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Stadtmuseum Ibbenbüren :: Ausstellungsarchiv

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1. Alte Ansichtskarten der Stadt Ibbenbüren - Ausstellung vom 08. 03. 2008 bis 22.06.2008
spacer 2. Kaffeegeschichten aus der Stadt Ibbenbüren - Ausstellung vom 26. 09. 2008 bis 07.12.2008
spacer 3. Ofensonntag im Stadtmuseum Ibbenbüren - Sonderausstellung am 08.03.2009
spacer 4. Bronzezeit in Westfalen. Ibbenbüren vor 3500 Jahren". Ausstellung vom 05.04.2009 bis 21.06.2009
spacer 5. Ofensonntage im Stadtmuseum Ibbenbüren - Sonderausstellung vom 15. November bis 17. Januar 2010
spacer 6. Sonderausstellung "Feuer und Flamme" - Ausstellung vom 28.08.2010 bis zum 10.10.2010
spacer 7. "Postgeschichte(n) aus der Stadt Ibbenbüren" - Ausstellung vom 10.07.2011 bis 27.05.2012
spacer 8. "INTARSIA" zeigt kunstvolle Einlegearbeiten von Theo Bußmann - Ausstellung vom 09.09.2012 bis 31.03.2013
spacer 9. Gemäldeausstellung von Bernard Richter - Richters Auslese - Vom 07. Juli bis zum 29.12.2013
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10. Spiel mit dem Feuer. Kleine historische Motiv- und Kunstgußöfen.- 1. September 2013 bis 28.12. 2014
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11. Märchenausstellung mit Ruth Rahe vom 1. Juni bis 28. Dezember 2014





 
Das Stadtmuseum Ibbenbüren zeigt die Ausstellung
 
 
"Spiel mit dem Feuer"
 

Ausstellung einer beachtlichen Sammlung kleiner historischer Motiv- und Kunstgußöfen. Die
einzigartige Ausstellung ist ab dem 1. September 2013 im Stadtmuseum zu besichtigen.
Das Stadtmuseum an der Breiten Straße 9 ist sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet




Ausstellung einer beachtlichen Sammlung kleiner historischer Motiv- und Kunstgußöfen
.

Spielend lernen Kinder einfacher Leute nahmen von Anfang an am alltäglichen Haushaltsgeschehen teil und lernten auch schon früh den Umgang mit dem Feuer. Die Kinder von begüterten Eltern jedoch spielten in ihren schön eingerichteten Kinderzimmern. Wie man aber Mahlzeiten bereitet, das wurde dann mit speziellen Lernöfen vermittelt. So lernten die jungen Mädchen in verkleinertem Maßstab das Hauswirtschaften.

Grafik - Lernöfen und Puppenherde
 
Lernöfen und Puppenherde


Durch die gute Zusammenarbeit mit dem „Feuerstätten-Museum“ Asbeck wurde diese großartige Ausstellung möglich.
Dort erfährt der Besucher weitere interessante Aspekte zur Bedeutung des Feuers im Laufe der Menschheitsgeschichte.
Heimatmuseum Asbeck www.heimatverein-asbeck.de



Detailverliebtheit im Mini-Format: Kleine Töpfe, Pfannen oder Kannen gehören zu den Lern- und Puppenöfen dazu
Flyer Vorderseite
Flyer Rückseite
Detailverliebtheit im Mini-Format: Kleine Töpfe, Pfannen
oder Kannen gehören zu den Lern- und Puppenöfen dazu.
Flyer - PDF
Flyer - PDF
Foto: IVZ - Daniel Lüns
(970 kb)
(17 MB)







Stadtmuseum Ibbenbüren - Eröffnung der Ausstellung "Spiel mit dem Feuer" - 01.09.2013


Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
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Stadtmuseum Ibbenbüren
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Stadtmuseum Ibbenbüren
 
    


Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
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Stadtmuseum Ibbenbüren
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Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
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Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
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Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
Ausstellung "Spiel mit dem Feuer"
Stadtmuseum Ibbenbüren
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Stadtmuseum Ibbenbüren
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Fotos: Stadtmuseum Ibbenbüren







Stadtmuseum Ibbenbüren - Ausstellung "Spiel mit dem Feuer" in der Presse
Stadtmuseum Ibbenbüren


"War da früher richtig Feuer drin?
Die neue Ausstellung im Stadtmuseum zeigt alte Herde und Ofen Spielen und Lernen
IVZ vom 03.09.2013
Ibbenbürener Volkszeitung

bst. Ibbenbüren. Es war eine der größten Überraschungen für die Besucher der Ausstellung "Spiel mit dem Feuer" im Ibbenbürener Stadtmuseum. All die kleinen Öfen und Herde konnten früher von ihren Besitzern mit Kohle, Strom oder Gas befeuert werden und waren voll funktionstüchtig. Hans und Carmen Hoffmeister aus Metelen haben die Sammlerstücke zusammengetragen und dem Ibbenbürener Museum als Leihgaben zur Verfügung gestellt.


"Wir wollten nicht, dass die Exponate in Kisten vor sich hin schlummern", sagte Hans Hoffmeister bei der Eröffnung der Ausstellung. Hier würden sie in sehr schöner Form präsentiert. Einige echte Raritäten sind dabei, wie der offene Herd in einer detailverliebt gestalteten Puppenstube. Jürgen Bucken vom Förderverein wies darauf hin, dass die Kinder in der Villa an der Breiten Straße durchaus an ähnlichen Herden das Kochen gelernt haben könnten.

Die Frage "War da früher richtig Feuer drin?", stellten nicht nur Heinrich Krahn aus Ibbenbüren und sein Bruder Klaus Krahn aus Kassel dem Besitzer der kleinen Schätze, Hans Hoffmeister aus Metelen (v.l.). Foto: IVZ

Bildunterschrift: Die Frage "War da früher richtig Feuer drin?", stellten nicht nur Heinrich Krahn aus Ibbenbüren und sein Bruder Klaus Krahn aus Kassel dem Besitzer der kleinen Schätze, Hans Hoffmeister aus Metelen (v.l.).

In großbürgerlichem Hause war dies so üblich, daran erinnerten sich einige der Besucher. In bäuerlichen Haushalten wuchsen die Kinder in hauswirtschaftliche Techniken hinein, denn die Küche gehörte zum natürlichen Lebensumfeld der Kinder. In gehobenen Kreisen wurden die Mädchen von niedrigen Diensten ferngehalten und sollten doch später ihr Personal anleiten. Sie über das "Spiel mit dem Feuer" an ihre Rolle als "Haus"-Frau heranzuführen, gelang mit den Mini-Öfen und dem passenden Beiwerk.


"Die Gerätschaften waren nicht billig, denn sie wurden in denselben Fabriken hergestellt, wie die Originalöfen für die perfekte Hausfrau", erklärte Hoffmeister. Kinder müssten durch eigenes Handeln, durch "Begreifen" und Anfassen lernen und nicht durch virtuelle Welten am Computer. Dass heute kein Abgleich mit der Realität mehr stattfinde, gebe ihm zu denke, so Hoffmeister.


Weitere Informationen sind unter www.stadtmuseum-ibbenbueren.de und www.heimatverein-asbeck.de zu finden. Die Ausstellung kann bis zum Sommer 2014 jeden Sonntag von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung im Stadtmuseum Ibbenbüren, Breite Str. 9 besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.


Quelle: IVZ vom 03.09.2013 - Foto/Autor: Brigitte Striehn







Stadtmuseum zeigt Motiv- und Kunstgussöfen
IVZ Online vom 27.08.2013

Ibbenbürener Volkszeitung

An Mini-Öfen haben Kinder gut betuchter Eltern früher das Zubereiten von Mahlzeiten gelernt. Diese funktionieren genauso wie die großen Öfen und unterscheiden sich nur im Maßstab. Das Stadtmuseum zeigt ab Mitte September in einer Ausstellung 22 Öfen aus verschiedenen Zeiten und Materialien.


IBBENBÜREN. Kochen in der Schule. An diesen Unterricht kann sich Annette Bucken vom Stadtmuseum Ibbenbüren noch gut erinnern. „Das hatte ich auch noch“, sagt die Ibbenbürenerin, Jahrgang 1956. Aber bereits anno 1850 übten viele Mädchen das Braten, Backen und Kochen – daheim an voll funktionstüchtigen Mini-Öfen. Einige Modelle sind ab Sonntag im Stadtmuseum zu sehen.


Als die ersten großen Küchenöfen aufkamen, wurden zeitgleich Lehröfen gebaut“, sagt Bucken, die bei der Organisation der neuen Ausstellung „Spiel mit dem Feuer“ mitgeholfen hat. Kinder von gut betuchten Eltern sollten an den Mini-Öfen spielerisch das Zubereiten von Mahlzeiten lernen. Denn die Küche bekam der reiche Nachwuchs, der in der Regel von Personal bedient und bekocht wurde, eher seltener von innen zu sehen, so die Mitarbeiterin.


Von den großen Küchenöfen unterscheiden sich die Geräte in Kindergröße nur in einem Punkt: Im Maßstab. Alle Funktionen sind identisch. Auch mussten die Lehröfen, genauso wie ihre „großen Brüder“, befeuert werden. Kleine Kohlen oder Petroleum wurden dafür genutzt. Ab den 1930er-Jahren gab es auch Modelle mit Stromanschluss.

Und als das Gas kam, wurden auch diese kleinen Öfen umgerüstet“, sagt Bucken. „Stellen Sie sich das mal vor: Da sitzen kleine Mädchen im Kleid und mit Schleifchen im Haar und da drin brennt echtes Feuer – wie gefährlich das war.“ Kein Vergleich zu den Plastik-Spielküchen von heute.

Bildunterschrift: Detailverliebtheit par excellence: Aufwendig verzierte kleine Töpfe, Pfannen oder Kannen gehören zu den Lern- und Puppenöfen dazu. Annette Bucken öffnet ein Kläppchen, hinter dem sich früher der Brennstoff verbarg. Foto: Daniel Lüns

Bildunterschrift: Detailverliebtheit par excellence: Aufwendig verzierte kleine Töpfe, Pfannen oder Kannen gehören zu den Lern- und Puppenöfen dazu. Annette Bucken öffnet ein Kläppchen, hinter dem sich früher der Brennstoff verbarg. Foto: Daniel Lüns

22 Öfen aus verschiedenen Zeiten und Materialien – der älteste wurde um 1900 gebaut und ist aus massivem Gusseisen – werden in der Ausstellung gezeigt. Der Sammler der kostbaren Stücke, Hans Hoffmeister aus Metelen, hat sie dafür zur Verfügung gestellt. Passend dazu: Original-Accessoires wie winzige Deko-Kuchen oder Besteck aus Holz, Blech, Eisen oder Kupfer. Zum Teil handbemalt, zum Teil mühevoll in Form gebracht.


Das Spiel mit dem Feuer war ein echtes Abenteuer für kleine Mädchen, sagt Annette Bucken. „Plastikspielküchen sind da nur etwas für 30 Minuten Beschäftigung.“ In Aktion erleben können Besucher die kleinen Küchenzeilen jedoch nicht – zu gefährlich. „Das Haus steht unter Denkmalschutz, hier ist überall Papiertapete. Das können wir leider nicht machen“, bedauert die Ibbenbürenerin. Aber sie ist sich sicher: „Die funktionieren noch.“Die Ausstellung „Spiel mit dem Feuer“ ist ab 1. September, 15 Uhr, sonntags kostenlos im Stadtmuseum zu sehen. Ofensammler Hans Hoffmeister eröffnet die Ausstellung.


Quelle: IVZ Online vom 27. August 2013 - Autor: Daniel Lüns

Link: IVZ Online Fotostrecke: vom 27. August 2013
http://www.ivz-aktuell.de/fotos+videos/fotostrecken_fotos,-Mini-Oefen-im-Stadtmuseum-_mediagalid,4637.html







“Freistehende Spielzeugherde” - Ein faszinierendes Spiel mit dem Feuer
Magazin “Altes Spielzeug” Ausgabe 01/14
Magazin “Altes Spielzeug” Ausgabe 01/14

Ausgabe 01/14 des Magazins “Altes Spielzeug”


“Freistehende Spielzeugherde”
- Ein faszinierendes Spiel mit dem Feuer
Magazin “Altes Spielzeug” Ausgabe 01/14
Während Kinder heutzutage schon frühzeitig den Umgang mit Handy und Computer lernen, kam es im 19. Jahrhundert darauf an, Jungen auf ihre Rolle als Mann und Mädchen zur Hausfrau und Mutter zu erziehen. Für die meisten Kinder bestand Kindheit im 19. Jahrhundert somit aus Arbeit. Alles, was Mädchen über ihre spätere Erwachsenenrolle wissen muss-ten, lernten sie im täglichen Leben. Nicht so die Töchter wohlhabenderer Schichten. Sie waren nicht von klein auf an der Hausarbeit beteiligt. Sie wurden auf spielerische Weise an ihre spätere Rolle herangeführt. Zu einer guten Hausfrau gehörte nun mal die Fähigkeit zu kochen. Anfangs wurde in aufwendig gestalteten Puppenstuben nur so getan als ob. Nur die Puppen "kochten".


Später bekamen die kleinen Mädchen die Möglichkeit, an echten, verkleinerten Herden selbst Essen zuzubereiten. Der Puppenherd - eigentlich müsste es Kinderherd heißen - wurde quasi dem Puppenhaus entnommen und als freistehender Herd für das Kind nutzbar gemacht. Spezielle Puppenkochbücher preisen die wichtigste Frauenkunst an, die es zu erlernen gilt. Im 18. Jahrhundert waren die Herde meist gusseisern und wurden noch in Einzelanfertigung von Handwerkern erbaut. In der Regel waren es diejenigen, die auch die großen Herde für Mutters Küche herstellten. Erst um 1800 konnten Puppenherde aus gewalztem Blech gefertigt werden. Um 1820 kam es zur Serienfertigung. Etwa ab 1870 ermöglichte der industrielle Fortschritt Blech maschinell zu stanzen, in Form zu pressen und tief zu ziehen. Dadurch war es möglich, Puppenherde reich zu verzieren und unterschiedlich zu gestalten. Leider haben die ersten Hersteller ihre Herde nicht markiert, wie wir es von Eisenbahnen und Dampfmaschinen kennen.

Ausgabe 01/14 des Magazins “Altes Spielzeug”

Bildunterschrift Seite 12: Die oben gezeigten Exponate stellte ein Sammler dem Stadtmuseum Ibbenbüren für die Ausstellung "Spiel mit dem Feuer", im September 2013 , zur Verfügung.

Später bekamen die kleinen Mädchen die Möglichkeit, an echten, verkleinerten Herden selbst Essen zuzubereiten. Der Puppenherd - eigentlich müsste es Kinderherd heißen - wurde quasi dem Puppenhaus entnommen und als freistehender Herd für das Kind nutzbar gemacht. Spezielle Puppenkochbücher preisen die wichtigste Frauenkunst an, die es zu erlernen gilt. Im 18. Jahrhundert waren die Herde meist gusseisern und wurden noch in Einzelanfertigung von Handwerkern erbaut. In der Regel waren es diejenigen, die auch die großen Herde für Mutters Küche herstellten. Erst um 1800 konnten Puppenherde aus gewalztem Blech gefertigt werden. Um 1820 kam es zur Serienfertigung. Etwa ab 1870 ermöglichte der industrielle Fortschritt Blech maschinell zu stanzen, in Form zu pressen und tief zu ziehen. Dadurch war es möglich, Puppenherde reich zu verzieren und unterschiedlich zu gestalten. Leider haben die ersten Hersteller ihre Herde nicht markiert, wie wir es von Eisenbahnen und Dampfmaschinen kennen. Aus diesem Grunde ist es oft nur anhand der Ornamente und der Gestaltung möglich, einen Herd einem bestimmten Hersteller zuzuordnen.


Seine Hochzeit hatte der Puppenherd zwischen 1870 und 1940. Die bekanntesten Hersteller waren die Firmen Märklin und Bing. So bot beispielsweise die Firma Bing in ihrem Spielzeugkatalog von 1895 auf fünf Seiten Puppenherde an. Als weitere Hersteller sind die Firmen Friedrich Pfrommer, Kindler & Briel (heute Kibri), sowie die Vereinigte Herd-und Ofenfabriken C. Woeste zu nennen. Die noch heute wertvollsten Herde sind die reich verzierten mit umfangreichem und aufwendigem Zubehör. So wurden Puppenherde beispielsweise mit geprägten Seitenwänden, Riegeln und Füßen aus Messingblech, sowie Emaille versehen. Hat ein Exponat dann auch noch detailreiches Zubehör und ist einer der großen Marken zuzuordnen, sind Sammler bereit, mehrere tausend Euro dafür zu zahlen. Kinder lieben bewegliche Dinge, Schubladen und Fächer, die man auf- und zuschieben kann. Die freistehenden Herde hatten je nach Größe zwei bis sechs Kochstellen, einen Backofen und Wasserschiffchen für warmes Wasser. Neben Töpfen und Pfannen gehörten später aber auch gebrauchsfähige Kaffeeröster, Mahlwerke, Waffeleisen, Butter- und Eismaschinen dazu. Ein besonders Highlight stellt dabei ein Einkochkessel mit Einmachgläsern (s. Foto rechts) nebst funktionstüchtigem Thermometer dar. Die Herde wurden mit Kohle, Gas, Esbit oder Spiritus befeuert; richtigem Kochen und Backen stand also nichts mehr im Wege.


Man kann sich denken, dass die jungen Puppenmütter gern damit gespielt haben. Allerdings war der Puppenherd, ähnlich wie die Spielzeugeisenbahn der Jungen meist nur kurze Zeit im Einsatz. Zu Weihnachten auf dem Gabentisch erhalten, wurden sie oftmals beim Abräumen des Tannenbaumes wieder eingepackt und bis zum nächsten Weihnachtsfest weggeräumt. Denn das Spiel mit dem Feuer war nicht ungefährlich. An heißen Töpfen verbrannte Finger waren dabei wohl noch das kleinste Übel. Sogar von Wohnungsbränden wird berichtet. Die Firma Märklin bot ab 1909 auch elektrische Herde an. Diese waren jedoch nur vermeintlich ungefährlicher. So wurden zunächst auf die Erdung und Um-mantelung der Kabel und Anschlüsse verzichtet. Beim Kochen konnten Flüssigkeiten leicht lebensgefährliche Spannungsschläge und Kurzschlüsse auslösen. Hinzu kam, dass die elektrischen Herde wesentlich teurer waren, als ihre Vorgänger. Was dazu führte, dass sie sich erst viel später gegen die vielfach vererbten Feuerherde durchsetzten. In den 20er Jahren behaupteten sich die schlichteren weißen Herde mit geraden Beinen. Während Firmen wie Märklin ihr Hauptgeschäft anderen Bereichen zu wandten, übernahmen neue Firmen das Geschäft mit den funktionstüchtigen Küchengeräten.


Die bekannteste unter ihnen ist wohl die Firma Heiliger aus Baden Württemberg. Sie produzierte ihre Herde ab Mitte der 40er bis Mitte der 90er Jahre. Zwar sind diese Herde, verglichen mit den alten Öfen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, äußerst schlicht, in Puncto Sicherheit jedoch vorbildlich und das non plus ultra. Kaum eine Frau, die einen solchen Heiliger-Herd nicht in ihrem Kinder- zimmer der 60er oder 70er Jahre stehen hatte. Heutzutage wissen viele Kinder gar nicht mehr, wie Essen eigentlich zubereitet wird. Puppenküchen kommen oftmals rosafarben und aus Kunststoff daher. Das "Essen" muss nicht mehr gekocht werden, denn es ist entweder aus Holz oder aus Plastik. Kochen lernen Kinder häufig nicht mehr. Wozu auch, die Pizza kommt entweder fertig ins Haus oder als TK-Ware in den Ofen. Manche haben Glück, in ihrer Schule gibt es eine Koch AG. Man kann über die Erziehung vor 100 Jahren denken, was man will, aber manchmal hat es auch Vorteile, wenn "Spielzeug" einem zeigt, wie echtes Leben funktioniert. 0


Quelle: : Ausgabe 01/14 des Magazins “Altes Spielzeug” - http://altes-spielzeug-magazin.de/magazin-114/







Bild oben, Breite Straße 7 bis 11, Ansichtskarte (Ausschnitt) Sammlung Suer



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Aktualisiert/Update 19.10.2015
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