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Pressearchiv im Stadtmuseum Ibbenbüren :: Pressespiegel - Januar - Juni 2020  



Neuer Badesalon im Stadtmuseum - IVZ aktuell vom 4 Januar 2020


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Pressearchiv im Stadtmuseum Ibbenbüren :: Pressespiegel - Januar - Juni 2020



IVZ aktuell vom 04.01.2020
Neuer Badesalon im Stadtmuseum -
von Holger Luck
Ibbenbürener Volkszeitung

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Das Ibbenbürener Stadtmuseum hat einiges zu bieten. Neuerdings können die Museumsfreunde ihren Gästen auch den Badesalon der Gründervilla zeigen. Wo der sich so lange versteckt hatte und warum er jetzt wieder aufgetaucht ist, davon erzählt Fördervereinsvorsitzende Annette Bucken mit großem Vergnügen.

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Im Ibbenbürener Stadtmuseum gibt es viel zu entdecken. Neben den Exponaten zur Stadtgeschichte bieten die Räume von Haus Herold spannende Einblicke in Lebens- und Wohnwelten der Zeit um 1900. Drei Räume haben die Aktiven des Fördervereins um Annette Bucken bereits im Stil der Gründerzeit hergerichtet. Das Damenzimmer, den Salon und das prachtvolle Herrenzimmer, in dem auch Trauungen stattfinden. Neuerdings können die Museumsfreunde ihren Gästen auch den Badesalon der Gründervilla zeigen. Wo der sich so lange versteckt hatte und warum er jetzt wieder aufgetaucht ist, davon erzählt Fördervereinsvorsitzende Annette Bucken mit großem Vergnügen. „Irgendwo müssen die sich ja gewaschen haben.“

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Bildunterschrift :: Die Aktiven des Stadtmuseums um Annette Bucken konnten den Badesalon mit finanzieller Unterstützung der VR-Bank (Vorstand Hubert Overesch, m.) restaurieren.- Holger Luck

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Die nicht unberechtigte und von Annette Bucken augenzwinkernd geäußerte Vermutung stand für sie und ihre Mitstreiter vom Förderverein am Beginn einer spannenden, inhäusigen Spurensuche. Klar war, dass die Gründervilla (Baujahr 1892) einen Badesalon gehabt haben muss. Nur war er eben nicht mehr da. Üblich sei zu jener Zeit gewesen, den Badesalon in Nähe der Küche einzurichten, erklärt Bucken: „So hatte das Dienstpersonal kurze Wege.“ Ein erster Hinweis, wo mit der Suche zu beginnen war. Nach akribischer Suche fand man im großen Ausstellungsraum zwischen Herrenzimmer und Küche endlich Spuren: Eine merkwürdige Unebenheit in der Mitte des großen Raumes, und im Kellerraum darunter schaute ein altes Abflussrohr aus der Decke. Relikte des alten Badesalons?

Die Museumsaktiven waren überzeugt davon und forschten weiter. Jetzt nahmen sie den Fußboden genauer unter die Lupe. Unter Beton und dicken Kleberresten kamen schließlich auf der hälfte der Fläche historische Fliesen zum Vorschein. Dieser typische Bodenbelag war der endgültige Beweis, dass sich genau an dieser Stelle der Badesalon befunden haben musste. Außerdem fanden sich auf dem Boden Spuren einer Innenwand, die den großen Raum einst in Badesalon und Familienzimmer getrennt hatte.
Annette Bucken rekonstruiert die Geschichte: „Als in den 1950er Jahren moderne Zeiten mit Wasserklosett und Badewanne angebrochen waren, wurde das Badezimmer in die erste Etage verlegt. Die Wand zwischen altem Badesalon und Familienzimmer wurde weggenommen und der Aufenthaltsraum so vergrößert. Die Fliesen im alten Bad wurden mit einer Betonschicht zugedeckt, ein oder mehrere große Teppiche kamen darüber. Ein neues großes Fenster musste her, wie es sich für ein modernes Wohnzimmer gehört.“

Mit dem wieder entdeckten Badesalon hat das Museumsteam ein weiteres Geheimnis des alten Gemäuers gelüftet. Klar, dass der Raum nun möglichst authentisch in seinem ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden sollte. Das Problem nur: Um selbst Hand anzulegen, waren die notwendigen Arbeiten zu umfangreich. „Wir brauchten Handwerker, die kosten nicht nur Geld, sondern es ist im Moment bekanntlich schwer an sie heranzukommen“, erklärt Bucken warum sich die Fertigstellung des Projektes bis zum Spätsommer zog. Inzwischen sind die Arbeiten abgeschlossen und der Badesalon vollständig wieder hergerichtet.

Der fast vollständig erhaltene Fliesenboden wurde freigelegt, im angrenzenden Familienzimmer der Holzboden abgeschliffen und mehrfach versiegelt. Beide Räume sind nun wieder sichtbar und soweit möglich mit zeitgenössischen Einrichtungsgegenständen ausgestattet. Den Badesalon schmückt ein weit über 100 Jahre alter Badeofen, den der Verein sich bereits frühzeitig an Land gezogen hatte, und die gusseiserne Badewanne mit den markanten Tatzenfüßen konnte Bucken bei einem Sammler in Hövelhof auftreiben.

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Typische Accessoires runden das Bild ab. Zum Beispiel Handtücher aus Leinen und originale Badekleidung. „Natürlich war es damals nicht schicklich, nackt zu baden“, erklärt Bucken augenzwinkernd. Um den Badesalon perfekt zu machen, sollen als letztes noch Wasserleitungen auf Putz, Ofenrohr und Badewannenabfluss installiert werden. „Nach Aussage des Denkmalamtes haben wir jetzt den einzigen, in einem Museum ausgestellten Badesalon in ganz Norddeutschland“, freut sich Bucken.
Finanziell realisierbar wurde das Projekt Badesalon mit Unterstützung der VR Bank Kreis Steinfurt. 3000 Euro stellte das Unternehmen als Spende zur Verfügung. „Die Projekte des Stadtmuseums finden wir sehr spannend und unterstützen sie immer wieder gerne“, zeigte sich Vorstand Hubert Overesch begeistert, als er die hergerichteten Räume jetzt in Augenschein nahm. Infos

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Quelle: IVZ aktuell vom 4. Januar 2020


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