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Zeichnung von August Dorfmüller - Ibbenbüren 1844
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spacer 115 Jahre Pfarrei St. Maria Magdalena 1891 – 2006

spacerChronik der Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena in Laggenbeck - Von Heinrich Westerkamp


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Inhaltsverzeichnis
::

.....Vorwort
A. Die Bemühungen um eine eigene Kirche
B. Auf dem Weg zu einer eigenen Pfarrgemeinde
C. Die neue Pfarrgemeinde entwickelt sich schnell
D. Vom ersten zum zweiten Weltkrieg
E. Die Nachkriegszeit
F. Die Erweiterung der Pfarrkirche
G. Auf dem Wege zur Zusammenarbeit
....Anhang
Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena in Laggenbeck
St. Maria Magdalena - Kirche - Laggenbeck
 



Vorwort

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15 Jahre hat es eine selbstständige Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena in Laggenbeck gegeben. Bis zum Jahre 1891 gehörte Laggenbeck zur Pfarrgemeinde St. Mauritius in Ibbenbüren, seit 2006 gehören St, Mauritius und St. Maria Magdalena wieder zusammen. Was hat sich in der Zeitspanne von 115 Jahren nicht alles ereignet! „Früher erschien die Kirche als ein festes Gebäude, in der es keinen Tapetenwechsel gab. Alles war schön geordnet in einzelnen Etagen untergebracht. Die untere Etage hörte auf die darüber liegende, und das oberste Stockwerk besaß ungetrübte Autorität. Die Kleriker hatten das Sagen, und was der Pastor sagte, das hatte man zu befolgen“, so treffend Pfarrer Bollmann im Jahre 1978¹: Bedingt durch die industrielle Revolution begann der Zusammenbruch der einheitlich geformten Gesellschaft. Der einzelne Mensch war gezwungen, eigene Wege zu gehen und selbstverantwortliche Entscheidungen zu treffen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Leben einer Pfarrgemeinde wider. Die Fusion stellt einen vorläufigen Schlusspunkt dar. Grund genug, Rückblick zu halten auf eine Entwicklung, die ihren Anfang weit vor der Begründung einer eigenen Pfarrgemeinde in Laggenbeck hatte.

August Stroth hat in den Jahren 1974 bis 1980 die Kirchenchronik zusammengestellt und in regelmäßiger Folge in den Pfarrbriefen veröffentlicht. Als Quelle für diese Aufzeichnungen dienten im Wesentlichen die „Pfarrchronik“, ergänzt durch Erinnerungen älterer Gemeindemitglieder. Der Unterzeichnete hat die Abhandlungen überarbeitet und als Gesamtchronik von den Anfängen bis zum Jahre 1948 zusammengefasst.
Den Folgejahren liegen die Ausführungen von Alfons Pelster zum 100- jährigen Bestehen der Pfarrgemeinde im Jahre 1991 zugrunde, außerdem das Archiv des Verfassers. Anhand dieser Unterlagen wurde die nun vorliegende Chronik der selbstständigen Kirchengemeinde bis zur Fusion mit Sankt Mauritius in Ibbenbüren im Jahre 2006 erstellt. Leider ist die “Pfarrchronik“, auf die August Stroth sich stützen konnte, nicht aufzufinden. Im Pfarrhaus, wo sie hingehörte, ist sie nicht.

Heinrich Westerkamp


spacer*1. Quelle: H. Bollmann, 70 Jahre Kirchengeschichte des Tecklenburger Landes, IVZ vom 2. Juni 1978






A. Die Bemühungen um eine eigene Kirche Seite oben

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Ein eigener Geistlicher für Laggenbeck?

Die heute zur Kirchengemeinde Laggenbeck gehörenden Gebietsteile waren früher als Bauerschaften Laggenbeck, Osterledde und Alstedde Teil der Pfarrgemeinde Ibbenbüren. Im Frühjahr 1836 richteten die Bewohner der genannten Bauerschaften ein Gesuch an den Bischof Caspar Max Freiherr von Droste Vischering in Münster, worin der Wunsch nach einem Gotteshaus und regelmäßigem Gottesdienst durch einen eigenen Geistlichen in Laggenbeck begründet wurde. Der vom Bischof zur Stellungnahme aufgeforderte Pfarrer Wenceslaus Haakmann in Ibbenbüren gab dem Gesuch der Laggenbecker seine Befürwortung. Danach erteilte der Bischof eine grundsätzliche Genehmigung unter der Bedingung, dass nach Errichten und entsprechender Ausstattung einer Kapelle eine Wohnung für den Geistlichen gesichert sei und ebenso dessen Besoldung.

Die Chronik verzeichnet, dass im Sommer 1836 die Interessenten aus Laggenbeck, Osterledde und Alstedde – wohl um die vorerwähnten Bedingungen des Bischofs leichter erfüllen zu können – den Bischof baten, die durch eine Stiftung Brockschmidt vom 26. April 1646 (offenbar von Vorfahren des Bauern Brockschmidt) in Kinderhaus eingerichtete Vikarie nach Laggenbeck zu verlegen. Der Antrag wurde abgelehnt, weil er nicht dem Willen des Stifters gerecht wurde und der Magistrat von Münster das Patronatsrecht dieser Stiftung ausübte.

Im Jahre 1837 starb Pfarrer Haakmann in Ibbenbüren. Trotz des inzwischen von Laggenbeck dem Bischof gegebenen Versprechens, fleißig zu sammeln, um den Bau der Kapelle und die Besoldung des Geistlichen sicherzustellen, konnte der Plan der Laggenbecker nicht schnell verwirklicht werden, zumal der neue Pfarrer von Ibbenbüren – Thimotheus Bonaventura Ficker - und auch die staatlichen Stellen ein Mitspracherecht hatten. Der zuständige Landrat von Tecklenburg, Freiherr von Diepenbrock-Grüter zu Haus Mark, unterstützte die Bestrebungen der Laggenbecker durch eine Eingabe an die Regierung. Der Regierungspräsident schrieb am 17. Januar 1838 an den Bischof in Münster, dass der Provinziallandtag für Laggenbeck einen Zuschuss von 300 Thalern bewilligt habe und die Interessenten in Laggenbeck bis dato 537 ½ Thaler gesammelt hätten, dass ferner namhafte Grundstücke zur Verfügung stünden und Spann- und Handdienste geleistet werden sollten.

Am 26. Januar 1838 teilte der Bischof dem neuen Pfarrer Ficker in Ibbenbüren mit, dass Laggenbeck, anstatt der Bereitstellung eines Geistlichen aus Ibbenbüren, nun die Errichtung einer eigenen Pfarre wünsche. Ibbenbüren hat sich mit Erfolg gegen die Abpfarrung gewehrt, wollte aber den Gottesdienst in Laggenbeck übernehmen, wenn für Ibbenbüren ein vierter Geistlicher vorgesehen würde.

Mit Schreiben vom 4. Dezember 1838 hat dann der Bischof dem Kirchenvorstand in Ibbenbüren mitgeteilt, dass man in Laggenbeck den Gottesdienst in eigener Kapelle gestatten wolle. Die mit dieser Genehmigung verknüpften Bedingungen sind wohl interessant genug, um hier im Wortlaut wiedergegeben zu werden. Es heißt:


spacer„Wir verordnen daher folgendes:

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Den Eingesessenen der vorgenannten drei Bauerschaften (Laggenbeck, Osterledde und ein Teil von Alstedde) gestatten wir, auf ihre eigenen Kosten eine eigne Kapelle zu bauen und zur anständigen Abhaltung des Gottesdienstes gehörig einzurichten.

 2.



Die Eingesessenen haben den in Ibbenbüren anzustellenden Curatpriester für die Abhaltung des Gottesdienstes an den Sonnund Feiertagen zu unterhalten, demselben ein anständiges Absteigequartier in der Nähe der Kapelle einzurichten und an den Tagen seiner Anwesenheit ihn mit den nötigen Lebensbedürfnissen an Speise und Trank standesgemäß zu unterhalten.

 3.



Die Eingesessenen sind verpflichtet, dem anzustellenden vierten Geistlichen in Ibbenbüren für seine geistlichen Dienste an der Kapelle und für seinen Unterhalt an den Wochentagen ein jährliches Salär von hundert und zwanzig Thalern bar auszuzahlen, ohne dass derselbe um die Einsammlung der Beiträge von den einzelnen Familien sich bemühen brauche.

 4.


Der Geistliche ist verpflichtet, gegen das festgesetzte Jahresgehalt von 120 Thalern, an allen Sonn- und Feiertagen des Jahres in der zu erbauenden Kapelle eine Frühmesse zu halten, darauf das Evangelium des Tages zu lesen und eine Erklärung desselben oder einen katechetischen Vortrag zu halten.

 5.



Bei dieser Einrichtung des Hilfsgottesdienstes bleiben die Pflichten der Eingesessenen gegen die Pfarrkirche Ibbenbüren und die übrigen Pfarrgeistlichen hinsichtlich ihrer gegenwärtigen Stellung völlig unverändert und bleiben dieselben fortwährend verpflichtet, zum Unterhalt der Pfarrkirche und der übrigen Pfarrgeistlichen in bisheriger Weise beizutragen.“


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Es scheint, dass in Laggenbeck die vorerwähnten Bedingungen nicht so schnell erfüllt werden konnten, denn erst drei Jahre später, am 12. Dezember 1841, wurde erneut an den Bischof geschrieben und gesagt, dass Schule und Kapelle jetzt fertig seien und man sich verpflichte, dem anzustellenden Geistlichen jährlich 95 Thaler zu zahlen, 20 Scheffel Roggen und 270 Kloben oder 90 Pfund Flachs zu geben. Im nächsten Jahre solle das Pfarrhaus gebaut werden. Drei Colone (Colon = Bauer) hätten sich verpflichtet, bis dahin dem Geistlichen Tafel und Logis zu geben.

Der vom Bischof unterrichtete Pfarrer Ficker schrieb am 6. Januar 1842 in ablehnendem Sinne und mit dem Hinweis, dass man eine mit einem Vorbau versehene Schule als Kapelle bezeichne. (Es handelte sich hier um die Mädchenschule – heute Ecke Lindenstraße - Carl-Keller-Straße -, die vor Jahren abgebrochen wurde). Dennoch wurden die Laggenbecker mit Schreiben vom 21. Januar 1842 informiert, dass ein vierter Geistlicher nach Ibbenbüren kommen werde, sobald die Kapelle angemessen ausgestaltet sei.

Am 7. April 1842 erfolgte von Laggenbeck erneut eine Eingabe beim Bischof, der in seiner Antwort vom 15. Juni 1842 auf seinen letzten Bescheid verwies. Auch die am 14. April 1843 von Laggenbeck beim Dechanten Rahfeldt in Halverde erbetene Unterstützung blieb ohne Erfolg, da auch der am 19. 7. 1842 für Ibbenbüren ernannte Pfarrer Goswin Bartmann stark gegen eine Abpfarrung war und auch die Anstellung eines Hilfsgeistlichen für Laggenbeck ablehnte, bis die in der bischöflichen Anordnung vom 4. Dezember 1838 genannten Bedingungen erfüllt seien. Es ist urkundlich, dass die Laggenbecker im Herbst 1843 erneut an den Dechanten Rahfeldt schrieben und vermerkten, der Hilfsgeistliche könne billiger und bequemer in Laggenbeck wohnen als in Ibbenbüren.

Offensichtlich blieb der Erfolg versagt. Die Laggenbecker haben für zwölf Jahre ab 1843 keine offiziellen Schritte unternommen. Da aber im Jahre 1856 festgestellt wurde, dass in Laggenbeck 3 600 Thaler gesammelt seien, kann von einer Untätigkeit oder Aufgabe des Planes nicht gesprochen werden.

Am 13. Februar 1856 befürwortete Dechant Rahfeldt aus Halverde die erneute Petition der Laggenbecker um einen Geistlichen. In seiner Befürwortung nach Münster teilte er mit, die Laggenbecker hätten tatsächlich 3.600 Thaler verfügbar, wollten aber aus Furcht vor Steuererhöhungen die Zeichnungsliste nicht veröffentlichen. Dechant Rahfeldt verwies auch noch auf die derzeit günstigen Verhältnisse in Laggenbeck durch Verkauf von Grundstücken für die im Bau befindliche Eisenbahn. Pfarrer Bartmann, der 1848 gewählter Abgeordneter der Preußischen Nationalversammlung war ², schrieb in seinem von Münster angeforderten Bericht am 5. März 1856, es sei zweifelhaft, dass die 3.600 Thaler wirklich verfügbar seien, die Schule in Laggenbeck sich nicht für den Gottesdienst eigne, er in Laggenbeck kein anständiges Zimmer für einen Geistlichen und Kost und Pflege für ihn auftreiben könne und es gute und nicht zu weite Wege nach Ibbenbüren gäbe. Er vertrat die Ansicht, dass Münster von den Bedingungen, die den Laggenbeckern unter dem 4. Dezember 1838 genannt worden waren, nicht abgehen solle.

*2. Quelle: Friedrich Ernst Hunsche, Ibbenbüren 1974, S. 91

Interessant ist, dass am 28. Mai 1856 ein Missionar Müller aus Tecklenburg in Sachen der Laggenbecker Wünsche ebenfalls nach Münster schrieb und wegen gewisser Rechte Tecklenburgs an Laggenbeck und Osterledde (es konnte nicht ermittelt werden, um welche Rechte es sich handelte) das Vorhaben der Laggenbecker als nicht annehmbar ablehnte. Dechant Rahfeldt jedoch hatte in einem weiteren Schreiben vom 30. April 1856 nach Münster wiederum Laggenbeck unterstützt und betont, dass der Geistliche in Laggenbeck wohnen müsse, um an Sonn- und Feiertagen eine Frühmesse zu halten und ebenso Kommunionunterricht und Christenlehre. Die Laggenbecker würden Wort halten und die Forderungen des Bischofs erfüllen.


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In der am 20, Juni 1856 datierten Antwort des Bischofs an den Dechanten wurde gesagt, dass Münster trotz erheblicher Gegengründe von Tecklenburg und Ibbenbüren der Anstellung eines Geistlichen in Laggenbeck zustimme, wenn


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das vorhandene Kapital von 3.600 Thaler soweit aufgestockt wird, dass bei 4 % Zinsen pro Jahr 200 Thaler als Gehalt für den Geistlichen verfügbar sind. Notfalls solle die an 200 Thalern fehlende Summe durch Naturallieferungen und Geldspenden erbracht werden.

 2.

die provisorische Kapelle mit den für den Gottesdienst notwendigen Utensilien ausgestattet und die vorläufige Wohnung des Geistlichen sichergestellt ist.

 3.

die Repräsentanten der betreffenden Bauerschaften sich protokollarisch verpflichten, die unter 1 und 2 vorgesehenen Leistungen zu erfüllen.


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Der Geistliche sollte dann provisorisch für Laggenbeck abgestellt, eine Vikarie aber erst dann erstellt werden, wenn das Kapital ergänzt und die Kapelle und das Wohnhaus für den Vikar errichtet seien. Wiederum bemühte sich Dechant Rahfeldt um das Laggenbecker Anliegen und vertrat in seinem Schreiben vom 27. Juli 1856 nach Münster den Standpunkt, dass das in Laggenbeck vorhandene Schulgebäude einstweilen für den Gottesdienst genügen werde.

Zwar kam am 17. Oktober 1856 von Münster die Nachricht, dass man noch vor dem Winter einen Geistlichen nach Laggenbeck schicken werde, aber es verging nochmals ein Jahr, bevor diese Zusage Wirklichkeit wurde.



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Der lange Weg bis zum Bau einer Kirche


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Am 14. Oktober 1857 bevollmächtigte der Generalvikar den Dechanten Rahfeldt, die Kapelle in Laggenbeck zu benefizieren und teilte gleichzeitig mit, dass der Curatpriester Ignaz Kösters, der zu dieser Zeit die Missionsstelle in Tecklenburg interimistisch versah, vorläufig die Vikarie in Laggenbeck übernehmen solle. Für diesen Geistlichen Ignaz Kösters waren unter dem 9. Oktober 1857 Dienstinstruktionen erstellt, die hier im Wortlaut wiedergegeben werden, weil sie über den Beginn des Lebens als Kirchengemeinde Einzelheiten festhalten und deshalb historisch interessant sind.



spacer Dienstinstruktionen für den Vikar zu Laggenbeck

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An allen Sonn- und Feiertagen, mit Ausnahme der 4 höchsten Festtage, des Fronleichnams- und des Patroziniumsfestes, hält der Vikar in der Kapelle ad S. Mariam Magdalenam zu Laggenbeck eine Frühmesse und innerhalb derselben nach Verlesung der Epistel und des Evangeliums eine kurze Predigt, und zwar so frühzeitig, dass zwischen dem Ende des Frühgottesdienstes und dem Beginn des Hauptgottesdienstes zu Ibbenbüren und Tecklenburg wenigstens 2 ½ resp. 2 Stunden in der Mitte liegen.

 2.

An allen Sonn- und Festtags-Nachmittagen hält der Vikar um 3 Uhr eine Andacht, bestehend aus einer Katechese für Kinder und Erwachsene nebst Gesängen und Gebeten. Die Katechese soll wenigstens eine halbe Stunde dauern.

 3.

An denjenigen Tagen, wo in der Kapelle in Laggenbeck kein Gottesdienst stattfindet, hat der Vikar sich am Gottesdienste in der Pfarrkirche zu Ibbenbüren nach näherer Anordnung des Pfarrers zu beteiligen.

 4.


An den Werktagen celebriert der Vikar regelmäßig zu der Stunde, in welcher die Schulkinder, welche in der Frühe die Schule besuchen, vor derselben dem hl. Messopfer beiwohnen können, eventualiter nach näherer Anordnung des Ortspfarrers von Ibbenbüren. Während derselben soll vom Schullehrer oder einem befähigten Schulkinde mit eingelegten Pausen laut vorgebetet resp. von den Schulkindern gesungen werden.

 5.


Dem Vikar ist es gestattet, an den Vorabenden der Sonn- und Feiertage in der Kapelle denjenigen, welche wegen Alter, Krankheit und anderer Ursachen nicht füglich zur Pfarrkirche gehen können, in einem gehörig eingerichteten Beichtstuhle Beichte zu hören und denselben unter der hl. Messe die Communion zu spenden. Das Beichthören soll aber weder zur späten Abendstunde noch auch am Sonn- oder Festtags-Morgen geschehen.

 6.




Dem Vikar ist es gestattet, den benachbarten Kranken die Sterbesakramente zu spenden, wenn es von ihnen begehrt wird, worüber jedesmal, falls das Viaticum oder die hl. Unetio gespendet werden, dem Ortspfarrer die gebührende Anzeige zu machen ist. Solange zu Laggenbeck noch keine eigene Kapelle erbaut ist und der Gottesdienst in der gegenwärtigen Notkapelle gehalten wird, erscheint es unstatthaft, daselbst das hl. Sakrament zu asservieren und können also nur diejenigen Kranken, welche vor der hl. Messe darum nachsuchen, von der Kapelle aus mit dem S. Viaticum providiert werden.

 7.

Der Vikar besucht täglich die Schule zu Laggenbeck und erteilt darin den Kindern Religionsunterricht, bereitet sie auch vor zum Empfang des Buß- und Altarsakramentes, inbetreff deren jedoch die Prüfung und Annahme einzig und allein dem Pfarrer in Ibbenbüren vorbehalten bleiben.

 8.


Überhaupt wird durch die Anstellung des Vikars zu Laggenbeck, mit Ausnahme der oben ausdrücklich erwähnten Punkte, dem Rechte des Pfarrers sowie der übrigen Pfarrgeistlichen und Kirchendiener zu Ibbenbüren keine Beeinträchtigung oder Beschränkung erwachsen; insbesondere behält es bei der jährlichen Abhaltung des Umganges zu Gunsten derselben lediglich sein Bewenden.

 9.

Das Einkommen des Vikars zu Laggenbeck besteht aus freier Dienstwohnung, in einem jährlichen Gehalte von zweihundert Thalern und den Jura Stolae für die Provision der Kranken sowie den etwa üblichen freiwilligen Beichtgeldern.“


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Vikar Kösters erhielt seine Wohnung im Hause des in Laggenbeck unterrichtenden Lehrers Keiser und blieb bis zum 25. März 1859 in Laggenbeck. Die Notkapelle in Laggenbeck war durch Dechant Rahfeldt am 28. Oktober 1857 benediziert worden. Er hatte dazu den Pfarrer Bartmann von Ibbenbüren eingeladen, der aber nicht erschien.

Dass in Laggenbeck gemäß den vorerwähnten Instruktionen an den sechs höchsten Festtagen durch den Vikar Kösters keine Messe gelesen werden durfte, hat offenbar die Gemüter in Laggenbeck sehr erregt. Nachdem Dechant Rahfeldt am 19. Oktober 1857 in dieser Angelegenheit dem Bischof Johann Georg Müller in Münster angeschrieben hatte, schrieben die Laggenbecker am 21. November 1857 in sehr energischer Form dem Bischof und baten um den Gottesdienst auch für die bisher ausgenommenen sechs höchsten Festtage. Der Schlusssatz dieses Schreibens heißt: „Wir beschwören Sie bei Ihrer eigenen Seligkeit, da auch Sie Rechenschaft abgeben müssen, erwägen Sie es doch noch einmal vor Gott, geben Sie uns unverkümmert, was uns nottut.“

 
Berlemann, Schürmann, Schulte Varendorf


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Der Bischof hat dann am 5. Dezember 1857 für Laggenbeck auch die Messe an den sechs höchsten Feiertagen gestattet, wovon Vikar Kösters durch den Dechanten Rahfeldt unterrichtet wurde. Dieses Zugeständnis für Laggenbeck wurde von der Pfarre Ibbenbüren nicht sehr wohlwollend betrachtet. Es wurden verschiedene Verhältnisse in Laggenbeck bemängelt – so z. B. dass die Notkapelle für rund 1.000 Seelen viel zu klein sei, für ein offenbar von der Pfarrgemeinde getrenntes Vermögen kein verantwortlicher Vorstand bestehe ..... . Das Resultat war, dass auch die bischöfliche Behörde die Bildung des Vorstandes verlangte, dem außer dem zuständigen Pfarrer etwa drei Laggenbecker angehören müssten. Die Chronik verzeichnet, dass seitens Laggenbeck hierfür die Herren Bögel, Kötter, Schürmann, Konermann, Merschmeyer, Gr. Oeinghaus und Thele vorgeschlagen wurden, doch ist nicht mehr zu ermitteln, welche dieser Herren nun gewählt wurden.

Wie schon erwähnt, hat der erste Geistliche in Laggenbeck, Vikar Kösters am 25. März 1859 Laggenbeck verlassen. Bis August 1861 hat ein Privatgeistlicher (so ist die Benennung in der Chronik) Rählmann aus Ibbenbüren den Gottesdienst in Laggenbeck versehen, offenbar aber nicht an allen Werktagen. Es ist nicht mehr festzustellen, warum für diese Zeit, also nach dem Weggang des ersten Vikars, nicht wieder ein Geistlicher ernannt wurde, der in Laggenbeck Wohnung nahm. Der erwähnte Geistliche Rählmann hatte keine offizielle Anstellung in Laggenbeck.

Laggenbeck war in dieser Zeit, d. h. bis zur Anstellung des Vikars Baldamus am 11. Juli 1861 hinsichtlich Gottesdienst und Religionsunterricht etc. schlechter gestellt als während der Anwesenheit des Vikars Kösters. Diese Umstände hinderten nicht, sondern beeinflussten stark die fortdauernden Bemühungen der Laggenbecker um den Bau einer neuen Kapelle bzw. Kirche, zumal der vorhandene Anbau der Schule, der als Kapellenraum diente, zu klein war. Da am 12. Februar 1859 die hierfür gegründete Baukommission, bestehend aus den Herren Schulte-Laggenbeck, Gr. Oeinghaus, Wesselmann, Schürmann und Prinz, mit G. Brenningmeyer und G. Bosse einen Vertrag zur Lieferung der notwendigen Bausteine abgeschlossen wurde, darf angenommen werden, dass zu diesem Zeitpunkt das Grundstück für die Kirche bereits zur Verfügung stand.

Auf Wunsch und Drängen der Laggenbecker hat das Generalvikariat Münster am 18. April 1861 einen Bauplan für die Kirche (ohne Turm) vorgelegt und einen Kostenvoranschlag ausarbeiten lassen. In diesem Kostenvoranschlag wurden die Baukosten mit 6.944 Thaler, 18 Groschen und 2 Pfennige ermittelt. Unter dem Vorsitz des damaligen Amtmannes Ohm aus Ibbenbüren wurde der Kirchenbau in Laggenbeck am 27. Mai 1861 vergeben, und zwar an den Zimmermann G. Neyer, der sich bereit erklärt hatte, die gesamten Bauarbeiten zum Preise von 5.395 Thaler auszuführen. Die Baukommission war über die Reduzierung sehr erfreut und vergab den Auftrag im Vertrauen auf die Redlichkeit und Tüchtigkeit des Herrn Neyer.

Dieser Vertrag musste noch vom Generalvikariat genehmigt werden. Deshalb sandte man die Unterlagen sofort nach Münster mit der Bitte um Genehmigung, wobei dringend gebeten wurde, nun so bald wie möglich wieder einen Geistlichen nach Laggenbeck zu beordern. Die Stellungnahme des Generalvikariats vom 6. Juni 1861 brachte wieder eine Enttäuschung, weil die Genehmigung des Vertrages und damit der Bau der Kirche erst dann erfolgen konnten, wenn die Sicherung der Baukosten nachgewiesen war. Die Baukommission antwortete am 17. Juni 1861, dass 2.500 Thaler fest gezeichnet seien, bei der Kreissparkasse in Ibbenbüren ein Guthaben von 319 Thalern bestehe und dort auch einige tausend Thaler geliehen werden könnten. Es wurde ferner gesagt, dass die Laggenbecker Katholiken bisher für die Sicherung einer Vikarstelle, der Schule etc. schon mehr als 5 000 Thaler aufgebracht hätten und auch in Zukunft für den Kirchenbau und die Ausstattung gern Opfer bringen würden.

Offensichtlich hat Laggenbeck in Münster Vertrauen gefunden, denn unter dem 6. Juli 1861 hat das Generalvikariat die Genehmigung des Vertrages angekündigt. Am 20. Juli 1861 wurde der Vertrag ratifiziert. So wurde sofort mit den Bauarbeiten begonnen.



spacerVom Bau der Kirche bis zur eigenen Pfarrei

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Zur Freude der Laggenbecker hatte der Bischof nun auch am 11. Juli 1861 den Vikar Baldamus für Laggenbeck ernannt, der am 15. August 1861 die Stelle antrat und auf Wunsch des Generalvikariats den Bau der Kirche tatkräftig fördern sollte. Im Frühjahr 1862 bat Vikar Baldamus den zuständigen Pfarrer Bartmann in Ibbenbüren, die Benediction des Grundsteins der Kirche vorzunehmen. Diese Bitte wurde nicht erfüllt, wohl auch deswegen nicht, weil die Pfarrgemeinde Ibbenbüren sich von Anfang an gegen eine Abpfarrung und den Kirchenbau in Laggenbeck gestellt hatte. Inzwischen waren die Bauarbeiten vorangeschritten und das Mauerwerk auf Plintenhöhe, so dass dann auf eine feierliche Grundsteinlegung verzichtet wurde.
Am 1. Januar 1863 war die Kirche in Laggenbeck unter Dach.







B. Auf dem Weg zu einer eigenen PfarrgemeindeSeite oben

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Es blieb aber noch viel zu tun übrig bis zur Vollendung des Baues und Beschaffung der Inneneinrichtung der Kirche. Insgesamt hatten die Katholiken in Laggenbeck für die neue Kirche nun 9.817 Thaler gespendet und waren deshalb finanziell fast erschöpft. Mit Unterstützung des Landrates von Tecklenburg, Freiherr von Diepenbrock-Grüter und des Amtmanns Ohm in Ibbenbüren, bat man um die Genehmigung einer Hauskollekte in Westfalen. Der damalige Oberpräsident in Münster, Dr. von Duesberg, erklärt sich einverstanden, wenn v o r h e r eine Kirchenkollekte gehalten würde. Eine solche wurde von den Laggenbeckern am 23. August 1863 beim Bischof Johann Georg Müller in Münster beantragt. Der Bischof gab die Zusage, doch auch wieder mit der verzögernden Bedingung, dass zunächst die beantragten Kirchenkollekten abgehalten werden müssten. So konnte diese Kirchenkollekte für Laggenbeck in der Diözese Münster erst im Jahre 1864 gehalten werden und die Hauskollekte in Westfalen in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli 1865. Leider kann nicht mehr ermittelt werden, was die beiden Kollekten für Laggenbeck eingebracht haben.

Dass trotz der erwähnten finanziellen Schwierigkeiten die neue Kirche am 12. Dezember 1863 durch den Dechanten Rahfeldt aus Halverde benediziert werden konnte, spricht für die unentwegte Tätigkeit und Opfer der Katholiken in Laggenbeck. Die Chronik berichtet, dass am Tage der Benediction starker Sturm und viel Regen die Begleitmusik bildeten.

Vikar Baldamus konnte nun in der neuen Kirche den Gottesdienst halten, wobei aber zu beachten bleibt, dass Laggenbeck nicht eigene Kirchengemeinde war, sondern nach wie vor der Pfarrgemeinde Ibbenbüren zugehörte. Hier sei noch einmal verwiesen auf die „Dienstinstruktionen für den Vikar zu Laggenbeck“ vom 9. Oktober 1857 (s. Seite 5), die die Rechte und Pflichten des Vikars und die Rechte und Pflichten der Laggenbecker Katholiken sehr genau fixieren.

Immer wieder wurden Eingaben nach Münster gemacht, um mehr und mehr ein Gemeindeleben zu entwickeln und Gottesdienst in umfassender Form zu haben.



spacerHier einige Daten: 
   
 29. Dezember 1863:

Eingabe wegen einer 2. Messe an Sonn- und Feiertagen. Genehmigt am 12. Dezember 1865 für die Monate November bis April.

 25. Februar 1864:

Genehmigung, das hl. Sakrament in der Kirche aufzubewahren.

 4. April 1864:

Genehmigung des sakramentalen Segens in den Nachmittags-Andachten an Sonn- und Feiertagen

 13. Mai 1864:

Genehmigung der Abendandacht in der Fronleichnams-Oktav

 12. Juli 1864:

Das Fest der Patronin M. Magdalena kann am 25. Juli feierlich begangen werden

 12. April 1865:

Genehmigung der Abendandacht an den drei letzten Tagen der Karwoche

 22. Dezember 1865:

Genehmigung, die Beichte nicht nur an Sonnund Feiertagen, sondern auch an Wochentagen zu hören.



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Alle Eingaben wegen der vorgenannten Genehmigungen mussten über den zuständigen Pfarrer Bartmann eingebracht werden, der – den Bestrebungen der Laggenbecker nicht wohlgesinnt – am 20. Februar 1867 das Generalvikariat bat, die Laggenbecker auf die „Instruktionen“ vom 9. Oktober 1857 hinzuweisen. In Laggenbeck arbeitete man aber hartnäckig nicht nur in Richtung Verbesserung des kirchlichen Dienstes, sondern auch Ausstattung der Kirche und Errichtung einer eigenen Pfarrei.

Im Jahre 1865 wurden für die Seitenaltäre die Marienstatue für 60 Thaler und die Josef-Statue für 65 Thaler angeschafft. 1867/68 wurden eine Kanzel (120 Thaler), ein Beichtstuhl (75 Thaler) und eine kleine Orgel (801 Thaler) aufgestellt. Diese Orgel hatte ihren Platz auf dem Raum über der Sakristei.

Durch W. Kaesekamp und Cl. Neyer wurde 1883 der Kirchturm für 8. 687 Mark gebaut. Ein Restbetrag dieser Bausumme ist am 11. März 1886 bezahlt worden. Ebenfalls im Jahre 1883 wurde der Firma Petit & Edelbrock in Gescher der Auftrag zur Lieferung von drei Glocken (625 kg, 397,5 kg und 250 kg) erteilt. Die Kosten betrugen 3.535,40 Mark. Im April 1884 wurden diese Glocken im Turm montiert. 33 Jahre haben diese Glocken in Laggenbeck geläutet, alle zusammen zum letzten Male am 17. Juli 1917, als die zwei größten Glocken für Kriegsmaterial beschlagnahmt und abgenommen wurden, ohne jede Entschädigung.

Wenn hier nun von einem Streit zwischen den Katholiken von Laggenbeck und der Pfarrgemeinde Ibbenbüren berichtet wird, dann nicht um der Streitenden willen, sondern als Rückblende auf die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse. Der Ibbenbürener Küster Determeyer hatte das Recht des jährlichen Rundganges in der Gemeinde, also auch in Laggenbeck. In den Jahren 1868 und 1869 wurde dem genannten Küster Determeyer von den Bauern in Laggenbeck die althergebrachte Gabe, d. i. eine Stiege Korn, verweigert, weil Lehrer Fenneker, der die Küsterdienste in Laggenbeck versah, die Stiege Korn erhalten hatte. Die Laggenbecker Bauern versicherten, dass die Hergabe von Naturalien an den Küster freiwillig sei und daher von Ibbenbüren nicht eingeklagt werden könne. Es ist von Ibbenbüren auch noch das Generalvikariat eingeschaltet

Vikar Baldamus wurde 1884 zum Pfarrer von Wüllen ernannt. Sein Nachfolger in Laggenbeck wurde Vikar Lefert, und zwar am 3. Dezember 1884. Am 22. Dezember 1887 starb Pfarrer Bartmann in Ibbenbüren und erst am 13. Dezember 1888 erfolgte die Neueinführung des neuen Pfarrers Bernhard Cremann in Ibbenbüren. Laggenbeck hoffte auf eine gute Zusammenarbeit mit Pfarrer Cremann und Erfüllung des Wunsches, von Ibbenbüren abgepfarrt und eine eigene Pfarrei zu werden. Sehr eindringlich wurde der Wunsch zur Errichtung einer eigenen Pfarrei Laggenbeck dem Generalvikariat am 11. Dezember 1888 erneut vorgetragen und hingewiesen auf die vielen Opfer und Unterstützungen, die die Laggenbecker für die Pfarrei Ibbenbüren geleistet hätten. Man betonte, dass die neue Kirche in Laggenbeck, die als die schönste im Dekanat bezeichnet wurde, an der Stelle errichtet worden sei, wo die Bauerschaften Laggenbeck, Alstedde und Osterledde zusammenstoßen. Die am 27. Dezember 1888 vom Generalvikariat gegebene Mitteilung, man werde sich jetzt intensiv mit der Frage einer neuen Pfarrei beschäftigen, brachte frohe Stimmung in Laggenbeck, aber viele Schwierigkeiten und auch Kämpfe hatten die Laggenbecker noch zu überstehen, bis am 21. August 1891 Laggenbeck zur Pfarrgemeinde erhoben wurde.

Als das Generalvikariat in Münster im Schreiben vom 27. Dezember 1888 die so lange erwartete Nachricht gab, dass nunmehr offiziell die Gründung einer Pfarrei Laggenbeck betrieben werden solle, wurde gleichzeitig gefordert, dass Laggenbeck dem Generalvikariat bis zum 1. April 1889 übermitteln müsste


spacera)

eine vorläufige Karte mit den Grenzen der neuen Pfarrei,

 b)

Nachweis über ein „Dotationskapital“, aus welchem bei 3 % Zinsen das für den Pfarrer vorgesehene Jahreseinkommen von 1.800 Mark gesichert sei,

 c)

eine Bestätigung, dass für einen Friedhof ein entsprechendes Grundstück vorhanden sei.


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Der Inhalt der von Laggenbeck unter dem 29. März 1889 nach Münster gegebenen Antwort ist nicht aufzufinden. Doch hat das Generalvikariat am 11. November 1889 wissen lassen, dass nunmehr auch der Pfarrer der Mutterkirche Ibbenbüren prinzipiell die neue Pfarrei befürworte, zumal dafür von Laggenbeck bisher große Opfer und viele Mühen aufgewandt worden seien. Es gab auch hier wieder Schwierigkeiten, weil Ibbenbüren für die durch die Abpfarrung entstehenden Verluste an Steuern, Stolagebühren und Einnahmen des Pfarrers beim Rundgang eine Entschädigung verlangte, wobei auf den recht begüterten Bauernstand in den abzupfarrenden Bauerschaften hingewiesen wurde.

Ein weiteres Verlangen der Pfarrei Ibbenbüren war, die in Alstedde vorgesehene Westgrenze der neuen Pfarrei Laggenbeck auf keinen Fall weiter nach Ibbenbüren zu verlegen. Ibbenbüren nannte hier als äußerste Grenze einen kleinen Bach (wohl früher unter dem Namen „Fischbecke“ bekannt), der sich in der Nähe von Bischof (dieses Haus existiert heute nicht mehr) in die Aa ergießt, welche Grenze nach Norden in gerader Linie verlaufen sollte.

Das Generalvikariat sah die Forderungen der Ibbenbürener Pfarrei als begründet an und betonte in dem bereits erwähnten Schreiben vom 11. November 1889, dass die Regierung eine Genehmigung für die Pfarrei nicht geben würde, solange Laggenbeck nicht den Nachweis erbringe, dass für den Pfarrer Wohnung und Garten vorhanden seien und ein Mindestgehalt von 1.500 Mark pro Jahr. Ferner müsste gesichert sein das Gehalt für den Küster, den Organisten und die Kultuskosten. Zu der Forderung der Ibbenbürener Pfarrei nahm Laggenbeck im Schreiben vom 7. Dezember 1889 Stellung. Die Forderung auf eine Entschädigung wurde als unbillig und untragbar bezeichnet, zumal in 30 Jahren, seitdem Laggenbeck den eigenen Gottesdienst hatte, die Seelenzahl in Ibbenbüren um 1.300 gestiegen sei, Laggenbeck unter großen Opfern eine Kirche gebaut und den Geistlichen unterhalten habe. Der von Ibbenbüren genannte Steuerausfall sei nicht richtig errechnet und die Bauern in Laggenbeck, Osterledde und Alstedde seien nicht so begütert wie angenommen. Und nicht ohne den Nutzen eines moralischen Druckes zu erkennen, bezogen sich die Laggenbecker auf das „Tridentinum“ (Trienter Konzil 1545 – 1563), wonach die Errichtung einer neuen Pfarrei aus den Mitteln der Mutterkirche erfolgen solle.

Auch wurde hervorgehoben, dass die Errichtung einer Pfarrei direkt an der Grenze zur Diaspora (gemeint sind hier wohl die Gebiete Westerkappeln, Velpe und Ledde bzw. Tecklenburg) sehr wichtig sei. Der Schriftwechsel wegen Nachweis des Pfarrfonds („Dotationskapital“), Entschädigung für Ibbenbüren, Westgrenze der neuen Pfarrei etc. zog sich über Monate hin. Der Kirchenvorstand in Ibbenbüren erklärte sich am 9. Juli 1890 mit der Abpfarrung einverstanden, wenn Laggenbeck an Ibbenbüren eine Entschädigung in Höhe von 20 000 Mark zahle und auf Ibbenbürener Kirchenvermögen verzichte. Laggenbeck lehnte mit Schreiben vom 31. Juli 1890 diese Forderung ab und korrigierte die von Ibbenbüren wohl in Relation zum Steueraufkommen genannte Entschädigung von 20.000 Mark aufgrund der auf den abzupfarrenden Teil ermittelten Steuer (in Höhe von 350 Mark) so, dass hiernach nicht 20.000 Mark, sondern 2.333,33 Mark als Schuldanteil für Laggenbeck zur Debatte stünden, immer vorausgesetzt, dass Laggenbeck in der gleichen Relation Anteil am Ibbenbürener Kirchenvermögen erhalte. Das gleichzeitig von Laggenbeck gemachte Angebot nannte 1.000 Mark Entschädigung, wenn im gleichen Verhältnis Vermögenswerte aus Armenstiftungen, Inventar der Kirche, Krankenhaus und Rektoratschule übertragen würden. Ibbenbüren bezeichnete die Rektoratschule als Privatvermögen und das Krankenhaus als unter „Corporationsrecht“ (= Körperschaft öffentlichen Rechts) stehend, so dass beide Institute nicht zum Kirchenvermögen zählten. Es heißt dann, die kirchliche Behörde in Münster möge entscheiden. Und dies war nun Anlass, dass sich Laggenbeck in Münster über die Haltung der Pfarrei Ibbenbüren beschwerte. Münster reagierte nicht, forderte aber von Laggenbeck den Nachweis, dass 40.300 Mark als Pfarrfonds vorhanden seien. Die im Schreiben vom 16. 11. 1890 genannte Summe von 27.000 Mark genüge nicht. Die Königliche Behörde aber würde für die Genehmigung der Pfarrei das erwähnte Kapital von 27.000 Mark als genügend ansehen, wenn die Kirchenvorstandsmitglieder in Laggenbeck notariell und mit hypothekarischer Sicherung sich zur Aufbringung der fehlenden Summe verpflichteten. Es ist nicht festgehalten, was diesbezüglich geschehen ist. (Wir finden etwas weiter wieder Zahlenangaben).

Inzwischen waren die Verhandlungen wegen der Westgrenze vorangekommen. Man einigte sich auf den nachgenannten Grenzverlauf: Zwischen der Chaussee nach Ledde und der Eisenbahnlinie ist die Grenze so, dass die Grundstücke Determeyer und Otte bei Ibbenbüren bleiben. Nördlich der Eisenbahn bildet der Weg die Grenze, der westlich des Gehöftes Bühner, östlich der Höfe Otte und Kümper und dann in gerader Linie zur Mettinger Grenze verläuft. Es sollen aber das Doppelheuerhaus Kümper (bewohnt von Kamlage – später abgebrannt) und das Heuerhaus von Otte zu Laggenbeck gehören. Diese Häuser lagen westlich des genannten Weges.

Wiederum, und zwar am 14. April 1891, verwies das Generalvikariat auf bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssten, bevor die Königliche Regierung einen Antrag auf Genehmigung der neuen Pfarrei bearbeite. Dem Generalvikariat sollten schnell und genau durch Pfarrer Cremann in Ibbenbüren und den Laggenbecker Vikar Lefert folgende neun Fragen beantwortet werden:


spacer1.Wie groß ist die Entfernung von dem weitest gelegenen Hof in Osterledde bis zur Kirche in Ibbenbüren?
 2.Seit wann stehen in Laggenbeck die Kapelle, die neue Kirche und das zukünftige Pfarrhaus?
 3.Genügen Kirche und Pfarrhaus den dauernden Bedürfnissen?
 4.Ist ein ausreichender Friedhof vorhanden?
 5.Sind Kirche, Pfarrhaus und Friedhof schuldenfrei?
 6.


Welche Mittel sind vorhanden für
a) Unterhalt der kirchlichen Gebäude,
b) Laufende Kultuskosten,
c) Unterhalt des Pfarrers, Küsters und Organisten?
 7.Wie groß ist die Zahl der Katholiken der zukünftigen Pfarrei?
 8.

Wie groß ist die Summe der im letzten Jahr aufgebrachten Staatssteuer und der Kirchensteuer (hierbei Angabe des Umlage- Modus für die Kirchensteuer)?
 9.Seelenzahl der Katholiken in Ibbenbüren nach Abpfarrung (mit Angabe der Staatssteuer und Kirchensteuer?

spacer

Vikar Lefert erstattete dem Generalvikariat den Bericht am 28. April 1891. Die in diesem Bericht genannten Zahlen über verfügbares Kapital waren erneut Anlass für das Generalvikariat, auf Unstimmigkeiten hinzuweisen. Es differierten diese Zahlen von denjenigen, die von Laggenbeck am 29. März 1889, 7. Oktober 1889 und am 16. Oktober 1890 genannt wurden. Die in dem letzten Bericht aufgeführte Stiftung von Rev. Freude (aus der Familie des Bauern Freude in Laggenbeck) in Höhe von 6.000 Mark wollte das Generalvikariat nicht als Kapital anerkennen, weil der Zweck der Stiftung nicht voll geklärt sei, wenngleich Pfarrer Kellerwessel (vermutlich Pfarrer in Sendenhorst) darüber berichtet habe. Auch die Königliche Behörde würde eine solche für die Zukunft bestimmte Stiftung nicht als vorhandenes Vermögen anerkennen.


spacerVikar Lefert antwortete umgehend und gab nochmals folgende Aufstellung nach Münster:
„Für Gründung der Pfarrstelle ist jetzt vorhanden:

spacerI. Grundvermögen 2 ha 14 a 17 qm Reinertrag 5,75 M Verpachtwert
90,-- Mark
spacerII.

(Ohne Verpflichtung:)
12.000 Mark zu 4 % bei Greve, Münster; Zinsen
10.000 Mark zu 3 ½ % bei Sparkasse Beckum

480,-- Mark
350,-- Mark
spacerIII.

(Mit Verpflichtung:)
540 Mark Stiftung Upmeyer/Sparkasse Dülmen zu 3 %

16,20 Mark
  6.000 Mark Stiftung G. Freude/Sparkasse in Sendenhorst zu 3 ½ %
210,-- Mark
  Einnahme aus Jahresgebet
300,-- Mark
  Einnahme beim Rundgang
100,-- Mark
  
Summe
1.526,20 Mark


spacer

Vikar Lefert bemerkte, die Stiftung über 6.000 Mark von Rev. Freude sei bisher von Pfarrer Kellerwessel verwaltet, von dem Generalvikariat noch nicht genehmigt, weil mehrfach Änderungen in Bezug auf den Zweck erfolgt seien, jetzt aber mit der Genehmigung gerechnet werde. Im Übrigen seien die Laggenbecker bereit, die noch fehlenden Mittel aufzubringen.
Viele Jahre des Einsatzes und zähen Ringens, des Opferns, der Hoffnung und mancher Enttäuschungen hatten die Katholiken aus Laggenbeck, Osterledde und Alstedde überstehen müssen, ehe ihr Ziel, eine eigene Pfarrei zu haben, erreicht wurde.



spacerMit Urkunde vom 21. August 1891 wurde durch Bischof Hermann Laggenbeck zur eigenen Pfarrei St. Maria Magdalena erhoben.

Hier der Text dieser Urkunde:

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„Die zur Pfarre Ibbenbüren im Kreise Tecklenburg gehörende Kapellengemeinde Laggenbeck wird von uns hierdurch von ihrem bisherigen Pfarrverbande, unter Zustimmung des Pfarrers, des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeindevertretung abgetrennt und zu einer eigenen Pfarre erhoben. Es geschieht dies unter Maßgabe folgender Bestimmungen und Bedingungen:


spacerI.



Die künftige Pfarre umfaßt – der anliegenden Handzeichnung gemäß – den jetzigen Bezirk der katholischen Kirche in Laggenbeck, d. h. die Bauerschaft Laggenbeck mit Ausnahme der kleinen südlich von der Aa gelegenen Besitzung Hungermann vorm. Hergemöller, die Bauerschaft Osterledde und einen Teil der Bauerschaft Alstedde, deren Grenze sich wie folgt bestimmt:

spacer 

Vom Ledder Wege bis zur Eisenbahn verbleiben die sämtlichen zusammenhängenden Grundstücke des Gutsbesitzers Determeyer bei Ibbenbüren, so daß Laggenbeck sich dort auf der ganzen Linie bis an die Grenzen dieser Grundstücke erstreckt. Von der Eisenbahn bis hinter dem Hofraum des Colons Otte fällt die Grenze zwischen Ibbenbüren und Laggenbeck zusammen mit der Grenze zwischen den Grundstücken des Colons und des Colons Kümper, wobei der Fußweg nach Otte bei Ibbenbüren verbleibt. Von Otte bis zur Chaussee – Osnabrück wird die Grenze durch den Fußweg bezeichnet, welcher von Otte aus unmittelbar am Hofraum von Kümper (bleibt links liegen) und Lübbermann (liegt rechts) vorbei auf den Schaler Landweg führt und bei der Abzweigung der Chaussee nach Mettingen von der Chaussee Rheine – Osnabrück mündet. Dieser Weg und alle Grundstücke, welche westlich von demselben liegen, verbleiben bei Ibbenbüren; die östlich davon gelegenen Grundstücke gehören zu Laggenbeck.

spacerII.



Der Kirchhof zu Ibbenbüren gehört der politischen Gemeinde daselbst, wovon auch künftige Pfarre Laggenbeck ein Teil ist. An diesem Kirchhof bleiben daher die genannten Bauerschaften berechtigt. Es ist jedoch in Laggenbeck bereits ein ausreichender Begräbnisplatz angekauft, wenn als solcher auch noch nicht eingerichtet, was in nächster Zeit erfolgen soll.

spacerIII.





Die von der neuen Pfarre Laggenbeck von der auf der Pfarre Ibbenbüren lastenden Schuld ad 20 000 Mark zu übernehmenden Schuldanteile im Betrage von 3.500 Mark werden aus den Überchüssen der unter Verwaltung des bischöflichen Stuhles stehenden, zu kirchlichen Zwecken im Dekanate Tecklenburg bestimmten Bonnike’schen Stiftung gedeckt werden. Im Übrigen verzichtet die Pfarre Ibbenbüren auf alle ferneren Beiträge der Pfarrgemeinde Laggenbeck zu ihren kirchlichen Bedürfnissen, während ihrerseits Letztere allen Ansprüchen an das kirchliche Vermögen der Pfarre Ibbenbüren ausdrücklich entsagt.

spacerIV.

Zur Ausstattung der Pfarre Laggenbeck dient das von der Kapellengemeinde bisher schon besessene Vermögen:
1) die im Jahre 1861 – 1863 erbaute Kirche als zukünftige Pfarrkirche,
2) die Wohnung des Vikars mit Garten als zukünftige Pfarrwohnung,
3) das zum Begräbnisplatz angekaufte Grundstück.

spacerV.Die Dotation der Pfarrstelle insbesondere bilden:

spacer 1) Pacht aus Grundstück 2 ha 14 a 17 qm
= 90,-- Mark
  2) 4 % Zinsen aus 12 000 Mark
= 480,-- Mark
  3 ½ % Zinsen aus 10 000 Mark
= 350,-- Mark
  3) 3 ½ &% Zinsen aus 540 Mark
18,90 Mark
  4) 3 ½ % Zinsen aus 6 000 Mark
210,-- Mark
  5) Jahresgebet
300,-- Mark
  6) Rundgang
100,-- Mark
  
Summe
1. 548,90 Mark

spacerVI.


Die Kosten für den Gottesdienst und andere für die kirchlichen Bedürfnisse erforderlichen Ausgaben werden aus der Kirchensteuer bestritten, welche sich jetzt für die Katholiken der Bauerschaften Laggenbeck, Osterledde und Teil von Alstedde auf 346 Mark beläuft.

 VII.

Die Bestimmungen dieser Errichtungsurkunde treten mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft.

   
  
Urkundlich unserer Unterschrift und beigefügten bischöflichen Siegels.
   
  
Münster, den 21. August 1891
Gez. + Hermann
   
  

„Die nach der vorstehenden Urkunde vom 21. August 1891 von dem Bischof von Münster kirchlicherseits ausgesprochene Errichtung und Umschreibung der katholischen Kirchengemeinde Laggenbeck wird hierdurch von staatswegen bestätigt und in Vollzug gebracht.“

   
  
Münster, 5. November 1891
Königliche Regierung
Abt. Für Kirchen- und Schulwesen
(gez.) Vormbaum






C. Die neue Pfarrgemeinde entwickelt sich schnellSeite oben

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Das Generalvikariat hat am 17. Dezember 1891 den in Laggenbeck tätigen Vikar Lefert zum Pfarrverwalter der neuen Pfarrei ernannt, welche Funktion Vikar Lefert bis zur Ernennung des ersten Pfarrers, Johannes Reiermann, mit Umsicht und Tatkraft ausübte.

Denn Vikar Lefert hat sofort nach Ernennung der Pfarrei Laggenbeck im Einvernehmen mit Pfarrer Cremann in Ibbenbüren die Wahl eines Kirchenvorstandes (notwendig aufgrund des Gesetzes über Kirchenvermögensverwaltung vom 20. 6. 1875) und einer Gemeindevertretung eingeleitet. Die Wahl am 14. Dezember 1891 hatte folgendes Ergebnis:


spacerKirchenvorstand: 
   
 Theodor Schulte LaggenbeckCarl Bögel
 Gerhard Wievel gt. MerschmeyerCarl Konermann
 August Wefel gt. BroelmannAugust Richter
   
spacerGemeindevertetung: 
   
 Carl Schulte VarendorffClemens Neyer
 Heinrich Bögel gt. FreudeMoritz Keller
 Gerhard SchildwächterBernhard Sommerkamp
 gt. MerschGerhard Bußmann
 Theodor Schulte BrochterbeckBernhard Kümper
 gt. HackmannBernhard Brinkmann
 Heinrich BrockschmidtAnton Steingröver
 Heinrich Hoppe gt. KampschmidtAndreas Eggemeyer
 Gerhard SommermeyerGerhard Blome
 Gerhard Holthaus gt. Brinkmann 
   
 August Richter wurde Rendant der Kirchengemeinde. 


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Der Kirchenvorstand beschloss am 23. Mai 1892, auf dem Meyring’schen Grundstück am Hünhügel einen Friedhof anzulegen. Die Umschreibung bzw. grundbuchamtliche Eintragung des Grundstückes dafür und der bereits seit rund 30 Jahren im Besitz der Kirchengemeinde befindlichen Grundstücke nahm noch zwei Jahre in Anspruch.


spacer Es handelte sich um
 a)



die Schenkung Schulte Laggenbeck des Grundstückes, wo sich heute das Pfarrhaus mit Garten, das Pfarrheim und der Kindergarten mit Spielplatz und Wiese befinden. Dieses Grundstück wurde bereits im Jahre 1862 zur Verfügung gestellt, hatte eine Größe von 16.821 qm und wurde bei der Auflassung mit 2.738,52 Mark amtlich taxiert.

 b)

Schenkung Bögel gt. Freude und Maria geb. Focke, ebenfalls 1862, 1.015 qm groß mit 203 Mark Taxwert

 c)

Grunderwerb von der Landgemeinde Ibbenbüren = 3.258 qm.
Die unter b) und c) genannten Grundstücke bilden heute den Kirchplatz.

 d)Grunderwerb von B. Linnenschmidt am 28. August 1894 für den Friedhof = 2.952 qm für 289,39 Mark

spacerDie grundbuchamtlichen Umschreibungen erfolgten also 1894.

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Für die Herrichtung des Friedhofes wurden 1.078,72 Mark aufgewendet, das Friedhofskreuz mit Corpus kostete 544 Mark.
Lehrer Fenneker, der bisher die Küsterdienste übernommen hatte, wurde auch weiterhin mit dieser Aufgabe betraut.

Am 12. Dezember 1863 ist die gerade erbaute Kirche in Laggenbeck – offiziell als Kapelle bezeichnet – benediziert (segnen, weihen) worden. Die Einweihung als Pfarrkirche St. Magdalena fand statt am 22. Juli 1893, dem Namensfest der Schutzpatronin.

In der Pfarrkirche St., Magdalena wurde zum ersten Male am 10. Januar 1892 die hl. Taufe gespendet, die erste Trauung war am 10. Februar 1892. Im Jahre 1892 führte auch die erste Fronleichnamsprozession von der Pfarrkirche aus in Richtung Norden bis zur Kreuzung Mettinger Straße/Alstedder Straße und von da aus durch die Felder ins Dorf zurück bis zum Friedhof und von da aus zur Kirche zurück.³

Pfarrverwalter Vikar Lefert wurde im Jahre 1894 zum Pfarrer von Steinbeck ernannt und Johannes Reiermann wurde am 3. September 1894 der erste Pfarrer in Laggenbeck.

In die ersten Jahre seines Wirkens in Laggenbeck fielen manche Ergänzungen und Anschaffungen für die Pfarrkirche, so z. B. zwei Seitenaltäre (1.005 Mark), Beichtstuhl (380 Mark), zwei Altarkreuze (320 Mark), Bild Immerwährende Hilfe (594 Mark) Fahne Heilige Familie (400 Mark), Fahne St. Barbara (587 Mark), Pieta für die Fronleichnamsprozession (500 Mark), Brunnen für Pastorat (535 Mark) und vieles andere.

B. Linnenschmidt hat der Kirchengemeinde im Jahre 1898 für die Erweiterung des Friedhofs 1.308 qm Grund geschenkt.

*3 Einzelheiten zur Geschichte der Fronleichnamsprozession in Alfons Pelster, Von der Bauerschaft zum modernen Industriestandort, Ibbenbüren, S. 64 ff.



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Ein eigener Kaplan für Laggenbeck

Da Pfarrer Reiermann nicht ganz gesund war und wegen eines Lungenleidens mehrfach aussetzen musste, hat die Laggenbecker Pfarrgemeinde frühzeitig die Anstellung eines Kaplans beantragt, der auch zum 1. Mai 1897 in der Person des Wilhelm Bureik aus Oelde nach Laggenbeck kam und mit dem Pfarrer zusammen im Pfarrhaus wohnte. Dank einer großherzigen Schenkung erhielt Laggenbeck einige Jahre später auch eine Kaplanei.

Pastor Joh. Carl Gerhard Freude, der in Laggenbeck auf dem Hofe Freude geboren war, hatte nach seinem Studium und seiner Priesterweihe viele Jahre als Pastor in einem Waisenhaus in Catony (USA) gewirkt und kehrte in diesen Jahren nach Deutschland zurück. Auf Wunsch des Bischofs übernahm er die Seelsorge im Stift Maria Hilf in Tilbeck. Es blieb sein Wunsch, seine alten Tage in Laggenbeck zu verbringen und so begann er im Jahre 1900 mit dem Bau eines Hauses in Laggenbeck, und zwar auf dem Grundstück Freude direkt neben dem Kirchplatz. Doch er erlebte die Fertigstellung seines Hauses nicht mehr. Er starb am 29. Mai 1900 in Tilbeck und ist in Laggenbeck begraben worden.

In seinem Testament vom 5. März 1900 vermachte er das von seiner Familie für den Bau geschenkte Grundstück mit begonnenem Bau – 1.078 qm Grundstücksgröße – der Kirchengemeinde Laggenbeck, ferner 7.815,22 Mark für den Weiterbau sowie 13.607,30 Mark als Fond für die Kaplanstelle. Die Pfarrgemeinde steuerte für den als Kaplanei weitergeführten Bau 43.491,43 Mark bei. Die heutige Kaplanei mit Garten wurde so durch die Großherzigkeit des Pastors Johann Carl Gerhard Freude Eigentum der Pfarrgemeinde Laggenbeck.

Auch die heutige Generation unserer Gemeinde sollte sich dessen dankbar erinnern und den gleichen Dank empfinden für alle diejenigen, die durch Grundstücksschenkungen und andere Opfer sehr viel zum Aufbau der Pfarrei Laggenbeck getan haben.

Die Pfarrgemeinde St. Magdalena hatte am 1. Mai 1897 Herrn Wilhelm Bureik als Kaplan zugewiesen bekommen und konnte für diesen durch die erwähnte Schenkung des verstorbenen Pastors Joh. Carl Gerhard Freude die Kaplanei zur Verfügung stellen. Das Gehalt des Kaplans – die Höhe desselben läßt sich nicht mehr ermitteln – musste aufgebracht werden aus Messstipendien, einem Zuschuss des Generalvikariats und Zuwendungen aus der Bonniker-Stiftung.

Durch Verfügung des Generalvikariates Münster wurden am 16. Januar 1900 alle Katholiken, die in den Gemeinden Westerkappeln, Wersen, Lotte und Velpe südlich der Landstraße Rheine – Osnabrück (heutige L 501) wohnten, der Pfarrei Laggenbeck zugeteilt. Für die in Ledde wohnenden Katholiken erfolgte eine Sonderregelung derart, dass sie in Laggenbeck ihrer Osterpflicht genügen konnten, solange in der Kirche in Tecklenburg, zu der sie gehörten, nicht regelmäßig ein Sonntags- Gottesdienst gehalten wurde.

Im Jahre 1902 ist die Kanzel in der Pfarrkirche Laggenbeck mit fünf Holz-Reliefs ausgeschmückt worden. Die Reliefs stellten Jesus Christus inmitten der vier Evangelisten dar. 465,30 Mark mussten hierfür aufgewendet werden. Die beiden Portale an der Turmseite der Kirche wurden für 400 Mark angeschafft, der Taufstein für 243,64 Mark versetzt und mit 653,08 Mark Kosten die Bänke durch einen Holzfußboden entsprechend höher und gleichzeitig auch wärmer gestellt.


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Das kirchliche Gemeindeleben wurde bereichert, als am 19. April des Jahres 1904 der M ü t t e r v e r e i n mit 20 Mitgliedern gegründet wurde. Bei der ersten Neuaufnahme am 16. November 1904 traten weitere 132 Mütter bei. Im Jahre 1907 fand die Gründung des Arbeiterund Knappen-Vereins statt, während am 31. Oktober des Jahres 1913 die Jungfrauen- und Jünglings-Congregationen ins Leben gerufen wurden. Nachdem kurz nach Gründung der Pfarrei Laggenbeck im Jahre 1896 durch die Jesuiten-Patres die erste Mission in Laggenbeck stattfand, ist in der Zeit vom 18. bis 26. Mai 1907 durch Franziskaner- Patres die zweite Mission gehalten worden.

Eine erfreuliche Verschönerung sollte der Kirchplatz 1908 erhalten. Der Platz an der Kirche sollte Kleinpflaster erhalten. Außerdem sollten gärtnerische Ausschmückungen zur Geltung kommen, indem u. a. die Nischen an der Außenseite der Kirche mit Blumen und Sträuchern bepflanzt wurden.*4

Die weitere Ausgestaltung der Kirche begann 1908 durch eine neue Wanddekoration und wurde fortgesetzt durch den Bau einer Orgel- Empore im Turm-Raum und Anschaffung einer Orgel im Jahre 1910. Bis dahin war für Chorsänger und Organist ein Raum über der Sakristei benutzt worden, wo sich auch ein Musikinstrument (wahrscheinlich ein Harmonium) befand. Durch die Opferbereitschaft der Gemeinde wurden die Kosten für die Orgel, Orgel-Empore usw. in Höhe von 15.584 Mark aufgebracht. Weitere 3.700 Mark waren notwendig, um die Kirche mit elektrischer Beleuchtung – bisher gab es nur das natürliche und Kerzenlicht – auszustatten. 1912 erteilten die Landgemeindeverordneten der Firma Carl Keller & Co. GmbH die Genehmigung zur Herüberholung von elektrischer Kraft zur katholischen Kirche. 5 Ende 1914 konnte die Lichtanlage in Gebrauch genommen werden. Der erste Pfarrer in Laggenbeck, Johannes Reiermann, hat die neue Lichtquelle in der Kirche nicht mehr gesehen: sein Lebenslicht ist am 8. November 1914 erloschen, nachdem er zwanzig Jahre als Pfarrer in Laggenbeck tätig gewesen war. Er starb im Alter von 70 Jahren. Große Trauer in der Gemeinde bekundete die Wertschätzung, die er als Seelenhirte in Laggenbeck erfahren durfte.

Der am 1. Mai 1897 als erster Kaplan nach Laggenbeck gekommene Wilhelm Bureik hatte am 4. August 1903 in Kaplan Anton Laumann aus der Emsstadt Greven einen Nachfolger. Kaplan Bureik war in das Benediktiner-Kloster Gerleve eingetreten. Sein Nachfolger in Laggenbeck, Anton Laumann, wurde als Probst nach Billerbeck versetzt. Mit Wilhelm Terrahe aus Vreden kam am 28. Juli 1908 der dritte Kaplan nach Laggenbeck. Er hat nach dem Tode von Pfarrer Reiermann die Pfarrei Laggenbeck verwaltet, bis am 24. Februar 1915 Dr. Dr. Joseph Hölker aus Nottuln zum Pfarrer von Laggenbeck ernannt wurde. Dechant Weining führte den neuen Pfarrer in sein Amt ein.*5

Kaplan August Vohren aus Warendorf wurde am 15. November 1915 Nachfolger des bisherigen Kaplans Terrahe, der als Rektor nach Gelmer versetzt worden war. Pfarrer Dr. Dr. Hölker wurde von der Behörde zum Orts-Schul-Inspektor ernannt, welches Amt er bis zu den Revolutionswirren 1918 ausübte.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die zunehmende Zahl der Katholiken und der Priester aus dem Dekanat Tecklenburg im Jahre 1912 im Vergleich zum Jahre 1868, als Laggenbeck noch keine eigene Pfarrgemeinde war, an. *7


spacer*4 Quelle: IVZ vom 1908
*5 Quelle: IVZ vom 4. 1. 1912
*6 Quelle: IVZ 24. 02. 1915)
*7 Quelle: IVZ 27. 03. 1913






D. Vom ersten zum zweiten WeltkriegSeite oben

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Es war seinerzeit den Geistlichen nicht gestattet, täglich mehr als eine hl. Messe zu lesen. Die Pfarrei Laggenbeck erhielt am 15. Februar 1916 die bischöfliche Erlaubnis, sonntags eine dritte hl. Messe vorzusehen, so dass Pfarrer oder Kaplan eine zweite hl. Messe zelebrieren konnten. Der Grund dafür lag in dem Umstand, dass die Firma Keller mit rund 300 Mann Belegschaft in die Kriegsmaterial- Produktion (Drehen von Granatenhülsen) eingeschaltet worden war und ununterbrochen in drei Schichten, also auch sonntags, arbeitete. Durch angepasste Messzeiten sollte der Besuch der Sonntagsmesse ermöglicht werden.

In den Kriegsjahren 1914 – 1918 hat sich die Kirchengemeinde Laggenbeck nachweislich karitativ eingesetzt für durch den Krieg in Not geratene Familien. Eine größere Zahl von Kindern aus dem Industriegebiet sind bis lange Zeit nach Kriegsende in Laggenbecker Familien untergebracht und versorgt worden. Kaplan Vohren besuchte wöchentlich das Lazarett in Ledde (Hanigbrink) und gab dort geistlichen und materiellen Beistand. Herrn Pfarrer Hölker waren die Kriegsgefangenen-Lager in Seeste, Alstedde (Saal Borger) und Laggenbeck (Saal Linnenschmidt), wo französische Soldaten untergebracht waren, zur Betreuung anvertraut. Pfarrer Hölker beherrschte die französische Sprache und konnte die Lagerinsassen daher immer persönlich ansprechen. Die Gefangenen aus dem Lager Laggenbeck besuchten fast regelmäßig die Sonntagsmesse, und Pfarrer Hölker hat mehrfach eine Predigt in französischer Sprache gehalten. Auch im Lager Seeste hat Pfarrer Hölker öfter die hl. Messe gelesen, bis ein französischer Redemptoristenpater, der als Sanitäter in Gefangenschaft geraten war, im Lager die Seelsorge übernahm. Aber einmal monatlich brachte Pfarrer Hölker in das Lager Seeste Hostien und Messwein.

Die Katholische Kirchengemeinde Laggenbeck hatte im Krieg 1914/1918 51 Gefallene und 12 Vermisste, die Evangelische Gemeinde Laggenbeck 19 Gefallene zu beklagen. Das Ehrenmal für diese Kriegsopfer, das auf dem Kirchplatz an der Tecklenburger Straße stand, wurde zum Leidwesen vieler Laggenbecker im Jahre 1961 im Zuge der Verbreiterung der Tecklenburger Straße abgebrochen.

Trotz des Einsatzes und der Opfer der Pfarrei im Kriege 1914 – 1918 darf ein Hinweis auf die vielfach große Not der Bevölkerung nicht fehlen. Es mangelte an Lebensmitteln und Kleidung sowie vielem anderen. Revolten und Separatisten-Bewegungen erschütterten das Land, weshalb – wie fast überall – auch in Laggenbeck eine Bürgerwehr bemüht war, Ruhe und Schutz für die Gemeinde zu geben.

Ein Raubüberfall im Pfarrhaus und in der Kaplanei zeugt davon, dass die Nachkriegs- und Revolutionszeit - der Überfall passierte am 15. August 1919 – Spuren von Gewalt hinterließen. Gegen 22 Uhr abends wurde sowohl im Pfarrhaus als auch in der Kaplanei geschellt. Auf die Frage „Wer ist dort?“ lautete in beiden Fällen die Antwort übereinstimmend „Josef Brinkmann“. Offenbar kannten die Eindringlinge diesen Namen, da es seinerzeit mehrere Laggenbecker dieses Namens gab.

Nach Öffnen der Tür drangen zwei Männer, mit großen farbigen Brillen und je einem Revolver in der Hand, ein und forderten „Alles Geld her, Geldschrank öffnen und zeigen, was sonst an Wertsachen vorhanden ist.“ Die Überfallenen mussten sich mit dem Gesicht zur Wand stellen, bis nach etwa einer halben Stunde die Räuber verschwanden mit der Drohung „Wenn vor morgen früh die Polizei eingeschaltet wird, werden Sie nicht mehr leben.“ Im Pfarrhaus betrug die Beute rund 200 Mark und in der Kaplanei über 1.000 Mark. Kaplan Dahlmann verwaltete damals eine Art Sparkasse für Gemeindemitglieder.

Es ist wohl nicht falsch, die vorerwähnte Freveltat in dieser Chronik zu erwähnen.



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Die Ausdehnung der Pfarrgrenzen

In den vorhergehenden Abschnitten dieses Berichtes wurde schon erwähnt, dass die Abpfarrung von Ibbenbüren und die Grenzziehung der neuen Pfarrei Laggenbeck manche Schwierigkeiten mit sich brachte, die im wesentlichen durch den Widerstand des Pfarrers von Ibbenbüren bedingt waren, aber doch die Errichtung der Pfarrei Laggenbeck am 21. August 1891 nicht verhindern konnten.

Schon 1907 wurden von Bewohnern in Alstedde Bestrebungen unternommen, von Ibbenbüren nach Laggenbeck umgepfarrt zu werden. Es wurden Bittschriften und Eingaben von Einzelpersonen, von Familien-Gruppen und vom Laggenbecker Kirchenvorstand verfasst, Befragungsaktionen bei den Familien in dem betreffenden Randbezirk – es handelte sich im wesentlichen um die Familien, die auf dem Gebiet des früheren Hofes Determeyer wohnten – durchgeführt, und zwar 1907, 1911 und auch später. Durch Bischof Johannes Poggenburg wurde die neue Grenze im Westen so festgelegt, dass aus der Pfarrei Ibbenbüren folgende Familien bzw. Wohnsitze an die Pfarrei Laggenbeck übertragen wurden:


spacerspacerAndreas Hoppe genannt Kampschmidt, Konrad Attermeyer,
Hermann Schmedt (Heuerhaus von Kölker), Heinrich Kölker,
Gerhard Ungruhe, Karl Blome (heute Bosse),
Fritz Herkenhoff, Theodor Brinkmann, Karl Imorde,
Joseph Göcke (Kampschmidt),
August Middendorf, Theodor Wißen, Gerhard Blome,
Gerhard Otte (Kolonat Otte), Ww. Alex Kümper (Geesmann).

spacerMit der gleichen bischöflichen Urkunde wurden aus der Pfarrei Tecklenburg an Laggenbeck die Wohnstätten folgender Familien überwiesen:

spacerspacerGerhard Averbeck (Heuerhaus Schürmann), Anton Neuhaus,
Clemens Kümper (Heuerhaus von Topp), August Rieskamp,
Johann Dartmann, Heinrich Heuger, Heinrich Erpenstein und Franz Loddenkötter (Heuerhaus Haselroth)

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Die Erweiterung der Pfarrei Laggenbeck erfolgte, ohne dass Laggenbeck finanzielle Leistungen an Ibbenbüren oder Tecklenburg erbringen musste. Die neuen Pfarrgrenzen – die sich aus der Umpfarrung ergaben – wurden festgelegt, am 27. Mai 1921 durch Bischof Johannes Poggenburg bestätigt und am 18. Juni 1921 durch die Regierung in Münster anerkannt.

Am 29. Mai 1921 konnte der Neupriester August Hackmann, Sohn des Bauern Hackmann-Wesselmann, in der Pfarrkirche Laggenbeck unter großer Beteiligung der Gemeinde seine Primiz feiern.



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Die Zeit der Inflation

Wie auch in anderen Gemeinden waren gegen Ende des Krieges die zwei größten Bronze-Glocken requiriert worden. Der Wunsch zur Beschaffung neuer Glocken war groß. Verwirklicht werden konnte der Plan wegen der hohen Kosten und der fortschreitenden Entwertung der Mark jedoch nicht, zumal am Friedhof umfangreiche Arbeiten notwendig wurden. Die vielen hohen Koniferen und Sträucher wurden entfernt, das Gräberfeld wurde in Terrassen angelegt, Wege befestigt und mit Wasserrinnen versehen, schließlich auch Treppen angelegt.

Neben vieler Arbeit hat die Pfarrgemeinde hierfür auch finanziell nach Kräften beigesteuert, so dass 1923 diese Arbeit erledigt werden konnte. Dass trotz der starken Inflation und hoher Materialkosten die Umgestaltung gelang, ist auch der großzügigen Unterstützung des 1932 verstorbenen Carl Keller sen. zu verdanken.

Im Jahre 1923 wurde der Kirchengemeinde Laggenbeck ebenfalls eine Spende aus Amerika übermittelt, und zwar von einem Angehörigen der Laggenbecker Familie August König. Ursprünglich sollte diese Spende von 150 US-Dollar dem Glockenfonds zugeführt werden, aber die wirtschaftlichen Verhältnisse machten einen Strich durch die Rechnung; denn zufolge gesetzlicher Vorschriften nahm der Staat alle Devisen und damit auch die 150 Dollar in Besitz. Die Frankfurter Bank zahlte der Kirchengemeinde den am Eingangstage gültigen Gegenwert in Mark aus. Bei Eingang hier – also nach ein paar Tagen – hatte die Zahlung schon den größten Teil der Kaufkraft verloren. So wurde der Hochaltar der Pfarrkirche aufgefrischt und mit neuem Dekor versehen. Für die gleiche Arbeit an den Seitenaltären reichte das Geld nicht mehr, was aber den Dank der Gemeinde an den Spender nicht verringert hat.

Bereits 1918 nach Kriegsende befasste sich der Kirchenvorstand mit Plänen für die Erweiterung der Pfarrkirche, die infolge wachsender Zahl der Gemeindemitglieder notwendig schien. Die Baupläne, die seinerzeit vom Architekten Sunder-Plaßmann ausgearbeitet wurden, kamen ungenutzt ins Archiv, weil die erste Nachkriegszeit und große Inflation eine Verwirklichung nicht zuließen.

Wie groß das Ausmaß der Inflation seinerzeit war, mögen die nachfolgenden Zahlen belegen: Die Jahresrechnung der Katholischen Pfarrgemeinde Laggenbeck für die Zeit


spacervom 1. 4. 1923 bis zum 31. 3. 1924 führt auf:
Einnahmen
Ausgaben
Defizit also

131.683.939.923 Mark
2.754.412.338.915 Mark
2.622.728.398.992 Mark

spacerin Worten: 2 Billionen 622 Milliarden 728 Millionen 398 Tausend und 992 Mark, was einer Summe von 2,6 Goldmark entsprach

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Fünf Milliarden Markt


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Das Wirken der Kapläne

Als Kaplan Wilhelm Terrahe 1915 als Rektor nach Gelmer ging, kam am 15. November 1915 August Vohren als Kaplan nach Laggenbeck. Er ist hier am 31. Oktober 1917 gestorben und ruht auf dem hiesigen Friedhof. Ihm folgte am 19. November 1917 Josef Dahlmann in die Laggenbecker Kaplan-Stelle. Zum 30. Mai 1923 wurde August Heilen Kaplan an St. Magdalena Laggenbeck. Sein Nachfolger wiederum, Kaplan Hugo Johannesmann, war vom 15. März 1926 bis Juli 1930 in Laggenbeck tätig.

Durch Kaplan Heilen ist am 21. Januar 1925 in Laggenbeck die Gründung des Katholischen Gesellenvereins erfolgt. Kaplan Heilen wurde zum Präses gewählt, August Mennebröker zum Senior, Heinrich Frommeier wurde Schriftführer und Carl Keller Kassierer des Vereins. 27 Gesellen erklärten an diesem Tag ihren Beitritt.8 Innerhalb einer Woche erhöhte sich die Zahl auf 49.

Im Wesentlichen von Kaplan Heilen organisatorisch untermauert wurde 1926 der Plan für die Ausstattung der Kirche mit einer Zentralheizung. Durch eine große Verlosung, für welche viele Gemeindemitglieder gute Sachwerte stifteten, und eine Geldspende-Aktion wurden die Kosten für dieses Projekt aufgebracht. Zur großen Freude der Gemeinde konnte Weihnachten 1926 der Gottesdienst in einer gut geheizten Kirche gefeiert werden.

Die Enge des Kirchenraumes war Anlass, dass am 1. April 1926 ein Kirchenschweizer seinen Dienst aufgenommen hat, um bis zum Altarraum hin in den Gottesdiensten jeden Platz auszunutzen, d. h. anzuweisen und das Verstopfen der Kirchen-Eingänge und der Gänge in der Kirche selbst zu vermeiden. Im Juli 1926 erhielt der Pfarrer Telefonanschluss.


spacer*8 Quelle: IVZ vom 21. 01. 1925


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Grundstückstausche

Langwierige Verhandlungen wurden der Pfarrgemeinde Laggenbeck aufgezwungen, als im Jahre 1927 die Landgemeinde Ibbenbüren ausgehend von der Kreisstraße Mettingen-Ledde (heute Tecklenburger Straße) eine Verbindungsstraße entlang Kirche, Fabrik Keller (Ibbenbürener Straße) zur Ledder Straße ausbauen wollte. Dies konnte nur verwirklicht werden, wenn die Anlieger der Nordseite, also Sommermeyer, Kirchengemeinde und Korte Geländestreifen zur Verfügung stellten. Da alle Anlieger, so auch die Kirchengemeinde, ihre Grundstücksflächen möglichst erhalten wollten bzw. mussten, war ein komplizierter Ringtausch notwendig. Für die Kirchengemeinde kam dennoch ein Grundstücksverlust von 434 qm zustande; denn sie übereignete an


spacer den Kreis
die Landgemeinde
Sommermeyer
Keller
Korte
343 qm
454 qm
409 qm
1.000 qm
228 qm

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und erhielt ein Grundstück zurück südlich der Brotfabrik Attermeyer in Größe von 2.000 qm.
Irgendwelche Kosten für die Verträge, Umschreibungen etc. wurden von der Kirchengemeinde nicht übernommen. Die Genehmigung für diesen Grundstückstausch erteilte die bischöfliche Behörde am 25. April 1928. Die grundbuchamtlichen Eintragungen erfolgten erst am 27. Juni 1930.


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Erweiterung des Friedhofs

Der Friedhof der Pfarrgemeinde Laggenbeck – er wurde gemäß Beschluss vom 23. 3. 1892 angelegt – hatte ursprünglich eine Größe von 2.951 qm und konnte im Jahre 1898 dadurch, dass Herr B. Linnenschmidt entsprechende Grundstücksflächen der Pfarrgemeinde schenkte, auf 4.815 qm Gesamtfläche erweitert werden. Nachdem nun rund 30 Jahre hier Beerdigungen stattfanden, stand eine Vergrößerung zur Entscheidung, zumal sich die Möglichkeit ergab, vom Grundstücks- Nachbarn Conrad Völler Areal zu erwerben. Es musste jedoch beim Erwerb der Zusatzfläche ein Austausch entsprechender Parzellen zwischen Conrad Völler, August Völler und Schulte-Laggenbeck erfolgen, um neue Flächen direkt an die bisherige Friedhofsgrenze anschließen zu können.

1928 wurde vom Kirchenvorstand der Ankauf beschlossen, und nach Abschluss der notwendigen notariellen Verträge, Vorliegen der Genehmigung seitens der bischöflichen Behörde und der Gesundheitspolizei wurden die grundbuchamtlichen Eintragungen am 2. 12, 1929 , 27. 6. 1930 und am 29. 10. 1932 vorgenommen. Damit wurden dem Friedhof 2.668 qm zugefügt, so dass eine Gesamtfriedhofsfläche von 6.853 qm vorhanden war. Für die 2.668 qm zahlte die Kirchengemeinde RM 4.548,--

Die evangelische Kirchengemeinde Laggenbeck konnte am 23. 10. 1932 eine Jubiläumsfeier begehen, weil sie mit der Errichtung ihrer Kirche (an der Permer Straße) im Jahre 1907 nun 25 Jahre den Gottesdienst in der eigenen Kirche feiern konnte. Seit 1876 hatten die evangelischen Einwohner von Laggenbeck in der Schule Gottesdienst gehalten. An der Jubelfeier im Saale Linnenschmidt nahm Pfarrer Dr. Hölker teil und überbrachte die Grüße und Wünsche der katholischen Schwestergemeinde.


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Die Zeit des Nationalsozialismus

In der Weihnachtsnacht des Jahres 1933, während der Ucht, wurde in die Kaplanei eingebrochen, als sich Kaplan und Pastor in der Kirche befanden und niemand in der Kaplanei war. Die Tür wurde eingeschlagen und die Räume wurden durchsucht, wahrscheinlich nach Geld. Verluste konnten nicht festgestellt werden. Auch dem Pfarrhaus galt zur gleichen Zeit ein Einstiegsversuch, der dadurch abgewehrt wurde, dass die Pfarrhaushälterin das Licht an der Haustür anmachte.

Dass mit der Übernahme der staatlichen Macht durch den Nationalsozialismus am 30. Januar 1933 die Bewegungsfreiheit aller den Machthabern nicht genehmen Personen und Institutionen nach und nach auf den Nullpunkt herabgedrückt wurde, ist noch vielen unserer heutigen Bürger bekannt. Alles was religiös und christlich war – damit alle glaubenstreuen Katholiken und Protestanten – standen unter massivem Druck und konnten vor Bespitzelung nicht sicher sein. Es ist hier nicht der Platz, die vielen Schwierigkeiten und Verfolgungen im Detail zu beschreiben, doch sollen einige Ereignisse in der katholischen Pfarrgemeinde Laggenbeck im „tausendjährigen Reich“ Erwähnung finden, weil sie symptomatisch sind für die damalige Zeit.

Wie seit Jahren wurde auch im Jahre 1934 die Feier des 40-stündigen Gebetes an den Pfingsttagen mit Predigten eines auswärtigen Priesters verbunden; in diesem Fall predigte Pater Manfred Pantenberg aus Bardel. Er konnte dies aber nur an den ersten zwei Tagen, da er vor dem Hochamt des dritten Tages vom Amtswalter der NSDAP, der sich als Beauftragter der Staatspolizei bezeichnete, per Auto zum Landrat nach Tecklenburg gebracht und verhört wurde. Hier wurde aufgrund des § 1 des Reichspräsidenten vom 28. 2. 1933 ein Redeverbot für drei Monate ausgesprochen. Zur Information: der § 1 der genannten Verordnung erwähnt Maßnahmen „zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte“. In einer Verhandlung vor der Staatsanwaltschaft in Bentheim am 25. Juli 1934 hat Pater Pantenberg zwei Zeugen aus Laggenbeck, die die Predigt gehört hatten und daraus Passagen wiedergaben, die Fähigkeit abgesprochen, seine Predigt verstanden und richtig wiedergegeben zu haben. Der von Pater Pantenberg als freundlich und korrekt geschilderter Assessor, der die Verhandlung leitete, hat die Anklage gegen Pater Pantenberg dann zurückgewiesen.

Als am 1. Mai 1934 praktisch alle Arbeitnehmer gezwungen wurden, der Deutschen Arbeitsfront (DAF) beizutreten und die selbständigen Gewerbetreibenden der NS-Hago angehören mussten, begann die Zerschlagung der Standesvereine, zumal ab 1. Oktober 1935 die (Zwangs-)Mitglieder der obengenannten NS-Organisationen nicht mehr Mitglieder einer anderen Standesorganisation sein durften. Hier wurden besonders die katholischen und evangelischen Vereine und Verbände, also Arbeiterverein und Gesellenvereine aufs Korn genommen, wobei die gewaltsame Beschaffung von Mitgliederlisten eine Rolle spielte. Wenngleich die Mehrzahl der Mitglieder des Arbeitervereins und der Kolpingfamilie unter diesem Zwang ihre Mitgliedschaft ruhen lassen mussten, haben eine Reihe Männer unserer Gemeinde vielen Schikanen und Gefahren zum Trotz ihre nominelle Mitgliedschaft aufrechterhalten. Eine offizielle Vereinstätigkeit war für Jahre nicht mehr möglich.

Im Herbst 1936 wurde der bisherige Vorsitzende der KAB verhaftet und der Gestapo in Münster vorgeführt. Wohl dem Umstand, dass der Gerichtsvorsitzende, ein Bataillons-Kommandeur des ersten Weltkrieges, in dem Angeklagten den Soldaten aus seiner früheren Truppe erkannte, ist es zu verdanken, dass er nach einigen Tagen entlassen wurde.

Wenn in diesen Jahren auch der Druck immer größer wurde, blieben die Katholiken von Laggenbeck ihrem Glauben und der Kirche treu, abgesehen von wenigen Ausnahmen.

Pfarrer Dr. Dr. Joseph H ö l k e r, seit dem 31, Dezember 1914 Pfarrer in Laggenbeck, hat am 2. September 1935 im Alter von 75 Jahren seine Pfarrstelle aufgegeben und ist nach Nottuln verzogen. Als guter Seelsorger, ausgestattet mit hohem Intellekt, hat er der Gemeinde die Wahrheit des Glaubens in einfacher, klarer Sprache verkündet und die Haltung des Christen vorgelebt.

Am 20. Oktober 1935 wurde Kaplan Bernhard Eligmann, zuvor Kaplan in Werne und gebürtig aus Ochtrup, zum Pfarrer von Laggenbeck ernannt. Das sonst übliche Einholen des Pfarrers durch Reiter und Radfahrer war verboten. Dechant Pricking aus Ibbenbüren kam zur kirchlichen Einführung am 21. Oktober in die Gemeinde. Entgegen vorheriger Absage waren zu der öffentlichen Vorstellung des neuen Pfarrers am Nachmittag im Saale Linnenschmidt der Landrat und der Bürgermeister erschienen.

Kaplan Herding verließ Laggenbeck am 24. Juli 1936 und wurde nach Oelde versetzt. Sein Nachfolger war der Neupriester Johannes Dönnebrink aus Dorsten. Er blieb bis zum Jahre 1949 als sehr eifriger Kaplan in Laggenbeck tätig.

Nach vielen Jahren wurde in Laggenbeck am 24. Juli 1936 eine Primiz gefeiert, und zwar die des Laggenbecker Heinrich Kötter. Dass er während des Krieges für Jahre im Konzentrationslager Dachau interniert wurde, ist wohl kaum allen heutigen Mitgliedern unserer Gemeinde bekannt. Er wurde bei Kriegsende aus dem Lager befreit und war durch die erlittenen Strapazen sehr geschwächt. Für seinen relativ frühen Tod am 15. Juni 1973 ist sicher die Lagerzeit mit entscheidend gewesen. Er hatte drei Jahre vorher seine Pfarrstelle in Ahlen aufgeben müssen und lebte zuletzt in Borghorst.*9

Unter Pfarrer Eligmann wurden in den Jahren 1936 bis 1938 eine Reihe von Reparaturen und Anschaffungen vorgenommen: Ausbesserung von Kirchendach und Dach des Pfarrhauses, Chormäntel, Messgewand, Altardecken etc. wurden zu einem großen Teil aus Spenden angeschafft.

Am 1. September 1939 wurde der zweite Weltkrieg durch den Einmarsch in Polen entfesselt, Viele Männer der Gemeinde mussten Kriegsdienst leisten. Die materiellen und geistigen Zwänge wurden von Monat zu Monat größer und härter. Angst und Misstrauen wuchsen, zumal es selbst unter Freunden kaum noch riskiert wurde, eine Meinung zu äußern, die nicht mit den unheilvollen Parolen der Propagandamaschine der Partei voll übereinstimmte. Die Zuflucht zu Gott und damit zum Beten wuchs, aber mehr und mehr wurde die Kirche in ein Ghetto gedrängt.

Für unsere Pfarrgemeinde wurde von der Behörde – aufgrund welcher Verordnung bzw. durch wen, konnte wohl niemand erfahren – verboten, an den Pfingsttagen, dem 11. und 12. Mai 1940, in unserer Kirche Gottesdienst zu feiern. Weil beispielsweise in Brochterbeck kein solches Verbot vorlag, gingen viele Laggenbecker über den Berg nach Brochterbeck. Fünf Tage später wurde der Schließungsbefehl soweit geändert, dass die Kirche offen sein durfte, aber sich nicht mehr Personen darin aufhalten durften als in der unmittelbaren Nachbarschaft einen Luftschutzraum aufsuchen konnten. Durch die Bereitwilligkeit aller Nachbarn – so auch Bereitstellung des Schutzraumes im Büro der Firma Keller – wurde die erwähnte Anordnung freizügig betrachtet.

Weil für Kriegsmaterial notwendig, wurden im Mai 1940 die damaligen zwei großen Glocken (Christusglocke mit 840 kg und Marienglocke mit 520 kg) beschlagnahmt, jedoch erst am 17. Februar 1942 durch einen Laggenbecker Bauunternehmer abgenommen und abtransportiert. Eine Vergütung gab es nicht. Unsere kleine „Magdalena-Glocke“ wurde belassen. Es war gestattet, diese Glocke zum Hauptgottesdienst einmal am Tage zwischen 8 Uhr früh und 18 Uhr abends drei Minuten lang zu läuten.


spacer*9 Quelle: IVZ vom 4. 2. 1997

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Im Übrigen darf nicht übersehen werden, dass in dieser Kriegszeit praktisch alles und jedes bewirtschaftet und rationalisiert wurde. So hing z. B. die Beschaffung der notwendigen bzw. gewünschten Wachskerzen für den Gottesdienst weniger von den Kosten als von der Zuteilung bzw. von Verbindungen ab. Die Opferfreudigkeit der Katholiken blieb erhalten, und so konnte trotz aller Schwierigkeiten doch noch manches an liturgischen Paramenten und Geräten beschafft werden. Es wurden u. a. sechs Weihwasserbecken für die Kirche beschafft und eingebaut.

Durch den immer stärker werdenden Luftkrieg wurde unsere Gemeinde zwar nicht durch Angriffe, aber durch die immer häufigeren Luftalarme stark betroffen. Im Wesentlichen bezog sich dies auf die dunkle Abendund Nachtzeit. Es war verboten, nach Vollalarm in der Nacht den Gottesdienst vor 10 Uhr morgens zu beginnen.

Am Pfingstsonntag, dem 13. Juni 1943, war die Erstkommunion für 72 Kinder vorgesehen, und zwar – weil nachts vorher Vollalarm war – um 10 Uhr. Als die Kinder kurz vor 10 Uhr von der Pastorat zur Kirche geführt wurden, gab es wieder Vollalarm – und behördliche Kontrolle -, so dass alle Gläubigen in der Nachbarschaft Schutzräume aufsuchen mussten. Nach zwanzig Minuten gab es Entwarnung, und es konnte der Gottesdienst mit Erstkommunion noch gehalten werden. Zu vermerken ist, dass ab Pfingsten 1943 nächtlicher Vollalarm auf die Anfangszeit des Gottesdienstes keinen Einfluss mehr hatte.

Clemens August, Bischof von Münster, hat im Juni 1944 im Dekanat Ibbenbüren die Firmung gespendet. In St. Magdalena Laggenbeck wurden von ihm am 23. Juni nachmittags 357 Jugendliche und drei Erwachsene gefirmt. Trotz aller Einschüchterungen und Störungen gaben eine kleine Gruppe Reiter und viele Radfahrerinnen dem Bischof das Geleit beim Einzug und beim Verlassen der Gemeinde. Bischof Clemens August, der in der weiten Welt als „Löwe von Münster“ und unerschrockener Streiter für Gott und den Glauben bekannt geworden ist und der nach seiner Ernennung zum Kardinal am 18. 2. 1946 allzu früh verstarb, hat am Firmungstage in pfarramtliche Schriftstücke einen Sichtvermerk gegeben, der hier in einer Fotokopie wiedergegeben wird:


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Sichtvermerk von Clemens August, Bischof von Münster

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Unter den erwähnten 357 jugendlichen Firmlingen waren 18 Kinder, die hier als Kinder von evakuierten Familien Unterkunft gefunden hatten. 1944 wurden aus dem Westgrenz-Gebiet, dem Kreise Erkelenz, rund 300 Personen behördlicherseits in Laggenbecker Familien untergebracht. Da auch dem Nachbarort Ledde viele katholische Familien als Evakuierte zugewiesen wurden, durfte mit bischöflicher Erlaubnis mehrfach an Sonntagen auf dem Hofe Erpenstein in Ledde hl. Messe gefeiert werden. Das war im früher katholischen Ledde die erste Eucharistiefeier seit der Reformation. Trotz oder wegen des immer grausamer werdenden Kriegsgeschehens, der vielen Luftangriffe auf umliegende Orte – auch in Laggenbeck fielen Bomben und es gab mehrfach Tiefflieger-Angriffe - und der unerträglichen Bespitzelung der katholischen und evangelischen Kirchenbesucher waren die Gottesdienste stets überfüllt, wenn sie auch oft wegen Luftalarm abgebrochen werden oder ganz ausfallen mussten. Wer sich noch hineindenken kann, was es heißt, Tag und Nacht um das Leben und die Freiheit der Familie, hier auch besonders der Soldaten im Felde, bangen zu müssen, wird erkennen, wie wahr es ist, dass Not beten lehrt, wohl aber auch sich gedrängt fühlen, heute außerhalb solcher allgemeinen Not Gott zu bitten, dass wir in Zukunft hier und überall in Frieden leben können.

Am Osterdienstag 1945 rückten englische Panzertruppen von Tecklenburg kommend in Laggenbeck ein. Der Krieg wurde durch die Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 7. Mai 1945 in Reims und am 8. Mai in Berlin beendet. Die katholische Kirchengemeinde Laggenbeck hatte 65 gefallene Soldaten zu beklagen. Zwei Erwachsene bzw. ein Kind sind nach dem Truppeneinmarsch infolge Schussverletzungen bzw. Überfahren gestorben.






E. Die NachkriegszeitSeite oben

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Mit der gewichenen Angst vor Tod und Verderben durch Kriegshandlungen war aber für lange Zeit für viele Menschen noch nicht die Sorge um Nahrung, Kleidung und Wohnung beendet; denn die Versorgungslage mit lebenswichtigen Gütern hielt an. Die Kirchen hatten ihre Freiheit wieder, aber Nächstenliebe und christliches Verzeihen waren in der Zeit der Kompensation, des Tausch- und Schwarzmarkthandels, aber auch der sogenannten Entnazifizierung gefragt. Es darf dabei aber auch vermerkt werden, dass unsere Gemeinde vielen der in Scharen aus dem Industriegebiet nach hier kommenden hungernden Menschen geholfen hat.

Bereits kurz nach Kriegsende 1945 konnten die kirchlichen Vereine wie KAB und Kolpingfamilie, wieder tätig sein. Der wegen seiner nicht gleichgeschalteten Gesinnung Mitte 1941 nach Thorn versetzte Konrektor und Dirigent Schulz war zurückgekehrt, so dass auch der Kirchenchor wieder zum Leben kam und die Orgel bedient werden konnte.

Anfang 1947 wurde der Wunsch laut, das Läutewerk der Kirche, wofür nur die kleine Magdalena-Glocke zur Verfügung stand, wieder zu komplettieren. Aber der Wunsch und die Möglichkeit hatte zwei große Gegner: einmal die Finanzierung und zum anderen die Beschaffung des Rohmaterials für die Glockenbronze. Dennoch – Geld wie Fett, Rauchwaren, Bergmannsschnaps, Textilien, Fleischwaren, Eier etc. wurden gespendet, um damit an das Rohmaterial heranzukommen. Als Betriebsmittel für den Guss der Glocken mussten außerdem geliefert werden:


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4,5 Raummeter Klafterholz, 3,3, kg Talg
4,5 kg Wachs und 2,0 t Briketts

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Wir sicherten Lieferungen im Harz und in Hamburg. Eine zugesagte Sendung erwies sich als Betrug, da praktisch wertloses - wie Kupfer aussehendes – Material angeliefert wurde.
Viele Wege und Besprechungen gingen dem Erfolg voraus, um endlich im Januar 1948 bei der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher den Auftrag unterzubringen. Um den Guss – ein wenig in Vorahnung der in Aussicht stehenden Währungsreform – über die Bühne zu bringen, waren „Vitamin-Gaben“ für die Belegschaft notwendig. Es sind dann am 28. April 1948 in Gescher im Beisein einiger Laggenbecker zwei Glocken gegossen worden. Nach Erkalten der Form, dem Putzen und der Kontrolle der Tonreinheit konnten am Freitag, dem 14. Mai 1948, die beiden Glocken mittels (Holzgaskocher- )Lastwagen der Firma Keller abgeholt werden. Schlosser der Firma Keller hatten rechtzeitig alle Vorbereitungen für den Einbau getroffen. Am Pfingstsamstag um 11.15 Uhr konnte das Probeläuten beginnen und zur Freude der Laggenbecker wurde das Pfingstfest mit drei Glocken feierlich eingeläutet.

Übereinstimmend mit den im Krieg abgelieferten zwei Glocken haben diese Glocken folgende Daten:


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Marienglocke 450 kg = Tonlage a
Christusglocke 810 kg = Tonlage fis

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Die Rechnung für das Gießen und Bearbeiten der Glocken (ohne Material) ist mit Datum vom 31. Mai 1948 am 11. Juni 1948 mit 5.477,45 Mark, also genau acht Tage vor der Währungsreform bezahlt worden.

Pfarrer Bernhard Eligmann starb am 12. Juli 1950 nach schwerer Krankheit. Im Nachruf heißt es:

„Mit rastlosem Eifer und ganzer Hingabe widmete er sich dem Heile der ihm anvertrauten Seelen. Seine priesterliche Liebe galt besonders den Kindern und den Kranken, für welche ihm kein Opfer zu viel und keine Mühe zu groß war.“


Gründung der Landjugend im Jahre 1950

Am 28. Mai 1950 wurde Franz Westmattelmann, der bis dahin als Kaplan in Werne an der Lippe tätig gewesen war, zum Pfarrer in Laggenbeck ernannt. Er war ein sehr baufreudiger Pastor. Bereits 1951 wollte er neben der Kirche ein Schwesternhaus errichten. Der Plan hat sich allerdings zerschlagen. Aus dem Jahre 1953 liegt die Gottesdienstordnung für die Osterfeiertage vor:

Ostersonntag: Feier des vierzigstündigen Gebetes 5.00 Uhr Auferstehungsfeier
5.30 Uhr erstes Hochamt
7.00 Uhr heilige Messe
8.00 Uhr heilige Messe
9.00 Uhr heilige Messe
10.00 Uhr feierliches Levitenamt mit mehrstimmigem Gesang des Kirchenchores

Ostermontag:
5.30 Uhr erste hl. Messe
7.00 Uhr heilige Messe und gemeinschaftliche Kommunion der Männer
8.00 Uhr heilige Messe und gemeinschaftliche Kommunion der Knaben des sechsten und siebenten Jahrgangs
9.00 Uhr deutsche Singmesse mit Predigt
10.00 Uhr feierliches Levitenhochamt Die Betstunden sind wie am ersten Ostertag.

1953 beschlossen einige Jungarbeiter, unter der Obhut von Josef Glaßmeyer eine CAJ zu gründen, um die Ideen des Gründers Msgr. Cardijn in die Tat umzusetzen. Nach Erledigung der notwendigen Formalitäten wurde Josef Glaßmeyer zum ersten Abteilungsleiter ernannt. Da er auch noch die Werkmannschaft der KAB und die Volkstanzgruppe zu betreuen hatte, legt er dieses Amt schon bald nieder. Unter den Abteilungsleitern Hans Markmeyer und Klemens Schmedt wuchs die Laggenbecker CAJ zeitweilig zur stärksten CAJAbteilung des Bundesgebietes. Als Abteilungsleiter folgten bis 1968 Theo Steingröver, Franz-Josef Steingröver, Ludger Merschjann, Ludger Remke, Reinhold Blom und Egon Steffen. Es gab gelegentliche Rückschläge, aber auch immer wieder neuen Auftrieb. 1966 wurde berichtet, dass die CAJ mit 116 Mitgliedern die bei weitem stärkste Abteilung im Kreis Tecklenburg war.

Ein großer Förderer der Jugend war Kaplan Franz Fischedick, seit 1950 als Kaplan in Laggenbeck tätig. Am 17. Mai 1953 wurde der Grundstein für ein katholisches Jugendheim gelegt. Im folgenden Jahr konnte das Bauwerk vollendet werden. 1955 wurde in den Räumen des Jugendheimes ein Kindergarten eingerichtet.1954 hatte die Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena 4.200 Seelen.*10
1956 wurde eine Volksmission durchgeführt. Die letzte war im Jahre 1929 gewesen. 75 bis 80 % der Katholiken nahmen daran teil. Jeder Stand hatte seine besonderen zwei Predigten. Das waren je zwei für die Jungfrauen, die Frauen und Mütter, und die Männer und Jungmänner. Am 17. Mai 1957 wurde die vierte Glocke, die E-Glocke, bei der Firma Feldmann-Marschall in Münster gegossen. Sie hat ein Gewicht von 24 Zentnern. Die Kosten beliefen sich auf 12.520,43 DM. Am Pfingstfest 1959 läuteten alle vier Glocken, die jetzt auch elektrisch einzuschalten waren.

*10 Quelle: Bollmann, 70 Jahre Kirchengeschicht4e des Tecklenburger Landes in IVZ vom 02. 06. 1978



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Der Bau der Osterledder Waldkapelle

Im Jahre 1951 trat Georg Keiner seinen Dienst als Schulleiter an der Osterledder Schule an. Er stellte schon bald fest, dass die Kinder zu weit von ihrem religiösen Mittelpunkt, der Pfarrkirche in Laggenbeck, entfernt waren. Deshalb sein Vorschlag, in Osterledde eine eigene Kapelle zu errichten. 1955 wurden die Pläne konkret. Die Zustimmung der Osterledder Bevölkerung war ermutigend. Vor allem die Eltern der Osterledder Kinder unterstützten die Pläne. Die Familie Konermann stellte einen Bauplatz zwischen dem Hof Attermeyer und dem Haus von Florenz Brüggemann zur Verfügung.
Franz Bücker aus Osterledde entwarf Lage- und Bauplan. Am 27. April 1957 erlaubte das Bischöfliche Generalvikariat in Münster den Bau. Das Bauamt des Kreises Tecklenburg erteilte die Baugenehmigung. Die schulentlassene Jugend half tatkräftig mit, sei es im Steinbruch, bei der Erschließung des Grundstücks oder als Handlanger bei den Bauarbeiten. Unter Leitung von Heinrich Eggemeyer wurden in dessen Steinbruch die Sandsteine gebrochen, Konrad Markmeyer bossierte die Steine, und Clemens Brüggemann führte die Maurerarbeiten durch. Hans Donnermeyer verzimmerte das Holz, die Osterledder Jäger stifteten eine Glocke und Bernhard Donnermeyer schreinerte die Bänke. Die Künstlerin Walli Keil schuf die „Fatima Madonna“. Am 24. Mai 1959 wurde die Osterledder Waldkapelle von Pfarrer Westmattelmann unter großer Beteiligung der Bevölkerung eingeweiht.

In den Monaten Mai und Oktober versammelten sich die Kinder der Osterledder Schule mit ihren Lehrpersonen zu den Marienandachten. Der Schützenverein Osterledde lädt seitdem jeweils am Volkstrauertag zu einer Gedenkstunde ein und legt zu Ehren der in den beiden Weltkriegen Gefallenen und Vermissten, deren Namen auf einer Marmortafel festgehalten sind, einen Kranz nieder. Zahlreiche Vereine nutzen im Sommer die Gelegenheit zu einem Fußmarsch zur Waldkapelle. Die Landjugend nimmt hier ihre neuen Mitglieder feierlich auf. *11


spacer*11 Quelle: Osterledde in Wort und Bild, Festschrift zur Feier des 275jährigen Bestehens des Schützenvereins Osterledde, 1996.






F. Die Erweiterung der PfarrkircheSeite oben

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Laggenbeck hat nach dem zweiten Weltkrieg einen gewaltigen Aufschwung erlebt. Es entstanden viele neue Siedlungen. Die Bevölkerung nahm ständig zu. Die Folge war, dass das Gotteshaus den Anforderungen nicht mehr gerecht wurde. Eine Erweiterung des Kirchengebäudes wurde immer lauter diskutiert. Überlegt wurde auch der Bau einer weiteren Kirche. Vor allem die Bewohner des Fisbecker Forstes waren daran interessiert. Aber der erhebliche Priestermangel ließt diese Überlegungen zum Erliegen kommen.
Pfarrer Westmattelmann fasste deshalb die Erweiterung der bisherigen Kirche immer stärker ins Auge. Unterstützung fand er bei der Laggenbecker Bevölkerung. Sie wollte ihre ganze Kraft in den Dienst der Sache stellen. Vor allem August Stroth scheute keine Mühe, die Überlegungen Wirklichkeit werden zu lassen. Die Entstehung der ersten Kirche wurde in Erinnerung gerufen. Man wollte sich nicht von den Vorfahren beschämen lassen. Um den Erweiterungsbau finanzieren zu können, wurde eine Sammlung durchgeführt. Jeder in Laggenbeck in Arbeit stehende Katholik wurde gebeten, einen Betrag in Höhe seines Monatsaufkommens zu spenden. Unter Einbeziehung von zu erwartenden Zuschüssen hoffte man, einen Betrag von rund 600.000 DM zusammenzubringen.

Architekt Eberhard Kleffner vom bischöflichen Bauamt in Münster wurde beauftragt, Vorschläge auszuarbeiten und sie vorzulegen. Er machte deutlich, wie man es schaffen kann, dass sich das Neue dem Alten harmonisch einfügt. Der Auftrag wurde erteilt. Die Pfarrgemeinde wurde in Sammelbezirke eingeteilt. Ehrenamtliche Helfer sprachen bei den Familien vor und baten um eine Spende für den Erweiterungsbau. Die Hoffnung, den erforderlichen Betrag möglichst in kurzer Zeit aufbringen zu können, wurde erfüllt. Rund 90 % der Katholiken in Laggenbeck entrichteten den Betrag, zu dem sie sich verpflichtet hatten.

Das Bauvorhaben war gesichert. 1960 begannen die Vergrößerungsund Umbauarbeiten. 12 Architekt Niederberghaus aus Mettingen übernahm die Bauaufsicht. Damit die Kirche vergrößert werden konnte, musste zunächst der Chor abgerissen werden. In einer außerordentlichen Versammlung der Pfarrgemeinde im Oktober 1961 betonte der Architekt, dass die Verbindung vom alten zum neuen Teil der Kirche mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sei. Beim Richtfest des Erweiterungsbaues verzichtete der Kirchenvorstand auf den üblichen Richtfestschmaus, um Kosten zu sparen. Darüber berichteten die Zeitungen nicht nur im Tecklenburger Land. Pfarrer Westmattelmann stellte fest, dass noch 134.000 DM an Baukosten zu begleichen seien. Er appellierte erneut an die Spendenfreudigkeit der Laggenbecker.
Ausgeführt wurde das Bauvorhaben von den Bauunternehmen Niehaus aus Laggenbeck und Niehaus & Schüttken aus Mettingen. Das alte Altarkreuz fand seinen Platz Auf der Lau.
Nach Fertigstellung des Erweiterungsbaues konnte die Zahl der Sitzplätze auf 500 erhöht werden.Selbst das Fernsehen hielt den Bau für so gut gelungen, dass es im Rahmen einer Sonntagsnachmittagssendung darüber berichtete. Unter dem Titel „Das Haus Gottes“ und „Kirchen aus aller Welt“ wurde der Erfolg über Laggenbeck hinaus bekannt gemacht.
Die Mitarbeit der Laggenbecker beschränkte sich nicht auf die finanzielle Unterstützung. Es gab Männer, die viele Stunden ihrer Freizeit aufwandten, um aktiv mitzuarbeiten. Stellvertretend für viele sei August Völler genannt. Die Kirchenerweiterung und Neueinrichtung kosteten insgesamt 604.424,58 DM.

Auch bei diesem Bauvorhaben wurde der ökumenische Geist deutlich. Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde beteiligten sich nicht nur finanziell durch Spenden, sondern trugen durch Sachspenden in bemerkenswertem Unfang zur Bewältigung des Großprojektes bei.


spacer*12 Quelle: IVZ vom 25. 09. 1960

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Hilfe für Menschen in Not

Die Laggenbecker setzten sich nicht nur für die eigenen Belange ein. In der IVZ heißt es am 8. September: Die Sportfeste der Laggenbecker Pfarrjugend, die in jedem Jahr im Herbst durchgeführt werden, sind schon zu einer festen Einrichtung geworden. Und dieser Wettstreit der jungen Laggenbecker war immer einer guten Sache gewidmet. In diesem Jahr dient der Erlös der Ausbildung des Priesternachwuchses in den Diözesen des südamerikanischen Staates Brasilien.“ Ein Jahr später ging es um die Unterstützung und Ausbildung eines Priesters in Südafrika. Im August 1964 erbrachte ein gut besuchter Tanzabend der Pfarrjugend im Saale Rolf-Overmeyer einen Reinerlös von 2.500 DM für die Priesterbildungsstätten in der Ostzone.

Heftige Diskussionen gab es 1963 um das Kriegerdenkmal vor der Kirche St. Magdalena. Die überwiegende Meinung: Es ist alles andere als ein Schmuckstück. Einhelliges Urteil: die "Sterbestunde" dieses Denkmals hat endgültig geschlagen. Insbesondere deshalb, weil ein Teil des Grundstückes, auf dem die Denkmalstufen lagen, an die Landgemeinde Ibbenbüren für die Errichtung eines Parkplatzes verkauft wurde. Damals erkläre sich die katholische Kirchengemeinde grundsätzlich bereit, für die Errichtung eines neuen Ehrenmals ein kircheneigenes Grundstück zur Verfügung zu stellen. Dabei sollte die Planung so aussehen, dass das neue Kriegerdenkmal in die Gestaltung des Platzes um die Pfarrkirche von Sankt Magdalena aufgenommen wurde. *13

Der Bau des Kindergartens

Das Jugendheim, dessen Saal seit 1955 als Kindergarten genutzt worden war, konnte die Anforderungen an einen ordnungsmäßigen Kindergartenbetrieb auf Dauer nicht mehr erfüllen. Die Zahl der Kinder, die angemeldet wurden, wurde immer größer. Im Saal standen aber nur 50 Plätze zur Verfügung. Die Einrichtung war dürftig. An- und Umbauten waren erforderlich, um die Vorschriften für Tageseinrichtungen zu erfüllen. Immer wieder musste umgeräumt werden, um die Räumlichkeiten für den übrigen Betrieb bereitzuhalten. Im September 1966 wurde deshalb auf dem Grundstück neben dem Pfarrheim mit dem Bau eines zeitgemäßen Kindergartens begonnen. Nach einjähriger Bauzeit konnte Architekt Niederberghaus am 1. August 1967 im Rahmen einer Einweihungsfeier den Schlüssel für den Kindergarten an Pfarrer Westmattelmann übergeben. Der Kindergarten verfügte jetzt über vier Gruppenräume, einen Gymnastikraum und die notwendigen Nebenräume. Im Außenbereich vervollständigten ein Spielplatz mit Sandkästen und Spielgeräten die Anlage. Die Kosten beliefen sich auf 360.000 DM.
In dem neuen Kindergarten konnten jetzt 100 Kinder in vier Gruppen betreut werden. Tatsächlich kamen bis zu 120 Kinder. Zwei Kindergärtnerinnen, zwei Kinderpflegerinnen und eine Helferin standen zur Verfügung. Im Juni 1970 luden Pfarrer Elvenholl und die Leiterin Fräulein Essing die Eltern in den Kindergarten ein. 127 Kinder waren angemeldet worden, es konnten aber nur 60 aufgenommen werden. Einige Eltern erklärten sich bereit, ihre Kinder nachmittags zu schicken, doch genügte die Zahl nicht, um den Engpass zu beheben. In der Geesmannsiedlung wurde ein Grundstück angekauft, um hier einen weiteren Kindergarten bauen zu können. Die Überlegungen zerschlugen sich aber. Das Grundstück wurde aufgeteilt und dem Wohnungsbau zugeführt. Eine Entlastung erhoffte man sich nach der Fertigstellung des evangelischen Kindergartens in der Märchensiedlung.
Durch das Kindergartengesetz von NRW wurde die Gruppenstärke 1971 auf 25 Kinder gesenkt. Das Landesjugendamt erteilte deshalb bis 1978 die Genehmigung, weiterhin 30 Kinder betreuen zu können.


spacer*13 Quelle: IVZ vom 30. 06. 1963

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Das Zweite Vatikanische Konzil

Am 11. Oktober 1962 eröffnete Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil. Er verband es mit dem Auftrag zu pastoralem und ökumenischen Denken. Abgeschlossen wurde das Konzil am 8. Dezember 1965 durch Papst Paul VI. Die insgesamt 16 herausgegebenen Dokumente behandelten die Umsetzung des Glaubens in den unterschiedlichsten Bereichen. Die Reform der Liturgie und viele andere Neuerungen blieben nicht ohne Auswirkungen für das Leben in den Pfarrgemeinden. 1968 gestatteten die deutschen Bischöfe unter bestimmten Voraussetzungen den Einsatz von Kommunionhelfern. Die Beauftragung erfolgte schriftlich durch den Bischof.


Wahl eines Pfarrkomitees

Aufgabe eines Pfarrkomitees sollte es sein, Laien an der Gestaltung des Gemeindelebens mitwirken zu lassen. Am 5. Mai 1968 standen erstmals Wahlen zu diesem Laiengremium an. Die Zahl der Vorschläge und die Einwilligung der Kandidaten für eine Wahl ließen erkennen, dass viele Laien zu einer Mitarbeit bereit waren. Es wurde beschlossen, einen Pfarrbrief mit den wichtigsten Hinweisen und einer Kandidatenliste zu erstellen. Erster Vorsitzender wurde August Stroth. Folgende Ausschüsse wurden gebildet: Liturgie, Jugend, Bildung, Schule und Erziehung. Öffentlichkeitsarbeit, Soziales, Dritte Welt.

Um die Interessen der Eltern auf schulischem Gebiet gegenüber politischen und kirchlichen Stellen besser vertreten zu können, wurde vorab der Beitritt zur „Katholischen Elternschaft Deutschlands“ beschlossen. Zum Vorsitzenden wurde Josef Glaßmeyer gewählt, zu seinem Stellvertreter Theodor Plagemannn, als Schriftführer Maria Niehaus. *14

1968 wurde Pfarrer Franz Westmattelmann auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt. Er nahm seinen Wohnsitz in Warendorf, wo er am 14. März 1976 verstorben ist. Er galt als ein besonderer Förderer des Kirchenchores.

Nachfolger wurde Gebhard Elvenholl.

Am 14. März 1971 fanden Neuwahlen zum Pfarrkomitee statt. 442 Gemeindemitglieder gaben ihre Stimme ab. Zum Vorsitzenden wurde Josef Glaßmeyer gewählt.
Erstmals fanden Pfarrversammlungen statt. An den acht Sitzungen in den verschiedenen Ortsteilen beteiligten sich rund 350 Gemeindemitglieder.
Am 15. Dezember 1971 wurde der erste Pfarrbrief unter dem Titel HEISSER DRAHT herausgegeben. Ein „Probelauf“ war vorausgegangen. Die vielen Anregungen in den Pfarrversammlungen wurden veröffentlicht.
Der neu gebildete Bildungsausschuss sollte die Arbeit des ehemaligen Volksbildungswerkes fortführen. Insbesondere die Vorträge über Erziehungsfragen fanden großes Interesse.
Der Ausschuss Dritte Welt nahm sich vor, die Arbeit von P. Hans Merschmeyer und Fr. Andreas Neyer, beide in der Mission in Südamerika tätig, sowie Bischof Rüth zu unterstützen.
Der Jugendausschuss bemühte sich, über das Angebot der Vereine hinaus ein allgemeines Angebot zu erstellen (Filmabende, Diskussionen, Eltern-Jugend-Gespräche). Außerdem bemühte er sich, einen Aufenthaltsraum zu finden und auszustatten. Es boten sich die beiden Kellerräume im Pfarrheim an. Der erste wurde im Dezember 1971, der zweite im April/Mai 1972 fertig gestellt. An bestimmten Wochentagen sollten sie allen Jugendlichen zur Verfügung stehen. Die Jugendlichen stellten aber schon bald fest, dass die Kellerräume
Die Jugendlichen stellten aber schon bald fest, dass die Kellerräume nicht hinreichend geeignet waren. Sie verwiesen auf die notwendige Renovierung. Der beste Weg sei der Neubau eines Gemeindezentrums, möglicherweise in einem der Neubaugebiete. Dafür fehlten aber die finanziellen Mittel. Stattdessen wurde die Erweiterung des Pfarrheimes ins Auge gefasst.

Die Pfarrkomitees in Ibbenbüren beschlossen einstimmig, einen Pfarrverband gründen. Dieser sollte die Zusammenarbeit in der Seelsorge intensivieren. Es wurde die Einrichtung eines kirchlichsozialen Zentrums diskutiert, in dem auch Beratungsstellen der Caritas zusammengefasst werden sollten.

In Laggenbeck erklärten sich 20 Mütter bereit, bei der Vorbereitung der Kindergottesdienste mitzuwirken. Ein im Pfarrbrief veröffentlichter Fragebogen zur Erwachsenenbildung hatte ein unerwartetes Ergebnis: ein einziges Gemeindemitglied schickte den Fragebogen zurück.

Heinz-Peter Mausbach, seit 1969 in Laggenbeck als Kaplan tätig, wurde 1972 zum Kreis-Landseelsorger der Katholischen Landvolkbewegung ernannt. Für ihn kam Kaplan Siegfried Schölpen nach Laggenbeck. Er blieb aber nur bis zum Sommer. Schwierigkeiten und Spannungen veranlassten ihn, um seine Versetzung zu bitten.

Am 21. Oktober 1973 fanden Wahlen zum Kirchenvorstand statt. Heinrich Hagedorn, seit 18 Jahren in diesem Gremium, Heinz Teigeler und Gregor Rieskamp schieden aus. Dem neuen Kirchenvorstand gehörten an:


spacer Pfarrer Elvenholl als Vorsitzender,
Johannes Hackmann als stellvertretender Vorsitzender,
Erna Brügge für den Kindergartenausschuss,
Laurenz Rieskamp für das Pfarrkomitee,
Franz Oeinghaus und Franz-Josef Holtkamp für den Friedhofsausschuss,
Reinhold Hackmann, Albert Hilbers und Helmut Wildt für den Bauausschuss

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Wichtigste Aufgabe für den neuen Kirchenvorstand sollte die Erweiterung des Pfarrheimes und die Gestaltung des Kirchplatzes sein.

Ein neuer Pfarrgemeinderat wurde am 23. und 24. März 1974 gewählt. Er löste das bisherige Pfarrkomitee ab. 25 Kandidaten stellten sich für neun Plätze zur Verfügung. 858 Gemeindemitglieder nahmen an der Wahl teil. Gewählt wurden Reinhold Baar, Gerhard Glaßmeyer, Josef Glaßmeyer, Agnes Hagedorn, Beate Keller, Franz-Georg Lohage, Maria Niehaus, August Stroth und Heinrich Westerkamp. Von den kirchlichen Vereinen und Gruppen wurden entsandt: Monika Middendorf (CAJ), Georg Scholz (Caritas und Kolping), Hildegard Neyer (Frauengemeinschaft), Alfons Völler (Junge Gemeinschaft), Horst Rosengarth (KAB), Bernhard Schwieterjann (Landjugend) und Bernhard Vehoff (Volkstanzgruppe).

Von Pfarrer Elvenholl wurden berufen: Hedwig Baba, Margret Bußmannn-Wöhle, Günther Farwig und Josef Herschbach. Zu seinem ersten Vorsitzenden wählte der Pfarrgemeinderat Josef Glaßmeyer, Hedwig Baba und August Stroth wurden stellvertretende Vorsitzende. Folgende Ausschüsse wurden gebildet: Liturgie, Jugend, Erwachsenenbildung, Schule und Erziehung, Öffentlichkeitsarbeit, Soziales, Dritte Welt.

Die Gottesdienstordnung im Jahre 1974: Vorabendmessen um 17 und 19 Uhr, am Sonntag um 8.30 Uhr und 10 Uhr. Die Zahl der Katholiken: 4.800.



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Das erste Pfarrfest

Fünf Tage lang feierte die gesamte Gemeinde vom 15. bis zum 19. Mai 1974 ihr erstes Pfarrfest unter dem Motto „Lebendige Gemeinde – alle machen mit“. Auszug aus dem umfangreichen Festprogramm:


spacerMittwoch, 15. Mai:Wortgottesdienst um 20 Uhr
 Donnerstag, 16. Mai:

Bunter Nachmittag für alle über 50, Filmvorführungen für Schüler am Nachmittag und für Erwachsene am Abend.
 Freitag, 17. Mai:Filmnachmittag für Kinder, Jugendfete im Festzelt.
 Samstag, 18. Mai:

Pfarrsportfest mit Fußballspiel Vereinsvorstände gegen Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat,
Festgottesdienst mit dem Männerchor,
Bunter Tanzabend im Festzelt.
 Sonntag, 19. Mai:




Festgottesdienst, anschließend Konzert auf dem Festplatz mit Darbietungen des Kindergartens und der Volkstanzgruppe, Pflastermalerei.
Zu Mittag wurden leckere Erbsensuppe mit Einlagen und Reibekuchen mit Schwarzbrot angeboten.
Am Nachmittag Pfarrkirmes, am Abend Ausklang im Festzelt.

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1000 Portionen Erbsensuppe, fünf Zentner Kartoffeln für Reibekuchen, 110 Kuchen von den Mitgliedern der Frauengemeinschaft und ein hervorragender Besuch – allein 1500 zahlende Zuschauer beim Sportfest – sorgten für einen glänzenden Verlauf, an dem viele Aktive ihren Anteil hatten. Mit einer ganzen Seite mit Fotos von Karl Kunkemöller würdigte die IVZ das Ereignis.

Der Reingewinn in Höhe von 14.300 DM wurde für den Erweiterungsbau des Pfarrheimes 13.000 DM) und die Dritte Welt (1.300 DM) zur Verfügung gestellt. Allerdings sollte der Gewinn nicht Hauptziel sein, sondern die Verbundenheit der gesamten Gemeinde. Deshalb wurde auf eine familienfreundliche Preisgestaltung besonderer Wert gelegt.

Einen herzlichen Dank sprach der Pfarrgemeinderat Josef Kerssen (1910 – 1986) aus, der nach mehr als 50 Jahren Tätigkeit als Küster aus seinem Amt ausschied. Bereits mit 14 Jahren übernahm er unter Dr. Hölker den Küsterdienst. Später erlernte er auf Seminaren und in der Praxis in Münster und Dortmund den Küsterdienst. Nach den Kriegsjahren in Norwegen und an der Ostfront nahm er 1945 wieder seinen Dienst. Sein Schlagwort „Am leifsten beides“ wird in Erinnerung bleiben.

Die Bemühungen, den Kirchenchor zu reaktivieren, sollten intensiviert werden. Insbesondere war die Dirigenten-Frage zu klären. Der Dritte- Welt-Ausschuss stellte Bischof Rüth und Bischof Dungo jeweils 2000 DM zur Verfügung. Die Sorge um die Familie und die Jugend war das Thema einer Aussprache mit Weihbischof Böggering. Eingehend wurde im Pfarrgemeinderat das Thema Ökumene diskutiert. Anfang 1975 wurden Kontakte zu Pfarrer Strotmann und Beauftragten der Evangelischen Kirchengemeinde (Walter Borgmann, Frau Wiemann) aufgenommen. Im Herbst fand erstmals eine ökumenische Gebetsstunde statt.

Am 18. April 1975 wurde in der Pfarrkirche das Sacro-Pop-Musical „Ave Eva“ (Text: Wilhelm Wllms, Musik Peter Jansens) aufgeführt. Pater Pieters trat die Nachfolge von Pater Groart an. Erstmals wurden Haushaltsrechnung und Haushaltsplan im Pfarrgemeinderat vorgestellt und im Pfarrbrief erläutert. Der Neubau der Brücke über die Bundesbahn veranlasste eine Diskussion über die Fronleichnamsprozession. Mehrheitlich einigte sich der Pfarrgemeinderat auf eine Prozession in der alten Form. Die IVZ berichtete von einem Opferstock-Aufbruch in St. Magdalena und meldete, dass die Pfarrkirche in Laggenbeck künftig geschlossen bleibt. *15

Die Arbeit in der CAJ, die im Jahre 1953 gegründet wurde, kam zum Erliegen, weil es an Mitarbeitern fehlte. 1987 wurde der Versuch unternommen, eine neue CAJ-Gruppe aufzubauen. Es blieb allerdings beim Versuch.

Im Pfarrgemeinderat wurde der Einsatz von Frauen als Kommunionhelfer diskutiert. Nach der kommunalen Gebietsreform sollten auch die kirchlichen Strukturen dieser Entwicklung angepasst werden. Deshalb war eine Neueinteilung der Dekanate vorgesehen. Alle Pfarrgemeinden des Kreises Steinfurt wurden im Kreisdekanat Steinfurt zusammengefasst. Der HEISSE DRAHT erschien ab 1976 unter dem Titel Pfarrbrief Am 1. Mai 1976 trat Hildegard Rawert aus Osnabrück als erste Pastoralassistentin ihren Dienst in der Gemeinde an.
Auch das zweite Pfarrfest vom 11. bis zum 16. Mai 1976 wurde ein voller Erfolg. Auch die evangelische Kirchengemeinde nahm durch guten Besuch und aktive Mitarbeit Anteil. 5.000 Liter Bier, 5.500 Würstchen, 1.200 Essen und vieles mehr wurden abgerechnet. Der Reinerlös (etwa 16.000 DM) wurde für den Ausbau des Kirchplatzes zur Verfügung gestellt.

Bernhard Hertwig aus der Pfarrgemeinde konnte seine Heimatprimiz feiern. Er ging als Kaplan in die Heilig-Kreuz-Pfarre in Recklinghausen. Im Pfarrheim bot die Pfarrbücherei eine Buchausstellung an. Die Statistik für das Jahr 1975 weist aus:


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56 Kindtaufen,
34 Trauungen, 14 auswärts,
32 Beerdigungen.
120 Erstkommunionkinder,
190 Firmlinge.
Die Kollekten für Misereor und Adveniat brachten 24.452,73 DM.

spacer*15 Quelle:IVZ vom 13. 10. 1975

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Pfarrer Elvenholl schied im Oktober 1977 aus seinem Amt aus. Er nahm sich insbesondere der Seniorenarbeit an. Pater Pieters verwaltete anschließend die Pfarrgemeinde kommissarisch.

Am 30. Oktober fanden Neuwahlen zum Pfarrgemeinderat statt. Gegenüber dem bisherigen Rahmenstatut für den Pfarrgemeinderat ergaben sich einige wesentliche Änderungen:
Die Amtsperiode wurde auf vier Jahre angehoben, das Wahlalter zur Ausübung des aktiven und passiven Wahlrechts auf 16 Jahre herabgesetzt, das Delegationsrecht der Verbände aufgehoben, der Anteil der direkt gewählten Mitglieder auf 2/3 erhöht.
Zu wählen waren 1977 damit 16 Mitglieder. 31 Kandidaten wurden benannt. 638 Gemeindemitglieder (20,9 %) gingen am 29. und 30. Oktober zur Urne. Gewählt wurden Hedwig Baba, Günther Farwig, Josef Glaßmeyer, Gerda Hackmann, Wolfgang Hackmann, Else Hagedorn, Antonia Hilbers, Beate Keller, Antonius Kerssen, Maria Konermann, Werner Merschjann, Beate Oeinghaus, August Sommermeyer, Heinz Völler, Heinrich Westerkamp und Ursula Wildt. Von Pater Pieters wurden benannt: Josef Dirkes, Franz-Georg Lohage, August Neyer und Gerhard Prior. Vorsitzender wurde Josef Glaßmeyer sein. Dem Vorstand gehörten außerdem Heinrich Westerkamp, Hedwig Baba und Beate Keller an.



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Erweiterung des Pfarrheimes

Die seit langem geforderte Erweiterung des Pfarrheimes kam 1977 endlich in Gang. Es sollte ein Trakt von 70 qm angebaut werden. Weitere 70 qm kamen im Keller dazu. Im Erdgeschoß wurden Abstellräume und eine Teeküche eingerichtet. Der Jugendkeller blieb erhalten und wurde um eine Toilettenanlage erweitert. Die Hausmeister-Wohnung wurde ebenfalls erweitert. Im Jahre 1978 konnte die Erweiterung abgeschlossen werden. Die Kosten beliefen sich auf 350.000 DM. Schwierigkeiten gab es bei der Finanzierung. Im September 1976 hatte das Generalvikariat in Münster mitgeteilt, dass ein Zuschuss von 250.000 DM gewährt würde unter der Voraussetzung, dass sofort mit der Erweiterung zu beginnen sei. Beim Landschaftsverband standen für 1977 aber keine Mittel zur Verfügung. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe lehnte eine nachträgliche Beteiligung ab. Bei Inanspruchnahme einer Landesbeihilfe dürfe mit dem Bau nicht vor der Bewilligung begonnen werden. Also wurde ohne Landesmittel gebaut. Die Stadt Ibbenbüren zahlte dazu nachträglich einen Zuschuss von 24.000 DM. Und auch der Kreis Steinfurt beteiligte sich über die Gesellschaft zur Förderung gemeinnütziger Zwecke nachträglich mit 30.000 DM.

Am 12. Februar 1978 wurde Engelbert Kreft, gebürtig aus Emsdetten, als neuer Pfarrer eingeführt. Er war zuletzt Pfarrer und Dechant in Moers. Am 24. Februar kam Weihbischof Demming für einen ganzen Tag nach Laggenbeck. Er besuchte den Kindergarten, die Grundschule, die Hauptschule, die Seniorengemeinschaft, führte Gespräche mit dem hauptamtlichen Personal, dem Kirchenvorstand, dem Pfarrgemeinderat und den Vereinsvorsitzenden. Am Samstagnachmittag wurden in der Pfarrkirche 113 Kinder gefirmt.
Die Gottesdienstzeiten wurden neu geregelt: Samstags im Winter um 17 Uhr, im Sommer um 18.30 Uhr; an Sonntagen um 8 Uhr, 9.30 Uhr und 11 Uhr.

Die Mitwirkung von Laien bei der Gestaltung des Gottesdienstes wurde verstärkt. Auch Erwachsene sollten sich als Messdiener zur Verfügung stellen, außerdem als Lektoren. Am Zeltlager in Werstapel unter der Leitung von Franz-Georg Lohage nahmen 84 Kinder teil. Ein Pfarrjugendrat sollte den verschiedenen Jugendgruppen die Möglichkeit geben, ihre Interessen ins Gespräch zu bringen,

Das Pfarrfamilienfest 1978, das dritte seiner Art, startete am Mittwochabend mit einem Bunten Abend. Die Frauengemeinschaft mit einer internationalen Hitparade, die Jagdhornbläser mit einer Treibjagd, die Landjugend mit der frommen Helene, der Männerchor, die Volkstanzgruppe und die Volkstanzkapelle gestalteten das Programm. Am Fronleichnamstag fand nachmittags für die Gemeindemitglieder über 50 Jahre ein bunter Nachmittag statt. Die Kinder des Johannes- Kindergartens, die Frauengemeinschaft („De Jungmöhle“), Heinrich Westerkamp als Aushilfskellner, Jugend- und Kirchenchor, Posaunenchor, Volkstanzgruppe und Volkstanzkapelle sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Der Freitag gehörte der Jugend. Am Samstag fand auf dem Sportplatz an der Bocketaler Straße ein Sportfest statt. Neben den Spielen um die Pfarrmeisterschaft lockte das Schlagerspiel zwischen Kirchenvorstand und Frauengemeinschaft. Die „Nötenkrackers“ aus Hengelo spielten am Abend zum Tanz auf. Am Sonntag gab es nach dem Hochamt ein Platzkonzert. Die Landfrauen boten Erbsensuppe und Würstchen an. Am Nachmittag fand die Pfarrkirmes statt, erstmals verbunden mit einem Flohmarkt. Mit dem Tanzabend endete um 22 Uhr das Fest. Der Reinerlös wurde für den Ausbau des Kirchplatzes und für die Dritte Welt zur Verfügung gestellt.

An den Pfarrversammlungen an sieben Stellen nahmen 225 Gemeindemitglieder teil. Im Mittelpunkt des Interesses die Messzeiten und die Weihnachtsgottesdienste. Für die Jugendlichen wurde eine eigene Versammlung angesetzt.Bischof Rüth aus Cruzeiro do Sul in Brasilien besuchte den Basar im Pfarrheim. In den Gottesdiensten sprach er über seine Arbeit für die Leprakranken. Am zweiten Weihnachtstag feierte Pfarrer Engelbert Kreft sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Hans Hackmann, überreichte eine neue Gitarre.



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Neugestaltung des Kirchplatzes

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Ibbenbürener Straße und der Carl-Keller-Straße wurden 1979 auch die Außenanlagen der St. Magdalena-Pfarrkirche neu gestaltet. Bei der Ausführung kam es zu Schwierigkeiten. Die den Bau ausführende Firma ging in Konkurs, so dass ein anderes Unternehmen die Arbeiten fortsetzen musste. Die Finanzierung des 1. Bauabschnittes (110.000 DM) war gesichert. Für den zweiten Bauabschnitt, der die Gestaltung südlich der Kirche und die Schaffung von Einstellplätzen vorsah, war überhaupt kein Geld vorhanden. Ein Zuschuss des Bistums war ungewiss. Deshalb sollte die Gemeinde zu einer Spendenaktion aufgerufen werden. Von der Stadt Ibbenbüren wurde ein Zuschuss von 25 % der Gesamtkosten, höchstens 70.000 DM bewilligt.
Im Oktober 1981 war der Kirchplatz fertig. *16

Der Jugendausschuss veranstaltete vom 21. bis zum 27. Mai eine Jugendwoche unter dem Motto „Zieh den Kreis nicht zu klein“. Am 9. September 1979 konnte Pater Anton Pieters mit der Pfarrgemeinde sein goldenes Priesterjubiläum feiern. Im Festgottesdienst feierte auch Schwester Vitalis geb. Martha Konermann ihr goldenes Ordensjubiläum.

Das Pfarrheim erwies sich als hilfreicher „Notnagel“. Während der Bauzeit an der Hauptschule stellte die Pfarrgemeinde der Stadt Ibbenbüren die Räumlichkeiten am Vormittag zur Verfügung. Die damit verbundenen Unannehmlichkeiten wurden ertragen. Außerhalb der Schulzeiten standen die Räume weiterhin für die Jugend- und Gruppenarbeit zur Verfügung.


spacer*16 Quelle: IVZ vom 17. 10. 1981


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Eine neue Orgel

Vom 27. Mai bis zum 1. Juni 1980 fand das Pfarrfamilienfest statt. Der Reinerlös diente dem Anstrich des alten Teils der Pfarrkirche und den Aufgaben der Aktion „Dritte Welt“. Im Zusammenhang mit dem Kirchenanstrich wurde auch der Zustand der Orgel, erbaut im Jahre 1910, diskutiert. Die größere Reparatur im Jahre 1956 mit der damit verbundenen Umstellung auf elektrischen Betrieb konnte den Wurmbefall nicht aufhalten. Eine erneute Reparatur lohnte sich nach Expertenmeinung nicht, weil die Kosten die Hälfte einer neuen Orgel ausmachen würden, die Reparaturanfälligkeit aber bliebe.

Als neuer Standort für die Orgel wurde der Chorraum festgelegt. Die Orgelbühne wurde abgetragen. Ein heller Farbanstrich sollte im alten Teil der Kirche für Belebung sorgen. Ein großer Teil der Kosten wurde für die Reinigung und Aufarbeitung der Wand- und Deckenflächen benötigt. Auf den acht Bezirksversammlungen wurden dazu Einzelheiten mitgeteilt. Es nahmen allerdings nur 110 Gemeindemitglieder teil. Eine Sammelaktion sollte die finanziellen Mittel herbeischaffen. Die Kosten wurden mit 370.000 DM veranschlagt. Nach zahlreichen Besprechungen, Besichtigungen und sorgfältigem Vergleich wurde die neue Orgel bei der Firma Sauer in Höxter in Auftrag gegeben. Sie hat 28 Register mit insgesamt 2.100 Pfeifen, verteilt auf drei Werke.

Erstmals wurde 1980 ein „Tag der geistlichen Berufe“ durchgeführt. Dechant Mennebröcker aus Datteln und elf Ordensschwestern waren der Einladung gefolgt. Im November besuchte Papst Johannes Paul II Osnabrück. Für den gemeinsamen Gottesdienst am 16. November standen der Pfarrgemeinde 200 Karten zur Verfügung.

An der Wahl zum Pfarrgemeinderat beteiligten sich 1981 641 Gemeindemitglieder, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 17,6 %. 26 Gemeindemitglieder hatten sich der Wahl gestellt. Dem neuen Pfarrgemeinderat gehörten an: Hedwig Baba, Thomas Büchter, Günther Farwig, Josef Glaßmeyer, Else Hagedorn, Antonia Hilbers, Beate Keller, Werner Laumeier, Franz- Georg Lohage, Werner Merschjann, Beate Oeinghaus, Gerd Rotthaus, August Sommermeyer, Josefine Völler und Helga Westerkamp. Außerdem von Amts wegen Pfarrer Engelbert Kreft, Pater Anton Pieters, Pastoralassistentin Hildegard Rawert und Johannes Stroth vom Kirchenvorstand. Alfons Bücker, Ludger Feldhaus, Gerhard Schweer und Andrea Zurlinden wurden vom Pfarrer berufen. Josef Glaßmeyer wurde als Vorsitzender wiedergewählt, zweiter Vorsitzender wurde Franz-Georg Lohage, Schriftführer Gerd Rotthaus, Beisitzerin Andrea Zurlinden.

Am 15. November firmte Bischof Reinhard Lettmann, der erstmals nach Laggenbeck gekommen war, 110 Kinder. Im Gespräch mit Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat und Vertretern der Vereine und Verbände brachte er seine Sorge über die zurückgehende Zahl der Kirchenbesucher und den Mangel an Priestern und den Rückgang an Ordensschwestern zum Ausdruck.

Eva Linsky, die 1975 den Kinderchor gegründet hatte und der inzwischen auf 30 Mitglieder angewachsen war, wurde ehrenvoll verabschiedet. Sie übernahm eine Organistenstelle in Brochterbeck. Die Nachfolge trat Organist Hermann Benning an.

Anschließend wurde mit den Renovierungsarbeiten begonnen. Die alte Orgel wurde abgebaut, die Sitzbänke ausgeräumt. Samstags wurde um 19 Uhr eine weitere Vorabendmesse angeboten. Als Ersatz stand eine elektronische Orgel zur Verfügung. Ende 1983 war die Orgel fertig gestellt, der Aufbau verzögerte sich aber. Ein Modell machte deutlich, wo sie künftig ihren Platz haben würde. Anfang 1984 probten die Orgelbauer Klang und Abstimmung. Am 25. März konnte sie ihrer Bestimmung übergeben werden.*17: Am Sonntag, 6. April 1984, wurde sie anlässlich eines Konzertes mit dem Männerchor vorgestellt. Die Orgelpfeifen der alten Orgel wurden im Rahmen eines kleinen Pfarrfestes verkauft.

Am 28. Februar 1982 nahm Pater Pieters Abschied von Laggenbeck. Der Provinzial seines Ordens hatte ihn als Rektor im Heimatkloster in Roermond NL berufen. Sein Nachfolger wurde Pater Adrian de Haay, ebenfalls aus dem Redemptoristenkloster in Roermond. Am 24. April 1983 verabschiedete sich Hildegard Rawert, seit 1976 als Pastoralreferentin in Laggenbeck tätig, um in einer Pfarrgemeinde in Bremen eine neue Aufgabe als Pastoralreferentin zu übernehmen. Anna Witte übergab zum 1. Oktober 1983 die Leitung der Pfarrbücherei an Brunhild Rieskamp. Seit 1957 hatte Anna Witte die Bücherei in vorbildlicher Weise geleitet. Die Bücherei hatte in dieser Zeit einen Bestand von 4.000 Büchern mit jährlich 7.000 Ausleihen an 630 Familien.

Am 24. und 25. März 1984 wurde in den Gottesdiensten über Sinn und Ausübung eines direkten Friedensgrußes nach dem Vater unser gepredigt und ein Versuch in diese Richtung gestartet. Am 1. Mai fand ein ökumenischer Gottesdienst an der Osterledder Waldkapelle statt. Zu einer gemeinsamen Wanderung trafen sich die Interessierten an der Pfarrkirche.

Das kleine Pfarrfest begann mit einer Wanderung von über 100 evangelischen und katholischen Christen zur Osterledder Waldkapelle am Freitagabend. Anschließend traf man sich auf dem Hofe Oeinghaus zu einem gemütlichen Beisammensein. Am Samstag dann das Pfarrsportfest und am Sonntag das Fest rund um die Kirche. Der Reinerlös wurde für die Restfinanzierung der neuen Orgel bereitgestellt. An der Sommerfreizeit in der Schützenhalle in Maumke (Ortsteil von Lennestadt) nahmen 43 Jungen und Mädchen tel. Das Motto: Uns macht das Leben Spaß!

Vom 10. bis 16. Juni 1985 wurde wieder ein großes Pfarrfest gefeiert, und zwar auf der Festwiese von Heinz Sommermeyer an der Bocketaler Straße (heute Senioren-Wohnheime). Der Reinerlös war für die Linderung der Not in Ghana gedacht sowie für dringende Anschaffungen im Pfarrheim und im Kindergarten. Ein Fußballspiel zwischen katholischer und evangelischer Pfarrgemeinde endete mit einem 4 : 4 – Unentschieden. Den Ausgleich erzielte Pastor Kreft mit einem verwandelten Elfmeter. Der Wettergott spielte leider nicht mit. Dennoch ergab sich am Ende ein Überschuss von über 23.000 DM. 1.972,50 DM wurden für die Erweiterung der Tagesbildungsstätte in Recke-Espel zur Verfügung gestellt. Weitere 1500 kamen durch den Verkauf von Kerzen zusammen.
An der Sommerfreizeit in Milchenbach im Sauerland nahmen über 40 Mädchen und Jungen teil. Das Motto: Gemeinsam auf dem Weg zum Frieden.

Am 1. Oktober nahm Werner Janning seinen Dienst als Küster, Chorleiter und Organist auf. August Stroth als Küster, Heinz Neumann als Chorleiter und Hermann Benning als Organist wurden verabschiedet.

Am 19./20. Oktober 1985 wurde ein neuer Pfarrgemeinderat gewählt. 25 Kandidaten haben sich zur Wahl gestellt. Zum neuen Vorsitzenden wurde Franz-Georg Lohage gewählt. Schriftführer wurde Alfons Pelster, Josefine Völler zweite Vorsitzende. Im Rahmen einer Visitation besuchte Weihbischof Demming auch den neuen Pfarrgemeinderat.

Am 17. Juni 1986 trafen sich evangelische und katholische Pfarrgemeinde bei herrlichem Sommerwetter zur zweiten ökumenischen Wanderung. Diesmal führte der Weg über den Wieker Berg nach Ledde zur „Alten Kunst“ (Hof Erpenstein) und anschließend auf den Hof Taschner. Bratkartoffeln mit Spiegeleiern und Getränke erfreuten die Wanderfreunde.
Eine großzügige Renovierung des Jugendkellers fand ihren Abschluss am 13. August in einer New Fun-Party. Der Jugendausschuss bereitete eine „Spätschicht“ vor. Besorgt zeigte sich der Pfarrgemeinderat über die rückläufige Zahl der Kirchenbesucher. Pfarrheim, Friedhof und der Altarraum der Kirche standen im Blickpunkt von Renovierungs- und Bauvorhaben.

Wie ein Berserker wütete ein Unbekannter in der Pfarrkirche St. Magdalena. Er plünderte den Opferstock und zerschlug Krippenfiguren. *18

Am 1. Mai 1987 kam Papst Johannes Paul II nach Münster. Bei der ökumenischen Wanderung am 1. Mai wurden etwa 130 Teilnehmer gezählt. Über Gründkenliet, Fledder und Adlersteige ging es zum Müttergenesungsheim. Nach einer ökumenischen Andacht unter freiem Himmel führte der Weg zum Volkstanzheim. Bei Essen, Trinken und musikalischer Unterhaltung waren die Strapazen des Marsches bald vergessen.
Im Rahmen einer Werbeaktion konnten 14 neue Lektoren und eben so viele Kommunionhelfer gewonnen werden. Der Kindergarten lud anlässlich seines 20-jährigen Bestehens zu einem Tag der Offenen Tür ein.

Die aus Laggenbeck stammenden Ordensleute trafen sich anlässlich der Begegnungswoche am 3. August. Sieben Schwestern und zwei Priester nahmen daran teil.
Ärger gab es beim Freizeitlager in Brachthausen. Ein 15-jähriger wurde vorzeitig nach Hause geschickt. Am 11. Oktober wurde anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Reitervereins eine sog. Hubertusmesse gefeiert.

Der alljährliche Adventsbasar am ersten Adventssonntag wurde ausgeweitet auf die Straße. Zusammen mit den Laggenbecker Geschäftsleuten wurde gleichzeitig das Angebot erweitert.

Am 3. Januar 1988 fand erstmals ein Weihnachtliches Konzert in St. Maria Magdalena statt. Beteiligt waren Kirchenchor, die Flötenkreise der evangelischen und katholischen Pfarrgemeinde sowie der Posaunenchor, verstärkt durch den Recker und Mettinger Posaunenchor.

Die Gestaltung des Kirchplatzes rückte zusammen mit der Neugestaltung des Ortskerns erneut in den Blickpunkt. Der Architektenbüros hatten Entwürfe vorgelegt, Eine Bebauung an der Südseite des Kirchplatzes fand keine Zustimmung. Die Pfarrkirche sollte Mittelpunkt des Dorfes bleiben.

Die ökumenische Wanderung am 17. Juni führte zum Wegekreuz Auf der Lau und anschließend zum neuen Sportheim an der Jahnstraße. Es wurde vereinbart, dass die Wanderung künftig grundsätzlich am 1. Mai stattfinden sollte.

Das Pfarrfest 1988 dauerte nicht mehr eine ganze Woche. Es begann am Donnerstag mit einem Seniorennachmittag. Der Tag der Jugend am Freitag, das Sportfest und der Dorfabend am Samstag und die Pfarrkirmes am Sonntag sorgten für einen vollen Erfolg. Der Reinerlös von 8.000 DM wurde für die Renovierung des Friedhofs und ein Klavier für das Pfarrheim verwendet.

Am Sommerlager im Sauerland nahmen 75 Kinder mit 15 Betreuern teil. Alle hatten sehr viel Spaß an den Wanderungen und Spielen, verbunden mit vielen Abenteuern.
Die Umwandlung der Hauptschule in eine Ganztagsschule führte zu Überlegungen, wie die Interessen der kirchlichen Aktivitäten und des Vereinslebens der Kinder und Jugendlichen in Einklang zu bringen seien. Sorge bereiteten auch die Überschneidungen zwischen Kirche und Sport am Sonntag.

An der Ökumenischen Versammlung in Dortmund nahmen etwa 50 Personen aus Laggenbeck teil.

Frau Komnik übernahm die Leitung der Pfarrbücherei, die mit Unterstützung des Generalvikariats in Münster von Grund auf renoviert wurde. Alte Bücher wurden aussortiert, 308 neue Bücher eingestellt. Neu aufgenommen wurden Musik- und Hörspielkassetten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Am 19. März 1989 stellte das Betreuerteam im Rahmen eines Tages der offenen Tor die umgestaltete Bücherei vor.
Die Anfrage eines Wohnheimleiters der Ledder Werkstätten führte zur Gründung einer Gruppe von jungen Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren, die einmal im Monat gemeinsam mit Behinderten der Ledder Werkstätten die Freizeit gestaltet.
Weihbischof Demming traf sich anlässlich einer Visitation mit den Senioren, der Caritas, dem Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand. Im Blickpunkt stand die Stellung der Frau in der Kirche. Eine kontroverse Diskussion ergab sich mit den Jugendlichen, Der mögliche Bau einer Müllverbrennungsanlage im Aatal beschäftigte auch den Pfarrgemeinderat. Ein Gottesdienst, der ausschließlich dieses Thema behandelt, wurde abgelehnt. Es sollte kein Präzedenzfall geschaffen werden.

Für die Wahl zum Pfarrgemeinderat stellten sich 22 Kandidaten zur Verfügung. Franz-Georg Lohage und Josefine Völler als Vorsitzende wurden bestätigt. Schriftführerin wurde Marie-Theres Bögel, ihre Vertreterin Karin Merschjann. Vom 1. Adventssonntag an galt eine neue Gottesdienstordnung: Vorabendmesse am Samstag um 17 Uhr, Gottesdienste am Sonntag um 8 Uhr und um 10 Uhr. Pater de Haay musste aus Krankheitsgründen seinen Dienst in Laggenbeck aufgeben,

Die Umsetzung der Ideen der Ökumenischen Versammlung, die 1988 in Dortmund stattfand, führte zu Überlegungen, wie die im ehemaligen Müttergenesungsheim untergebrachten Asylbewerber unterstützt werden können.

Zum 25-jährigen Ordensjubiläum berichtete Schwester Hannah Remke über ihre segensreiche Tätigkeit in Südafrika.

*18 Quelle: IVZ vom 09. 01. 1987



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Das Jubiläumsjahr 1991

Mit einer Weihnachtlichen Musik am Dreikönigstage wurde die Weihnachtszeit musikalisch beendet und das Jubiläumsjahr 1991 eröffnet. Mitwirkende: die Flötenkreise der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde, der Posaunenchor und der Kirchenchor.
Gemeindebeirat der evangelischen Kirchengemeinde und Pfarrgemeinderat informierten sich gegenseitig über die Vorbereitungen zur Konfirmation und Erstkommunion bzw. Firmung. Mariele Klüppel-Neumann aus Borken wurde neue Pastoralreferentin in Laggenbeck.
Die ökumenische Wanderung am 1. Mai führte ins Aatal zu Bernhard Rieskamp. Den Abschluss bildeten ein warmes Essen und Getränke im Volkstanzheim. Auf Grund der großen Kinderzahl musste die Erstkommunion an zwei Sonntagen gefeiert werden.
Eine religiöse Woche eröffnete das 100-jährige Jubiläum. Unter dem Thema „Christliches Leben – Als Christen ins 3.Jahrtausend“ führte Redemptoristenpater Günter Becker durch die Woche.

Eine Fülle von Festveranstaltungen begleitete das Jubiläum. Voll besetzt war die Pfarrkirche, als der Männerchor am 14. April die Besucher mit einem kirchenmusikalischen Konzert erfreute. Im Anschluss an das Konzert wurde die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum vorgestellt. *19

Das Sommerfest des Kindergartens, die Vorstellung der verschiedenen Gruppen im Vorfeld führten zu einer Festwoche für alle Laggenbecker. Die Veranstaltungen:
Ökumenischer Gottesdienst mit Männerchor und Posaunenchor; Bunter Nachmittag für die über 50-jährigen mit den Jagdhornbläsern, Heimatverein, DRK und Kindervolkstanz; Filmvorführung für die Kinder; Jahresfest der Frauengemeinschaft; Kinderfest des Kindergartens; Teenie-Disco; Jugendfete mit den „Zwillingen und der Blechgang“ sowie El Bosso und den Ping Pongs“; Spiel ohne Grenzen der Landjugend; Pfarrmeisterschaften im Fußball; Großer Dorfabend am Samstag; Darbietungen der Laggenbecker Gruppen am Sonntag nach dem Festgottesdienst; Pfarrkirmes.
Am 18. August feierte die Pfarrgemeinde den Jahrestag mit einem Festgottesdienst. Am Samstag, 24. August, feierte Bischof Reinhard Lettmann die Vorabendmesse als Abschlussgottesdienst.
Am 18. August feierte die Pfarrgemeinde den Jahrestag mit einem Festgottesdienst. Am Samstag, 24. August, feierte Bischof Reinhard Lettmann die Vorabendmesse als Abschlussgottesdienst. Am 8. September wurde Gertrud Eggemeyer, seit 24 Jahren engagierte Hausmeisterin im Pfarrheim, verabschiedet. In die Hausmeisterwohnung zog Werner Janning mit seiner Familie. Frau Janning übernahm die Funktion einer Hausmeisterin, allerdings mit eingeschränkten Zeit- und Arbeitsanteilen. Zum 1. Dezember wurde ein Zivildienstleistender eingestellt. Im bisherigen Bastelraum wurde ein weiterer Gruppenraum eingerichtet. Im Keller wurden der Bastelraum und ein Lagerraum für das Ferienlager eingerichtet.
An der Wahl zum Kirchenvorstand am 9./10. 11. 1991 nahmen 289 Personen teil, rd. 35 % der Kirchenbesucher. Es wurden gewählt: Wolfgang Beckstedde, Albert Heilemann, Ludger Konermann und Werner Merschjann.

*19 Quelle: St. Maria Magdalena Laggenbeck 1891 – 1991,

Bei der Sternsingeraktion zu Jahresbeginn 1992 wurde von den acht Gruppen mit 8.939,47 Mark ein Rekordergebnis erzielt. Die Sammlung kam den Laggenbecker Projekten sowie dem Bistumsprojekt Tula/Mexiko zugute.
Bei Sturm und Regen machten sich zur Maiwanderung 50 Wanderer auf den Weg ins Aatal, wo auf dem Anwesen von H. Nietiedt eine ökumenische Andacht gehalten wurde. Zum Mittagessen kehrten sie im Sportheim an der Jahnstraße ein.
Zu Fronleichnam erinnerten sich die Laggenbecker an die erste Prozession im Jahre 1892. Zwei Jahre vorher war an der Alstedder Straße das erste Prozessionshäuschen entstanden.
14 interessante Tage verbrachte die SoLa-Karawane in der Schützenhalle in Madfeld/Sauerland. 60 Kinder, elf Betreuer und sechs Kochmuttis ließen sich vom vielen Regen nicht beeinflussen. Nachfolger von Pastor Gellenbeck, der nach Rodde ging, wurde Kaplan Dr. Habtemicael Bahlebbi (44) aus Eritrea.
Die Sternsinger erzielten erneut ein Rekordergebnis. Diesmal waren es 10.727,17 Mark für Schwester Winfriede in Ghana. Die gesammelten Süßigkeiten wurden zu einem Teil erneut an die Asylbewerber-Kinder im ehemaligen Müttererholungsheim verschenkt.
Über 120 Teilnehmer wurden bei der ökumenischen Wanderung am 1. Mai 1993 gezählt, die über den Spielplatz am Eckernkamp zum Volkstanzheim führte.

Am 1. Oktober trat Renate Herick ihren Dienst als Pastoralreferentin an. Nach den Wahlen zum Pfarrgemeinderat wurde Franz-Georg Lohage erneut 1. Vorsitzender, 2. Vorsitzende Elisabeth Pinke, Schriftführerin Ruth Merschjann und 2. Schriftführer Gerd Rieskamp. Neben den bisherigen Ausschüssen Liturgie, Jugend, Soziales, Öffentlichkeitsarbeit, Dritte Welt und Ökumene wurde ein neuer Ausschuss „Integration von Ausländern“ gebildet.
Der 3. Welt-Ausschuss bezog ein Holzhaus (9 x 10 m) in Pastors Garten. Hier sollte in Zukunft Kleidung für Not leidende Menschen gesammelt werden.
Kaplan Dr. Habtemicael Bahlebbi verabschiedete sich vereinbarungsgemäß, um in seinem Heimatland Eritrea eine Pfarrstelle zu übernehmen. Für seine künftige Arbeit wurden ihm von mehreren Gemeinden des Pfarrverbandes mehrere 10.000 Mark für Investitionen zur Verfügung gestellt.
Die Sternsinger erzielten ein neues Rekordergebnis. 11.762,55 DM wurden an Schwester Winfride, Kaplan Michael überwiesen.
Ein ökumenisches Konzert (vom gregorianischen Choral bis zum amerikanischen Spiritual) beendete die Weihnachtszeit.

Am 1. Fastensonntag 1994 wurde Pater Luca Sarcevic (Kroatien) neuer Kaplan. Erstmals wurde die „Woche für das Leben“ ökumenisch begangen. Sie stand unter dem Thema „unBehindert miteinanderleben“. Der Vorbereitung des Diözesanforums diente die Dialogreihe“ Gemeinde im Gespräch“.
Die Messdiener trafen sich zu einem Zeltlager in Lienen.
Im Rahmen des Pfarrfestes gaben Kirchenchor (Missa serena“) und Männerchor (messa brève“) ein Kirchenkonzert der Sonderklasse. Das Publikum spendete spontanen Beifall. Ein Sportfest an der Alstedder Straße sowie eine Kirmes auf dem Kirchplatz rundeten das Pfarrfest ab. Trotz schlechten Wetters konnte ein Reinerlös von 1.000 DM erzielt werden, der je zur Hälfte für Zwecke in der Gemeinde und Projekte der Dritten Welt verwandt wurde.
Der Jugendchor unter der Leitung von Werner Janning studierte zusammen mit dem Jugendchor Recke das Musical „josef“ ein. Erstmals fand der Basar für die Dritte Welt im Dorfgemeinschaftshaus statt. Der Raum im Pfarrheim reichte nicht mehr aus.
Die Tischlerlehrlinge der Kreishandwerkerschaft beschenkten die Laggenbecker Kindergärten mit kinderfreundlichen Holzspielzeugen. Weihnachtliche Musik boten Posaunenchor, Männerchor sowie Jugendund Kirchenchor in der Weihnachtswoche.



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Fast eine Viertelmillion für Arme und Kranke

Der Strickkreis der Frauen löste sich Anfang 1995 auf. Antonia Keiner hatte ihn, angeregt durch Bischof Rüth, im Jahre 1972 gegründet. Zunächst wurden Binden hergestellt, um die Wunden der Kranken verbinden zu können. Zur Kirmes 1972 wurde erstmals ein Strand aufgebaut, um Kerzen, Schallplatten und Luftballons zu verkaufen. Im folgenden Jahr wurde mit den Strickarbeiten begonnen. Die Erzeugnisse wurden in der Reinigung von Margret Frehe ausgestellt und verkauft. Der erste Basar fand am 5. Dezember 1976 im Pfarrheim statt. Wegen des großen Erfolges wurde er in den folgenden Jahren regelmäßig wieder holt. Der Erlös kam zunächst Bischof Rüth zugute, ab 1976 auch Schwester Winfride und ab 1981 auch Schwester Xaver Pohl. Wegen der sinkenden Nachfrage nach den Produkten, aber auch auf Grund ihres Alters sahen sich die Frauen veranlasst, die Arbeit in der Gruppe einzustellen. In der Zeit von 1972 bis 1980 hatte er 70,000 DM erwirtschaftet. Von 1981 bis 1994 kamen 150.273,95 Mark zusammen, insgesamt also fast eine Viertelmillion Mark. Die segensreiche Arbeit zugunsten der Dritten Welt wurde vom entsprechenden Arbeitskreis fortgesetzt. Die Kreativausstellung – bisher Adventsmarkt – erbrachte einen Erlös von 13.471,81 DM

Pater Luka übernahm im Februar 1996 eine Pfarrstelle in Weseke. Zum Abschied stellte er fest: „Ich wollte diese Gemeinde ein wenig in Schwung bringen, vielleicht war das ein wenig ehrgeizig. Viele Leute haben mitgemacht, andere haben sich geweigert. Trotzdem war es eine gute Erfahrung.“
Der Friedhof am Burgweg wurde wieder in Dienst gestellt. Einzelgräber, an denen das Nutzungsrecht abgelaufen war, wurden eingeebnet. Die freien Grabfelder wurden mit Rasen eingesät, die Tore renoviert, neue Treppenstufen eingebaut. Durch Sonderkollekten wurden die nicht gedeckten Kosten beglichen.

Am 1. April 1996 kam Professor Dr. Cesare Macheselli-Casale als Vicarius cooperator in die Pfarrgemeinde, zunächst für drei Jahre. Seine Hauptzeit werde er mit Studien an der Universität Münster verbringen, hieß es in der Ankündigung. Marie-Luise Dierkes wurde in die Kreisdekanatsversammlung gewählt. Zwei Pfadfindergruppen sollten die Jugendarbeit intensivieren.
Seit 35 Jahren waren zum ersten Mal wieder Handwerker in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena. Die Kirche wurde renoviert. Julius Pelster aus Bevergern übernahm die Malerarbeiten. Im Turm wurde ein Andachts- und Gebetsraum eingerichtet. Dazu wurde die Pieta, die vorher ihren Platz auf der linken Seite im neuen Teil der Kirche hatte, auf den alten Säulen des Taufbrunnens aufgestellt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 80.0000 DM. Anschließend wurden im Pfarrheim Änderungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt. Unter anderem wurde der Jugendkeller so hergerichtet, dass er verstärkt für die Gruppenarbeit genutzt werden konnte.

Das Pfarrfest wurde mit einem Ökumenischen Gottesdienst eröffnet. Ein Bunter Nachmittag für alle über 50, ein Offenes Singen im Dorfgemeinschaftshaus, ein Kinderfest, eine Teenieparty und eine Jugendfete boten etwas für alle Altersgruppen. Am Samstag fand im Festzelt der erste Laggenbecker Warentauschtag statt, ein Flohmarkt ohne Geld. Er sollte ein Beitrag zur Müllvermeidung sein.

Eine abenteuerliche Reise um die ganze Welt erlebten die Messdiener im Zeltlager.
In ein großes Warenlager verwandelte sich das Dorfgemeinschaftshaus mit dem Basar „Rund um das Kind“. Auf Initiative von Laggenbecker Frauen wurden Kleidung, Spielzeug und vieles mehr angeboten. 15 % des Erlöses kamen der Frauenarbeit von Schwester Hannah Remke zugute.
Die Caritas-Freizeitgruppe ging mit den Behinderten auf große Tour. Eine dreitägige Fahrt führte sie ins Wiehengebirge nach Bad Essen.

Aus Anlass seines 125-jährigen Bestehens begann der Männerchor 1997 eine Veranstaltungsreihe. In der Pfarrkirche St. Maria Magdalena gab er am 16. März ein Jubiläumskonzert. Ein weiteres Konzert zugunsten der Straßenkinder in Brasilien gaben Dirceu Braz und Konstantin Vassiliev.

Das Kindergartengebäude feierte sein 30-jähriges Jubiläum. Am Tag der Offenen Tür wurden Fotos und Spielzeug aus den vergangenen 30 Jahren gezeigt. Die Messdiener besuchten die holländische Partnerstadt Hellendoorn und erlebten den dortigen Abenteuerpark.
Bei der Pfarrgemeinderatswahl werden gewählt: Annette Bischoff, Sonja Brüggemann, Marie-Luise Dierkes, Martin Glaßmeyer, Werner Janning, Franz-Georg Lohage, Ruth Merschjann, Mechthild Oeinghaus, Elisabeth Pinke, Katja Pinke, Gerhard Rieskamp, Helmut Rieskamp, Anni Schulte-Laggenbeck, Markus Völler, Annette Wibbelmann. Berufen werden Raimund Krüer, Dieter Steding, Hedwig Teepe und Mark Templer. In den Vorstand wurden Franz-Georg Lohage (1. Vorsitzender), Marie-Luise Dierkes (2. Vorsitzende), Ruth Merschjann (Schriftführerin), Gerhard Rieskamp (2. Schriftführer) und Elisabeth Pinke (Beisitzer) gewählt.
Ein ökumenisches Weihnachtskonzert schloss das Jahr ab. Neun Frauen erwarben im Kursus „Häusliche Krankenpflege“ der Caritas-Sozialstation ein Zertifikat.



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Erweiterung des Kindergartens

Der St. Magdalena-Kindergarten brauchte mehr Platz. In der Vier- Gruppen-Anlage sollten Nebenräume für die Gruppenarbeit gebaut werden. Die Kosten wurden auf 200.000 Mark veranschlagt. Der erste Spatenstich erfolgte im Juli 1998. Der Leiter der Filiale der Sparkasse Ibbenbüren, Robert Hölscher, überreichte eine Spende in Höhe von 21.000 Mark. Zur Unterstützung der Arbeit im Kindergarten wurde der Förderkreis ELMAR gegründet. Vorsitzende wurde Barbara Eggemeier, stellvertretende Vorsitzende Heike König.
Auch die Gruppenräume im Pfarrheim sollten restauriert werden. Geplant wurde auch die Renovierung des Jugendkellers, der geschlossen werden musste, nachdem sich keiner so recht verantwortlich für ihn fühlte. Anschließend sollte er wieder eröffnet werden.
Zum fünften Male veranstalteten evangelische und katholische Christen gemeinsam die „Woche für das Leben“, diesmal unter dem Thema „Familie sein“. Das Ziel: die Entscheidung für Ehe und Familie sollte gestärkt werden.
Die Freizeitgruppe der Pfarrcaritas konnte auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit zugunsten Behinderter zurückblicken. Einmal im Monat treffen sich zehn Jugendliche, um die Freizeit mit Behinderten zu gestalten. Pfarrer Engelbert Kreft, seit 20 Jahren in Laggenbeck, trat im August 1998 in den Ruhestand und übernahm als Pastor emeritus die Pfarrstelle in St. Mariä-Himmelfahrt in Mettingen-Schlickelde. Neben der vorbildlichen seelsorgerischen Arbeit wurde er ungewollt auch zum Baumeister. Während seiner Amtszeit wurde das Kirchendach repariert, der Kirchplatz neu gestaltet, das Pfarrheim renoviert und erweitert und eine neue Orgel eingebaut.
Auch Pastoralreferentin Renate Herick wurde pensioniert. Anschließend wurde das Pfarrhaus, 1857/58 als Vikarie erbaut, umgebaut. Im Obergeschoss wurde die Wohnung des neuen Pastors eingerichtet, im Erdgeschoss entstanden neue Verwaltungsräume.
Dr. Habtemicael Bahlebbi, 1993 in Laggenbeck als Kaplan tätig, kam zu Besuch und berichtete über seine Pfarrei in Eritrea. Er bedankte sich bei allen, die Ihm beim Bau einer neuen Kirche unterstützt haben.
Am 4. Oktober 1998 wurde Michael Mombauer, bisher in Xanten als Kaplan tätig, als neuer Pfarrer in Laggenbeck eingeführt.
Als Pastoralreferentin trat Mariele Klüppel-Neumann ihren Dienst an.

Zu einer lebhaften Diskussion führte die im Turm der Pfarrkirche aufgebaute Weihnachtskrippe, von Jugendlichen aufgebaut hinter einem Bretterverschlag, der eine Baustelle vermuten ließ. Die Sternsingeraktion Anfang 1999 erbrachte 12.232,56 Mark, die Tannenbaumaktion der Landjugend 5.380 Mark und die Adveniat- Kollekte 15.246,70 Mark.
Die aus Anlass der ökumenischen Woche geplanten Predigten evangelischer Vikare wurden kurzfristig abgesagt. Das Generalvikariat in Münster hatte ein Veto eingelegt.
Am 30. Mai wurde die Erweiterung des Kindergartens gefeiert. Im Außenbereich des Pfarrhauses wurde mit Renovierungsabreiten begonnen. Im Pfarrheim sollte der Jugendkeller wieder hergerichtet werden. Die Stadt Ibbenbüren gab zu den veranschlagten Kosten einen Zuschuss von 1.880 Mark.
Die Renovierungsarbeiten in und an der Kirche erforderten erhebliche finanzielle Mittel. Im Glockenturm wurden zwei Glockenmotoren ausgetauscht (6.500 Mark). Für die Reparatur der Kirchenbänke wurden 2.633 Mark ausgegeben. Für das Mauerwerk der Kirche und Klempnerarbeiten am Dach übernahm das Bistum Kosten in Höhe von 27.000 Mark. Die Pfarrgemeinde musste für die Renovierungsarbeiten insgesamt 13.633 Mark aufbringen.

In den Räumen der ehemaligen Kaplanei wurde ein Dritte-Welt-Laden eingerichtet. Seit 1985 war dieser beengt in einem Raum des St. Magdalena-Kindergartens untergebracht. Von der Buchhandlung Althaus wurde eine Ladeneinrichtung zur Verfügung gestellt. Der Laden wurde sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet, außerdem am Dienstag. Der Erlös des Landes geht an die Genossenschaften in der Dritten Welt und kommt den vom Dritte-Welt-Ausschuss betreuten Projekten zugute (Schwester Winfriede in Ghana, Schwester Xaver Pohl und Schwester Hannah Remke in Südafrika, die evangelische Partnergemeinde in Namibia, die Bischöfe Rüth und Herbst in Brasilien, Pastor Michael in Eritrea).
Vor Beerdigungen auf dem Friedhof am Burgweg wurde die Aussegnung in die Pfarrkirche verlegt, damit die Angehörigen und die Trauergemeinde in den Bänken Platz nehmen und Anteil nehmen können.
Auf dem Kirchplatz fielen fünf Parkplätze weg, die ursprünglich für Kirchenbesucher gedacht waren, aber häufig als Dauerparkplätze genutzt wurden.

Der ökumenische Kreativmarkt, beschickt von den Laggenbecker Frauengruppen, konnte auf eine 25-jährige erfolgreiche Arbeit zugunsten der Entwicklungshilfe zurückblicken.
Der Jugendchor konnte auf zehn Jahre seines Bestehens zurückblicken. Aus diesem Anlass wurde im Advent ein vorweihnachtliches Konzert aufgeführt („Licht im Dunkel“).
Auf Anregung von Pfarrer Mombauer wurden drei Familienkreise gegründet. 14 Familien schlossen sich zusammen. Sie treffen sich seitdem in regelmäßigen Abständen jeweils bei einer anderen Familie, um sich auszutauschen oder gemeinsam etwas zu unternehmen. Nach den Predigtgottesdiensten im Advent wurden jetzt auch in der Fastenzeit Fastenandachten mit Predigt angeboten.







G. Auf dem Wege zur ZusammenarbeitSeite oben

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Anfang 2000 begannen auf Pfarrverbandsebene Gespräche, um mögliche Kooperationen zu erörtern. Drei Möglichkeiten der Zusammenarbeit wurden angeboten: Pfarreiengemeinschaft, Seelsorgeeinheit und Fusion. Mit dem Pfarrgemeinderat von Sankt Mauritius wurde Kontakt aufgenommen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit abzuklären.
Schockiert waren die Angehörigen über mutwillige Beschädigungen an Gräbern auf dem Friedhof am Burgweg. Grabsteine wurden gewaltsam umgestoßen, Grablichter ausgelöscht und umher geworfen.

Der Kirchenchor feierte im Jahr 2000 sein 100-jähriges Bestehen. Musikalischer Höhepunkt wurde ein Konzert in der Pfarrkirche mit dem Jugendchor, dem Männerchor, dem Chor Cantabile, der Schola der kfd, dem Orchester des Goethe-Gymnasiums sowie zwei Gesangssolisten. Die Kolpingsfamilie wurde vor 75 Jahren gegründet. Das Jubiläum wurde im Rahmen des Festprogramms „850 Jahre Laggenbeck“ gefeiert. Höhepunkt war der Festumzug durch Laggenbeck, gestaltet von den Laggenbecker Handwerkern und Gewerbetreibenden. Die Landjugend feierte ihr 50-jähriges Bestehen.
Die Orgel wurde grundlegend renoviert. Weil die Prospektpfeifen (die sichtbaren Pfeifen) aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes brüchig geworden waren, mussten die Pfeifenfüße stabilisiert werden.
Ihre Verbundenheit mit den Beschäftigten der Firma Keller bekundete die Pfarrgemeinde mit einem Solidaritätsgottesdienst.
Bei den Wahlen zum Kirchenvorstand wurden Maria-Theres Bögel, Josef Börgel, Manfred Overmeier und Bernhard Vehoff gewählt. Im Rahmen der Mitwirkung der Eltern wurde für den Kindergarten ein neuer Elternrat gewählt.
Die Kinderbetreuung während der Gottesdienste, von der Pfarrcaritas vor rund 30 Jahren eingeführt, wurde wegen mangelnder Nachfrage aufgegeben. Pfarrer Mombauer dazu: “Immer mehr Kinder nehmen ihre Kinder mit in den Gottesdienst.“ Der Kreativmarkt im Dorfgemeinschaftshaus erbrachte 6000 DM. Schwester Hanna Remke für Frauenarbeit in Südafrika, Schwester Xaver Pohl für ein Kinderheim in Südafrika und Schwester Winfriede für ein Krankenhaus in Ghana waren in letzter Zeit in Laggenbeck und hatten über die Verwendung der Mittel berichtet.

In den neuen Pfarrgemeinderat wurden 2001 gewählt: Annette Bischoff, Marie-Luise Dierkes, Karin Frehe, Christel Glaßmeyer, Margret Glaßmeyer, Martin Glaßmeyer, Rainer Glomb, Raimund Krüer, Franz- Georg Lohage, Heinrich Mönninghoff, Gerhard Rieskamp, Helmut Rieskamp, Anni Schulte-Laggenbeck, Marita Templer. Der neue Vorstand wurde gebildet von Annette Bischoff (1. Vors.), Franz-Georg Lohage (2. Vors.), Gerhard Rieskamp (Schriftführer) und Marie-Luise Dierkes (stellv. Schriftführerin).
Das Pfarrfest erbrachte ein Reinerlös von 10.850 DM, von denen 2.900 DM dem 3. Welt-Ausschuss übergeben wurden. Ein Teil wurde für die Polsterung der Kirchenbänke verwendet. Am 1. Oktober übernahm Anja Raschke, gebürtig aus Uffeln, ihren Dienst als Pastoralreferentin.
Auf Vorschlag von Pfarrer Mombauer stellten etwa 20 Helfer zur Verfügung, um als Heinzelmännchen einmal im Monat die Anlagen an der Kirche, am Pastorat und vor dem Pfarrheim zu pflegen. Erstmals wurde auf dem Hofe Oechtering in Alstedde ein gemeinsamer Erntedankgottesdienst mit St. Mauritius gefeiert.

Am 22. und 23. Februar 2002 trafen sich die Pfarrgemeinderatsmitglieder von St. Mauritius und St. Maria Magdalena zu einer gemeinsamen Klausurtagung in Frenswegen bei Nordhorn.
Die Kaplanei wurde renoviert. Im Obergeschoss wurde eine abgeschlossene modernisierte Wohnung geschaffen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 64.500 Euro. Die Pfarrgemeinde hatte 12.300 € zu tragen.
34 Männer und Frauen machten sich vom 13. bis 21. Oktober unter der Leitung von Schwester Andrea auf den Weg nach Assisi.
Die Pfarrbücherei feierte das 100-jährige Bestehen.
Auf dem Hofe Krüer in Osterledde fand der zweite gemeinsame Erntedankgottesdienst von St. Mauritius und Sankt Maria Magdalena statt. Gemeinsame Aktivitäten gab es auch bei der Ibbenbürener Wallfahrt nach Telgte.

Im Jahre 2003 wurde erstmals eine Kommunionkleiderbörse durchgeführt. .
Auf Initiative des Pfarrgemeinderates wurde ein Kreis für Alleinerziehende gebildet, der sich in der Regel am ersten Samstag im Monat trifft.
Zum Osterfest erschien erstmals im Pfarrbrief ein Ostergruß von Pfarrerin Dorothea Pfuhl und Pfarrer Martin Pfuhl.
Schwester Andrea verließ nach einer vierjährigen Ausbildung die Pfarrgemeinde, um in Westerkappeln als Pastoralreferentin tätig zu werden.
Das Kreuz auf dem Friedhof wurde renoviert. Im Jahr der Bibel wurde zusammen mit St. Mauritius eine sog. Gemeindebibel erstellt, in der einzelne Personen, Verbände, Gruppen und Vereine sich zu Bibelstellen äußerten. Am 11. Januar 2004 wurde sie in einem gemeinsamen Gottesdienst in St. Mauritius vorgestellt. In der Adventszeit wurde erstmals zu Exerzitien im Alltag eingeladen. Die kfd bot eine Karwoche der Frauen an.
Anlässlich der Maiwanderung werden verschiedene Hofkreuze besucht, ihr Hintergrund dargestellt und jeweils eine Bibelstelle vorgelesen. Vom Heimatverein ist die Anstrahlung des Kirchturms während der Adventszeit in die Wege geleitet worden.

Unternehmer und Politiker äußerten sich in den Fastenpredigten 2004 zur Frage, wie sie aus christlicher Sicht ihre Arbeit verantwortlich gestalten können.
Die kfd feierte ihr 100-jähriges Bestehen. Zum Auftakt der Feierlichkeiten hielt Sebastian Aperdannier die „Verteidigungsrede des Judas“. Das Jahresfest wurde an zwei Nachmittagen im Dorfgemeinschaftshaus begangen, Gute Laune und Stimmung wurden am Frauenpowerfest im Dorfgemeinschaftshaus geboten. Den Abschluss bildeten das feierliche Hochamt mit Weihbischof Franz-Peter Tebartz van Elst und der anschließende Festempfang im Dorfgemeinschaftshaus.
Vom 29. September bis 8. Oktober fand eine Pilgerreise nach Rom statt. Das Pfarrfest erbrachte einen Erlös von 4.376,10 Euro, der dem 3. Welt-Team (1.100 Euro), den Messdienern und dem Sommerlager zur Verfügung gestellt wurden.
Die neu zugezogenen Gemeindemitglieder wurden von Mitgliedern des Pfarrgemeinderates aufgesucht und über das Gemeindeleben informiert.

Mit einem Neujahrskonzert in der bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrkirche wollten Posaunenchor, Kirchenchor, Chor Cantabile und Kinderchor eine musikalische Botschaft mit ins neue Jahr 2005 geben, aber die Flutkatastrophe in Süd- und Südostasien ließ das Konzert zu einer besinnlichen Freude werden. Die anschließende Kollekte ging an die Hilfsorganisationen, die in den Katastrophengebieten tätig waren.



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Die Fusion wird konkret

Anlässlich des Neujahrsempfanges wurde eine von den Messdienern erstellte Schatztruhe aufgestellt, in die Mitglieder von St. Mauritius und Sankt Maria Magdalena Vorschläge zur Namengebung hinterlegen konnten. Die überwiegende Mehrheit der Gemeindemitglieder sprach sich in einer Pfarrversammlung im Februar für einen Doppelnamen aus. Erstmals fand am 16. März im Dorfgemeinschaftshaus eine gemeinsame Pfarrversammlung von Sankt Mauritius und Sankt Maria Magdalena statt, um die zu Ostern 2006 geplante Fusion vorzubereiten. 170 Gläubige aus beiden Gemeinden nahmen daran teil. Einmütig wurde die geplante Fusion gebilligt. Eine gemeinsame Sitzung beider Pfarrgemeinden richtete ein Schreiben an Bischof Reinhard Lettmann mit der Bitte um die Fusion der beiden Gemeinden. Sie sollte zu Ostern 2006 erfolgen. Es wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet, die den Fusionsgottesdienst und das Rahmenprogramm für die anschließende Fusionsfeier vorbereiten sollten.
Mit der Teilnahme der Volkstanzgruppe Lubenika erhielt die Fronleichnamsprozession einen besonderen Akzent. Junge Menschen aus Südpolen waren zu Gast bei der Volkstanzgruppe Ganz im Zeichen der Neuorientierung stand die ökumenische Wanderung, die in den Oktober verlegen werden musste. Am 12. November gestalteten die beiden Kirchenchöre, Chor Cantabile, Frauenschola und Männerchor aus Laggenbeck sowie Chor Convocamus und Frühstückschor von St. Mauritius gemeinsam das erste Kirchenmusik-Konzert unter dem Titel „Preis und Anbetung sei Dir“. Das Orchester des Goethe- Gymnasiums sowie zwei Solisten trugen zum Gelingen des Konzertes bei.
Am 13. November gestalteten Jagdhornbläser aus Hagen am Teutoburger Wald eine Hubertusmesse.

„Was heißt Gemeinde? Aufbruch gestalten!“ Unter diesem Leitwort standen die Fastenpredigten 2006. Sie sollten auf die bevorstehende Fusion einstimmen. Pfarrer Pfuhl von der evangelischen Johannesgemeinde, Weihbischof Timmerevers aus Vechta und Pfarrer Karl-Hermann Kemper aus Ennigerloh nahmen aus ihrer Sicht Stellung. Das Bischöfliche Generalvikariat in Münster hatte entschieden, dass Michael Mombauer Pfarrer der neuen Gemeinde Sancti Mauritius – St. Maria Magdalena wurde. Pfarrer Erich Elpers ging als Vicarius cooperator in die Kirchengemeinde Herz Jesu/St. Konrad in Rheine.

Pfarrer Erich Bordewick und Pater Dr. Abraham Kongampuzha wurden Vicarius cooperator in St. Mauritius-St. Maria Magdalena. Sie werden unterstützt von Pastoralreferentin Anja Raschke und Pastoralreferent Norbert Westermann sowie Michael Kleimeyer als Ständiger Diakon (mit Zivilberuf).

Am Ostermontag, 17. April, schloss Weihbischof Franz-Peter Tebartz van Elst in einem zweistündigen Festgottesdienst den Fusionsprozess ab. Er überreichte Pfarrer Michael Mombauer die Ernennungsurkunde. In seiner Predigt erklärte er: „Der Zusammenschluss kann nur funktionieren, wenn das Gemeindeleben vor Ort erhalten und lebendig bleibt.“

Zum Schluss noch einmal Pfarrer Bollmann, den wir bereits im Vorwort zitiert haben: „Von der Chronik bleibt allein, was unsere Gegenwart wird. Und Gegenwart bedeutet Offenheit nach vorn, freier Horizont bedeutet die Möglichkeit einer Zusammenarbeit aller guten Kräfte am Aufbau einer friedlichen und menschlichen Zukunft zum Wohle der Stadt und der Gemeinde. *20

Pfarrer Mombauer hatte bereits anlässlich des Neujahrsempfanges den Wunsch geäußert, „dass in der neuen Gemeinde ein gutes Miteinander bestehen wird und dass weiterhin viele bereit sind, mitzumachen.“ Diesem Wunsch schließen wir uns gerne an.


spacer*20 Quelle: H. Bollmann, 70 Jahre Kirchengeschichte des Tecklenburger Landes, in IVZ vom 2. Juni 1978






Daten-AnhangSeite oben

spacerGeistliche in Laggenbeck:spacer
spacerspacerspacer
 Ab 1842Bereitstellung eines Geistlichen aus Ibbenbüren
 1857 – 1861Vikar Ignaz Kösters
 Ab 1861Privatgeistlicher Rählmann
 11. 07.1861 Vikar Baldamus
 21. 08. 1891Vikar Lefert
 03. 09. 1894Johannes Reiermann – erster Pastor
 31. 12. 1914Dr. Dr. Josef Hölker
 20. 10. 1935Bernhard Eligmann
 28. 07. 1950Franz Westmattelmann, + in Warendorf
 1968 – 1977Gebhard Elvenholl
 1978 - 1999Engelbert Kreft, heute Pfarrer em. in Mettingen-Schlickelde
 1999 - 2006Michael Mombauer, danach Pfarrer an Ss. Mauritius- Maria Magdalena


spacerKapläne:spacer
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 01. 03. 1897Wilhelm Bureik
 04. 08. 1903Anton Laumann
 28. 07. 1908Wilhelm Terrahe
 15. 11. 1915August Vohren, + 31. 10. 1917, begraben Friedhof in Laggenbeck
 19. 11. 1917Josef Dahlmann
 30. 05. 1923August Heilen
 15. 03. 1926Hugo Johannesmann
 Juli 1930Joseph Herding
 1936 – 1949Johannes Dönnebrink, zuletzt Pfarrer in Lavesum; Dr. Göllmann
 1949 – 1953Heinrich Kolkenbrock, + als Rektor in Saerbeck
 1950 – 1954Franz Fischediek, + 1995 als Pfarrer in Bockum- Hövel
 1953 – 1958Viktor Veltmann, + als Kaplan in Rhede
 1957 – 1961Josef Schlüter, zuletzt Pfarrer em. In Rosendahl- Osterwick
 1961 – 1969Ludger Bley, + als Pfarrer in Recklinghausen
 1969 – 1972Heinz-Peter Mausbach
 1972 - 1973Siegfried Schölpen
 1993Dr. Michael Bahlebbi (Eritrea)
 1994 - 1996Pater Luca Sarcevic OFM (Bosnien-Herzegowina)


spacerVicarius cooperator: 
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 1973 – 1975Pater Jakobus Groart, Redemptoristenpater aus Roermond
 1975 – 1982Pater Hermanus Anton Pieters, Redemptoristenpater aus Roermond
 1982 – 1991Pater Adrian de Haay, Redemptoristenpater aus Roermond
 1990 – 1992Heinz Gellenbeck
 Seit 1996Professor Cesare Marcheselli-Casale


spacerChorleiter: 
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 1900 – 1930Lehrer Arnold Drüding
 1930 –1969Rektor Felix Schulz
 1975 –1980Ludwig Lethmate
 1980 – 1985Heinz Neumann
 seit 1985Werner Janning


spacerOrganist: 
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 1864 – 1898Lehrer Fenneker
 1980 – 1985Hermann Benning


spacerPastoralreferentin: 
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 1976 – 1983Hildegard Rawert
 1983 – 1990Brunhilde Schäfers
 1991Mariele Klüppel – Neumann
 1993 – 1999Renate Herick
 2001 -2006Anja Raschke


spacerKirchliche Gemeinschaften, Vereine und Einrichtungen in St. Maria Magdalena:

spacerPfarrgemeinderatKirchenvorstand
 CaritasverbandBehinderten- Freizeitgruppe
 KirchenchorJugend- und Kinderchor
 KAB (Kath. Arbeitnehmerbewegung)Landjugend
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Haupt-Altar 1940
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Haupt-Altar 1940



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Seiten- Josephs-Altar 1920
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Seiten- Josephs-Altar 1920


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© Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Heinrich Westerkamp - 2011



Neu - Chronik der Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena in Laggenbeck - Erweitert um viele Fotos
spacer Als PDF Datei hier zum >>> download - 30 MB






Bücher zum Thema ::

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150 Jahre St. Maria Magdalena -
Aus der Chronik der Pfarrgemeinde

Hrsg. Katholische Kirchengemeinde St. Maria Magdalena Laggenbeck
Laggenbeck 2013

Broschüre, 32 Seiten
Stadtmuseum Ibbenbüren - Im Bestand
 
150 Jahre St. Maria Magdalena - Aus der Chronik der Pfarrgemeinde
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115 Jahre Pfarrei St. Maria Magdalena 1891 – 2006

Chronik der Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena in Laggenbeck - Erweitert
um viele Fotos.
Das Heft „Kirchengeschichten“ wurde zusammengestellt von Hans Nostheide
im Mai 2011, Bilder von Heinr. Westerkamp, Werner Suer, Hans Nostheide

Als PDF Datei hier zum >>> download - 30 MB

 
115 Jahre Pfarrei St. Maria Magdalena 1891 – 2006
 
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100 Jahre St. Maria Magdalena Laggenbeck - 1891-1991

100-Jahr-Feier der Gründung der Pfarrgemeinde St. Magdalena
Hrsg. Katholische Kirchengemeinde St. Maria Magdalena Laggenbeck
IDruck: Wolfgang Gräuler, Ibbenbüren 1991

Broschüre, 60 Seiten
Stadtmuseum Ibbenbüren - Im Bestand
 
	100 Jahre St. Maria Magdalena Laggenbeck - 1891-1991
 
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Links zum Thema:  
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spacerPfarrei St. Maria Magdalena - Laggenbeckhttp://www.mauritius-maria-magdalena.de/index.php
spacerKirchengemeinde Heilige Kreuz:http://www.heiligkreuz.info/gemeinde/public/inhalt.php
spacerBistum Münsterhttp://www.bistum-muenster.de/
spacerLaggenbeckhttp://www.laggenbeck.de/
spacerLaggenbeck – Wikipediahttp://de.wikipedia.org/wiki/Laggenbeck
spacerMessdiener-Laggenbeckhttp://www.messdiener-laggenbeck.de/






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Foto Seite oben - Zeichnung von August Dorfmüller - Ibbenbüren 1844



© Förderverein Stadtmuseum Ibbenbüren e. V.
Breite Straße 9 - 49477 Ibbenbüren
Stadtmuseum Ibbenbüren
Aktualisiert/Update 02.09.2016
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