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Zeichnung von August Dorfmüller - Ibbenbüren 1844
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Freiherr vom Stein in Ibbenbüren (1757 - 1831)


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spacer Das Wirken des Freiherrn vom Stein in Ibbenbüren (* 1757 +1831) - Von Werner Suer spacer
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spacer Der Ibbenbürener Steinkohlenbergbau
von Rickelmann-Röhrs
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Seite 36

Es waren der immer stärker in Erscheinung tretende Grubenholzmangel und die dadurch hervorgerufenen hohen Holzpreise, die den Freiherrn vom Stein bei seiner ersten Anwesenheit in Ibbenbüren am 13. Mai 1785 zu der Anregung bewogen, dem Bergwerk aus den genügend vorhandenen Markengründen größere Flächen zuteilen zu lassen und diese aufzuforsten. Seitens des Bergwerks- und Hütten-Departements, Berlin, wurde dieser Vorschlag zunächst mit einer gewissen Zurückhaltung aufgenommen. Es befürchtete nämlich, dass sich dieses Unternehmen allein deshalb nicht lohnen würde, weil einmal mit dem Auftreten des Raupenfraßes zu rechnen und zum anderen die Anstellung einer besonderen Aufsichtsperson erforderlich sei. Da aber im letzten Jahr für Grubenholz eine Summe von 376 Reichstalern ausgegeben worden war, konnten diese Bedenken den Freiherrn vom Stein von seinem Standpunkt, dass die Anlage einer eigenen Holzkultur vorteilhaft sei, nicht abbringen. Zwecks Besprechung dieser Angelegenheit traten die Chefs des Bergwerks- und Forst-Departements am 24. und 25. September 1787 in Lingen zusammen. Einige Wochen danach wurde dem Bergamt Ibbenbüren eine Grundfläche von 60 Morgen zwischen Buchholz und dem Dickenberg und eine von 40 Morgen auf dem Schafberg in der Osterbauer der Gemeinde Mettingen zugeteilt. Der Boden wurde umgepflügt und mit Kiefernsamen ausgelegt und mit Eichen und Buchen bepflanzt. Das Pflügen besorgten die Untertanen, die als Entgelt seit langem einen größeren Waldbestand unterhielten.

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Seite 55

Bei Befahrung der Gruben durch Freiherrn vom Stein im Mai 1785 regte dieser an, bei der zunehmenden Teufe der Schächte statt 2-Mann-Haspel solche zu nehmen, die von 4 Mann in Bewegung gesetzt würden. Modelle könnten aus der Graf-Mark bezogen werden. Bei seiner nächsten Anwesenheit in Ibbenbüren im Jahre 1786 trat er für Göpelförderung ein, wobei an Förderkosten jährlich 62 Rtlr. 4 Ggr. gespart werden könnten. Der Sohn des Dickenberger Zimmermeister Schonhoff sollte zur Grafschaft Mark entsandt werden, um die Konstruktion eines auf der Grube Dicke-Casparbank in Betrieb befindlichen Pferdegöpels kennen zu lernen. Im Mai sandte Freiherr vom Stein das Modell eines Göpels nach Ibbenbüren und ordnete an, dass ein Göpel nach diesem Modell im Submissionswege vergeben werden sollt. Zimmermeister Schonhoff erhielt mit einem Angebot von 305 Rtlr. 22 Ggr. den Auftrag. Der Göpel konnte 1790 in Betrieb genommen werden. Der Pferdebesitzer Gausmann übernahm das Treiben, und zwar für 23 Ggr 52 "Tonnen" (10,743 t) zu fördern. Er stellte die Bedingung, dass der Göpel zum Schutz von Menschen und Pferden mit einem Dach versehen werden müßte. Die Überdachung, deren Kosten zu 136 Rtlrn. 7 Ggr. veranschlagt wurden, wollte man nur dann ausführen, wenn Gausmann einen Teil der Kosten übernehmen wollte. Da dieser das ablehnte, kam das Schutzdach nicht zur Ausführung. Bei schlechtem Wetter spannte Gausmann seine Pferde aus und ging nach Hause.

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Seite 60

Es war Oberbergrat Freiherr vom Stein, der auch die Streckenförderung zu verbessern suchte, indem er 1786 vorschlug, statt des Schleppkastens das fahrbare Gestell einzuführen. Er empfahl, in neuen Schächten die Förderstrecken so einzurichten, dass Hunde, Fahrgestelle mit hölzernen Rädern, darin benutzt werden könnten. In den alten Strecken sollte von ihrer Verwendung abgesehen werden, weil die Strecken von dem Schleppkasten zu sehr ausgerissen seien und das Nachreißen des Liegenden zu viel Kosten verursachen würde. Anlässlich der General - Befahrung durch den Berghauptmann Graf von Reden im April 1796 wurde über die Einführung der Wagen, die immer noch nicht erfolgt war, Folgendes zu Protokoll gebracht….

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Seite 260

Freiherr vom Stein entwickelt im westfälischen Bergbau eine fruchtbringende Tätigkeit. Er war wiederholt in Ibbenbüren, und zwar vom 11. bis 14. Mai 1785, vom 18. bis 20. April 1786, am 29. und 30. März 1788 und vom 9. bis 11. April 1789. Im Winter 1786/87 unternahm er mit Graf von Reden eine fünfmonatige Instruktionsreise nach England und Schottland. In seiner Vertretung kam Oberbergrat Eversmann nach Ibbenbüren.
Frhr. vom Stein befuhr in Ibbenbüren die einzelnen Betriebsanlagen, prüfte die Grubenkasse und Bücher und führte oft persönlich das Befahrungsprotokoll. Auf dem Dickenberg be fuhr er u.a. den Dickenberger tiefen Stollen, das Lichtloch 10 und die Schächte Johannes, Katharina, Marianne und Nachtigall, auf Buchholz das Lichtloch 3 und auf dem Schafberg den Schacht Friedrich. Er ordnete verschiedene Betriebsverbesserungen an und ließ einen Grubenriss anfertigen. Zu diesem Zweck sorgte er dafür, dass die erforderlichen Markscheide-Instrumente beschafft wurden. Am 19. Juli 1788 verordnete Frhr. vom Stein eine Instruktion über die Anfertigung der monatlichen Aufstellungen, der wöchentlichen Steigerzettel und der Förderjournale, die 78 Paragraphen umfasste. Da aber die Aufstellung der wöchentlichen Steigerzettel viel Schreibarbeit verursachte, wurde auf Antrag des Bergamtes am 15. September 1792 vom Oberbergamt gestattet, dass diese monatlich aufgestellt werden durften. Nachdem das Bergamt zu Wetter am 26. Juni 1792 zum Westfälischen Oberbergamt erhoben worden war, wurde das Bergamt (Ibbenbüren) dieser Behörde unterstellt. Der erste Direktor dieser neuen Bergbehörde war Frhr. vom Stein. Bergrat Morsbach erhielt nun die Aufsicht über die Ibbenbürener Zechen. Er entwarf 1795 die Generalinstruktion für das Bergamt und die Spezialinstruktionen für die Beamten.

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Seite 283

Freiherr vom Steins Tätigkeit im Bergbau erstreckte sich auch auf die Verbesserung des Knappschaftswesens. Auf die Beschwerden der Bergleute über die Aufhebung verschiedener bisher gewährter Vergünstigungen sprach Frhr. vom Stein von

"oft aus kleinlichen Nebenabsichten herrührenden Bemühungen, ihre Privilegien zu verringern . . . dass einzige, was die Leute noch in Arbeit hielt und möglich machte, neue in Arbeit zu bekommen, seien noch die allergnädigst erteilten Freiheiten, welche, um allen üblen Folgen vorzubeugen, unmöglich zu conserviren seyn würden . . ."

Er hielt die den Bergleuten gewährten Freiheiten für das beste Vorbeugungsmittel gegen die Verlockungen des nahen, geldreichen Hollands und war deshalb gegen jegliche Einschränkung derselben. Bezüglich der Knappschaftsältesten, die bisher vom Bergamt bestimmt worden waren, führte er Folgendes aus:

"Es ist aber der Sache angemessen, wenn die Bergleute sich diesen wählen können, denen sie ihr Interesse und die Mitaufsicht über eine für sie gemeinnützige Anstalt anvertrauen."

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spacer Quelle:
Der Ibbenbürener Steinkohlenbergbau von d. Anfängen bis zur Gegenwart.
Rickelmann, Hubert und Röhrs, Hans
Ausgabe 2., überarb. Aufl. - Ort Paderborn Verlag Schöningh, 1987 Umfangsang. 350 S. : 192 Ill., graph. Darst., Pl. ISBN-10: 3506772244 - ISBN-13: 978-3506772244
Stadtmuseum Ibbenbüren - Im Bestand
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spacer 850 Jahre Ibbenbüren spacer

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Seite 302

1857 wurde das Bergamt mit dem märkischen Bergamt zu Bochum vereinigt, und die staatlichen Bergwerke in Ibbenbüren einer Berginspektion unterstellt. Vorgesetzte Behörde wurde das 1792 gegründete Westfälische Oberbergamt Wetter an der Ruhr, sowie als oberste Instanz das preußische Bergwerks- und Hüttendepartement in Berlin. Mit diesen Verbindungen waren auch zahlreiche Besuche des Reichsfreiherrn vom Stein und des Oberberghauptmanns Graf von Reden verbunden. Vorgesetzte Behörde wurde das 1792 gegründete Westfälische Oberbergamt Wetter an der Ruhr, sowie als oberste Instanz das preußische Bergwerks- und Hüttendepartement in Berlin. Mit diesen Verbindungen waren auch zahlreiche Besuche des Reichsfreiherrn vom Stein und des Oberberghauptmanns Graf von Reden verbunden.

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Seite 303

Insgesamt entwickelte sich der Bergbau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durchaus positiv. Ansehnliche Gewinne konnten an die Staatskasse abgeliefert werden. Die Förderung kletterte von jährlich 1000 Tonnen bis auf 8000 Tonnen am Ende des 18. Jahrhunderts. Auf den Gruben waren über hundert Bergleute beschäftigt. Ganzjähriger Betrieb war allerdings immer noch nicht die Regel, und zahlreiche Bergleute versuchten während der Sommermonate als "Hollandgänger" mehr Geld zu verdienen, als bei der schweren Bergarbeit. Dazu äußerte sich der Freiherr vom Stein anläßlich seiner ersten Generalbefahrung im Jahre 1785:

"Das einzige, was die Leute noch in Arbeit erhielte und möglich machte, neue in Arbeit zu bekommen, wäre noch die aller gnädigst erteilten Freiheiten, welche man, um allen üblen Folgen vorzubeugen, anmöglichst zu konservieren sein würden . . ."

Der Zuzug fremder Bergleute, vor allem aus dem Mansfeldschen Kupferschieferrevier, hielt weiter an. Die Namen einiger dieser Einwanderer sind noch heute in Ibbenbüren zu finden.

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spacer Quelle:
850 Jahre Ibbenbüren: Porträt einer Stadt in Text und Bild
Historischer Verein Ibbenbüren, Josef Bröker - Ibbenbürener Vereinsdr. 1996 - 1 Aufl., 1996
Umfangsang. 584 S. : zahlr. Ill., Kt.- ISBN 3921290899 - Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH
Stadtmuseum Ibbenbüren - Im Bestand
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Wikipedia :
Eine eigenverantwortliche Stellung nahm er 1784 im Bereich des Bergbaus des westfälischen Teils der preußischen Staaten ein. Als Direktor der Bergämter Wetter an der Ruhr und Ibbenbüren war Stein für den Wegebau, den Ruhrkanal und die Organisation des unter staatlicher Aufsicht betriebenen Bergbaus zuständig. Dabei intensivierte er die staatliche Aufsicht über die Gruben. Er verbesserte dabei auch die Verbindung der Steinkohlegruben im späteren Ruhrgebiet mit den Gewerberegionen im Sauerland, Siegerland und Bergischen Land.[4]

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Rosen, Ibbenbüren einst u. jetzt

Seite 117

Auf Anordnung des späteren Ministers vom Stein vom Jahr 1788, der damals hiesiger Bergwerksdirektor war, mußten die "wüsten Gründe" mit Kiefern bepflanzt werden, um dem Holzmangel ein Ende zu bereiten.

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spacer Quelle.
Ibbenbüren. Einst und jetzt - Von Anton Rosen
Ibbenbürener Vereinsdruckerei, 1952 - Umfang: 535 S. : Ill., Kt.- Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH
Stadtmuseum Ibbenbüren - Im Bestand
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Hunsche, Vom ländlichen Kirchspiel......

Seite 167

Man erzählt sich, daß in dem alten Ibbenbürener Posthof mehrere berühmte Personen übernachtet haben sollen, und zwar der preußische König Friedrich der Große (1742), Freiherr vom Stein, Napoleons Bruder Jerome, der "König Lustik" von Westfalen, auf der Flucht nach Frankreich im Jahre 1813. Ja, einige haben sogar wissen wollen, daß auch Johann Wolfgang von Goethe im Ibbenbürener Posthof abgestiegen sein soll! Aber nichts kann als Beweis dafür herangezogen werden, daß der Posthof solche exzellente Besucher in seinen Wänden beherbergte. Kehren wir also zu beweisbaren Fakten zurück.

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spacer Quelle:
Ibbenbüren - Vom ländlichen Kirchspiel zur modernen Stadt
Von Friedrich Ernst Hunsche - Mit einem Beitrag von Prof. Dr. Gerhard Keller - Verlag Bernhard Scholten,
453 Ibbenbüren - Ibbenbüren 1974 - 256 Seiten, Gebunden -
Stadtmuseum Ibbenbüren - Im Bestand
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spacer Das Wirken des Freiherrn vom Stein in Ibbenbüren (* 1757 +1831) - Von Werner Suer spacer
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spacer Bücher zum Thema ::

spacer Pfeil Der Ibbenbürener Steinkohlenbergbau
von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Rickelmann, Hubert und Röhrs, Hans
Ausgabe 2., überarb. Aufl.
Ort Paderborn - Verlag Schöningh, 1987
Umfangsang. 350 S. : 192 Ill., graph. Darst., Pl.
ISBN-10: 3506772244 - ISBN-13: 978-3506772244
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Der Ibbenbürener Steinkohlenbergbau


spacer Pfeil 850 Jahre Ibbenbüren: Porträt einer Stadt in Text und Bild
Bröker, Josef
Historischer Verein Ibbenbüren, Josef Bröker
Ibbenbürener Vereinsdr. 1996
1 Aufl., 1996
Umfangsang. 584 S. : zahlr. Ill., Kt.
ISBN 3921290899 - Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH
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850 Jahre Ibbenbüren: Porträt einer Stadt in Text und Bild


spacer Pfeil Ibbenbüren. Einst und jetzt

Von Anton Rosen
Ibbenbürener Vereinsdruckerei, 1952
Umfang: 535 S. : Ill., Kt.
Ibbenbürener Vereinsdruckerei GmbH
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Ibbenbüren. Einst und jetzt


spacer Pfeil Ibbenbüren - Vom ländlichen Kirchspiel zur modernen Stadt

Von Friedrich Ernst Hunsche
Mit einem Beitrag von Prof. Dr. Gerhard Keller
Verlag Bernhard Scholten, 453 Ibbenbüren
Ibbenbüren 1974
256 Seiten, Gebunden
Stadtmuseum Ibbenbüren - Im Bestand
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Ibbenbüren - Vom ländlichen Kirchspiel zur modernen Stadt



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spacer Links zum Thema :: Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein
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spacer Pfeil Wikipedia - Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Friedrich_Karl_vom_und_zum_Stein
spacer Pfeil Wikimedia Commons - Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein
http://commons.wikimedia.org/wiki/Heinrich_Friedrich_Karl_vom_und_zum_Stein?uselang=de
spacer Pfeil Freiherr vom Stein-Gesellschaft
http://www.freiherr-vom-stein-gesellschaft.de/
spacer Pfeil Findbuch zum Nachlass des Freiherrn vom und zum Stein
http://www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/findbuch.jsp?archivNr=451&id=024&tektId=183
  Pfeil Autobiographische Aufzeichnungen aus dem Jahr 1823 für die Zeit von 1757 bis 1814 (PDF-Datei; 4,96 MB)
http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/que/normal/que4683.pdf






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Foto Seite oben - Zeichnung von August Dorfmüller - Ibbenbüren 1844



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Breite Straße 9 - 49477 Ibbenbüren
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Aktualisiert/Update 02.09.2016
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