kurze Neustraße ab. An ihr und an der Münsterstraße lag die große Villa Bispinck. Ein herrlicher Vorgarten mit niedriger Mauer, hohem schmiedeeisernen Gitter und einem großen Einfahrtstor zur Neustraße umgab sie. Vor dem Eingang lag ein großer, runder Rasenplatz mit einem Tulpenbaum. Dahinter stand eine riesige Trauerbuche. In den dichten Busketts schlugen im Frühjahr die Nachtigallen. Die Büsche verdeckten das Haus des Bergboten Pott (Amtsbote Grauert), das heute kahl am Weg liegt. Wegen der Verbreiterung der Straße mussten wieder einige der herrlichen Bäume fallen. 1910 war die Berginspektion im jetzigen Rathaus untergebracht. Im ersten Stock wohnte der Königliche Bergrat Ferdinand Kaether mit seiner Familie. Der mittlere Giebel war mit Hammer und Schlegel versehen.
Vor den Bürofenstern lag ein Vorgarten voller Fliedersträucher. Das nächste Haus gehörte dem Bauer Tönnies (Taschner, Kripo), der es an den Lehrer Hilgemann vermietet hatte. Es war das typische westfälische Bauernhaus mit der Längsseite zur Straße, von hohen Lindenbäumen beschirmt, die erst im letzten Jahr gefällt wurden. Gegenüber befand sich die Wolffsche Mühle, die zum Edeka-Lager umgewandelt wurde. Ihr Besitzer wohnte nebenan in einem zweistöckigen Patrizier-Haus mit breiter Treppe und verschnittenen Linden. Später wurde es zum Finanzamt ausgebaut. Der alte Herr, Heinrich Wolff, der allein in dem riesigen Bau lebte, fuhr täglich im offenen Einspänner spazieren. Er war eine typische Ibbenbürener Erscheinung, wenn er in seinem Gefährt im Pelzmantel mit breitem Biberkragen dahinfuhr. Die zweiklassige Schule war das letzte Haus links der Straße. Ihr großer Schulplatz erstreckte sich beinahe bis zur "Blauen Ecke" und war durch eine hohe Hecke von einem schmalen Fußweg getrennt, der zur breiten Oststraße ausgebaut wurde. An das Haus von Tönnies schloss sich der Nachbar Welp an, dessen Haus im gleichen Stil erbaut war. Ein schöner großer Garten entlang der Straße gehörte dazu, von dem nur die gewaltige Kastanie übrig blieb, während an seiner Stelle das Haus von Bühner und die Auto-Reparaturwerkstatt entstanden. Unverändert blieben das Haus des Bildhauers Mühlenhoff und der Platz vor seiner Werkstatt. An der Ecke, wo die Straße eine beinahe rechtwinklige Kurve macht, steht das Bergschneidersche Haus, das durch einen Anbau erweitert wurde. Es hatte einen herrlichen Garten, der sich bis zur Gartenstraße erstreckte.
Vor dem Haus standen hohe Bäume. Das Hageböcksche Haus gegenüber besaß auch einen mit Büschen und Blumen bestandenen Vorgarten und ist mit seinem Nebenhaus (jetzt Wesselmann) im alten Zustand geblieben. Der von hier geradeaus bis nach Altenhövel führende Teil der Münsterstraße war wohl die schönste Straße, die es damals in Ibbenbüren gab. Hohe, alte Lindenbäume führten wie eine vornehme Allee bis herunter zur Werthmühle. Im Frühjahr, wenn sie blühten, erfüllte würziger Duft und das Gesumme der Bienen die Luft, die Häuser lagen im Grün gebettet. Die zum Teil wenig ansehnlichen Häuser liegen nun nackend da. Nur der Abschluss des Blickes durch den Berg versöhnt den Heimatfreund. Das Gerichtsgebäude, das sich mit hoher Mauer an das Pättken zur Ledder Straße anschloss, steht noch unverändert. Die Wirtschaft Bätker (jetzt Eickelmann) gegenüber hatte eine große Veranda vor der Tür, die sich in ganzer Breite der Front hinstreckte. Sonderbar sah es aus, dass zwei große Lindenbäume durch das Dach der Veranda gewachsen waren. Neben der Wirtschaft war die Bätkersche Wiese (Krusemeyer), ein Rummelplatz für Kirmes und Wanderzirkus. Neben dem Amtsgericht wohnte der Veterinär-Rat Schulte-Freckling (Dr. Walther, Grundbuchamt), der auch täglich über Land kutschierte. Sein langgestrecktes, einstöckiges Haus hatte einen wohl gepflegten Vorgarten. Hinter dem Haus erstreckte sich ein schöner Garten bis zur Bäckerei Grote. Die seltenen Eiben-Bäume wuchsen in seinem Garten, die nur auf sumpfigem Boden gedeihen und Hunderte von Jahren alt werden.

Das nächste Haus von Justizrat Süß (jetzt Rechtsanwalt Schlichter) war genau wie das vorhergehende gebaut, nur nicht so lang, auch mit schönem Vorgarten versehen. Beide Häuser sind nicht mehr wieder zu erkennen. Dagegen bewahrten das folgende Haus und die gegenüberliegenden Besitzungen ihr altes Aussehen. Neu hinzu kam die Molkerei. Neben ihr lag die große Wiese, in deren Mitte der Gaskessel und der Heidenturm emporragten. Er ist der Überrest der alten Burg des Ibbenbürener Grafengeschlechts. Zu ihm soll der unterirdische Gang von der Tecklenburg geführt haben, in dem ein Reiter aufrecht zu Pferde bequem reiten konnte, wie die Sage berichtet. Jetzt biet der Weg nach links ab zum Schlachthof, rechts vom Mühlenbach begrenzt. Der Schwanenteich, der nur durch einen Fußweg von ihm getrennt liegt, enthielt damals auch die Badeanstalt. Es war ein zweifelhaftes Vergnügen, dieses Schwimmbad zu benutzen. Gegenüber dem Teich lag die Wirtschaft Meyer, zu der die Werthmühle gehörte, eine Wassermühle, die rechts vom Wohnhaus im alten, noch aus dem 16. Jahrhundert stammenden Fachwerkbau mit hohem, viereckigem Dach war. Links des alten Gebäudes rauschte das Wasser über das Mühlrad. Hohe, alte Buchen umstanden den schmalen Mühlbach (die Aa), der am tief gelegenen Hause der Familie Steingräber vorbeiplätscherte.



Pfeil Münsterstraße

Gang durch Alt-Ibbenbüren
Die Münsterstraße im Wandel der letzten vierzig Jahre

Unsere Großeltern waren arbeitsam und wussten zu leben/ Sie legten den Grundstock zur Weiterentwicklung
Aus "Heimat und Leben" - Eine Beilage der IVZ - Nr. 7 vom 27. Februar 1953

Fortsetzung

Die Wirtschaft Meyer stand in hoher Blüte und besaß den größten Saal von Ibbenbüren. Dort fanden die großen Berg-, Krieger- und Schützenfeste statt sowie die Missions-, Gemeinde- und Schulfeiern. Auch wurden die großen Hochzeiten dort abgehalten sowie Kaffee-Visiten mit anschließendem Tänzchen. Der Garten war in schöne Lauben eingeteilt. Gern ging man bei gutem Wetter dorthin, um im Freien Kaffee zu trinken und saure Milch oder Stippmilch zu essen. Der Garten ging über in ein Wäldchen, in dessen Mitte ein Tennisplatz lag.

Die Münsterstraße im Jahr 1930
   
Die Münsterstraße im Jahr 1930
 

Mit der Aa-Brücke fand die Münsterstraße ihren Abschluss. Hinter der Brücke begann die Südfeldmark. Hier teilte sich der Weg in drei Teile. Geradeaus ging es nach Bocketal, rechts über Dörenthe nach Münster an den Glashüttenhäusern entlang und links an der Umfluth nach Alstedde führend. Heute zu den verkehrsreichsten Durchgangsstraßen von Ibbenbüren nach Münster und Osnabrück gehörend, führte die Münsterstraße damals ein beschauliches Dasein. Wie in einem Dorf oder in der Sommerfrische wurde man morgens früh durch den Hahnenschrei geweckt, der sich dann auf die Nachbarhähne fortpflanzte, die im Chor ihre Antwort erschallen ließen. Ertönte das Mittagsgeläut, lag die Stadt wie ausgestorben und der Schritt hallte auf dem Pflaster. Ähnlich war es auch abends um 7 Uhr, wenn alles in den Häusern zur Mahlzeit versammelt war. Von bestimmten Häusern kroch täglich um diese Zeit ein bläulicher Qualm aus der Haustür und es roch nach Pfannkuchen in Öl gebacken, dem Lieblingsessen der Westfalen. Nur an Markttagen und am Sonntagmorgen ging es lebhafter zu. Besonders an den Sonntagen ertönte in der Frühe das typische Klipp Klapp der schweren Bauerngäule, die ihren Besitzer zur Kirche fuhren. Nach Feierabend trafen sich die Nachbarn gern vor ihren Haustüren zu einem gemütlichen Geplauder oder sie rauchten ihr Pfeifchen nach des Tages Last und Mühe.
Einmal besuchte ich eine Nachbarin und während wir uns auf dem Sofa sitzend unterhielten, sprang sie öfters auf, um durch das Fenster zu schauen. Schließlich fragte ich, ob sie Besuch erwarte? "Nein", sagte sie, "eben ging Frau X vorbei, ich wollte mal sehen, wohin sie wohl will!". Ein andermal hatten wir abends Gäste gehabt, die ziemlich spät aufbrachen. Am nächsten Morgen kam eine andere Nachbarin und fragte: "Waren gestern Abend X bei Ihnen? Ich hörte so bekannte Stimmen und sprang aus dem Bett, aber in der Dunkelheit konnte ich nichts erkennen." Ja, das war das idyllische Kleinstadtleben. Der erste und mehrere Jahre hindurch einzige Besitzer eines viersitzigen Fordwagens war in Ibbenbüren Dr. Otte. Wie festlich und schön war die Münsterstraße geschmückt, wenn Prozession war. Dann kamen die Dörenther früh morgens, singend und betend zum Tor hinein. Sie schritten wie durch einen jungen Birkenwald mit bunten Fähnchen, Wimpeln und Tannengirlanden. Imposant waren die Aufmärsche der Bergleute zum Bergfest, alle in den Uniformen mit dem Leder und der Grubenlampe in der Hand, voran die Musik. Nach dem Festgottesdienst in beiden Kirchen nahmen sie Aufstellung auf dem Klemensplatz, wo der Bergrat eine Ansprache hielt.
Nun begab sich der Zug zur Werthmühle, wo ein großes Volksfest einsetzte. Sämtliche Familien mit Frauen und Kindern waren dort vereint zum Mittagessen. Es bestand aus einer Rindfleischsuppe mit Einlage, danach das Siedefleisch mit sauren Gurken und Boullion-Kartoffeln, worauf Braten und Gemüse folgte und Pudding. Die Leute saßen familienweise in den Lauben und Grotten oder unter den hohen Bäumen des Waldes, während für den Werksleiter und die höheren Beamten eine lange Tafel gegenüber der Musik-Tribüne gedeckt war, an der auch die geladenen Ehrengäste, Honoratioren und Pfarre mit ihren Frauen saßen. Ein kleines Häuschen, an der Kegelbahn gelegen, war innen mit Bergen von Plattenkuchen, die es zum Kaffeetrinken gab, angefüllt, wie im Märchen von der Knusperhexe. Kinderbelustigungen auf der großen Wiese und die Verteilung von Prämien für die verdienten Bergleute fanden statt. Silberne und goldene Uhren wurden für 25- und 40jähre Dienstzeit verteilt. Um 5.30 Uhr begann der Tanz im großen Zelt. Das war lustig anzusehen, wie die ältesten Frauen, den Kapott-Hut auf dem Kopf, die Regenflinte krampfhaft in der Hand behaltend, oder mit tiefen Knicksen im Polka-und Rheinländerschritt hopsten oder mit tiefen Knicksen im Walzertakt sich drehten. Alles war Jubel und Trubel und spät in der Nacht hörte man sie selig grölend nach Hause stolpern.
Auch die Schützenfestzüge passierten die Münsterstraße zur Werthmühle hin und her. Das war das große Fest der Bürgerschaft, das drei Tage gefeiert wurde. Es begann am Sonntagnachmittag mit einer Sitzung und anschließendem Umtrunk. Am Montagmorgen 10 Uhr war Parade auf dem Oberen Markt und Ansprache des Obersten in Anwesenheit des vorjährigen Königs mit seinen zwei Adjutanten und dem Hofstaat. Sie saßen zu Pferde in weißen Hosen und schwarzen Fräcken, mit Schärpe und Orden geziert, die Zweimaster mit den weißen Federbüschen auf den Köpfen. Einmal hat ein aufgeregter Gaul seinen Reiter abgeworfen, so dass ihm die Hose platze, was ein großes Hallo gab. Nun bewegte sich der Festzug durch die Stadt zur Werthmühle, wo nach einem Frühstück das Preisschießen begann und bis zum Nachmittag dauerte. Nach dem Königsschuss wurde die Königin bestimmt und durch zwei Adjutanten benachrichtigt und eingeholt. Sie durfte sich zwei Hofdamen wählen und der Umzug durch die Stadt fand statt. Einmal hat eine Königin in der freudigen Aufregung kurz entschlossen das gewölbte Glas, das einen silbernen Myrtenkranz einrahmte, mit einem Faustschlag zertrümmert, um sich den Kranz statt einer Krone aufs Haupt zu setzen. Dann begann der Festball bis zum frühen Morgen. Am nächsten Vormittag war Frühstück des Hofstaates bei der Königin, nachmittags großes Kaffeetrinken auf der Werthmühle. Danach war wieder ein Festzug zu Fuß zum Bätkerschen Saal (Krusemeyer), in dem ein Ball folgte, der bis morgens 5 Uhr dauerte. Der Kriegerverein spielte auch eine große Rolle im Leben der Kleinstadt. Dem Festzug herunter zur Werthmühle ging eine ernste Feier am Kriegerdenkmal auf dem evangelischen Kirchplatz voraus. Das fröhliche Beisammensein fand mit einem Tanz seinen Abschluss. Der Männer-Gesang-Verein hielt seine Konzerte abwechselnd in Sälen von Ibbenbüren ab, aber das Winterkonzert an Heilige Drei Könige war immer bei Bätker. Es wurde mit einem Ball beendet.
Der Turnverein, der noch keine eigene Turnhalle besaß, hatte seine Turngäste im großen Saal der Werthmühle untergebracht. Dort wurde jede Woche regelmäßig geturnt und ein Winterfest erfreute sich großer Beliebtheit. Brach ein Brand in Ibbenbüren aus, so durchraste die Feuerwehr mit der Spritze und lautem Geklingel als erstes die Münsterstraße, denn ihre Spritze befand sich in den Stadtwerken am Schwanenteich. Es hat oft gebrannt in Ibbenbüren, und es war schwer, des Feuers Herr zu werden, denn es gab noch keine Wasserleitung und bei dem Wassermangel nahmen die Brände oft Überhand. Der Brand von Drekers Haus hatte ein tragisches Nachspiel für einen braven Feuerwehrmann. Ein paar Tage später brannte es bei Glüsenkamp (Benning) und die Feuerwehrleute aus Laggenbeck sagten beim Abschied: "Na dann man bis morgen!" Nun sollte der Brandstifter ermittelt werden. Der hiesige Amtsrichter warf seinen Verdacht auf einen ehrlichen, allgemein geachteten Handwerker und ließ ihn verhaften. Er konnte ihm aber nur Last legen, dass er einen halben angebrannten Käse mit nach Hause mitgenommen hatte, der nach dem Löschen im Schutt gelegen hatte. Nach einigen Verhören musste man ihn wieder freilassen wegen Mangels der Beweise, aber zeit seines Lebens ist er nicht drüber hinweggekommen, dass man ihm dieses Unrecht zugefügt hatte. Die wirklichen Täter hat man nie herausbekommen. Nun kam der 1. Weltkrieg, der alles in seinen Bann zog. Der Saal der Werthmühle wurde zum Lazarett umgewandelt und im Saal des Klubhauses (jetzt Wichernhaus) wurde eine Nähstube errichtet. Feldgraue Soldaten wurden eingeliefert, viele von ihnen waren aus Sachsen. Sie wurden liebevoll aufgenommen und verpflegt, und wenn sie wieder wehrfähig waren, wurden sie oft in die Bürgerhäuser in den Familienkreis eingeladen. Zu Nikolaus und Weihnachten nahmen sie an den Familienfeiern gern teil. Als dann nach den vier schweren Jahres des Hungers und Darbens unsere unbesiegte Armee aufgelöst wurde, kam auch die Einquartierung hierher, die bis kurz vor Weihnachten bestand. Der Soldatenrat ist hier nur wenig in Erscheinung getreten. Schlimmer war die Zeit des Kapp-Putsches 1920, wo die Kommunisten vierzehn Tage lang ihre Schreckensherrschaft ausübten und die Münsterstraße von ihren Aufmärschen widerhallte.
Mitte März hörten wir gegen 6 Uhr nachmittags ein Lärmen und Grölen auf dem Klemensplatz. Als wir aus dem Fenster saßen, erblickten wir einen Menschenauflauf und anmarschierende Arbeitermassen, an der Spitze den Amtmann Eickhoff. Plötzlich bogen sie von Welps aus zur Klosterstraße ab, rannten voraus und bildeten eine Gasse, durch die der Amtmann schreiten musste. Ein Hagel von Steinen wurde gegen ihn geworfen und er flüchtete in den Klub, wo es ihm gelang, sich vor den wütenden Massen zu verbergen, die ihn nachstürmten. Als er durch einen Seitenausgang zu seiner Wohnung gelangte, wurde er dort von den Rädelsführern festgesetzt und bewacht, sie rissen die Verwaltung an sich. Einen Tag später war eine Versammlung der Deutschnationalen Partei bei Hantelmann in der Poststraße (Stadtschenke), in der ein Arbeitervertreter einen Vortrag hielt. Ob sie diesmal einen Verrat an der Arbeiterschaft empfanden? Gleichzeitig hatten die hiesigen Arbeiter eine Versammlung auf der Werthmühle, diese war früher zu Ende und in geschlossenem Zug marschierten sie zu Hantelmann, um die dort tagende Versammlung zu sprengen. Es gab eine wüste Saalschlacht, die besonders gefährlich wurde, da sie im ersten Stockwerk stattfand, wo die Kommunisten die Treppe mit Tischen Stühlen verstopft hatten und dort Aufstellung nahmen. Dr. Fassbender, der nachher einige Verwundete verarzten musste meinte, es sei ein Wunder, dass es zu keinen Todesfällen gekommen sei.
Nun begann das große Plündern. Zunächst marschierten die Kommunisten zurück zur Münsterstraße, brachen durch den jetzigen Pfarrgarten, um so schneller zum Klub zu gelangen und dort den Weinkeller auszurauben. Da werden Weiber zu Hyänen, konnte man wohl sagen, denn ihr Gekreische und Gejohle gellte schrill über den Lärm hinweg. Sie hatten ihre Kleiderröcke wie Schürzen hoch gerafft und trugen so die gestohlenen Weinflaschen hinweg. An der Gartenmauer schlugen sie den Flaschen die Hälse ab, um so den Wein trinken zu können. Die Massen wogten noch einige Zeit auf und ab, um dann zum Plündern der Läden überzugehen. Sie hatten eine Liste aufgestellt, wer alles dran kommen sollte. Die Parole hieß: "Alles, was noch mit einem weißen Kragen herumläuft, muss weg." Jeder Tag brachte neue Unruhe und Aufregung und vielen Geschäftsleuten ist großer Schaden zugefügt worden. Plakate wie: "Befreit die armen Schwestern und Nonnen!" hingen an den Häusern. Keiner durfte mit der Bahn nach Osnabrück oder Münster fahren, der nicht einen Erlaubnisschein von diesen neuen Machthabern vorweisen konnte. Eines Tages beschlossen sie, zur Firma Deiters herunter zumarschieren, aber als sie sahen, dass deren Arbeiter die Brücke besetzt hatten, sind sie unverrichteter Sache wieder zurückgekehrt. Erst als Panzer aus Münster kamen und mit der Bande aufräumten, kam alles wieder in die alte Ordnung zurück, auch fanden sich Stoffballen auf dem Friedhof, von Reumütigen dorthin zurückgebracht. Der Amtmann ließ sich pensionieren und zog von hier weg. Kurz darauf kam, veranlasst durch die Ruhrbesetzung, eine Kompanie Schupos nach hier, die größtenteils in Privathäusern untergebracht wurden. Mit Einführung der Rentenmark im November desselben Jahres fand die furchtbare Inflationszeit ihren Abschluss.
Hindenburg wurde Reichspräsident und das Volk fing wieder an, auf bessere Zeiten zu hoffen. Doch das Heer der Arbeitslosen wurde immer größer. Erst das Jahr 1933 brachte einen Aufstieg in wirtschaftlicher Hinsicht. Nun hieß die Münsterstraße von Ledigs Anna bis zur Blauen Ecke "Horst-Wessel-Straße". Der Klemensplatz wurde zum "Horst-Wessel-Platz" umbenannt und es wurde ein Ehrenmal errichtet, die fünf Säulen des Weltkrieges darstellend, in deren Mitte sich ein aus Klinkern gemauerten Block befand mit dem Namen "Horst Wessel" in großen goldenen Lettern. Auf dem Block war auf vier Kugeln eine große Metallschale, in der die Feuer abgebrannt wurden. Es führte eine kleine Allee aus Blautannen darauf zu, die aber bald durch Trauerbirken ersetzt wurden, da die Tannen zu undeutsch waren.
Das jetzige Bürgermeisteramt war zum Parteihaus ausgebaut worden. Die Umzüge und Aufmärsche der Partei beherrschten nun die Münsterstraße. Ihre Versammlungen fanden bei Eickelmann (vormals Bätker-Krusemeyer) oder auf der Werthmühle statt. Die alten Bäume werden wohl oft ihre Kronen geschüttelt haben über die närrischen kleinen Menschen. Nun kam der zweite Weltkrieg und wieder hallte das Pflaster vom Schritt der feldgrauen Soldaten. Schrecken, Angst und Zerstörung brachten die vielen Fliegerangriffe für die Zivilbevölkerung. Flüchtlinge und Evakuierte hielten Einzug. Hunger und Mangel herrschten und als der unselige Krieg zu Ende ging, da kam der Feind und kämpfte acht Tage lang mit Granatbeschuss, so dass die Kronen der schönen Bäume die Straße bedeckten. Verlassen von sämtlichen Bewohnern war die Stadt, nur einige junge Truppen hielten die Häuser besetzt. Erst nach Feuersbrünsten und Beschießung durch Flammenwerfer ergab sich die Stadt. Nun ging das Plündern los und der Engländer marschierte ein. Seine schweren Panzer rollten mit durchdringendem Getöse tagelang über Ibbenbüren hinweg. Die Aabrücke war gesprengt, die zwei großen Säle der Werthmühle ausgebrannt und dem Erdboden gleichgemacht. Wie wüst und zerschossen waren viele der Häuser und schadhaft wohl alle Dächer! Frauen turnten darauf herum, um sie wieder auszubessern. Keine Fenster funkelten mehr in Sonnenlicht, statt Glas waren sie mit Holz und Papier bekleidet. Im Parteihaus war nun die Kaserne der Besatzung, ihre Feste fanden bei Eickelmann statt. Wie mancher Bursche hat die Fäuste geballt, wenn sein Mädchen für Schokolade und Zigaretten die Tänze der Engländer besuchte! Aber auch die Besatzungszeit ging vorüber und als am 20. Juni 1948 die Krise der Geldentwertung überstanden werden musste, ging es mit zäher Ausdauer an den Wiederaufbau. Ein Flüchtlingsstrom setzte ein und fast alle, die kamen, fanden hier wieder Existenz und eine neue Heimat. Die Besatzungskaserne nahm nach dem Abzug der Engländer die Ostvertriebenen für einige Jahre auf, bis das Haus endgültig zum Bürgermeisteramt ausgebaut wurde.

Wohl kein Haus in der Münsterstraße hat so oft seine Bestimmung und seine Bewohner gewechselt wie die einstige Berginspektion. Da muss man auch des Oberbergrats Müller gedenken, der vierzehn Jahre dort als Werksleiter wohnte und wirkte. Er ist der Mann gewesen, durch dessen Initiative das Bergwerk einen gewaltigen Aufschwung nahm, der sich so segensreich über die ganze Stadt auswirkte. Aus dem königlichen Bergwerk, das 1910 etwa tausend Bergleute beschäftigte und kein Kapital besaß, sondern soeben mit seinen Einnahmen hinkam, wurde unter Bergrat Müller in den schweren Jahren der Wirtschaftskrise (1924) ein Musterbetrieb ersten Ranges. Viele Millionen wurden von der Preußag hineingesteckt und die Belegschaft wurde von Jahr zu Jahr erhöht, sie beträgt heute über fünftausend Bergleute. Die frühere Kohlenverladestelle am Bahnhof sowie die dort gelegene Brikettfabrik, durch deren Kohlenstaub die Straßen am Bahnhof verschmutzt und hässlich aussahen, wurden durch ihn nach Esch verlegt. Jetzt schmücken Blumenanlagen die damals verschmutzte Gegend. Müller war den Nazis nicht bequem, trotzdem mussten sie seine Verdienste anerkennen und er verlor durch sie seine leitende Stellung. Ihm ist Ibbenbüren zu großen Dank verpflichtet, denn es ist nun eine aufblühende Stadt mit einer Zukunft und Entwicklungsmöglichkeiten. In neuem Anstrich erglänzen heute wieder die Häuser, mit feinem Geschmack wurden die Schaufenster der Geschäfte ausgestattet. Neue Geschäftshäuser entstanden und andere wurden um das Dreifache vergrößert. Auf der Werthmühle baute man (um 1925) die große Teutoburger-Landhalle und wenn demnächst die groß angelegte Badeanstalt fertig gestellt sein wird, so wird sich die Wirtschaft auch wieder zu neuer Blüte entfalten und das Ziel vieler Veranstaltungen toller Fester sein.
In solch herrlicher Umgebung wird es wohl kaum mehr andere Sportplätze und Badeanstalten geben. Lastzüge, Autos und Motorräder brausen nun über die Münsterstraße hinweg und vorsichtig muss man rechts und links schauen, ehe man sie überqueren kann. Die Straße wurde erheblich verbreitert, aber die herrlichen, alten hohen Bäume mussten fallen. Wie fremd schaust du uns nun an, wo ist dein Schmuck geblieben? Aus fast jedem Haus schauen neue Gesichter! Manchmal in der Dämmerung begegnet ihr uns noch, ihr alten lieben Nachbarn und nickt uns freundlich zu oder ihr schaut uns an mit den Augen eurer Kinder und Enkel im Sonnenlicht. Die Zeit braust über dich hinweg, liebe alte Münsterstraße, deine Menschen kommen und gehen, aber du bleibst der Weg ins Tal und du fuhrst von Berg zu Berg, von Stadt zu Stadt. Mögen deine Bewohner in ihren Nachkommen weiter gedeihen und blühen noch viele hundert Jahre lang, denn der Westfale ist treu und hängt an seiner Heimatstadt.
Zeichnung und Text: Helene Hörstebrock,

Quelle: Aus "Heimat und Leben" - Eine Beilage der IVZ - Nr. 7 vom 27. Februar 1953



Pfeil Münsterstraße - Die Werthmühle

Sie wird 1189 urkundlich erwähnt - Die Tecklenburger Grafen machten sie zu einer "Bannmühle"
Zwei Gebäude durch das Wehr verbunden von Helene Hörstebrock
Aus "Heimat und Leben", Beilage der IVZ vom 4. September 1953

Als das Haus Grone, das älteste Bauwerk von Ibbenbüren, erbaut wurde, ist gewiss auch die alte Werthmühle errichtet worden. Sie lag günstig am Eingang des Ortes, wo die Aa zum Mühlenteich erweitert werden konnte. Schon 1189 wird sie urkundlich erwähnt. Als Graf Gottschalk das Schloss in den Jahren 1130 bis 1140 erbaute, gehörte die Mühle zu seinem Besitz. Als er starb, ging sie auf seinen Enkel, den Edlen von Thedeheim über und mit Erlöschen des Geschlechts fielen Burg und Mühle im dreizehnten Jahrhundert an den Grafen von Tecklenburg zurück. Dieser machte sie zu einer seiner Bannmühlen". Er gab sie an Pächter ab, denen ein bestimmter Kreis zugewiesen wurde. Die Kunden waren gezwungen, nur in dieser Mühle mahlen zu lassen und wurden hart bestraft, wenn sie zu einer anderen Mühle gingen. Ein Drittel des gemahlenen Getreides fiel an den Grafen. Mit der Mühle war in früheren Zeiten eine Gastwirtschaft verbunden. Der alte Fachwerkbau trug die Jahreszahl 1554. Schwere, starke Eichenbalken waren für den niedrigen, massiven Bau verwendet worden. Auf ihnen ruhte das hohe vierseitige Dach, das in der Mitte einen kleinen Ausbau mit einer Tür und einem Kran hatte, zum Empor-ziehen der Getreidesäcke. Wie für die Ewigkeit gemauert erschienen die Seitenwände und das Fundament, die zum tief liegenden Mühlbach hinab reichten. Diese starken Mauern gemahnten an die Mauern des alten Heidenturms aus schweren Bruchsteinquadern und Feldsteinen.
Sie tragen auch heute noch den großen zweistöckigen Neubau der Mühle, der 1935 errichtet wurde. Früher bestand die Werthmühle aus zwei Gebäuden, der Mahlmühle und der Bockemühle für Flachs und Hanf, die durch das Wehr miteinander verbunden waren. Über ein eisernes Brückengeländer sah man tief hinab auf die Mühlräder und das schäumende Wasser. Der idyllische Mühlbach wand sich zwischen hohen Buchen, lustig plätschernd an dem Wäldchen der Werthmühle vorbei, um an der Jahnwiese in die Aa zu münden. Das Bruchsteinhaus der Familie Steingräber, das unten am Bach hinter dem alten Mühlengebäude liegt, soll ebenso alt sein wie die alte Mühle. Hier soll früher der Müller gewohnt haben. In den letzten Jahrzehnten des Bestehens der alten Mühle sah man oft das mehlbestäubte Mahl-Jöbken in der Tür stehen. 1610 war der damals 25 Jahre alte Steinmetz und Mühlenbauer Gerdt Albers nach Ibbenbüren gekommen; denn die Werthmühle war sehr reparaturbedürftig geworden. Er stand als Obermüller im Dienst des Werthmöllers und gründete 1616 den Bürgerschützenverein. Auf dem ersten Schützenfest eröffnete er den Festzug, für den ihm Hiddo Grothaus zu Grone sein Leibpferd zur Verfügung stellte. Er tat auch den Meisterschuss beim Vogelschießen auf der "Kornhove" im Hallesch (Garnaustraße) und erwählte sich zur Königin die Müllerstochter Gertrud Möllers. An der schweren Schützenkette hängen ihre Namensschildchen mit Namen und Steinmetz-Zeichen.
Später wurden Gastwirtschaft und Mühle voneinander getrennt. Die Mühle blieb im Besitz des Landesherrn. 1702 wurde der König von Preußen Friedrich I. Eigentümer durch seine Heirat mit Luise Henriette von Oranien, der die Grafschaft Überlingen als Heiratsgut zufiel. 1765 wurde die Werthmühle von der Königlichen Kriegs- und Domänenkammer zu Minden mit den Mühlen in Dörehthe und auf dem Dickenberg dem Müller Konrad Georg Schnittger aus Ibbenbüren verkauft bzw. verpachtet. Auch jetzt waren diese Mühlen noch Bann-Mühlen. Bei der Werthmühle waren die Eingesessenen der Stadt und Bauerschaften Alstedde, Osterledde, Laggenbeck, Lehen, Schierloh und Schafberg mahlpflichtig. 1804, als die damalige Besitzerin, die Witwe Schnittger, die Mühle verkaufte, wurde sie von den Eingesessenen der Stadt und der genannten Bauerschaften für 7000 holländische Gulden erworben. Die Leitung, der Mühle lag in den Händen des Kaufmanns Gerhard Rohmann, der die Verwaltung einem Rendanten übergab und der dafür jährlich 50 Gulden erhielt. Am 5. Januar 1825 wurde sie bis zum Jahr 1837 an den Müller Anton Poiß verpachtet, der jährlich 480 Gulden dafür zahlte. Von nun an kam sie in den Besitz der Stadt. Der Wirt Brüggemann hatte die Verwaltung des Mühlenbetriebes bis zum 1. März 1840. Daraufhin pachtete P o i ß noch einmal die Mühle für jährlich 540 Taler bis 1852. Der nächste Pächter war der Besitzer der Stärkefabrik Crespel. Die Mühle blieb in Pacht bei der Firma Crespel & Deiters bis 1924, als sie von dem jetzigen Besitzer Hardebeck gepachtet und 1934 gekauft wurde. Noch um die Jahrhundert-wende galten die alten Satzungen der Mahlgerechtigkeit. Genaue Vorschriften mussten innegehalten werden über Art und Größe des Fuhrwerks, es durfte für die Bauerschaft Schierloh weder von Pferd noch von der Kuh gezogen werden. Nur Menschen durften sich einspannen mit Ziehen und Schieben ihr Mahlgut mit Karren dorthin schaffen. Kamen sie nach Schierloh, mussten sie kurz hinter Deiters Fabrik rechts abbiegen, dort, wo heute der Privatweg von Haus Gronewald zur Straße mündet.
Dann ging es geradeaus über alten Fabrikweg bis an die kleine hölzerne Brücke, die über die Aa zum Wäldchen Werthmühle führte. Wer diesen Steg gekannt hat, versteht, dass er größere Gefährte nicht hätte tragen können. In dem alten Gastwirtschaftsgebäude der Familie Langemeier, späterhin Meier, befand sich in den oberen Bäumen des Hauses ein alter Wandschrank, der bis obenhin mit alten Papieren, Urkunden, Akten und vergilbten Abrechnungen angefüllt war. Generation zu Generation blieben sie verwahrt. 1945 sind sie alle dem Feuer zum Opfer gefallen, als das Gebäude von Engländern in Brand geschossen wurde und bis auf die Grundmauern abbrannte. Neben diesem Gebäude der Gastwirtschaft befand sich die alte Bockemühle, die später als Pferdestall und Abstellraum benutzt wurde. Sie war in ihrem Aussehen der Mahlmühle angeglichen und erinnerte an ein starkes Vorwerk aus alter Zeit. In einer Bockemühle wurden Flachs und Hanf bearbeitet. In ihr waren schwere, eckige Holzklötze, die wie Stampfer aussahen. Sie wurden durch ein Rad mit Zapfen emporgehoben und schlugen auf den ausgebreiteten Flachs oder Hanf. 1935 wurde der heutige stattliche Mühlenbau errichtet. Von der alten idyllischen Mühle ist außer dem Fundament nur noch ein Mühlstein übrig geblieben mit der Jahreszahl 1650, der in die Frontseite des neuen Gebäudes gefügt wurde. Mit Turbinen und elektrischen Motoren wurde sie modern ausgestattet, wenngleich die Wasserkraft auch noch genutzt wird. Statt der früheren kleinen Gespanne stehen jetzt riesige Lastwagen an der Rampe, vom herabstürzenden Wasser ist leider nichts zu sehen. Auch die schönen, hohen Buchen sind durch Beschießung und Brand teilweise zerstört. Die Mühle ist eine der größten unseres Kreises.

Quelle: Aus "Heimat und Leben" , Beilage der IVZ vom 4. September 1953



Pfeil Münsterstraße - Die Werthmühle um 1905

Die Werthmühle in Ibbenbüren wird bereits im 12. Jahrhundert erwähnt, sie gehörte zu dem adeligen Haus Grone. Eine solche Mühle war damals die lebenswichtigste Anlage für eine Siedlung. Nach dem Tode des Grafen Gottschalk ging der Mühlenbesitz an dessen Enkel, die Edlen von Thedehem über. 1422 fiel die gesamte Besitzung, also Burg samt Mühle an den Grafen von Tecklenburg zurück. Er vergab sie an Pächter, die ihren Kundenkreis zugewiesen bekamen. Der Jahrhunderte alte Mühlenzwang, der ehemals verlangte, dass alle Mühlen nur von den ihnen vom Fiskus streng zugewiesenen Kundenkreis bedienen durften, bestand um 1900 nicht mehr. Außer der Werthmühle gab es die Dickenberger Mühle, die Mühlen in Dörenthe, Schierloh, Püsselbüren, die Windmühle auf dem Rahenesch etc. Um 1900 war die alte Mühlen-Romantik vorbei; die Wind- u. Wassermühlen mussten der Dampfmaschinenkraft weichen.



Pfeil Münsterstraße - Freibäder 1 bis 3

Seit 1895 bestand wenige Meter östlich am Werthmühlenteiche eine offene Badeanstalt. 1924 wurde sie durch eine etwas weiter nordöstlich gelegene Anlage ersetzt (später der Bauhof). Auch diese Anlage konnte nur geringe Ansprüche erfüllen. Die Badeanstalt lag seitlich der Ibbenbürener Aa und wurde auch durch dieses Wasser gespeist. Am Zulauf befand sich eine starke Steinschüttung, durch die das Wasser gereinigt wurde. Rings um die Badeanstalt war ein Badestrand angelegt. Der Zugang erfolgte von einer von der Münsterstraße abzweigenden schattigen Allee. Am Eingang befand sich das Badewärter-Häuschen. Die Benutzungsgebühr betrug für Erwachsene 20 Pfg. für Kinder 10 Pfg. Für die Benutzung der Umkleideräume musste ein Zuschlag von 25 Pfg. gezahlt werden.



Pfeil Münsterstraße - Königliche Berginspection

Das Königliche Bergamt / Berginspektion wurde 1747 eingerichtet. Das Haus des königlichen Bergamtes wurde 1902 renoviert. Den Namen "Königliches Bergamt" gab es bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Nach der Gründung der Preußischen Bergwerks- und Hüttengesellschaft im Jahre 1923 Übernahme die Preussag am 1. November 1924 das Ibbenbürener Bergwerk. 1939 Umzug zur Osnabrücker Straße. Danach übernahm die Kreisleitung der NSDAP das Preussag Haus bis zum Ende des Krieges 1945. Bis 1950 diente das Gebäude als Notunterkunft für Flüchtlinge. 1950/1951 zog die Amtsverwaltung ein. Die Stadt ersetzt das Verwaltungsgebäude 1972/73 durch einen Neubau. AK - Berginspektion - Josef Schwinn/Sammlung Suer



Berginspektion, Münsterstraße um 1910

Berginspektion, Münsterstraße
um 1910


Pfeil Münsterstraße

Die B 219, die Münsterstraße, links die Einmündung Ledder Straße, rechts das Wohnhaus Bergschneider. Die jetzige Bundesstraße 219 hieß früher im Stadtbereich Werthmühlen-Allee. Zu beiden Seiten dieser Straße standen Linden. An der Ostseite wurde im Jahre 1881 für das seit 1879 bestehende alte Amtsgericht ein Neubau errichtet, in dem sich auch heute noch das Gericht befindet.



Pfeil Münsterstraße - Mühlenteich

Seit 1896 bestand auf der Ostseite des jetzigen Mühlenteiches eine offene Badeanstalt. Diese war 1924 so stark verfallen, dass die Instandsetzung nur unter Aufwendung bedeutender Summen möglich war. Die Amts-Vertretung beschloss aus diesem Grund den Neubau einer Badeanstalt. Der Hauptgrund hierfür war, dass seitens des Amtes die sogenannte Werthmühle und der mit ihr in Verbindung stehende Mühlenteich erworben wurde. Die Arbeiten an der neuen Badeanstalt sowie auch die notwendige Ausschlammung des Mühlenteiches wurden durch Mittel der produktiven Erwerbslosenfürsorge fertiggestellt. Zugleich wurde auch dort eine Grünanlage geschaffen, die sich in der heutigen Form am Eingang der Stadt noch prächtig ausnimmt. Wegen des Zulaufes von stark verunreinigtem Wasser war das Bad am Bauhof zeitweise unbenutzbar. Das Erdloch wurde 1950 geschlossen, die Stadt baute die neue Badeanstalt an der Werthmühlenstraße. Nach Fertigstellung des Wellenbades "Aasee - Bad Ibbenbüren" wurde auch dieses Freibad geschlossen


Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Münsterstraße > > >



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Umbenennung von Straßen und Plätzen in Ibbenbüren während des Nationalsozialismus
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Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrates zur Namensänderung von Straßen vom 13.05.1946
 
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Rückbenennung/Umbenennung der "Horst-Wessel-Straße", so hieß die Münsterstraße von 1933 - 1946
 
  Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


Pfeil Link LWL - Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus  
   
  http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/nstopo/strnam/Kommune_110.html  
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Neumarkt
"Hindenburgplatzes"hieß der Neumarkt in den Jahren 1933 - 1946

Der älteste Marktplatz ist der Untere Markt. Da hier an den Sonntagen das Leben sehr rege war, konnten hier die Handwerker und Gewerbetreibenden ihre Geschäfte tätigen. Viehmärkte haben in Ibbenbüren eine lange Tradition. Die Großviehmärkte waren lange Zeit zwischen dem jetzigen Haus Rüschenschmidt und der Mauritiuskirche. Das Vieh wurde an den mit Ringen versehenen Bäumen angebunden oder sogar an Ringen, die an den alter Häusern an der Großen Straße angebracht waren.



Pfeil Neumarkt - Sprengwagen mit Schneepflug

Die große Staubentwicklung in den Straßen der Stadtgemeinde macht die Beschaffung eines Sprengwagens unumgänglich notwendig. Nach dem Entschluss, die bisher von den Anliegern vorgenommene Straßenreinigung von Seiten der Stadt auszufuhren, wurde ein automatischer Sprengwagen angeschafft mit einer Anhängekupplung und einem Vorbau-Schneepflug (Kisten 25.000 RM) Da der Sprengwagen gleichzeitig noch Feuerlöschzwecken dienen sollte, waren für 3 Feuerwehrleute Sitze vorgesehen, außerdem Vorrichtungen vorhanden zur Unterbringung von 900 m Schlauch und sonstigen notwendigen Gerätschaften. Das Wasser zum Sprengen und Löschen wurde im Allgemeinen dem Mühlenteich des Amtes entnommen.



Pfeil Neumarkt - Feuerwehrhaus

In der Stadt besteht bereits seit 1877 eine Freiwillige Feuerwehr. Als Ergänzung dieser Wehr wurde von der Stadt im Jahre 1887 eine Feuerpolizeiverordnung erlassen. Mit diesem Orts-Statut wurde eine Pflichtfeuerwehr geschaffen. Alle durch das Statut Verpflichteten, dazu gehörten jeder männliche Eingesessene der Stadt Ibbenbüren im Alter von 18-60 Jahren, mit gewissen Ausnahmen wie Geistliche, Lehrer Ärzte etc., hatten sich zu den amtlich angesetzten Übungen pünktlich vor dem Feuerwehrhaus an der Roggenkamp Straße einzufinden.


Viele Jahre waren die Pumpen, Leitern etc. am Roggenkamp neben der alten Schule (heute Kriegergedenkstätte) untergebracht und der Schulhof diente als Übungsplatz der Feuerwehr, bis im Jahre 1935 das Gerätehaus am Neumarkt fertiggestellt wurde, an dessen Errichtung der damalige Wehr-Führer Bürgermeister Dr. Müller großen Anteil hatte. Im Zuge der Sanierung musste auch dieses Gebäude weichen. An gleicher Stelle wurde ein Erweiterungsbau der Fa. Bitter errichtet und eine weitere Teilfläche musste Straßenzwecken dienen.
Blick auf den Neumarkt von den Kaufmännischen Schulen > > >

Neumarkt
  Foto: Alb. Riethues
Neumarkt - 1970er Jahre
 

Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Neumarkt > > >



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Umbenennung von Straßen und Plätzen in Ibbenbüren während des Nationalsozialismus
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Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrates zur Namensänderung von Straßen vom 13.05.1946
 
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Rückbenennung/Umbenennung des "Hindenburgplatzes", so hieß der Neumarkt in den Jahren 1933 - 1946
 
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Oberer Markt
 

Fotos "Obere Markt" um 1910, links die frühere Gaststätte Bergschneider, später Hotel Bernhardt, jetzt Apotheker Meyer. Rechts lag das Hotel "Zum Adler" (Familie Lodde) später Familie Silling. Heutiger Eigentümer ist Josef Silling (Wohn- und Geschäftshaus, Bürgerkeller u. Co-op)


Oberer Markt
Oberer Markt
Oberer Markt
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AK - Oberer Markt um 1915 - Haus Bernhardt, Kröner, Elfers, Hoffschulte
AK - Oberer Markt um 1905 mit Preußendenkmal
AK - Oberer Markt um 1915. In der Bildmitte Haus Bergschneider und Hotel Zum Adler
 

Ansichtskarten - Sammlung Georg Kipp,  


Pfeil Oberer Markt

Auf dem kopfsteingepflasterten Platz hatte zur Genugtuung vieler der Stadtbrunnen weichen müssen für das am 22. Mai 1902 errichtete Denkmal zur Erinnerung an die 200jährige Zugehörigkeit Ibbenbürens zum Königreich Preußen. Wenn es auch nicht den Gefallen aller fand, so hatte der Obere Markt doch einen neuen Akzent (in dem Sinne wurde auch das Denkmal zu dem heutigen Standort auf den Neumarkt gebracht). Die prächtigen Linden vor dem Hause Hoffschulte spendeten kühlen Schatten im Sommer.



Pfeil Oberer Markt

Der "Obere Markt" um 1890 mit Blick in die Große Straße. Das zurück- liegende Fachwerkhaus gehörte der Klempnerei H. Schulte, danach der Familie Schröter, später Kürschner Borger. Seit 1954 sind je zur Hälfte die Familien Borger und Nitsche Besitzer. Rechts im Vordergrund die frühere Besitzung Hoffschulte. Das Haus wurde 1929 an Deters verkauft. Kaufmann Benner betrieb darin ein Haushaltswarengeschäft und Kaufmann Book ein Textilgeschäft. A. Lindhaus erwarb 1950 das Haus, welches 1945 durch Kriegseinwirkungen ausbrannte.



Pfeil Oberer Markt

Die Putzmacherin Henneböhle hatte im rechten Gebäude von Hoffschulte ihre Geschäftsräume bis 1929. Danach betrieb J. Hoffschulte dort Handel mit Autozubehör und Ersatzteilen, Tankstelle und Fuhrwerkswaage. Das Haus brannte 1933 und 1945 ab. Seit 1954 betrieb F. Hoffschulte dort ein Cafe bis 1982.



Pfeil Oberer Markt

Im Jahre 1902, dem Jahr der Errichtung des Denkmals, war der "Obere Markt" mit den ihn umstehenden Geschäfts-und Wohnhäusern ein Zentrum der Gastlichkeit. Theodor Bergschneider hatte damals in seinem Haus (jetzt Apotheke) zum Markt hin eine Schänke. Weitere Gaststätten waren im jetzigen Haus Elfers der Gösmannsche "Bärenstall", wenige Schritte davon die Gaststätte der Witwe Kröner (jetzt Buchhandlung Althaus) dann die Gasträume und einen vielverwendbaren Saal (jetzt Schauburg). Am Anfang der Bahnhofstraße lag die Gaststätte Brinkmann, später Averbeck, jetzt Haus Wysada, weiter der Gasthof "Zum Adler" und der Gasthof "Deutscher Kaiser"- seit 1902 "Hotel Nolte". Als Geschäftshäuser sind zu nennen: Hut- und Pelzwarengeschäft Schröder (jetzt Nitsche), Haushaltswarenhandlung Hoffschulte (jetzt Lindhaus),Schuhmacher Schlömann und Bosse, Damenhutgeschäft Henneböhle, die Hoffmannsche Handlung für Weine, Liköre, Zigarren und Tabakwaren sowie Werkstatt und Laden in dem früher auch für Schulzwecke genützten Haus des Kappenmachers Drees Kolonialwarenladen Jörgens (jetzt Braunschweig) und Drees (jetzt Textilhaus Löbbers). Zwischen den Häusern Drees und Hoffmann befand sich ein Lager für Mühlenprodukte, dem Bau, dem die Fa. Crespel u. Deiters (Haus in Bildmitte) den Erker und den Renaissancegiebel hinzugefügt hatte. Mit dem geschlossenen Kranz von Bürgerhäusern war der "Obere Markt" schon damals Ibbenbürens "Gute Stube".


Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Oberer Markt > > >
  Siehe auch unsere Webseite - Gasthofe und Brauereien in Ibbenbüren um 1900 > > >  


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Osnabrücker Straße
 


Welps Mühle, auch "Welps Hammermühle" (Schmiede) lag an der Osnabrücker Straße gegenüber der Gaststätte Leugermann. Gründung 1808. Herstellung von Maschinen für Mühlen, Werkstätten und für die Landwirtschaft. (bis 1924) Der Blick geht vom Restaurant Körling (Leugermann) über die Osnabrücker Straße stadteinwärts. (nach Süden)

Foto: Th. Bosse - Um 1900

   
Osnabrücker Straße mit
"Schliepmöehlken Welp"
 


Pfeil Osnabrücker Straße - Oeynhausen-Schachtanlage um 1925

Der Ibbenbürener Steinkohlenbergbau ist mehrere hundert Jahre alt. Die Gruben gehörten den Landesherren, welche sie zunächst durch Pächter ausbeuten ließen. Anfang des 18. Jahrhunderts kamen sie mit der Übernahme der Grafschaft Oberlingen und Tecklenburg an Preußen. Der Preußische Staat hat den Betrieb dann bald selbst übernommen und weitergeführt bis 1924 der ganze Bergwerksbesitz in die Preußische Bergwerks und Hütten AG eingebracht wurde. Die ersten Gruben lagen auf dem westlichen Dickenberg, am Königsberge und auf dem östlichen Schafberg. Es waren zuerst nur kleine Betriebe mit Stollen und Haspelschächten. Mit zunehmender Teufe musste man zu planmäßigem Bergbau mit Förderschächten und längeren Wasserlösungsstollen übergehen.
So entwickelten sich die Zechen "Dickenberg, Buchholz, Schafberg und um 1800 Glücksburg am südlichen Berghang in Püsselbüren-Esch. Die Grube Glücksburg einwickelte sich am besten, hier wurde 1825 auf dem Abendsternschacht die erste Förder-dampfmaschine aufgestellt. Die anderen Anlagen verloren dagegen an Bedeutung. Durch die Eröffnung der Eisenbahn Osnabrück-Rheine (1856) konnten neue Absatzgebiete erschlossen werden. Mit der Betriebs Vergrößerung entstanden neue Anlagen, insbesondere der Schacht Pommeresch (1856) mit dem Püsselbürener Hauptförderstollen im Felde Glücksburg und der Schacht von Oeynhausen (1860) mit dem Ibbenbürener Hauptförderstollen. Wegen der günstigeren Lagerungsverhältnisse im "Ostfeld" entwickelte sich der Oeynhausenschacht zum Hauptbetriebspunkt


Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Osnabrücker Straße > > >


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Oststraße
 


Die Bäckerei Hugo Bendiek wurde 1903 gegründet und war ab 1905 im Haus Feldkötter an der Oststraße 5. 1908 wurde das Fachwerk durch einen Ziegelbau erneuert. 1963/64 mußte das Gebäude im Zuge der ersten Straßen-Sanierungsmaßnahmen der Stadt weichen. 1963 wurde an der Kreuzung Wilhelmstraße/Oststraße/Bahnhofstraße, 100 m vom alten Standort der Neubau errichtet.
Die Bäckerei Hugo Bendiek an der Oststraße 5 um 1960 > > >


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Planestraße
 

Die Hyddenburg lag an der Planestraße, zwischen Merschweg und Ubostraße, Erbaut wurde sie im 17. Jahrhundert auf den Grundmauern des ehemaligen Herrensitzes und Witwensitzes der Ritter von Grothaus. Das Gebäude wurde Anfang der 30er Jahre abgerissen.



Pfeil Planestraße und Hyddenburg
Aus "Heimat und Leben" Eine Beilage der IVZ - Nr. 11 vom 2.4.1953

In einer Urkunde von 1134, die sich im Riesenbecker Pfarrhaus befindet, werden zwei Herrensitze des Präfekten Gottschalk V., Edler von Ibbenbüren (1129 bis 1177) erwähnt: Die Burg Grone, deren Grundmauern heute zu dem Anwesen der Familie Diestelhorst an der Jahnwiese gehören und die Hyddenburg. Sie soll von einer Gräfte umgeben und Witwensitz der adeligen Damen gewesen sein. Wahrscheinlich lag sie nahe bei dem alten Haus Ecke Plane- und Ubostraße, das heute noch den Namen Hyddenburg führt. Die Planestraße war früher die einzige Straße, die von Ibbenbüren aus nach Süden führte. Der Weg nahm seinen Anfang vom Alten Posthof und ging geradeaus bis zur Aa, wo sich eine Furt befand. Auch die Postkutschen nahmen diesen Weg. War die Aa passiert, ging es durch die hohe Buchenalleee, jetzt Privatweg des Hauses Grunewald, der sich dann (hinter Crespel) in die rechts nach Schierloh, Riesenbeck und links nach Münster führende Wege teilte. Das alte Haus, heute "Hyddenburg" genannt, lag früher inmitten von Feldern. Der gewaltige Efeu-Baum, der seinen Südgiebel berankt, gibt ihm ein malerisches Aussehen. Früher hieß diese Gemarkung "Auf der Wode" (Werth-Insel). Nach den vielen Urnen zu urteilen, die bei den Ausschachtungs-arbeiten für die Ubostraße 1926 gefunden wurden, muss diese Gemarkung eine alte Kultstätte gewesen sein.
Vor dem alten Haus befand sich früher ein Teich, in dem der Flachs geröstet wurde. Auf Platt nannte man ihn den "Diekpool". In Ibbenbüren wurde bekanntlich viel Leinen gesponnen und nach Holland verkauft. Der Volksmund erzählt von der Hyddenburg, dass in ihr die Witwen der Dienstmannen, die zur Burg Grone gehörten, wohnten. Da sie sich anstatt der Kühe Ziegen hielten, soll der Name Hyddenburg von Ziegen (auf Platt Hippen oder Hydden) abgeleitet worden sein. Sieht man sich den alten Fachwerkbau mit seinen verzierten Giebelstützbalken näher an, so gewinnt man die Überzeugung, dass der Stall später angebaut wurde. Das frühere rundbogige Dielentor ist durch eine kleine, viereckige Tür ersetzt worden. Ein Spruchbalken über dem Eingang sagt:


"Lieber Gott und Herr, alles zu Deinem Lob und
höchste Ehr".Darunter steht links die Jahreszahl
"Anno 1769." Daneben steht: "C. M. = Horstschräder
und Wittibe G. A. Hövel ad 8. November."

Der jetzige Besitzer hatte das Haus 1919 von Hövel gekauft. Gegenüber der Hyddenburg, auf der anderen Seite der Planestraße, steht noch ein alter Fachwerkbau aus dem Jahr 1790. Über der abgerundeten Dielentür stehen die Namen des Erbauers:


Carel Hinrich Wertmöller und Katharina Elisabeth W. M.
den 5. Februarius Anno 1790.

Es gehörte zu den Besitzungen des Herzogs von Arenberg und wurde 1921 an den jetzigen Inhaber verkauft. Immer mehr verschwinden die alten Fachwerkbauten. Es sollte Sorge getragen werden, dass sie erhalten bleiben

Quelle: .Aus "Heimat und Leben" Eine Beilage der IVZ - Nr. 11 vom 2.4.1953
Von Helene Hörstebrock



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Poststraße
"Victor-Lutze-Straße" hieß die Poststraße in den Jahren 1938 - 1946

Die ursprüngliche Bezeichnung dieser Straße hieß "Zum Hallesch". Als aber im Jahre 1664 der alte Posthof errichtet wurde, da bezeichnete man diesen Weg als Poststraße. Hier mündete auch der nach Riesenbeck führende Alte Postdamm (Püsselbürener Damm), der noch heute (in Püsselbüren) die Bezeichnung führt. Dieser Weg führte über den "Grünen Weg" zur Karnhove, dem großen Kornspeicher für die vogteilichen Naturalabgaben, die "Zehnt-Abgaben".
Quelle: Buch "Ibbenbüren: Einst und jetzt" von Anton Rosen - Ab Seite 260



Pfeil Poststraße

Das Kolpinghaus - Zu den kirchlich-sozialen Stiftungen gehört auch der Kolping-Verein, früher "Katholischer Gesellenverein". 1890 auf Anregung des Pfarrers gegründet, wurde bereits 1899 das an der Poststraße gelegene Eschmannsche Haus für 13000 DM als ein eigenes Vereinshaus erworben. Von 1905 ab wurden in der Oberwohnung Übernachtungsräume für wandernde Gesellen geschaffen. 1927 wurde die größte bauliche Umgestaltung des Hauses im Erdgeschoß durchgeführt, die dem Hause die heutige Form gab.


Das Kolpinghaus
   
Das Kolpinghaus um 1905
 

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Pfeil Poststraße

Küerabend über die alte Poststraße in Ibbenbüren
Ibbenbürener Volkszeitung vom 6.11.1953 - Text und Zeichnungen von Helene Hörstebrock

In alter Zeit hieß die Poststraße "Zum Hallesch". Hallesch ist eine Flurbezeichnung. Auch heute noch ist Ibbenbüren von der Nord-, Ost-, Süd- und Westfeldmark umgeben. Die Poststraße gehörte zu den ältesten und wichtigsten Straßen von Ibbenbüren. Durch sie führte der Weg zur "Karnhove", dem großen Getreidespeicher, in dem die Vögte die Zehntabgaben für das Kloster Herford zusammentragen ließen. Auch die alten großen Prozessionen nahmen hier ihren Weg bis zum Püsselbürener Damm, um in großen Bogen wieder zu der Kirche zurückzukehren.
1504 wurden die Anwohner der Straße durch ein großes Unglück heimgesucht. Am 30. April brach 1504 eine furchtbare Feuersbrunst aus, die die ganze Unterstadt verheerte. Die Straße "Zum Hallesch" wurde ein Raub der Flammen. Das Wasser der Brandteiche auf der Wehme, neben dem Pfarrhaus reichte bei weitem nicht aus, die Flammen zu ersticken. Fast alle Häuser brannten bis auf die Grundmauern nieder.
Die erste fahrende Post war die 1664 eingerichtete "Holländische Privatpost", die von Amsterdam über Bentheim, Rheine-Ibbenbüren nach Osnabrück fuhr. Sie verkehrte zweimal wöchentlich und hatte in Osnabrück Anschluss nach Hamburg.
1736 ging diese Holländische Post in den Besitz der Krone von Hannover über, die sie durch die Familie Pagenstecher aus Osnabrück betreiben ließ. Eine Fahrt von Osnabrück nach Rheine dauerte elfeinhalb Stunden, von Osnabrück bis Ibbenbüren allein sieben Stunden. Da Osnabrück im Hannover schen lag, mussten Wegegelder an der preußischen Grenze bezahlt werden.
Eine Fahrt von Ibbenbüren nach Rheine kostete je Person ohne Bagage (Gepäck) 24 Mgr. (Mariengroschen), mit Bagage 30 Mgr. Für die Beförderung eines Briefes zahlte man einen Mgr. Eine Geldsendung von hundert Rtl. (Reichstaler) Gold kostete vier Pfennig und für hundert Rtl. Silber vier Mgr. und vier Pfennig, ein Pfund Lebensmittel kostete drei Pfennig. Wegen ihrer Zuverlässigkeit erfreute sich die Post große Beliebtheit, bei geringen Taxen kam man pünktlich und sicher zum Ziel.


In der Unterstadt, wo alle Straßen Ibbenbürens zusammen trafen, wurde 1664 der erste Posthof errichtet, nach dem die Straße den Namen "Poststraße" erhielt. Die Häuser des jetzigen Unteren Marktes bis zu den Häusern von Overmeyer und (Ofensetzer) Krüger gehörten damals zu der Poststraße. Sie begann am stattlichen Geschäftshaus der Familie Ferdinand Hoffschulte (jetzt Feldmann). Es war aus glatt behauenen Bruchsteinquadern erbaut, eine breite Treppe führte zum Laden des Haushaltsgeschäftes. Der Giebel war zur Straße hin abgeflacht und an seiner linken Seite erstreckte sich ein gepflegter Garten. Rechts reihten sich vier hohe Fachwerkhäuser an, die mit spitzen Giebeln zur Straße blickten. Wo jetzt die Markt-Drogerie ist, wohnte Salomon Abraham, nach ihm wohnte dort der Kaufmann Löwenstein. (1905 Im Adressbuch noch Poststraße 2)


Blick von Unteren Markt (Textilgeschäft Löwenstein) in die Poststraße
 
Blick von Unteren Markt (Textilgeschäft Löwenstein) in die Poststraße
 
 
Textil Löwenstein > Cafe Dierkes > Tuchgeschäft Leesmann > Kornbrennerei Th. Brüggen > Alter Posthof
 
  Foto Sammlung Suer  

Im heutigen Cafe Dierkes wohnte damals Bernhard Lamping, dem der Konditor Führing folgte. Bevor Schneidermeister Leesmann sein Geschäft eröffnete, lebte dort Gerhard Heinrich Placke. Daneben wohnt jetzt Niemeyer, vormals gehörte das Haus Moormann und später Leugefeld.
An diesem Haus biegt ein enges Gässchen ab, das als Fabrikweg zur Firma Bispinck-Sweering führt und die Bezeichnung "Am alten Posthof" trägt. Das nächste Haus liegt etwas zurück von der Straße und gehörte ehemals zum Posthof. Tritt man in den Hof, gelangt man links an ein Haus mit einer vorgebauten, steinernen Rampe, von der die hoch gebauten Postkutschen bestiegen wurden. Das Hauptgebäude der Post, das 1743 an Stelle des alten Posthofes errichtet wurde, hat einen schlichten Renaissance-Giebel. Seine schöne Haustür, über der das Ibbenbürener Wappen angebracht war sowie die großen Fenster mit ihren gewölbten Glasscheiben gaben dem Bau ein vornehmes Aussehen. Weit über hundert Jahre gehörte der Posthof der Familie Kerstein und gelangte später in den Besitz der Familie Brüggen.
Nun kam, etwas in die Straße vorspringend, die Gastwirtschaft von Conrad Hantelmann mit einem geräumigen Nebenhaus, dessen spitze Giebel die Häuserreihe beschlossen. Ein hoher Kastanienbaum lehnte sich an dieses letzte Haus, dem sich ein großer Garten anschloss, an dessen Rückseite sich eine Kegelbahn befand. Hinter diesem Garten, auch durch den Posthof erreichbar, lag das Haus des Gärtners Bernhard Wallmeyer, das noch zur Poststraße gehörte.


Wo heute das Haus von Dr. Kalkschmidt steht, wohnte früher der Landrichter Homann, dem Dr. Schrakamp und Dr. Fassbender folgten. Diesem Haus gegenüber lag eine Scheune (jetzt Kolpinghaus), die zum Posthof und zum Besitz der Familie Kerstein gehörte. Hier war das Ende der damaligen Stadt Ibbenbüren. Äcker breiteten sich aus, die zum größten Teil kirchlicher Besitz waren.
Neben dem Kolpinghaus, das ursprünglich einer Familie Eschmann gehörte, lag das Haus des Amtsrichters Ahlemann (Poststraße 10). Es ging später in dem Besitz des Amtrichters Käsekamp über, von dem es der Bauunternehmer Hermann Schäfer erwarb.
Nun folgte das schöne Biedermeier-Haus, das früher Hermann Voß gehörte. Es wechselte mehrmals den Besitzer und ist heute im Besitz von Dr. Pelken. Ein schöner Garten umgibt das Haus, welches an das Eigentum des Häusermaklers Carl Binda (jetzt Schuhmachermeister Pichl) grenzte. Daneben liegt das Haus von Heckers, an dessen Seite früher ein mächtiger Nussbaum stand. Von hier führte ein Weg zur Bierbrauerei Holstein, deren großer gewölbter Keller während des letzten Krieges als Luftschutzraum diente. Das folgende Eckhaus (Unterer Makrt 5) war 1831 im Besitz der Witwe Ferdinand Jürgens und es wurde 1842 von Heinrich Jörgens übernommen. Seit 1890 gehörte es der Familie der Friseurs Fritz Mager. Früher war die Giebelseite mit Wein umrankt und vor den unteren Fenstern befand sich eine Pergola. Mit seinem abgeflachten Giebel machte das Haus einen behaglichen und verträumten Eindruck.


Im alten Ibbenbüren befanden sich die wichtigsten Gebäude in der Poststraße, die nicht nur durch den Posthof große Bedeutung hatte. Außerdem waren im Seitenanbau des Hauses Hantelmann die Diensträume der Amtsverwaltung. In demselben Haus war auch der Sitz des Gerichts. Später wurde hier auch noch das Katasteramt eingerichtet.
Über der Eingangstür des Posthofes ist das Ibbenbürener Wappen in Stein gehauen. Wie kommt Ibbenbüren zu dem goldenen Anker im blauen Feld? Zum ersten Male findet sich der Anker im Wappen des Bischofs von Verden, der 908 starb. Er war ein direkter Urenkel Wittekinds. Die Edelherren von Ibbenbüren und die Grafen von Tecklenburg stammen nachweislich aus dem Geschlecht Wittekinds und werden als Erbnachfolger dieses Wappen übernommen haben. Upmeyer siegelte bis 1413 mit diesem Ibbenbürener Wappen.
Über der Tür des alten Posthofes das Ibbenbürener Wappen aus Stein >>>

Über der Tür des alten Posthofes das Ibbenbürener Wappen aus Stein
  Zeichnung Helene Hörstebrock > > >
Eingangstür des Posthofes
 

1751 besuchte Friedrich der Große Ibbenbüren. Der König hatte großes Interesse am Bergbau. 1747 hatte Mettingh die gesamten Grubenanlagen für 1000 Reichstaler an den König von Preußen verkauft. Der König war auf der Fahrt in das Fürstentum Ostfriesland, das 1744 durch Erbschaft an Preußen gefallen war. Er war 39 Jahre alt und seine Fahrt ging von Minden nach Leer. Es ist anzunehmen, dass er am Posthof die Pferde wechseln ließ. Bei dieser Gelegenheit überreichte ihm Pastor Adolf Kloppenburg am 11. Juni 1751 eine Bittschrift, um die Genehmigung zum Bau einer katholischen Schule in Laggenbeck zu erwirken.
Friedrich der Große besuchte auch das Bergwerk. Mit dem Freiherrn von Heinitz, dem Schöpfer des neuzeitlichen Berg- und Hüttenwesens, bemühte er sich um Hebung der Förderung der Steinkohlengruben. Noch zwei weitere Königsbesuche hatte Ibbenbüren. Am 14. Juni 1788 kam Friedrich Wilhelm II und am 17. Mai 1857 kam Friedrich Wilhelm IV.
1752 verkehrte eine preußische Post nach Ibbenbüren. Sie kam von Bielefeld über Tecklenburg und fuhr über Lingen nach Aurich. In späterer Zeit wurden noch Postverbindungen nach Hopsten, Lengerich, Münster, Osnabrück, Riesenbeck, Bevergern, Recke, Mettingen und Freren errichtet.
Die von Ibbenbüren nach Osnabrück fahrende Post nahm ihren Weg über den Treppkesberg. Es waren hoch gebaute gelbe Postkutschen. Auf dem hohen Bock saß der Postillion. Oft mussten bei schlechtem Wetter und den steilen Wegen vier Pferde angeschirrt werden. Nach Osnabrück musste unterwegs Wegegeld gezahlt werden. Die Abfahrtsstellen (im Oberdorf)waren am Oberen Markt und vor Rohmanns Haus in der Großen Straße und für die Unterstadt am Posthof und an der Werthmühle. An der Ledder Straße (19) gegenüber der Gärtnerei Grothe war ein Haus, wo Wegegeld entrichtet werden mußte.
Die alten Postkutschen nach Rheine und Münster nahmen den Weg vom Posthof zur Hyddenburg, von dort durch die Planestraße bis zur Aa, wo sich eine Furt befand. Auf dem Privatweg (Groner Allee) von Haus Gronewald fuhren die Wagen zwischen den hohen Buchen (Eichen) entlang und bogen hinter Deiters Fabrik nach rechts ab zum Riesenbecker Postdamm, dann ging der Weg weiter bis zur Brumley-Mühle (über die Kaisereistr. in Birgte).


Hier zweigte der Postdamm nach Münster ab. In Saerbeck musste die Postkutsche mit der Emsfähre übergesetzt werden. Die Straße nach Münster wurde erst in der Franzosenzeit 1805 durch Napoleon angelegt, ebenso die Straße von Osnabrück bis Rheine.
1781 ging die Posthalterei von dem Expediteur Lucassen auf dem Posthalter Kerstein über, es entstand ein Postamt II. Klasse.
Als 1856 die Hannoversche Westbahn eröffnet wurde, musste die Post bald ihre Fahrten einstellen. Bis 1856 befanden sich die Postdiensträume im Hause der Posthalters Kerstein. Postmeisters Kersteins Polly musste die Briefe austragen. Sie wusste immer genau, was auf den Karten stand. Beim Aushändigen teilte sie zugleich den Inhalt mit. In dieser idyllischen Zeit gab es auch einen Landbriefträger, der die Post von Lengerich zum Stift Leeden bringen musste. Er studierte auch vorher die Nachrichten und wenn er zum Pastor kam und diesem mitteilte, dass überraschend Besuch eintreffen würde, dann brachte er zugleich frische Brötchen und Lebensmittel mit, damit die Pfarrersleute nicht in Verlegenheit gerieten oder unnötig weite Wege machen mussten.
1856 wurden die Posträume im Eisenbahn-Stationsgebäude untergebracht, bis 1887 das von der Firma Friedrich Wolf für die Postverwaltung neu gebaute Haus in der Bahnhofstraße bezogen wurde, wo heute noch das Postamt seine Diensträume hat. In Ibbenbüren erschallte das Posthorn bis 1874, bis dahin fuhren noch täglich die Postkutschen nach Riesenbeck, Hopsten, Mettingen und Tecklenburg.
An der Spitze des Amtes Ibbenbüren stand ein Amtmann. Der erste Amtmann war ab 1737 Rump. 1787 wurden die Gerichtsräume im gleichen Haus (Seitenanbau des Hauses Hantelmann) untergebracht, wo sich das Amt befand. Der Nachfolger von Rump war dessen Sohn, der bis 1811 wirkte. In der Franzosenzeit 1806 wurden Recke, Mettingen und Brochterbeck von Amt Ibbenbüren abgetrennt.
Nach Rump folgte Sporleder von 1811 bis 1834. Er hatte unter äußerst schwierigen Verhältnissen seien Amtszeit zu bestehen. Er verfasste eine Chronik über die unruhigen Kriegszeiten, als die Gemeinden ungeheure Abgaben zu leisten hatte. 1815 erhielt die Stadt 130 mal Einquartierungen. In einem Monat gab es Tage, an denen die Bürger zwanzig bis dreißig Mann preußische Truppen unterbringen mussten. Im Januar 1816 gab es 23 mal Einquartierungen. Nebenher liefen die schweren Lasten und Verpflichtungen. Die Einwohnerzahl der Stadt betrug damals 1410, die Landgemeinde hatte 3999 Einwohner.


Von 1834 bis 1871 verwalt ete der Amtmann Ohm Ibbenbüren, ihm folgte Rinteln von 1872 bis 1876. Dann amtierte bis 1832 der Amtmann Reinhard und nach ihm Amtmann Dietrich bis 1900. Unter Dietrich wurde 1890 das neue Amtsgebäude in der Breiten Straße errichtet und bezogen. Noch bis 1900 waren außer dem Amtmann ein Amtssekretär und fünf Gehilfen auf dem Amtsbüro beschäftigt. Die Kassenveraltung leitete ein Gemeinde-Erheber, während der Sicherheitsdienst von zwei Polizeidienern, einem einheimischen Beamten zu Fuß und einem auswärtigen berittenen Gendarm wahrgenommen wurde.
Als die Grafen von Tecklenburg mit der Vogtei des Herforders Besitzes belehnt waren, übertrugen sie das Richteramt dem Meyer des Oberhofes (Upmeyer), der 1413 auch als Richter für das Dorf Ibbenbüren erwähnt wird. Im 16. Jahrhundert trat der Vogt an die Stelle des Upmeiers. Rentmeister und Vogt wurden mit der richterlichen Gewalt für die Obergrafschaft betraut. Im 17. Jahrhundert musste in Gerichtsangelegenheiten Lingen aufgesucht werden. Das Lingener Landgericht wurde 1723 der Domänenkammer in Minden unterstellt. Oberlingen wurde dem Landgericht Tecklenburg zugewiesen, das 1765 aufgehoben und mit der "Regierung zu Lingen" vereinigt wurde.

Zu dieser Regierung gehörten fünf Justizkommissare, von denen 1787 einer in Ibbenbüren und je zwei in Lingen und Tecklenburg ihren Sitz hatten. Zur Zeit der französischen Besatzung 1809 in Ibbenbüren wurde ein "Friedensgericht" eingerichtet. Daneben bestand auch ein Kriegsgericht.
1816 sagt die Chronik: "Das bisher hier noch bestehende Friedensgericht wurde abgeschafft und dafür ein Land- und Stadtgericht eingeführt, welches hier seinen Sitz nahm und dessen Jurisdiction aus den Kirchspielen Ibbenbüren, Brochterbeck, Mettingen, Recke, Halverde, Schale und Hopsten besteht." Als 1816 der Kreis Tecklenburg neu gebildet wurde, erhielt die Stadt Tecklenburg ein Kreisgericht und Ibbenbüren eine davon abhängige Gerichtskommission, sie bestand aus drei Kreisrichtern, ein Richter für das Amt Ibbenbüren, der andere für Bevergern, Hörstel, Riesenbeck, Brochterbeck und Recke, der dritte Richter war für Mettingen, Hopsten, Schale, Halverde und Dreierwalde zuständig. Am 1. Oktober 1879 wurde diese Kommission in ein Amtsgericht umgestaltet und siedelte am 1. Oktober 1881 von der Poststraße in das neue Gerichtsgebäude an der Münsterstraße über. Dabei wurden Bevergern und Dreierwalde nach Rheine abgezweigt.
Das erste Katasteramt des Kreises Tecklenburg wurde 1840 in Ibbenbüren gegründet und befand sich im alten Amtsgebäude in der Poststraße. Der erste Amtsleiter war Kataster-Kontrolleur Waldeyer, dessen Name in den katasteramtlichen Dokumenten seit 1847 häufig auftritt. 1885 erhielt Tecklenburg ein Katasteramt und 1814 auch Mettingen. 1937 wurde das Ibbenbürener Katasteramt mit dem Tecklenburger Amt vereinigt und nach Tecklenburg verlegt. Infolge der Vereinheitlichung des gesamten deutschen Vermessungswesens wurden die Katasterämter im letzten Krieg Reichsbehörden und im Land Nordrhein-Westfalen den Kreisverwaltungen eingegliedert. So wurde im Jahre 1949 das Katasteramt Ibbenbüren, zuständig für Brochterbeck, Riesenbeck, Hörstel und Dreierwalde wieder in Ibbenbüren eingerichtet.


Zwischen dem alten Amtsgebäude (Poststraße 9) und dem Posthof lag die Gastwirtschaft Hantelmann, ein geräumiger Bau, der tief in den dahinter liegenden Garten hineinragte. 1760 besaß Christian Hantelmann eine Brennerei und eine Bierbrauerei. Im ersten Stockwerk seines Hauses befand sich ein Saal, in dem die Hochzeiten gefeiert wurden. Später fanden hier auch die Festlichkeiten der Club-Gesellschaft statt. Der letzte Besitzer, Christian Hantelmann war gleichzeitig Leiter der 1881 gegründeten Volksbank. Nach seinem Tod führte seine Frau die Wirtschaft weiter. Das Nebenhaus wurde von dem Polstermeister Schneidewind erworben.

Poststra0e, Posthof und Postkutsche
  Zeichnung Helene Hörstebrock > > >
Postkutsche vor dem Posthof - Um 1872
 

Zur Zeit des Kapp-Putsches1920 fand im Saal Hantelmann eine Parteiversammlung der Deutsch-nationalen Volkspartei statt, die von den Kommunisten gesprengt wurde.
Während der Hitlerzeit erhielt die Straße den Namen Viktor-Lutze-Straße mit der Begründung, sie sei früher von Lutze als Schulweg von Bevergern benutzt worden.
Bei dem Granatbeschuss in der Frühe des 4. April 1945 wurden die Häuser Hantelmann und Schneidewind getroffen und brannten völlig aus, unglücklicherweise wurden der Polstermeister Schneidewind und der Schneidermeister Schürmann tödlich verletzt.
Aus der Viktor-Lutze Straße wurde (nach dem Krieg) wieder die Poststraße, die sich bis zur Marienstatue erstreckt. Viele hübsche Häuser wurden im Laufe der Jahre an der Poststraße errichtet, die eine der schönsten Straßen in Ibbenbüren ist.


Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung vom 6.11.1953 - Text und Zeichnungen von Helene Hörstebrock


Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Poststraße > > >


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Umbenennung von Straßen und Plätzen in Ibbenbüren während des Nationalsozialismus
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Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrates zur Namensänderung von Straßen vom 13.05.1946
 
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Rückbenennung/Umbenennung der "Victor-Lutze-Straße", so hieß die Poststraße in den Jahren 1938 - 1946
 
  Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


Pfeil Link LWL - Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus  
   
  http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/nstopo/strnam/Kommune_110.html  
Pfeil Ibbenbüren Stadt - 22 Bezeichnungen / 22 Neu-/Umbenennungen / davon 8 noch gültig  


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Raheneschstraße
 

Ibbenbüren - Die ältesten Straßen Ibbenbürens
"Rahenesch" war früher das Weizenfeld des Uphofs. Hier stand die Ibbenbürener Windmühle.
Quelle: Buch "Ibbenbüren. Einst und jetzt" von Anton Rosen - Ab Seite 260


  Standort - Berensmeyers Windmühle - Ecke Ledder Straße - Rahenesch  
Standort - Berensmeyers Windmühle - Ecke Ledder Straße - Rahenesch
  © Amt Ibbenbüren - Karte 030 - Urmeßtischblatt von 1842 (Ausschnitt)  

Berensmeyers Windmühle Auf dem Rahenesch stand eine holländische Bockwindmühle. Sie gehörte zum Hof Berensmeyer, dem Rahenhof. Es handelte sich dabei um eine kombinierte Korn- und Ölmühle. Ihr genauer Standort war der heutige Hofplatz hinter dem Haus Scheuer, Ledder Str. 13. Im Jahre 1825 wurde sie bereits in der Chronik des Amtmanns erwähnt. Ein Gemälde von August Dorfmüller aus dem Jahr 1844 zeigt Ibbenbüren und die Mühle auf dem Rahenesch. Als 1878 das Haus Ledder Str. 13 gebaut wurde, kam die Windmühle zum Verkauf und gelangte nach Münster-Kinderhaus.



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Ringstraße
- Siehe - Schulstraße


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Roggenkampstraße
 

Die alte Roggenkampstraße mit der Volksschule und der Rektorat-Schule, gegenüber dem Elisabeth-Hospital lag das Determeyersche Haus, in dem sich die Kreissparkasse vom Jahre 1856 (Gründung) bis 1902 befand. Im Haus des Küsters Determeyer (links) war die Geburtsstädte der Sparkasse Ibbenbüren.

Josef Determeyer war somit erster Rendant* der Sparkasse. (Eröffnet am 1. Juli 1856) Blickrichtung zur Schulstraße.

Haus des Küsters Determeyer - Roggenkampstraße - 1860
 
Foto: Sammlung Suer
Haus des Küsters Determeyer
-Roggenkampstraße - 1860
 

Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Roggenkampstraße > > >


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Schulstraße
- Ringstraße - Schulstraße - Synagogenstraße

Die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde Ibbenbüren in der Ringstraße 4, später Schulstraße 4, jetzt Synagogenstraße, erbaut 1912 / 1913, zerstört in der Reichspogromnacht am 9. November 1938

Schulstraße 2, vier Stolpersteine - jetzt Nachbargrundstück des Caritas-Alten-
wohnhauses - Synagogenstraße 10

Foto: 1933 - Sammlung Suer

Synagoge der jüdischen Gemeinde Ibbenbüren
   
Synagoge 1933 - Ringstraße 4
 

Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Schulstraße/Synagogenstraße > > >
  Siehe auch unsere Webseite - Stolpersteine in Ibbenbüren > > >  


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Treppkesberg
 

Nördlich und nahe unserer Heimatstadt Ibbenbüren hat der in ostwestlicher Richtung verlaufende Schafberg einen Vorsprung, gebildet durch ein Knie in seiner diesseitigen Begrenzungslinie. Die Stadt ist diesem Vorsprung so nahe, dass nur der Bahnhof zwischen beiden liegt. Die Zentrale der Niedersächsischen Kraft- Werke wurde auf dem Fuße des Bergvorsprunges gebaut und etwa 100 m nördlich der Zentrale beginnt der steile Anstieg des Berges. Einst war dieser Bergvorsprung mit Wald bedeckt. Den sonnigen Abhang nutzten die Grafen von Ibbenbüren am Anfange unseres Jahrtausends zur Anlage eines Weinberges, nach dessen Terrassen der Berg (Straße) den Namen Treppkesberg erhalten hat.

Treppkesberg  
  Foto: Hedtke / Suer - 1950
Treppkesberg - Rechts Abzweig Bergstr.
 

Bildunterschrift: Blick nach Norden. Links vom Spielplatz führt der Treppkesberg hoch auf den Schafberg, Hinter dem Mäuerchen ist der Spielplatz Ecke Bergstraße. Links das Haus Enseling an der Mittelstraße.

     
  Auszug aus unserer Webseite - Die heimische Sandsteinindustrie > > >  


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Uferallee
Die Straße "Am Gaswerk" wurde 2016 in "Uferallee" umbenannt.

Gottschalk hatte zwar Herrensitze, nämlich "Grone" und "Hyddenburg". Von der Hyddenburg ist nur der Flurname erhalten geblieben. Nach einer Romreise hatte Gottschalk das Schloß Ibbenbüren gebaut, als dessen Rest die Ruine des Heidenturmes verblieb. Der "Heidentempel" jetzt Heidenturm genannt, ist der letzte Rest einer alten Ibbenbürener Burganlage aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Vor 75 Jahren stand diese Ruine der "Hyddenburg" noch einsam und verloren am Stadtrand. Eine im Mauerwerk des Heidenturmes gefundene Steinskulptur aus karolingischer Zeit befindet sich seit ca. 50 Jahren im Landesmuseum in Münster. Die Hyddenburg (später Schloß Ibbenbüren) wurde erbaut von den Edelherren von Ibbenbüren, auch als Edelherren von Oesede bezeichnet. Seit 1189 hat diese Burg eine bedeutende Rolle in der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Tecklenburg gespielt.
Quelle: Von A. Altemöller


Pfeil Am Gaswerk - Uferallee    

Städtisches Gaswerk Ibbenbüren, Abgabe von Licht, Koch- und Kraftgas Nebenprodukte: Koks, Teer und Ammoniakwasser. Anfang 1899 entschließt sich die Stadtvertretung für den Bau eines Wassergas-Werkes auf dem Grundstück der Werthmühlen-interessenten in der Südfeldmark neben dem städtischen Schlachthof. Am 27.1.1900 erfolgte die Inbetriebnahme und Versorgung der Konsumenten sowie der Straßenbeleuchtung mit Wasserleuchtgas. Das Rohrnetz erreichte eine Länge von 12 km, an welches ca. 300 Hausanschlüsse mit 380 Zählern und 100 Straßenlaternen angeschlossen wurden.

Städtisches Gaswerk Ibbenbüren
   
Stadtwerke mit Gaswerk und Schlachthof
 

Bildunterschrift: Luftaufnahme der Stadtwerke mit Gaswerk und Schlachthof in der Nähe des Mühlenteiches (rechts) aus dem Jahr 1952. Im Hintergrund die alte Badeanstalt. Heute ist dort der Bauhof.


Da das Wassergaswerk sehr unwirtschaftlich zu betreiben war, (das scharfe Wasserleuchtgas fraß die Gasbehälter, Zähler u.a. so stark an , dass deren Erneuerung häufig notwendig wurde) entschied sich die Stadtvertretung 1907 zum Umbau des bisherige Wassergaswerkes für die Kohlengasproduktion. Von da an setzte die Wirtschaftlichkeit des Werkes ein. Die Gasabgabe betrug pro Jahr 240.000 cbm. Die weitere Gasabgabe wurde durch die Einführung der elektrisch Energie begrenzt. Nachdem die nieder-sächsischen Kraftwerke AG in Ibbenbüren im Jahre 1912 ihr Kraftwerk in Betrieb genommen hatten, kam es auf Drängen der Stadt zum Vertragsabschluß mit der Kraftwerke AG., zunächst auf die Dauer von 30 Jahren, demzufolge die Stadt von der Gesellschaft die gesamte elektrische Energie erhält. Während anfänglich das Leitungsnetz sich nur auf den inneren Stadtbezirk erstreckte, erfolgt besonders in den Nachkriegsjahren der weite Ausbau in den Feldmarken. Von A. Altemöller



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Unterer Markt
 

Um den "Unteren Markt" und rund um die jetzige evangelische Kirche befindet sich der älteste Siedlungskomplex des Ortes und Kirchspiels seit der Christianisierung (um 800) und dem Bau der ersten Kirche. Hier laufen die Brunnenstraße, die Marktstraße, die Münsterstraße, die Poststraße und die Kanalstraße zusammen


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Der Untere Markt auf alten Ansichtskarten
Der Untere Markt auf alten Ansichtskarten
Der Untere Markt auf alten Ansichtskarten
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AK - Blick über den Unteren Markt
zur Poststraße. - Um 1905
AK - Blick aus der Bachstraße zum
Unteren Markt und Christuskirche - 1910.
AK - Blick aus der Münsterstraße zum
Unteren Markt und Christuskirche - 1905.
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spacer © Ansichtskarten - Sammlung Georg Kipp, Werner Suer, Clemens Beckemeyer
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Pfeil Unterer Markt

Auf dem Unteren Markt wurde an den Tagen, an denen der Großviehmarkt stattfand, Schweine gehandelt, vorwiegend Ferkel. Mit den Viehmärkten war immer ein kleiner Krammarkt auf dem Oberen Markt verbunden.
Um die Jahrhundertwende war der Untere Markt noch eine Idylle. Die Plane und der Köddelbach verliefen noch offen über Platz: Sie wurden zum Teil verrohrt und kamen erst jenseits der Firma Sweering wieder ans Tageslicht.



Pfeil Unterer Markt - Landratsamt

Das Haus von Ferdinand Hoffschulte am "Unteren Markt" ist heute Eisen Feldmann. In diesem Haus war von 1816 bis 1821 das Landratsamt des damals neugebildeten Landkreises Tecklenburg. Geheimrat Mauve, der erste Landrat, hatte hier am Unteren Markt seinen Amtssitz.

Foto: Unterer Markt 1895 - Sammlung Suer / Fam. Feldmann

Ehem. Haus Hoffschulte (Heute Feldmann) Unterer Markt - 1895
 
Ehem. Haus des Ferdinand Hoffschulte
am Unteren Markt
 

Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Unterer Markt > > >


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Venesch
 

Dort waren die Sandböden zwischen Ibbenbüren und Lehen. Alle weiteren Straßenbezeichnungen stammen aus neuerer Zeit. Nach der Kartenskizze vom Jahre 1684 gruppierte sich der Kirchort Ibbenbüren aus folgenden Straßenzügen: Püsselbürener Damm, An der Kürtelbecke, Friedhofstraße, parallel dazu die Brunnenstraße, nach Südosten führte die Klosterstraße und die Münsterstraße, nach Süden die Bachstraße und nach Westen die Poststraße zum Hallesch.
Quelle: Buch "Ibbenbüren: Einst und jetzt" von Anton Rosen - Ab Seite 260



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Waldfrieden
 


Das Kurhaus "Waldfrieden" mit "Lustpark" zwischen der Bockradener Straße und der Nordstraße war ursprünglich eine Brauerei von "Brüggen am Felsenkeller". Es wurde dann an den Gastwirt Lindemann verkauft, der hier einen großzügigen Neubau errichtete (Waldpark mit Wirtschaft und Fremdenpension). Er und sein Nachfolger Vogt führten den Betrieb unter dem Namen "Kurhaus Ibbenbüren". Im Jahre 1924 kam das Haus durch Kauf an den Orden vom guten Hirten.

Luftkurhotel "Waldfrieden"
   
Luftkurhotel "Waldfrieden"
 

Siehe auch unsere Webseite - Gasthofe und Brauereien in Ibbenbüren und Umgegend um 1900 > > >


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Wehme
 

Die Wehme an der Poststraße Das Preussag-Werkswohnhaus hinter dem Kolpinghaus wurde erst im Sommer 1967 abgerissen. Aus den dahinterliegenden Gärten entstanden 1970 im Zuge des Ausbaues der Weststraße Parkstreifen. Das Kolpinghaus (rechts) hat sich äußerlich kaum verändert. Der Vorgarten musste bei Ausbau und Erweiterung der Poststraße weichen.

Blick von der Poststraße in die Wehme - 1939 > > >

Blick von der Poststraße in die Wehme - 1939
  Siehe auch unsere Webseite - Gestern & Heute - Die Poststraße > > >    
  Foto: August Altemöller / Sammlung Suer    


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Wiesenerskamp
 

Der Wiesenerskamp ist vielen älteren Ibbenbürenern noch unter dem Namen „Wilhelmshöhe“ bekannt. Dazu kann der Leser mehr erfahren im angefügten Aufsatz zu diesem Thema. Aber woher kommt der heutige Name der Straße? 1767 hat der Untervogt Wiesener hier einen Kamp als seinen Grundbesitz. Sein Sohn, der Chirurg Wiesener, ist 1788 als Arzt für die Bergleute tätig, er kümmert sich nicht nur um kranke und verletzte Menschen, er schneidet auch Haare und rasiert Bärte. Die Straßenbezeichnung „Wiesenerskamp“ kommt wohl vom dort gelegenen Kamp der Familie Wiesener. Heute (2009) ist hier eine moderne Siedlung entstanden >>>

Wiesenerskamp
  Siehe auch unsere Webseite - Kaiser Napoleon und der Wiesenerskamp > > >
Der Wiesenerskamp - 2009
 
  Foto: Werner Suer - 2009    


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Wilhelmstraße
 



Die Villa Többen wurde erbaut von Johann Bernhard Többen, Besitzer der Baumwollweberei, Abbruch des schönen Hauses an der Wilhelmstraße 6 1964. An dieser Stelle wurde das Hochhaus der kaufmännischen Schulen errichtet.

Die Villa Többen an der Wilhelmstraße Nr. 6 > > >

 Die Villa Többen


Pfeil Wilhelmstraße

Wo jetzt der Busbahnhof ist, klapperten über siebzig Jahre hindurch die Webstühle der Firma J.B. Többen, 1870 gegründet. Nach dem zweiten Weltkrieg ging die Fa. Többen in den Besitz der Firma Kindermann über, die 1967/1968 in Folge der Stadtsanierung an die Umfluth (Aasee) verlagert wurde.



  Pfeil Wilhelmstraße - Weberei J.B. Többen    

Die Firma J.B. Többen am Bahnhof. Die Firma Többen wurde im Jahre 1870 von Bernh. Többen gegründet. Aus kleinen Anfängen hatte sich das Unternehmen rasch weiter entwickelt. Nach 1900 wurde die Fabrik weiter vergrößert. Eine Bleicherei sowie eine Stück- und Garnfärberei wurden angeschlossen. Schon 1910 waren 400 Webstühle vorhanden und über 150 Personen fanden eine Beschäftigung. Nach dem Tod des Gründers im Jahre 1914 übernahm Dr. Bernhard Többen den Betrieb.

Die Weberei B. Többen

Nach dessen Tode 1940 wurde seine Frau, eine geborene Rennen, die Erbin. 1944 wurde der Betrieb nach dem Tode von Frau Többen von dem 12jährigen Bernhard Többen geerbt, der aber 1945 beim Hantieren mit zurückgebliebener Kriegsmunition tödlich verunglückte. Diesen Besitz erbten die Geschwister Rennen, die 1947 die Fabrikanlage an die Gebrüder Kindermann aus Litzmannstadt verpachteten und später hieran veräußerten. Die Fa. Kindermann wurde 1967/68 in Folge der Stadtsanierung an die Umfluth (Aasee) verlagert. Im ersten Weltkrieg 1914 - 1918) wurden die Firmen Többen und Keller in Laggenbeck verpflichtet, Rüstungsaufträge zu übernehmen. Die Fa. Többen hatte um 1902 die Betriebsgebäude der Fa. Bergmeier an der Osnabrücker Straße (heute Fernmeldestation) übernommen und stellte hier während des Krieges Granaten vom Kaliber 15 cm her.


Siehe auch unsere Webseite - Ibbenbüren - Gestern & Heute - Wilhelmstraße > > >


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Zum Hallesch
  Siehe Poststraße > > >

Die ursprüngliche Bezeichnung der Poststraße. hieß "Zum Hallesch". Als im Jahre 1664 der alte Posthof errichtet wurde, da bezeichnete man diesen Weg als Poststraße.
(Aus "Ibbenbüren. - Einst und jetzt" von Anton Rosen - IVD 1952)




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Pfeil Ibbenbüren - Straßenkarte der Innenstadt - Ansicht um 1823

Straßen der Innenstadt
© GSV Städteatlas Verlag - Stadtansicht 1826 . Dr. phil. Ellen Widder (Widderplan) -

           

 
Beim Berühren der Straßennamen mit dem Mauszeiger werden die Straßen in der Karte angezeigt.
 



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Grafik - Straßen in Ibbenbüren
von A bis Z

Treppkesberg - Laggenbecker Straße - An der Reichsbahn - Osnabrücker Straße
Treppkesberg - Laggenbecker Straße - An der Reichsbahn - Osnabrücker Straße
Luftaufnahme - 12. März 2017 - Björn Oelgemöller


  A - B   B - E   E - G H - K  

Aantpool
Aaseewinkel
Aatal
Abendsternschacht
Ackerstr.
Adlersteige
Alstedder Esch
Alstedder Grenze
Alstedder Str.
Alte Bleiche
Alte Bockradener Str.
Alte Münsterstr.
Alte Nordstr.
Alte Str.
Altemöllerskamp
Alter Bergkamp
Alter Hünhügel
Alter Merschweg
Alter Postdamm
Am Abendstern
Am Alten Posthof
Am Barbarastollen
Am Berg
Am Bergteich
Am Beustschacht
Am Birkenwäldchen
Am Fischteich
Am Flüddert
Am Forsthaus
Am Friedhof
(Am Gaswerk) Uferallee
Am Güterbahnhof
Am Hagenpad
Am Hedwigsheim
Am Heidenturm
Am Karlschacht
Am Klee
Am Klostergarten
Am Lehrsteinbruch
Am Luftschacht
Am Mariannenschacht
Am Mühlenbach
Am Postamt
Am Ring
Am Schierfeld
Am Sonnenhang
Am Sonnenhügel
Am Sportzentrum
Am Tennisplatz
Am Wall
Am Wasserwerk
Am Weinberg
Am Wescamp
Am Wiesenteich
Am Wilhelmschacht
Am Wintehügel
Am Winterhügel
Am Wittenbrink
Amselweg
An den Klärteichen
An den Steinbrüchen
An der Aa
An der Bahn
An der Blankenburg
An der Diekwiese
An der Glashütte
An der Kohlenwäsche
An der Matthäuskirche
An der Mauritiuskirche
An der Michaelkirche
An der Mielke
An der Ökonomie
An der Reichsbahn
An der Umfluth
An der Zechenbahn
Andersenstr.
Andreasstr.
Ankerstr.
Annastr.
Anton-Rosen-
Gängesken
Arenbergstr.
Arlandstr.
Arminstr.
Arndtstr.
Asternstr.
Auf dem Trüssel
Auf der Flur
Auf der Heide
Auf der Lau
Auf der Lienenburg
Auf der Plake
Augustusweg
Bachstelzenweg
Bachstr.
Bahnhofsplatz
Bahnhofstr.
Barbarastr.
Barhornweg


  Bärlauchweg
Bäumerstr.
Bechsteinstr.
Beethovenstr.
Behringstr.
Behringstr.
Bekassinenweg
Bentingstr.
Bergesanfang
Bergeshöhe
Berghang
Bergkamp
Bergmeyersweg
Bergsiedlung
Bergstr.
Bergstrang
Berkenburg
Berliner Str.
Bernburger Str.
Bertastr.
Birkenallee
Birkenweg
Birkhof
Bismarckweg
Blomenkamp
Böckemeyerskamp
Bocketaler Str.
Bockradener Str.
Bodelschwinghstr.
Bogenstr.
Bohnenweg
Bomberg
Bonhoefferstr.
Brahmsstr.
Bramliet
Brandenburger Str.
Breedenweg
Breite Str.
Breite Str.
Breslauer Str.
Brinkmannweg
Brochterbecker Str.
Brockwiesenstr.
Broelmannweg
Brombeerweg
Bronswicks Esch
Brookfeld
Browerskamp
Brucknerstr.
Brüder-Grimm-Str.
Brumleyweg
Brunhildstr.
Brunnenstr.
Buchenweg
Buchholzer Damm
Buchholzstr.
Buchsbaumweg
Burgundenstr.
Burgweg
Bussardweg


Cäcilienstr.
Cappelner Weg
Carl-Keller-Str.
Cheruskerstr.
Clara-Schumann-Str.
Cranachstr.
Crossener Str.


Daßmannweg
Däumlingweg
Dessauer Str.
Determeiersweg
Dianaweg
Diekweg
Dierksknapp
Diesterwegstr.
Dompfaffweg
Dorastr.
Dörenther Berg
Dörnebrink
Dornierstr.
Dornröschenweg
Dreesch
Dresdener Str.
Drosselbartweg
Drosselweg
Droste-Hülshoff-Str.
Dünenweg
Dürerstr.
Duskampweg

Eckernkamp
Edith-Stein-Str.
Eibenweg
Eichendorffstr.
Eichengrund


  Eichenweg
Eichhörnchenweg
Eisenacher Str.
Eisenbahnweg
Eisenerzweg
Eisenhansweg
Eisenstr.
Elmendorfer Str.
Emil-Frank-Str.
Emslandstr.
Engelhardtstr.
Erfurter Str.
Erikastr.
Erisstr.
Erlengrund
Ernastr.
Eschenweg
Eslagestr

Fahlbachtal
Falkenhorst
Färbergasse
Fasanengehege
Felchenweg
Feldstr.
Felix-Schulz-Str.
Feuerbachstr.
Fichtengrund
Finkenfeldstr.
Finkenweg
Fisbecker Forst
Flachsweg
Fledder
Flemingstr.
Flottwellstr.
Flurstr.
Föhrengrund
Fordweg
Forellengrund
Forstweg
Frankenstr.
Frau-Holle-Weg
Freiherr-vom-Stein-Str.
Friedastr.
Friedenstr.
Friedhofsweg
Friedrichstr.
Friedrich-Wilhelm-Str.
Frieslandweg
Fröbelplatz
Fröbelstr.
Fuchsweg
Fuggerstr.
Fürstenberger Str.


Garnaustr.
Gartenstr.
Gelber Esch
Geranienweg
Gerdastr.
Gerhardstr.
Gerichtsweg
Gerstenweg
Gildestr.
Gillmannstr.
Ginsterweg
Glogauer Str.
Glosemeyersgasse
Glück-Auf-Str.
Glücksburger Str.
Glückswinkel
Goethestr.
Goldbusch
Goldhügelstr.
Gotenstr.
Gottliebweg
Gottschalkstr.
Grafschafter Ring
Gravenhorster Str.
Greifenhagener Str.
Grenzacker
Grenzweg
Gretelweg
Groner Allee
Große Str.
Grote Hee
Grothausstr.
Grube Sonnenschein
Gründkenliet
Grüner Brink
Grüner Weg Grünewaldstr.
Guntherstr.
Gustav-Deiters-Str.
Gustav-Hugo-Str
Gutenbergstr.





Haarweg
Habichtshöhe
Hafenstr.
Haferweg
Hagenpad
Hainbuchenweg
Halleschstr.
Hammerschlag
Händelstr.
Hanfweg
Hangweg
Hansastr.
Hänselweg
Hardenbergstr.
Hardikskamp
Haselnußweg
Hasenkamp
Haspelweg
Hauereck
Hauffstr.
Hauptstr.
Hausstätte
Haydnstr.
Hebbelstr.
Heckelstr.
Hectorstr.
Heidburenweg
Heideweg
Heinrich-
Brockmann-Str.
Heinrich-Lersch-Str.
Heinrichstr.
Heitkampweg
Heldermannstr.
Helgastr.
Hellendoorner Str.
Herbartstr.
Herbringskamp
Hermannstr.
Hermannsweg
Heuwinkel
Himbeerweg
Hofmeierskamp
Höhenstr
Holbeinstr.
Holsterkampstr.
Holthauser Str.
Holtkamp
Holunderweg
Hoppenweg
Hopstener Str.
Hubertusstr.
Humboldtstr.
Hünefeldskamp
Hünhügel
Hyddenburg


Ibbenbürener Str. Idastr.
Ignatz-Wiemeler-Str.
Iltisweg
Im Brook
Im Hilgen Feld
Im Langewieser Esch
Im Streb
Im Venn
In der Garte
In der Nordfeldmark
In der Ostfeldmark
In der Südfeldmark
In der Westfeldmark
Isaak-Winkler-Weg

Jagdgrund
Jägerstr.
Jahnstr.
Jenaer Str.
Johannesstr.
Jordanstr.
Jorindeweg
Josefshöhe
Josefstiftsgasse
Josef-Verlemann-Str.
Junkendiek

Kampstr.
Kanalstr.
Kantweg
Kastanienweg
Käthe-Kollwitz-Str.
Keilhaue
Keplerstr.
Kiebitzgrund
Kiefernweg
Kiesweg
Kirchenesch
Kirchstr.
Kittenkamp
Kleekamp



  K - L   M - N   N - R R - S  

Kleimannstr.
Klippental
Klostergasse
Klosterstr.
Knappenstr.
Köllersweg
Königsberger Str.
Kornstr.
Köthener Str.
Kötterstr.
Kraneburg
Kranichweg
Kriemhildstr.
Krokusweg
Kronenburg
Krummacher Str.
Kuckucksweg
Kümperweg
Kurze Str.


Lachsweg
Laggenbecker Str.
Langeholz
Langenpool
Lausen-Martin-Gasse
Lausitzweg
Lauweg
Lavendelweg
Ledder Dorfstr.
Ledder Str.
Lehener Esch
Lehrer-Lämpel-Weg
Leibnizweg
Leipziger Str.
Leischultenkamp
Lengericher Str.
Lerchenweg
Lessingstr.
Libellenweg
Liebigstr.
Lilienhof
Lindenbrook
Lindenstr.
Löchtweg
Loismannweg
Lönsweg
Lorbeerweg
Lorenweg
Lortzingstr.
Lotsenweg
Ludgeriweg
Ludwigstr.
Lutherstr.
  Magdeburger Str.
Mahlerstr.
Maisweg
Malvenweg
Maria-Montessori-Str.
Marienstr.
Marktstr.
Markweg
Mauritiusstr.
Maybachstr.
Meisenweg
Meißener Str.
Memelweg
Menzelstr.
Merschweg
Merschwiese
Merseburger Str.
Mettebrink
Mettinger Grenze
Mettinger Str.
Meyringstr.
Michaelstr.
Mittelstr.
Moorweg
Mörikestr.
Mozartstr.
Mühlengrube
Mühlenweg
Mühlenweg Münsterlandweg
Münsterstr.


Naumannstr.
Nelkenstr.
Nelly-Sachs-Str.
Neue Bockradener Str. Neuentheilerstr.
Neumarkt
Neumarktstr.
Neusalzer Str.
Neustr.
Nibelungenberg
Niedersachsenring
Nienkamp
Niermeyersweg
Nikestr.
Nobelstr.
Noltengängsken
Nordbahnstr.
Nordstr.




  Nordwestweg
Nußkämpe


Oberer Markt
Oberster Esch
Ockerweg
Oelmühlenstr.
Oeynhausenstr.
Offenbachstr.
Okereistr.
Oranienweg
Osnabrücker Str.
Osningstr.
Ossenliet
Ostenwalder Str.
Osterberg
Ostring
Oststr.
Ottenweg
Overbergstr.


Peilweg
Perkinsstr.
Permer Stollen
Permer Str.
Petersweg
Planestr.
Poggenkamp
Polkenhügel
Pommeresch
Pommernweg
Possenfeldstr.
Poststr.
Poststr.
Potsdamer Str.
Potthofweg
Preißelbeerweg
Prinzhügel
Prozessionsweg
Püsselbürener Damm
Püsselbürener Grenze

Quellengrund
Querenberg

Raabestr.
Raheneschstr.
Rählege




Rapunzelweg
Rebhuhnweg
Recker Str.
Redenweg
Regerstr.
Rehdiek
Rehgrund
Rembrandtstr.
Reuterstr.
Rheiner Str.
Rheinlandstr.
Richardstr.
Rickelmannstr.
Riehenweg
Riesenbecker Postweg Riesenbecker Str.
Ringstr.
Robert-Koch-Str.
Rochusstr.
Rodenweg
Roggenkampstr.
Rohe Land
Rohmanns Anlagen
Rohmanns Echo
Rohmannstr.
Röhrichtweg
Römerstr.
Roncallistr.
Röntgenstr.
Rosenstr.
Rosmarinstiege
Roßlauer Str.
Rostocker Str.
Rotdornweg
Rotkäppchenweg
Rubensstr.
Rudolf-Diesel-Str.
Rudolf-Dolle-Str.
Rudolfschacht
Rudolf-Steiner-Str.
Rudolfstr.
Rudolf-Virchow-Str.

Salmeck
Sandersheide
Sandweg
Sauerbruchstr









S   S - W   W - Z  

Sauerbruchstr.
Sauerlandstr.
Schafberger Grenze
Schafberger Postweg
Schaler Weg
Schelderdiekstr.
Schellingweg
Schierloher Grenze
Schierloher Mühlenweg
Schillerstr.
Schlangenpättken
Schlegelstr.
Schlehdornweg
Schleiweg
Schleppbahn
Schlesierweg
Schlichterheide
Schlickelder Str.
Schlüsselstr.
Schneewittchenweg
Schnepfengrund
Schniedersweg
Scholmeyersgasse
Schopenhauerweg
Schoppenbusch
Schubertstr.
Schulstr.
Schultenwiese
Schürfweg
Schwalbenring
Schwarzer Weg
Schweriner Str.
Seemannstr.
Siegerlandstr.
Siegfriedstr.
Solbachweg
Sperberweg
Spindelgasse
Spitzwegstr.
St.-Florian-Str.
St.-Josef-Str.
Staudiglgasse
Steigereck
Steinacker
Steinbecker Str.
Steinbrinkheide
Steinkamp
Steinmarderweg
Sterntalerweg
Stettiner Str.
Stöckerstr.
Stralsunder Str.
Straußstr.
Strickerwall
Strootbachweg
  Südhang
Südring
Südstr.
Sundern
Synagogenstr


Talstr.

Tannenkamp
Teckelweg
Tecklenburger Damm
Tecklenburger Str.
Tegelmannstr.
Teichweg
Teutoburger Str.
Teutohang
Theodorstr.
Thomastr.
Thunacker
Treppkesberg
Trüsseldiek


Ubostr.
Uffeln Mitte
Uffelner Berg
Uffelner Esch
Uffelner Str.
Uferallee
Uhlandstr.
Unterer Markt
Up de Gadde
Up de Hee
Uphof
Uppenkamp

Velper Str.
Venesch
Vinkelfeld
Vogtlandstr.
Von der Heydt
Von-Vincke-Str.
Vor Ort
Vosshügel

Wacholderweg
Wagenfeldstr.
Wagnerstr.
Waldenburger Str.
Waldeshöhe
Waldfrieden
Waldweg
Wallgraben
Wallheckenweg
Walnußweg
  Weberstr.
Wehme
Weidenstr.
Weimarer Str.
Weißdornweg
Weizenweg
Wellenbrook
Wellenwiese
Wersborgweg
Werthmühlenstr.
Westfalenstr.
Weststr.
Wetkampstr.
Wetterstr.
Wibbeltstr.
Wicherngasse
Wichtelweg
Wickingweg
Widukindstr.
Wieker Berg
Wieselpaß
Wiesenerskamp
Wiesengrund
Wiesenweg
Wieskebrook
Wildenesch
Wildkamp
Wilhelm-Busch-Str.
Wilhelmstr.
Windmühlenweg
Winkelhof
Winkelstr.
Wismarer Weg
Wittenberger Str.
Wurtkampstr.

Zechenstr.
Zedernweg
Zeppelinstr.
Zu den Kämpen
Zu den Klippen
Zum Esch
Zum Guten Hirten
Zum Herthasee
Zum Mühlsteinbruch
Zum Waldfriedhof
Zum Welleken
Zumdiekskamp
Zur Alten Wache
Zur Blauen Ecke
Zur Post
Zwirnerweg



 


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Links zum Thema :: Straßen in Ibbenbüren spacer

Ibbenbüren im Wandel der Zeit  
  Die ersten chausseemäßigen Wegebauten und Anlegung der Bergwerksstraßen  
  Gasthofe und Brauereien in Ibbenbüren um 1900  
     
  Stadtplan Ibbenbüren - http://www.stadtplaeneonline.de/  
  Google Maps/Karten - Ibbenbüren - https://www.google.de/maps/@52.2745169,7.721977,14.29z  
  Bing Maps/Karten - Ibbenbüren - http://www.bing.com/maps  
  Straßenweb - Ibbenbüren - http://www.strassenweb.de/  


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Bücher zum Thema :: Straßen in Ibbenbüren

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Ibbenbüren - Vom ländlichen Kirchspiel zur modernen Stadt


Von Friedrich Ernst Hunsche
Mit einem Beitrag von Prof. Dr. Gerhard Keller

Verlag Bernhard Scholten, 453 Ibbenbüren
Ibbenbüren 1974
256 Seiten, Gebunden

 
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Alt-Ibbenbüren
- Bilder Berichte Geschichten

von Friedrich E Hunsche (Autor), Bernhard Holwitt (Autor)
2. überarbeitete und erweiterte Auflage: Dezember 1980
Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH 1980
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten

ISBN-10: 3921290031
ISBN-13: 978-3921290033

Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH - http://www.ivd.de


Alt-Ibbenbüren
2. Auflage

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Ibbenbüren. Einst und jetzt

Von Anton Rosen

Ibbenbürener Vereinsdruckerei, 1952
Umfang: 535 S. : Ill., Kt.

Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH - http://www.ivd.de
 

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"Heimat und Leben"

Beilage (Heimatzeitung) der IVZ von 1922 - 1954


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Webseite "Heimat und Leben" >>>
Heimat und Leben

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"Heimat-Zeitung des Tecklenburger Landes"

Beilage (Heimatzeitung) der IVZ von 1983 - 2011


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