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Foto: (Die Presse am Bahnhof) Klaus Dreverhoff. Ibbenbüren
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Pressearchiv im Stadtmuseum Ibbenbüren :: Pressespiegel - Juli - Dezember 2017  

Ein Erfolg des Ehrenamts - IVZ 29.08.2017
Stadtmuseum hat Geburtstag - IVZ vom 26.08.2017
Willkommen im Stadtmuseum - Einrichtung wird zehn Jahre alt - IVZ vom 17.08.2017
Biografie von Gustav Künnemann - Stadtjournal Mai 2017 - Ausgabe 51 - 8 Jahrgang

Pressespiegel Grafik

Pressearchiv im Stadtmuseum Ibbenbüren :: Pressespiegel - Juli - Dezember 2017


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IVZ vom 29. August 2017 - Ein Erfolg des Ehrenamts
Viele Gäste kommen zum zehnjährigen Jubiläum des Stadtmuseums
Ibbenbürener Volkszeitung

Von Brigitte Striehn
IBBENBÜREN.
Vor zehn Jahren trafen sich im Rathaus Ibbenbüren geschichtsinteressierte Bürger, um über die Gründung eines Stadtmuseums nachzudenken. Bei der ersten Versammlung sagte Verena Burhenne vom Westfälischen Museumsamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe noch, dass sowohl das angedachte Konzept als auch die baulichen Voraussetzungen des Hauses an der Breiten Straße 9 dafür nicht geeignet seien. Doch Bürgermeister Heinz Steingröver ließ sich nicht entmutigen. Am 27. August 2007 wurde der „Förderverein Stadtmuseum Ibbenbüren“ gegründet.

Jürgen Povel (r.) berichtete über die Entwicklung des Stadtmuseums, die Ehrengäste Jürgen Coße, Landrat Dr. Klaus Effing, Anja Karliczek und Angelika Wedderhoff (v.l.) freuten sich über die Leistungen des ehrenamtlichen Teams.

Bildunterschrift: Jürgen Povel (r.) berichtete über die Entwicklung des Stadtmuseums, die Ehrengäste Jürgen Coße, Landrat Dr. Klaus Effing, Anja Karliczek und Angelika Wedderhoff (v.l.) freuten sich über die Leistungen des ehrenamtlichen Teams. Fotos Brigitte Striehn


Am Sonntag nun begrüßte Jürgen Povel, Vorsitzender des Fördervereins, zahlreiche Gäste zur Jubiläumsfeier im Garten an der Breiten Straße. Der Einladung waren Landrat Dr. Klaus Effing, die Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek und Jürgen Coße, die stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Wedderhoff, der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins, Alfons Köster, sowie Frank Bosse, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins Tecklenburg, gefolgt. Povel ließ noch einmal Stationen der Erfolgsgeschichte Revue passieren. Die Homepage des Museums bietet zudem reichlich Material zum Stöbern, Nachlesen und Entdecken. Joachim Michels informierte ausführlich über die vielen baulichen Veränderungen, die bisher konsequent verwirklicht wurden.


Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Bläserkreis Dickenberg und dem Schabo-Shantychor mit fröhlichen Melodien. Angelika Wedderhoff gratulierte im Namen der Stadt. „Wir haben ein ganz tolles Stadtmuseum, welches die Geschichte Ibbenbürens und der Zeit widerspiegelt“, sagte sie begeistert von dem ehrenamtlichen Engagement.

Anja Karliczek hob hervor, dass Menschen heute in der sich schnell verändernden Welt einen Anker brauchten, um zu erfahren, wie es früher war. Sie wünschte den Aktiven, dass sie noch lange so mutig und innovativ bleiben, wie das bisher der Fall war. Landrat Dr. Klaus Effing versprach Unterstützung. „Aber jetzt bin ich ganz begierig darauf, in das Gebäude zu kommen“, sagte er lachend.


Jürgen Coße verwies auf den außergewöhnlichen historischen Schatz, der dort entstanden ist. Er würdigte zudem das Wirken der Mitglieder, die Stadt und Kreis keine Rechnung schicken. Frank Bosse freute sich über das „wunderschöne Kleinod“ und übergab dem Förderverein als Geschenk ein Buch des Tecklenburger Malers Arnold Maria Dünnwald.

Nach den Grußworten nahmen sich die Gäste Zeit, um die Räume des Museums unter fachkundiger Führung zu entdecken, bei einem kühlen Getränk miteinander ins Gespräch zu kommen oder das neue Buch „10 Jahre Stadtmuseum“ – eine fotografische Bestandsaufnahme der Innenstadt – zu erwerben.

„Zehn Jahre Stadtmuseum, das ist etwas ganz Besonderes.“ Landrat Dr. Klaus Effing

Das Museum ist sonntags von 15 bis 18 Uhr oder auf Anfrage geöffnet. Infos: www.stadtmuseum-ibbenbueren.de.


Quelle: IVZ vom 29: August 2017

IVZ vom 29. August 2017
https://www.ivz-aktuell.de/Artikel/168162/Lokales/Zehn-Jahre-Stadtmuseum-Viele-Gaeste-kommen-zur-Geburtstagsfeier
Ibbenbürener Volkszeitung
  IVZ aktuell tv vom 29. August 2017
https://www.ivz-aktuell.de/Media/Video/11866/Viele-Gaeste-kommen-zum-zehnjaehrigen-Jubilaeum-des-Stadtmuseums
ivz-aktuell.tv


Stadtmuseum Ibbenbüren - Pressearchiv 2017
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IVZ aktuell vom 26. August 2017 - Stadtmuseum hat Geburtstag
Tag der offenen Tür und Buchvorstellung
Ibbenbürener Volkszeitung

sp- IBBENBÜREN. Rechtzeitig zum zehnjährigen Bestehen des Stadtmuseums erscheint der sechste Band aus der Schriftenreihe „Ibbenbüren neu entdecken“ – Straßen, Häuser, Plätze, Winkel und Ecken. Der zehnte Geburtstag wird am morgigen Sonntag mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Dann wird ab 17 Uhr auch das Buch verkauft, in dem es diesmal um die Gegenwart, um eine aktuelle fotografische Bestandsaufnahme der Innenstadt geht. Dort ist zu sehen, wie Spaziergänger, Touristen, du und ich Ibbenbüren heute erleben und kennen. Der Band hat mehr als 100 Fotos aus dem Jahr 2016, alle in Farbe und knapp kommentiert.


Beim Tag der offenen Tür sind alle Räume zu besichtigen, in der oberen Etage werden Aufnahmen von 2007 bis 2017 gezeigt. Um 15 Uhr ist Balkonbesichtigung und -einweihung mit dem Bläserchor Dickenberg. Danach folgen Grußworte (ab 15.30 Uhr). Gegen 16.30 Uhr singt der Shantychor Ibbenbüren, ab 17 Uhr gibt es weitere Redner und die Buchvorstellung.


Quelle: IVZ vom 26: August 2017


Stadtmuseum Ibbenbüren - Pressearchiv 2017
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IVZ aktuell vom 17. August 2017 - Willkommen im Stadtmuseum
Einrichtung wird zehn Jahre alt/Tag der offenen Tür/Erhalt war eher zufällig
Ibbenbürener Volkszeitung

Von Sabine Plake IBBENBÜREN. Einzigartig und zufällig. Das Stadtmuseum ist einzigartig. Und sein Erhalt eher zufällig. Denn eigentlich sollte das ehemalige Haus Herold, das bis in die 80er Jahre bewohnt war, abgerissen werden und der Heldermannstraße weichen. Genauso wie das Haus daneben, zuvor Domizil der Sparkasse und später der AOK (Abriss 1984). Aber dann erkannten der damalige Stadtbaurat Joachim Michels und Bürgermeister Heinz Steingröver, was da für ein Schatz steht. Zusammen mit Lothar Huss, Annette und Jürgen Bucken, Werner Suhr, Theo Overberg und Heiner Jessing wurde 2007 ein Förderverein gegründet, der heute verstärkt wird von Matthias Franke und Dirk Hawerkamp. Und der Förderverein – alles Ehrenamtliche – war bis heute ganz schön fleißig.

IVZ aktuell vom 17. August 2017 - Willkommen im Stadtmuseum

Bildunterschrift: „Machen Sie mal ein bisschen Werbung für das Stadtmuseum, Frau Bucken!“ Eigentlich wollte Annette Bucken nicht aufs Bild. Aber wenn es um das Stadtmuseum an der Breiten Straße geht, kein Problem. Dieses wird jetzt zehn Jahre alt und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Mittlerweile sind drei Zimmer stilgenau eingerichtet – die Möbel stammen aus der Gründerzeit. Zudem erzählt es ganz viel von Ibbenbürens Stadtgeschichte. Foto: Sabine Plake

Zunächst wurde das Haus Herold, das Herberge war für die SPD, den TVI, das Sorgentelefon, zurückgebaut. „Damals hatte jedes Zimmer einen Verein“, erzählt Annette Bucken schmunzelnd. Zutage traten beispielsweise wunderschöne Stuckdecken. Aber das Haus war leer, keine Möbel, keine Tapeten, keine Lampen. „Da war nix. sagt Bucken.
Heute gibt es drei historische Zimmer mit Originalmöbeln aus der Gründerzeit, in denen sich Brautpaare gerne trauen lassen. Und das dank einiger Sponsoren und Menschen, die sich von Möbeln trennen wollten und dann beim Stadtmuseum anfragten. „Wir haben die Möbel zunächst als Dauerleihgabe genommen.“ Dabei achtete der Förderverein genau darauf, dass es Möbel aus der Gründerzeit waren, also „haben wir geguckt, was reiche Leute um 1900 in der Wohnung stehen hatten.“


Die Besucher sollen sich Lebensart und Stil vorstellen können. Gerade ist auch der Balkon fertig geworden. Der war übrigens früher nicht dazu da, sich dort hinzusetzen oder gar zu frühstücken. Nein. Dort präsentierte sich die reiche Familie, zeigte sich in der Öffentlichkeit. Sehen und gesehen werden.
Bis 2007 gab es keinen Ort, kein Museum für die Ibbenbürener Stadtgeschichte. „Es gab keine Stelle, wo man was nachforschen konnte“, erzählt Annette Bucken. Klar gab es Ahnenforscher. Aber Gesammeltes zur Stadtgeschichte gab es nicht. „Wir haben in den vergangenen zehn Jahren Pläne und Karten öffentlich zugänglich gemacht.“ Und mittlerweile gibt es eine Stadtchronik mit allen gesammelten und bekannten Daten über Ibbenbüren ab dem Jahr 1000 bis jetzt.

Was liegt jetzt noch an? „Der Keller“, sagt Annette Bucken. Der war viele Jahre an das Begegegnungszentrum für Ausländer und Deutsche e.V. für deren Holzwerkstatt vermietet. Jetzt ist er leer. „Es ist ein hoher, großer Keller mit einem Gewölbe und Sandstein.“

Die Augen von Annette Bucken fangen an zu glänzen. Dort soll das Archiv, das bis vor Kurzem noch im IVZ-Gebäude an der Breiten Straße untergebracht war, einziehen. Zudem soll dort die Glasausstellung Platz finden, „vielleicht richtig schön angeleuchtet“.

Der Förderverein sucht zudem eine Lösung, das Stadtmuseum Rollstuhlfahrern zugänglich zu machen. Oben an der Treppe darf laut Denkmalamt nichts verändert werden. An der Rückwand des Hauses (die Seite zur Heldermannstraße) – dort, wo früher der Garten war – gibt es eine Metalltreppe. Die soll nun einen Lifter bekommen. Und der Förderverein wünscht sich noch ein Originalklo von 1900. Das könnte ein Plumpsklo sein oder eines der ersten Spülklosetts. Das muss übrigens nicht unbedingt funktionieren. Denn es gibt im Stadtmuseum auch moderne Toiletten. Gott sei Dank.
Von Sabine Plake
sabine.plake@ivz-aktuell.de


Neues Buch des Stadtmuseums
Rechtzeitig zum zehnjährigen Bestehen des Stadtmuseums erscheint der sechste Band aus der Schriftenreihe „Ibbenbüren neu entdecken“ – Straßen, Häuser, Plätze, Winkel und Ecken. Thematisiert wurde bisher, wie es früher war, also besondere Aspekte der Geschichte Ibbenbürens. Diesmal geht es um die Gegenwart, um eine aktuelle fotografische Bestandsaufnahme der Innenstadt, wie Spaziergänger, Touristen, du und ich sie heute erleben und kennen. Wirklich kennen? Der Band hat mehr als 100 Fotos aus dem Jahr 2016, alle in Farbe und knapp kommentiert. Das neue „Jetzt-Buch“ füllt eine Lücke innerhalb der Publikationen über Ibbenbüren, um die jeder weiß, der mal im Buchhandel auf der Suche war. Das, was heute aktuell ist, wird künftig Geschichte sein.

Tag der offenen Tür
Das Stadtmuseum lädt am 27. August von 15 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Während des Nachmittags sind alle Räume zu besichtigen, in der oberen Etage werden Aufnahmen von 2007 bis 2017 gezeigt. Um 15 Uhr ist Balkonbesichtigung und -einweihung mit dem Bläserchor Dickenberg. Danach folgen Grußworte (ab 15.30 Uhr). Gegen 16.30 Uhr singt der Shantychor Ibbenbüren, 17 Uhr gibt es weitere Redner und die Buchvorstellung. Erste Exemplare werden dann verkauft.


Quelle: IVZ vom 17: August 2017


Stadtmuseum Ibbenbüren - Pressearchiv 2017
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Stadtjournal vom Mai 2017 - Ausgabe 51 - 8 Jahrgang
Biografie von Gustav Künnemann
Stadtjournal - AS-Multimedia Buch- und Zeitschriftenverlag

Biografie von Gustav Künnemann

Gustav Künnemann wird am 22. März 1906 im Haus der Eltern Metten 44 (heute Schafberg 24) geboren, in Sichtweite der heute leer stehenden ehemaligen Gastwirtschaft und dem späteren Kinderheim an der alten B 65. Er ist das vierte Kind einer Bergmannsfamilie, nach ihm werden noch weitere fünf Geschwister geboren. Sein Vater arbeitet bei der Preussag Ibbenbüren, betreibt nebenbei noch eine kleine Landwirtschaft mit drei Kühen, zwei Pferden und Hühnern. Die Mutter führt neben dem Haushalt in einer kleinen Kammer noch einen Kolonialwarenladen, um die Existenz der Familie zu sichern.


Gustavs Kindheit ist mehr als hart. Mal muss er seine schwerkranke Mutter im Haushalt ersetzen und deshalb ein Jahr in der Schule aussetzen; dann hat er seinen verletzten Bruder Erich zu pflegen, der nach dem Spiel mit Karbid und der nach- folgenden Explosion fast sein Augenlicht verloren hat. In der Schule ist Gustav immer der kleine Träumer, der keiner Fliege etwas zu Leide tun kann. Zu seiner Mutter spricht er oft von Erscheinungen und Wundern, die er erlebt haben will, doch außer seinem Lieblingsonkel „Groate August“, einem Bruder des Vaters, glaubt ihm niemand diese Märchen. Die in den Wolken fliegenden Pferde jedoch lassen den kleinen Gustav nie mehr los. In seinen Werken späterer Epochen findet man sie dann, zusammen mit Geistern und Schicksalen aus der Finsternis des Lebens wie- dererstanden. Nach seinem Schulabschluss widersetzt er sich dem Wunsch der Eltern, Bergmann zu werden.


Er will Maler werden, genau wie sein Bruder August. Für beide geht der Wunsch in Erfülung. Doch August, der nach Gustavs eigenen Worten viel besser malen konnte als er, besonders Portraits, stirbt früh mit nur 19 Jahren, kurz nach einem gemeinsamen Ausflug zum Drachenfels bei Königswinter. So wird auch der Drachenfels fortan ein immer wiederkehrendes Motiv in den Werken Künnemanns. 1925 geht Gustav Künnemann auf Wanderschaft, durchs Ruhrgebiet bis in die Eifel. 1929 besucht er erstmals eine Malerschule in Detmold, die sein eigentliches Talent für die Kunstmalerei zu Tage fördert. Von nun an geht er nicht mehr ohne Skizzenblock aus dem Haus. Es folgen mehrere Wintersemester an der privaten Malerschule bei Professor Carl Dünweg in Bochum/Witten.


In den Sommermonaten zieht es ihn immer wieder in die Eifel zu einer Familie Schmitz in Dasburg, die dort eine Pension betrieb. Grund ist die bildhübsche Tochter Erna, die beim ersten Besuch in seinen Wanderjahren erst 16 Jahre alt war. 1934 bekommt Gustav seinen Meisterbrief als „Nebenberuflicher Kunstmaler“. Der Kontakt zu Professor Dünweg bleibt auch danach erhalten, denn Gustav war sein Meisterschüler. Das Meisterstück prangt als Wandgemälde im Elternhaus in Metten im Hausflur. Eine Nachmalung des Deckenfreskos von Guido Reni „Au- rora“, ca. 1 x 2 m groß. Als aber eines Tages der Professor für einige Wochen auf Einladung der Familie Künnemann sich im Tecklenburger Land aufhält, wie vor ihm schon Modersohn und viele andere namhafte Künstler, überkommt ihn der Teufel und er übermalt das Meisterstück durch ein eigenes Werk, das er „Unter dem Lindenbaum“ betitelt, es ist noch heute dort zu sehen. Der Schüler darf nicht besser sein als sein Meister!


1938 müssen die Künnemanns ihr Haus zwangsräumen und in ein kleineres umziehen, weil alle fünf Söhne im Wehrdienst sind. Als Gustav 1939 erfährt, dass seine große Liebe in Dasburg geheiratet hat, heiratet er spontan seine Jugendfreundin Ella Pieper und zieht in das Haus der Schwiegereltern in Velpe um. Der Ausbruch des Weltkriegs reißt die junge Familie auseinander. Mit einer Luftwaffeneinheit wird Gustav ins französische Laon (nördl. Paris) verlegt. Dort entstehen die ersten seiner wenigen überlieferten „Kriegswerke, z.B. „Zuckerfabrik“, wahrscheinlich im Dorf Monceau le Waasst, neben dem ehemaligen Flugplatz von Laon. Kurz darauf geht es über Oberitalien nach Osten bis Kursk in Russland. Viele Skizzen und Beschreibungen aus jener Zeit gehen bei einer Bombardierung in Biblis am Rhein verloren. Nur wenige sind in einem Heft überliefert. Viele Kameraden finden bei Biblis den Tod, doch Gustav ist unverletz.


Dann gibt es einen Einsatz in Russland, auf dem Rückzug durch Ungarn passiert das ganz Schreckliche: Schwerste Verwundung durch Panzergranaten. Seine rechte Hand bleibt gelähmt. Ein Lazarettzug bringt ihn nach Wien, wo er bis Kriegsende verweilt. Wegen seiner schweren Verwundung bleibt ihm eine Gefangenschaft erspart. Über Passau, Altötting, Fulda, Paderborn und Kattenvenne, wo ihn Lehrer Jaspers für die letzte Etappe aufpäppelt, kommt Gustav zu Fuß in Velpe an. Seine Frau bringt ihn schnell wieder auf die Beine und schon nach kürzester Zeit - nun mit der linken Hand - malt er wieder. Zunächst sind das hauptsächlich Auftragswerke, die kaum etwas einbringen, doch mehr und mehr kommt seine Kreativität zurück. 1946 wird Sohn Gustav Karl-Heinz geboren, der kurze Zeit später stirbt. Wenig später stirbt auch sein Vater. 1950 brennt sein Elternhaus ab und auch viele seiner Werke aus der Frühzeit. Weil die Kumpel zur Frühschicht gerade vorbeikommen, können Vieh und Inventar gerettet werden. Die für den nächsten Tag geplante Hochzeit des Bruders Erich findet dennoch statt und des Pastors Rede beginnt mit den Worten „mit Feuer und Flamme in die Ehe“. Im gleichen Jahr erfolgt die Aufnahme in den „Landesverband Bildender Künstler in NRW“.


Nach dem Wiederaufbau des Elternhauses stirbt auch die Mutter und fortan lebt dort Bruder Erich mit seiner Familie. Anfang der 1970er Jahre beginnt die Hauptschaffensperiode von Gustav Künnemann, die ihm bald auch höchste internationale Auszeichnungen einbringt. Der befreundete Lehrer Heinz Inderbiethen aus Belm erkennt die Zeichen der Zeit und gründet die Gustav-Künnemann-Stätte e.V., die fortan die Werke sammelt und schützt. Auch gibt Heinz Inderbiethen das erste Druckwerk über den Künstler heraus, „Gustav Künnemann, eine Skizze über Leben und Werk“. Seit 1987 existiert eine ständige Ausstellung in der Velper Wassermühle. 1993 erhält Gustav Künnemann den Kulturpreis des Kreises Steinfurt für sein Lebenswerk. Gustav Künnemann wohnt und arbeitet auch nach dem Tod der Schwiegereltern und seiner Ehefrau Ella (1987) weiter in Velpe und malt dort bis zu seinem Tod im Jahre 1998.
(pd)


Quelle: Stadtjournal Ibbenbüren - Ausgabe 51 - Mai 2017


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© Foto Seite oben: (Die Presse am Bahnhof/Weberei Többen 1956) Klaus Dreverhoff. Ibbenbüren
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Aktualisiert/Update 29.08.2017
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